Arbeitszeitbeschränkung MuSchu

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von nicolemsl 11.05.10 - 08:38 Uhr

Hallo,

ich habe da mal eine Frage zum Mutterschutzgesetz:

Also ich arbeite im Einzelhandel und normalerweise von 9:30 bis 19:30 (2 Std. Pause dazwischen) also 7 Std./Tag und Samstags 3,5 Std.

Soweit so gut (das passt ja alles mit dem MuSchu) aber:

Meine Firma veranstaltet in 2 Wochen einen Sonderverkauf mit geladenen Kunden: der findet von 19:00 bis open End (meist 23:00) statt und ist immer total stressig und nervenaufreibend (müsst ihr euch ungefähr so vorstellen wie der SSV/WSV früher).

Jetzt meine Frage: darf/muß ich da überhaupt arbeiten? Kann mein Chef mich dazu zwingen oder verbietet ihm das das MuSchuG §4:

Zeitliche Beschränkungen und Verbote:
Verbot der Nachtarbeit:
Keine Beschäftigung zwischen 20 Uhr und 6 Uhr
Ausnahmen bis 22 Uhr:
•Schichtbetriebe
•Verkehrswesen
•Krankenanstalten
•Musikaufführungen, Theatervorstellungen u.ä. (auf Antrag der Arbeitgeber/innen bis 23 Uhr)
•Gastgewerbe (auf Antrag der Arbeitgeber/innen im Einzelfall)

und MuSchuG §7:

Verbot von Überstunden:
Maximale Arbeitszeitgrenzen:
•Tagesarbeitszeit: 9 Stunden
•Wochenarbeitszeit: 40 Stunden

Also kann ich mich da weigern zu arbeiten? Ich bin dann in der 13. SSW und mir gehts jetzt schon extrem schlecht (vlt. gehts bis dahin auch besser) aber ich steh an solchen Tagen immer ganz schön unter streß und das will ich meinem Bauchzwerg lieber ersparen.

Eine kleine Frage habe ich noch: wie sieht das mit verkaufsoffenen Sonntagen im Einzelhandel aus? Darf/muß ich da arbeiten?
Eigentlich gehört der Einzelhandel doch nicht zu den Ausnahmebetrieben?!?

Ich hoffe jemand kennt sich damit aus?

LG Nicole

Beitrag von goejan 11.05.10 - 08:54 Uhr

Hi, ganz schön schwierig zu beantworten. Zuerst einmal: hast du schon bekannt gegeben, dass du schwanger bist? Wie ist die allgemeine Rücksichtnahme? Weil...eigentlich in der 13.SSw ist ja nicht gegeben, dass du irgendetwas NICHT mehr mitmachst...wenn du nicht von ständigem Unwohlsein geplagt bist, dann kannst du da eigentllich schon mitmachen. Bist schließlich normaler Arbeitnehmer. Der eigentliche MuSchu geht ja erst in der 34.SSW los. Ich weiß, dann man zum Bsp. keine Nachtdienste mehr machen darf wenn man schwanger ist...aber das trifft auf dich nicht zu. Es ist sowas wie ne einmalige Ausnahme so ein Sonderverkauf oder auch die Verkaufsoffenen Sonntage...warum solltest du da nicht normal weiter arbeiten?
Ich würd an deiner Stelle mal googeln Mutterschutzgesetze oder direkt beim Frauenarzt nachfragen, wie sich sowas in der SS verhält...der müsste sowas wissen. Oder eine Hebamme fragen.

Wie sehen das deine Kollegen? Könntest du da fragen, ob sie dich in Zukunft aus solchen Sachen ausplanen? Weil, ehrlich gesagt...in der 13.SSw wäre für mich nicht klar, warum du NICHT arbeiten kommen könntest, es sei denn du hast ne schwierige SS.
Weiß nicht, ob dir das jetzt weiter hilft...

