Sparen bei Bildung und Kinderbetreuung

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Beitrag von connyj09 11.05.10 - 13:13 Uhr

Der Hessische Ministerpräsident hat in einem Zeitungsinterview verlauten lassen, dass jetzt gespart werden müsse. Auf die Frage wo er denn Potential zum Sparen sehen würde kamen lediglich die Punkte Bildung und Kinderbetreuung (vor allem bei der Garantie für Betreuungsplätze für unter 3-jährige).
Ich frage mich wo der Herr gerade in Hessen bei den Betreuungsplätzen sparen will - es gibt doch kaum welche - d.h. abschaffen lohnt sich nicht. Und neue Plätze werden doch in den wenigsten Gemeinden geschaffen.
Und die Bildung - wieviele Unterrichtsstunden werden denn mittlerweile von Hilfskräften (ohne pädagogische Ausbildung) und das bei Klassenstärken von 30 - 35 Kindern, geleistet.
Jaja, wir investieren in die Zukunft.
Ich weiß, dass das Geld nicht auf der Straße herumliegt - aber muss es immer die treffen die sich überhaupt nicht wehren können.
Kinder haben in dieser Gesellschaft immer noch keine Lobby (welche ein dickes Bankkonto und ganz viele Unternehmensbeteiligungen hat)
Sorry, wollt nur mal meinen Unmut darüber los werden - aber sowas ärgert mich halt.

Beitrag von nele27 11.05.10 - 13:52 Uhr

Hat er das so offen gesagt?? Hast Du einen Link dazu?
Normalerweise sind die Politiker etwas bedeckter, gerade wenn es um Modethemen wie Kinder und Familie geht - bei denen alle sich derzeit überschlagen, das als wichtig zu kommunizieren.

Wobei Herr Koch ja andererseits die Diplomatie nicht gepachtet hat...

LG, Nele

Beitrag von le-cochon 11.05.10 - 13:56 Uhr

http://www.letmegooglethatforyou.de/?q=hessen+koch+sparen

Beitrag von nele27 11.05.10 - 14:07 Uhr

Meinen untertänigsten Dank :-)

Beitrag von nele27 11.05.10 - 14:12 Uhr

Es ist wirklich wahr... hier ist der Link:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-05/koch-kita-bildung

#schock

Aber was solls. Dieser Typ war mit seiner Haudrauf-Politik schon immer unterirrdisch... man kann nur hoffen, dass der möglichst bald von der Bildfläche verschwindet. Also liebe Hessen: Wählt nächstes Mal anders!

LG, Nele

Beitrag von le-cochon 11.05.10 - 14:22 Uhr

"Dieser Typ", "Haudrauf-Politik", "unterirdisch", "...von der Bildfläche verschwindet."

Wenn man Ihnen dagegen in einer Diskussion eine gewisse Naivität unterstellt, halten Sie das schon für sehr schlechten Diskussionsstil.

Irgendwie fehlt mir da wohl ein Puzzleteilchen, aber sei's drum. Schön, dass Sie den link tatsächlich gefunden haben. #blume

Beitrag von nele27 11.05.10 - 14:28 Uhr

Was soll das denn jetzt für eine Diskussion werden? Gehts um mich oder um das Thema hier??
Was ist denn Ihre Meinung ZUR SACHE??

Naja, egal. Hat wohl keinen Zweck.

Beitrag von le-cochon 11.05.10 - 14:38 Uhr

Das soll mitnichten eine Diskussion werden, es war mir lediglich ein Bedürfnis, meinen Eindruck mitzuteilen, dass zwischen Ihrem Anspruch an die Diskussionskultur anderer und Ihrem eigenen Habitus eine gewisse Diskrepanz besteht.

Wie Sie richtig feststellten, verfolgte das keinen Zweck.

