Und noch mal rund um ES + Mumu + ZS etwas.....

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von aty-s 10.05.10 - 18:48 Uhr

Temperatur messen:

Um die Basaltemperatur, das ist die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen, korrekt zu messen, muss frau sich an einige Regeln halten :
# sie muss einige Stunden ununterbrochen geschlafen haben
# die Temperatur muss immer an der gleichen Körperstelle gemessen werden (oral, rektal oder vaginal)
# immer mit dem gleichen Thermometer messen ! Das Thermometer muss 2 Stellen hinter dem Komma anzeigen
# Alkoholkonsum am Abend verändert den Messwert
# Krankheiten und verschiedene Medikamente auch
Der erste Zyklustag ist der erste Tag der Menstruation (bei Frauen mit Schmierblutungen zu Begin der Menstruation wird der Tag gerechnet, an dem das erste Mal hellrotes Blut zu sehen ist), egal zu welcher Tageszeit die Menstruation einsetzt. Die Temperatur wird sich bis zum Eisprung auf einem Temperaturniveau bewegen, das individuell von Frau zu Frau verschieden ist (etwa zwischen 36 und 37 °C). Die Werte können in der ersten Zyklushälfte ziemlich schwanken. Irgendwann aber macht die Temperatur einen Sprung von mindestens 2/10°C nach oben und bewegt sich fortan auf einem höheren Niveau. Dieser Temperatursprung erscheint 2 bis 3 Tage NACH dem Eisprung. Wenn die Temperatur 3 Tage auf diesem höheren Niveau bleibt, dann kann frau sicher sein, dass der Eisprung vorüber ist und eine Befruchtung unmöglich.
Am Tage des Eisprungs ist die Basaltemperatur oft besonders niedrig, das liegt am hohen Östrogenspiegel im Körper und ist der ideale Zeitpunkt zur Zeugung eines Babys.
In der zweiten Zyklushälfte gibt es nun zwei Möglichkeiten:
1.) wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, dann bleibt die Temperatur auf dem 2.ten Niveau und sackt kurz vor der Menstruation wieder auf das niedrigere Niveau zurück; bei manchen Frauen fällt der Werte erst während der Menstruation.
2.) Wenn eine Befruchtung stattgefunden hat und der Embryo sich einnistet, dann steigt die Temperatur in der zweiten Zyklushälfte nochmals an und bleibt auf diesem Niveau. Wenn die Temperatur 18 Tage nach dem Eisprung immer noch oben ist, dann kann frau davon ausgehen, dass sie schwanger ist und einen Schwangerschaftstest machen. Bei dieser Art der Zyklusbeobachtung kann man allerdings auch sehen, dass die Temperatur in der zweiten Zyklushälfte nochmals ansteigt, die Menstruation aber trotzdem pünktlich einsetzt oder mit wenigen Tagen Verspätung. Nur die wenigsten befruchteten Eizellen bedeuten auch wirklich eine Schwangerschaft, das kann für Paare mit Kinderwunsch mitunter sehr frustrierend sein.
Wenn man nur mit der Temperaturmethode verhüten möchte, dann muss man mehrere Zyklen "vermessen" um zu erkennen, wenn man normalerweise seinen Eisprung hat. Während dieser Zeit sollte zusätzlich noch mit Kondomen oder eventuell einer Kupferspirale verhütet werden. Jede hormonelle Verhütung ist selbstverständlich tabu, weil sie den Eisprung und somit den gesamten natürlichen Zyklus unterdrückt.
Spermien überleben im weiblichen Körper unter besten Bedingungen etwa 3 bis 6 Tage. Die Eizelle ist nach dem Eisprung etwa 8 bis 12 Stunden (da gibt es verschiedene Meinungen und Erkenntnisse zu) befruchtungsfähig.

Wenn man nicht schwanger werden will bedeutet das folgendes:
Mal angenommen, der Eisprung ist immer zwischen dem 14 und 16 ZT, dann ist für das Paar ungeschützter Geschlechtsverkehr ab dem 8 Zyklustag nicht ratsam, bzw. muss anderweitig verhütet werden (Kondom, Portiokappe oä). Sobald die Temperatur ansteigt, ist das Verhütungsproblem gelöst g(grins)
Muttermund abtasten /Schleim bestimmen