Lieben Gruß, Jana

Beitrag von andiro74 11.05.10 - 10:07 Uhr

Also, ich habe noch nie was davon gehört dass Mutterschutz erst in der 34 SSW anfängt. Schwanger ist schwanger und gerade in den ersten Wochen ist es am gefärlichsten. Und nein, man darf nicht nach 20.00 arbeiten, ich weiss jetzt nicht wie es mit den Ausnahmen steht.

Beitrag von linagilmore80 11.05.10 - 09:20 Uhr

Hallo Nicole,
ich weiß nicht ob Du in einer Gewerkschaft bist, aber da kannst Du Dich auf jeden Fall beraten lassen. Die Hebammen und FÄs sollten auch Ahnung haben. Der teurerste aber auch sichereste Weg ist ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, der kann Dich genaustens beraten.

Wenn ich das MuSchuG richtig interpretiere, dann bist Du nicht verpflichtet an solchen Aktionen teil zu nehmen. Aber an Deiner Stelle würde ich mit den Personalern reden und dort nachfragen, ob man Dich aus solchen Aktionen rauslassen kann. Also alles höflich und freundlich besprechen, am besten nicht stur werden.

LG,
Lina

Beitrag von snoopy2709 11.05.10 - 09:33 Uhr

hallöchen, ich arbeite auch im einzelhandel,
du darfst nach 20 uhr nicht mehr arbeiten, das heißt sie müssten dich bei der veranstaltung um punkt 20 uhr in den feierabend schicken.
ich durfte bei unserer inventur auch nur bis 20 uhr bleiben

lg

Beitrag von hasimanu 11.05.10 - 09:43 Uhr

Hi
weiß dein Chef das du schwanger bist?
Ich hab auch im Einzelhandel gearbeitet und wurde sofort versetzt (war TL)...
du darfst nicht Sonntags arbeiten, nicht nach 20 Uhr...nix schweres heben oder tragen..nicht mehr alleine stehen! Und das ab dem Moment wenn dein Chef weiß das du schwanger bist. Egal in welcher Woche du dich befindest.

LG Manu

Beitrag von nicolemsl 12.05.10 - 08:00 Uhr

Also erstmal sind wir ein relativ kleiner 'Familienbetrieb' mit 2 Chefs/Inhabern und 50 Mitarbeitern. An solchen Veranstaltungen müssen alle arbeiten, es sei denn sie sind krank.
Seit letzter Woche weiß mein Betrieb von meiner Schwangerschaft und es hat sich noch rein gar nichts verändert (ausser das alle sagen, ich soll mal ruhiger werden, was schwer ist, wenn man alleine da steht, Kunden hat und man brechen muß)-
Gerade gegen abend habe ich stark mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen, weshalb ich auch so bedenken bei der Sache habe.
Wenn ich um 7 nach Hause komme, hänge ich meist direkt überm Klo und bin so müde, das ich eigentlich lieber direkt ins Bett will.
Ich hoffe ja, dass sich die Übelkeit nach der 12. SSW verzieht und erträglicher wird.
Meine FÄ hatte mich schon letzte Woche 4 Tage krankgeschrieben, weil ich gar nichts mehr bei mir behalten konnte. Sie meinte, der Streß auf der Arbeit machts nicht gerade besser und ich solle mal zu Hause bleiben.

Ich bin die 2.te überhaupt im Betrieb, die schwanger ist (die andere kam auch nach der SS nicht wieder, sie hat dann gekündigt) und ich habe keine Ahnung, wie weit unsere Chefs sich damals überhaupt mit dem Thema Mutterschutz auseinandergesetzt haben (ich hatte immer das gefühl, dass da nicht viel Rücksicht drauf genommen wurde).
Sie hatte auch eine relativ unkomplizierte Schwangerschaft.

Ich will nur nach einer FG in der 9. SSW jetzt lieber kürzertreten und mich ein bisschen zurückhalten.