Beitrag von manavgat 11.05.10 - 19:02 Uhr

Welch treffender Nick!

chapeau


Gruß

Manavgat

Beitrag von nele27 11.05.10 - 14:33 Uhr

Und noch etwas Offtopic: Genau sollches Rumgepflücke meinte ich, als ich den Thread zum Stil letztens eröffnete.

Ich würde mich lieber über POLITIK in einem halbwegs sachlichen, gern subjetiv geprägten (anders gehts ja auch schlecht) oder auch mal flapsigen Stil unterhalten statt einen Wettbewerb zu machen, wer die Äußerungen welcher User am besten auseinandernimmt. Das langweilt mich.

Beitrag von zeitblom 11.05.10 - 15:34 Uhr

Wie kann man "halbwegs sachlich" diskutieren, wenn dem politischen Gegner regelmässig Dummheit unterstellt wird und letzlich seine Liquidation gefordert wird, denn was anderes als ein Euphemismus ist denn das Verschwinden von der Bildfläche?

Beitrag von gaia-70 17.05.10 - 18:34 Uhr

Lass mal Nele und äußere dich zum Thema... ganz schlechter Stil ist das was du da machst - Nomen est Omen...

Beitrag von .doctor-avalanche. 11.05.10 - 14:33 Uhr

Aber hör mal, Rolli Koch ist doch mittlerweile Kult.

Der brutalstmögliche Silberscheitel aus Eschborn, das Scarface des hessischen Landtages, Ziehsohn des Todesreiters von Plettenberg, Manfred Kanther....Diese schon dynastische Reihe an christdemokratischen Polit-Kaspern aus dem schönen Hessen......

Ich frag mich nur immer, WER wählt die eigentlich?

Beitrag von nele27 11.05.10 - 14:37 Uhr

Ist wie damals bei Modern Talking: IIIIICH nicht, die anderen waren's!

Beitrag von gingerbun 15.05.10 - 23:04 Uhr

#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

Wie geil !

Nee ich hab ihn auch nicht gewählt. Ganz ehrlich nicht.. Ich hoffe ich kenne auch keinen der ihn gewählt hat. Geoutet hat sich noch keiner in meinem Umfeld. Wobei hier im Taunus bestimmt viele sind die den gewählt haben. Aber die kenn ich nicht .. ich gehöre nämlich zu den Guten!

Beitrag von gaia-70 17.05.10 - 10:54 Uhr

... du meinst den, der die Nachfolgegenerationen unter einem Schuldenberg begräbt und ihnen jetzt auch noch die Schaufeln zum ausgraben wegnimmt... den haben ein paar Bankmanager gewählt... aber´s hat nicht gereicht, so hat er sich SPD Anteile gekauft und die haben den dann wieder ins Amt gehievt... und bald wird er bestimmt Bundesfinanzminister... prost Mahlzeit

Beitrag von kikaninchen 11.05.10 - 14:46 Uhr

http://www.welt.de/politik/deutschland/article7577576/Koch-fordert-Einsparungen-bei-Kitas-und-Bildung.html

Unglaublich, nicht wahr?!
Ich bin auch immer dafür realistisch zu bleiben und das man viele (gute!)Dinge einfach nicht umsetzen kann, weil es zu teuer ist, sehe ich ein.
Aber ausgerechnet in der Familien - und Bildungspolitik sehe ich absolut kein Einsparpotential.
Gerade der KiTA Platz Mangel... Meine Güte, ich komme aus NRW - mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Betreuung für unter Dreijährige ist hier (wohne sehr ländlich) kaum zu bekommen und schweineteuer!!
Und Bildung? Klar, da hat Deutschland ja überhaupt keine Probleme...#augen

Ich bin ganz ehrlich: Was die Hessen geritten hat diesen Kasper ZWEIMAL zu wählen, werd ich nie verstehen. Ich drücke mich in politischen Diskussionen normalerweise nicht so aus, aber Herr Koch ist für mich einfach ein alter, weltfemder Sack (Sorry), der die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen kann und will.
Aber Hauptsache man hat wieder schön schwarz gewählt... WEN man sich da als Ministerpräsident ins "Haus" holt interessiert ja nicht, hauptsache die Farbe stimmt.