Wenn man keine Schwangerschaft plant, ist es sicherer sich nicht nur auf das Temperaturmessen zu verlassen, der Körper ist keine Zeitschaltuhr und deshalb kann der Eisprung durchaus auch einmal ein paar Tage zu früh kommen. Deshalb ist es ratsam, zusätzlich auch den Muttermund und den Schleim am Muttermund zu beobachten. Um den Muttermund abzutasten, stellt euch am besten vor eure Badewanne, euer Bett oder ähnliches, stellt ein Bein auf den Badewannenrand auf und führt zwei Finger in die Scheide ein (ähnlich wie es in der o.b. Gebrauchsanweisung beschrieben ist). Ziemlich tief hinten in der Scheide fühlt ihr einen Knubbel, das ist der Muttermund. Bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben oder einen Kaiserschnitt hatten, ist die Öffnung in der Mitte rund, so wie ein Mini-Donut. Bei Frauen, deren Muttermund einmal auf mindestens 5 cm eröffnet war, ist diese Öffnung dagegen länglich, wie ein Mund - deshalb ist der deutsche Name für den Cervix auch Muttermund. Ihr müsst ein bisschen experimentieren, vielleicht könnt ihr den Muttermund auch im Liegen besser tasten. An euren Fingern habt ihr anschließend einen Schleim, dieser Schleim ist so eine Art Türsteher zur Gebärmutter und für die Zyklusbeobachtung sehr wichtig. Der Muttermund und auch der Schleim verändern sich im Laufe des Zyklus: Fangen wir wieder am Anfang des Zyklus an : während der Menstruation ist der Muttermund weich und offen, damit das Menstruationsblut aus der Gebärmutter ablaufen kann. Er ist zu dieser Zeit besonders gut zu ertasten, weil er etwas heraussteht. Schleim gibt es in dieser Zeit kaum. Nach der Menstruation wird der Muttermund dann hart, knubbelig, die Öffnung schließ sich und der Muttermund zieht sich auch etwas nach innen. Der Cervixschleim ist nur sehr spärlich, milchig, klebrig, manchmal klumpig - bei dieser Beschaffenheit verhindert er, dass Samenzellen in die Gebärmutter kommen. Die fruchtbare Phase im Zyklus beginnt wenn der Muttermund anfängt Schleim zu produzieren, anfangs immernoch cremig, milchig bis gelblich - das kannbei jeder Frau anders sein, mit der Zeit werdet ihr lernen den Beginn der fruchtbaren Zeit bei euch selber zu erkennen. RoeTzer beschreibt für den Beginn der fruchtbaren Zeit das Gefühl des Rinnens - es fühlt sich an als ob einem eine Flüssigkeit aus der Scheide läuft, wenn man nachschaut ist da aber nichts. Jetzt ist es höchste Zeit mit anderen Methoden die Samenzellen von der Gebärmutter fern zu halten, wenn eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist. Erlaubt sind alle Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma, LEA, Portiokappe - PearlIndex beachten!!!) und alle Sexvarianten, die keinen Samenerguss in der Scheide bedeuten. Selbstverständlich sind hormonelle Eingriffe jedlicher Art tabu. Wenn es auf den Eisprung zugeht, dann wird der Muttermund wieder weich, er öffnet sich, steht wieder nach vorne; der Schleim wird flüssiger, klarer und auch von der Menge her noch mehr. Der Schleim ist spinnbar, das heisst, dass er sich zwischen zwei Findern einige cm weit auseinander ziehen lässt. Wenige Stunden vor dem Eisprung ist der Schleim fast wie Wasser. Es gibt aber auch Frauen, deren Schleim nur etwas klarer wird und das ist schon das Optimum. Auch hier müsst ihr ganz individuell herausfinden, wie euer Schleim in der besten Qualität aussieht. Nach dem Eisprung schließt sich der Muttermund, wird wieder hart und der Schleim hat wieder seine Konsistenz wie vor dem Eisprung. Um seinen Muttermund richtig einschätzen zu können, müsst ihr ihn über einige Monate hinweg beobachten. Wenn ihr mit hormonellen Methoden verhütet habt, dann kann es einige Monate dauern, bis sich euer Zyklus wieder eingependelt hat. Diese Empfängnismethoden unterdrücken den natürlichen Zyklus, indem sie dem Körper ständig eine Schwangerschaft vortäuschen. Die NFP macht nicht viel Arbeit. Wenn ihr erst mal ein paar Zyklen euren Körper vermessen habt, dann braucht ihr nicht mehr jeden Morgen die Temperatur zu messen, sondern nur noch in der Woche um den Eisprung herum. Je besser ihr euren Körper und euren Zyklus kennen lernt, umso deutlicher könnt ihr spüren, wann der Eisprung statt findet. Bei der Frau steigt die Libido zum Beispiel, sogar der Körpergeruch ändert sich - alles Dinge, die die Pille unterdrückt. Die NFP erfordert natürlich eine gewisse Disziplin von Frau und Mann - in der fruchtbaren Zeit müsst ihr anderweitig verhüten. Außerdem setzt die NFP einen geregelten Tagesablauf der Frau voraus, durchzechte Nächte lassen keine gescheiten Messwerte zu. Auch gegen Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Hepatitis bietet die NFP keinen Schutz - deshalb eignet sie sich vor allem für feste Partnerschaften. Die NFP ist für Kinderwunschpaare sehr gut geeignet, bei denen die Frau keinen regelmäßigen Zyklus hat. Es ist recht einfach festzustellen, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet. Anhand der Kurve kann man auch auf Hormonstörungen schließen. Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, was sich in meinem Körper abspielt. Ich habe durch die NFP meinen Zyklus kenngelernt und weiß, was sich abspielt. Das macht mich auch ein Stück selbstbewusster. Die Menstruation ist nicht länger eine lästige Erscheinung, sondern eine ganz normaler Vorgang, ich sehe sie viel positiver. Wenn das Paar sich an die Spielregeln der NFP hält, dann ist die Sicherheit genauso hoch wie bei der Verhütung mit der Pille - nur ohne gesundheitliche Risiken für die Frau.

Beitrag von mariebelle 10.05.10 - 19:05 Uhr

Sehr schön geschrieben und informativ, liest sich wirklich gut :-)

"RoeTzer beschreibt für den Beginn der fruchtbaren Zeit das Gefühl des Rinnens - es fühlt sich an als ob einem eine Flüssigkeit aus der Scheide läuft, wenn man nachschaut ist da aber nichts."
-> Das kommt mir sooo bekannt vor ;-)

#danke fürs Posting!