Nun, wenn sein Vorschlag wirklich Gehör finden sollte, dann müsste ja die komplette Elterngeldgesetzgebung geändert werden. Denn man kann nicht einerseits durch das Elterngeld forcieren, dass alle Kinder mit ein oder zwei Jahren in die Betreuung gehen sollten und dann die Eltern ohne Betreuungsplatz und ohne finanziellen Ausgleich im Regen stehen lassen - so wie es aktuell ja noch der Fall ist!
Dann gibt es bald wirklich nur noch Kinder von Reichen oder Kinder aus Familien, die so perspektivlos sind, dass es ihnen ohnehin egal ist.

Soziale Schere lässt grüßen.
Von der Bildungspolitik brauche ich ja gar nicht reden. Da ist fünf vor zwölf. Wenn da jetzt auch noch gespart wird - gute Nacht!

Aber hauptsache die Hoteliers haben Steuererleichterungen bekommen.
Das war ja wirklich wichtig...

Schönen Tag noch!

Beitrag von le-cochon 11.05.10 - 16:19 Uhr

Sicher vieles richtig, von dem, was Sie schreiben, aber das hier:

"Von der Bildungspolitik brauche ich ja gar nicht reden. Da ist fünf vor zwölf. Wenn da jetzt auch noch gespart wird - gute Nacht! "

gibt mir momentan zu denken.

Da ich einer entfernten Bekannten versprochen habe, mit ihr ein wenig für ihre Abschlußprüfung in Mathematik in der Realschule zu üben, habe ich gestern abend alte Prüfungsaufgaben für diese Prüfung gesichtet.
Ich fand Aufgaben aus den Bundesländern Bayern, NRW, Niedersachsen und Hessen.
Die Aufgaben aus NRW, Niedersachsen und Hessen konnte ich alle ohne jegliche Probleme lösen, hätte das wohl auch zu meiner Schulzeit mit dem Wissen der 10 Klasse gekonnt.
Einzig die bayrischen Aufgaben entsprachen in ihrem Niveau und stofflichem Inhalt eher dem, bei dem hier in NRW Gymnasiasten der Oberstufe sich die Zähne ausbeißen würden.
Dies wurde mir aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, die unserer Familie angehören, ein anspruchsvolleres Gymnasium in meiner Nähe besucht haben, und unsere Tochter ist, bestätigt.

Jetzt frage ich mich ja folgendes:

Wenn die Bildungspolitik der konservativen Parteien so katastrophal ist, wie hier behauptet, wieso sind dann offensichtlich Schüler eines seit Jahr und Tag konservativ regierten Bundeslandes in der Lage, einen so hohen Bildungsstand zu erreichen, während in einem traditionell sozialdemokratisch regierten Land wie Nordrhein Westfalen mir selbst nach vielen Jahren die Abituraufgaben eines Leistungskurses keine Probleme bei der Lösung bereiten?

Beitrag von la1973 11.05.10 - 17:27 Uhr

Das ist nur meine eigene Beobachtung, warum Bayern und Baden-Württemberg "schlauere" Schüler haben. Ist also sicher nicht objektiv.

Weil sowohl Bayern als auch Baden-Württemberg die beiden Bundesländer sind, mit der niedrigsten Arbeitslosenquote und einem relativ hohen Familieneinkommen - auch wenn nur Papa das Geld verdient.

So haben die Mütter Zeit, sich um die Hausaufgaben zu kümmern und die Kinder können auch sonst viele Freizeitaktivitäten machen, da das Geld für diese Förderung in der Familie vorhanden ist.

Ich sehe das an meinem (großen) Bekanntenkreis. Gut situierte Familien, Papa ist Alleinverdiener, Mama ist daheim. Häuschen, Urlaub, Musikschule, Sportverein und wenn es in der Schule klemmt, wird eben in Nachhilfe investiert.

Auch gibt es hier (zumindest im ländlichen Raum) nicht die Problemschulen, wie man sie aus anderen Städten kennt.

Unsere Hauptschule hat erst neulich wieder einen Preis bekommen, weil sie vorbildlich in Berufsbildung investiert und bisher kein Schüler ohne Abschluss abgegangen ist.

Tortzdem werden viele Hauptschulen geschlossen, weil die Eltern es als "Schande" empfinden, wenn das Kind eine Empfehlung dafür bekommt und deshalb zahlen sie jahrelang Nachhilfe damit wenigsten die Realschule besucht werden kann. Darum verlieren grade kleine Hauptschulen viele Schüler und werden geschlossen.

Außerdem haben wir ja nun diese neuen Werkrealschulen, die man statt der Hauptschule besuchen kann.

Ich muss aber feststellen, dass auch hier das Niveau sinkt. Meine Nichte ist 14, geht auf die Realschule und bekommt gute Noten für Diktate, die zu meiner Realschulzeit (1983 - 1990) maximal noch ein Ausrechend gegeben hätten.


Beitrag von elsa345 11.05.10 - 17:47 Uhr

Ich sah einmal einen Bericht genau zu diesem Thema. Dort wurde festgestellt, daß ein Realschüler nach 10Jahren Schule in Bayern ein ganzes Schuljahr MEHR Unterricht hatte, als ein Realschüler nach 10Jahren in Brandenburg. Diesen Unterschied finde ich schon gravierend. Das bedeutet im Klartext, daß ein Brandenburger Realschüler gerade einmal 9Schuljahre in Bayern Schule gehabt hätte, aber trotzdem einen Realschulabschluß hat. Das es dabei zu einer erheblichen Differenz im Wissensstand kommen muß, ist ja logisch. Deshalb kannst Du eben die Aufgaben aus NRW etc. locker lösen und bei denen aus Bayern/BW mußt Du länger überlegen.

Beitrag von seelenspiegel 12.05.10 - 11:47 Uhr

Vergeht in Bayern die Zeit schneller, oder wie ist das zu verstehen?

Mehr Unterricht durch den durchgenommenen Lernstoff, oder weniger Freizeit oder wie soll die Diskrepanz von einem ganzen Jahr zustanden kommen?

Beitrag von elsa345 12.05.10 - 12:58 Uhr

#augen

Nein in Bayern vergeht die Zeit nicht schneller! Aber in Bayern werden MEHR Unterrichtsstunden erteilt. Dadurch kommt diese Diskrepanz zustande. Also wenn z.B. ein Schüler der 5.Klasse in Brandenburg 25 Unterrichtsstunden pro Woche hat, werden dem bayerischen Schüler der 5. Klasse 30h Unterricht erteilt. Das ist nur ein Bsp., weil ich die genauen Zahlen leider nicht mehr im Kopf habe, tut mir sehr leid. Wahrscheinlich kommen da auch noch Ferienzeiten, bewegliche Ferientage usw. dazu, somit summiert sich das in 10Jahren eben auf ein Schuljahr. Ich hoffe das war Erklärung genug.

Beitrag von seelenspiegel 12.05.10 - 14:13 Uhr

<<<Ich hoffe das war Erklärung genug.>>>

Durchaus. Danke sehr :-)

Beitrag von gunillina 11.05.10 - 19:23 Uhr

Aber legen denn die regierenden Parteien die Lehrpläne der Bundesländer fest? Ich denke doch nicht? Oder habe ich da etwas verpasst?
Ich bin dafür, dass es einheitliche Lehrpläne gibt. Aber davon sind wir meilenweit entfernt.

Beitrag von le-cochon 11.05.10 - 20:10 Uhr

Ist dafür nicht etwa das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes zuständig?

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