Mika ist in Vergessenheit geraten...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von nicola_noah 11.05.10 - 13:58 Uhr

Hallo,

Das ist genau das wovor ich immer Angst hatte.
Mika ist in Vergessenheit geraten.
Nein, nicht bei mir oder meinem Mann, sondern von meiner Familie.
Ganz nach dem Prinzip:Er war nie wirklich auf der Welt also hat er auch nie gelebt!#schmoll
Wenn ich mal über Mika rede dann fängt man sofort ein Neues Thema an...
Mika?Wer ist denn schon Mika?!
Am Grab war von denen auch noch keiner - Und das nach 1 1/2 Jahren.

Auch wenn Mika nicht auf die Welt kommen durfte,so hat er doch gelebt.
Ich habe sein Strampeln gespürt...Ich,seine Mutter...Und ich bin anscheinend die einzigste (neben meinem Mann und den Kindern) die um ihn trauert, Ihn vermisst und an ihn denkt.
#heul

Mir geht es überhaupt nicht darum das sie jetzt 1x im Monat zum Grab rennen und Blumen hinbringen, aber Ignorieren sollte man ihn nicht...Aber genau das tun sie.

Und eigentlich dachte ich das gerade meine Mutter (hat Zwillinge im 7 Monat verloren) und meine Schwester ( hatte 2 Fehlgeburten) mich verstehen, aber wenn sie darüber reden dann hört sich das so abgebrüht an#schmoll
Egal - was weg ist ist weg#schock

Ich habe schonmal versucht mit meiner Mutter darüber zu reden, aber ihr einzigster Kommentar war das ich nicht so übertreiben soll, ich würde spinnen und hätte einen an der Klatsche.
(Weil ich alle 2 Wochen an Mikas Grab bin)#aerger

Mein Mann sagt immer das ich von meiner Mutter nichts zu erwarten hätte, ich würde sie nicht interesieren, wie ich es da erwarten könne das man sich für Mika interessiert...
Ja ich weiß,er hat recht#schmoll

Aber mich macht das alles so traurig.



Sorry für´s #bla

Nicola

Beitrag von thamina 11.05.10 - 14:24 Uhr

Ich versuche mal die richtigen Worte zu finden, ohne dich zu verletzen. Ich kenne dich nicht, und auch deine Umstände nicht.

Du hast deinen Mika in der 14. SSW verloren- zu einer Zeit, wo eine Schwangerschaft nunmal für alle noch unwirklich ist. AUßer natürlich für die Eltern. Ich kann verstehen, dass DU sehr trauerst, es ist dein Kind gewesen. Aber verstehe bitte auch, dass es für andere nunmal nicht so ist. 1 1/2 Jahre nach einer Fehlgeburt erwartest du, dass regelmäßig das Grab besucht? Verstehe mich nicht falsch, aber das Grab eines Menschen, der für andere nie existiert hat? DU hast dein Kind in dir getragen und DU hast entsprechende Emotionen. Das ist auch völlig okay. Aber das kannst du nicht von allen anderen erwarten.

Was willst du denn mit deiner Familie über Mika reden? Immer wieder das gleiche? Wie lange willst du über einen schmerzlichen Moment reden? Wie lange willst du um eine Schwangerschaft trauern, die andere nie so erlebt haben wie du?

Ich finde es übertrieben und auch etwas egoistisch von dir, das ist meine ehrliche Meinung. Das Leben geht weiter.

Alles Gute für euch

Beitrag von nicola_noah 11.05.10 - 14:34 Uhr

Hallo,

"Was willst du denn mit deiner Familie über Mika reden? Immer wieder das gleiche?"

Hm...Dazu kommt es ja garnicht,denn man redet überhaupt nicht darüber.

"1 1/2 Jahre nach einer Fehlgeburt erwartest du, dass regelmäßig das Grab besucht? "

Nein nein,das erwarte ich überhaupt nicht.
Ich sagte ja,es war noch nie einer überhaupt mal am Grab.
Nicht ein einziges Mal.

Ja,das Leben geht weiter...

Beitrag von brotli 11.05.10 - 18:47 Uhr

hallo

ich finde du hast es sehr vorsichtig und lieb gesagt.
ich wüßte gar nicht, was ich mit meiner mutter darüber reden sollte, ich habe das gleiche durch und das einzige was mir durch den kopf geht.
nun wäre er.....jahre alt... für mich.


aber ehrlich gesagt habe ich nie mit verwandten darüber geredet.
ich wüßte auch nicht was. ich habe zu seiner zeit extrem getrauert aber die freude über mein kind das danach noch kam und meine anderen kinder zeigen mir immer, wieviel glück ich doch habe, das ich 3 gesunde kinder habe.
es ist und bleibt ein teil von mir und wird mich ewig begleiten, aber nicht im alltag.
du hast es schön gesagt.
l.g.

Beitrag von coco1902 13.05.10 - 13:21 Uhr

@thamina: Sorry, aber ich muss Dir auch Recht geben.

Sicher ist es immer ein Verlust, ein ungeborenes Baby zu verlieren, dennoch muss nach 1,5 Jahren auch mal Schluss sein.

@
Es kann sich einfach keiner in die Lage versetzen und man konnte nichts sehen und keiner hat in dir drinnen gesessen...

Das Baby war einige cm groß und wer weiss, warum es so kam.

Du kannst von keinem Verlangen, zum Friedhof zu rennen für jemanden, den sie nie gesehe oder gespürt haben - er hat eben nie existiert für sie. Hättest du ein Baby verloren, was normal geboren wurde usw... das würde jeder auch verstehen. aber so nicht.

Wenn Ihr trauern wollt, macht das, aber worüber soll man denn auch reden oder warum sollen alle anderen so fühlen wie Du??? Das geht nunmal nicht.

Das soll kein Angriff sein, nur versetz Du dich mal in die Lage Deiner Familie...#schwitz

LG Coco

Beitrag von coco1902 13.05.10 - 13:25 Uhr

Ach ja... und ich sehe eben, dass du 8 Kinder #schock#schock#schock hast... whow...

na kannst echt nicht noch verlangen, dass irgendjemand Rücksicht auf ein Sternchen nimmt... #schwitz#schwitz#schwitz Das ist doch schon so anstrengend genug... #schein

Beitrag von nicola_noah 13.05.10 - 16:27 Uhr

Hallo:-)

Ich sagte doch,ich verlange garnichts...Nicht mehr.
Was soll denn daran anstrengend genug sein?
Meine anderen Kinder interessieren meine Familie auch nicht sonderlich#schmoll

Beitrag von yvivonni 11.05.10 - 14:36 Uhr

Hallo Nicola,

ich drücke Dich mal ganz doll.#liebdrueck#liebdrueck

Mir geht es da ganz genauso, es war bei uns auch noch keiner auf dem Friedhof. Ich würde mich freuen wenn mal einer ginge. Das sind leider nur Wunschträume.#schmoll

Zumindest wissen unsere Kinder das sie von uns geliebt werden, das ist die Hauptsache.#verliebt

Eine #kerze für deinen Mika

Eine #kerze für meine Mikki

Traurige Grüße, Yvi#liebdrueck

Beitrag von 2mama 11.05.10 - 16:20 Uhr

Hallo Süße und hallo Nicola,

ich drücke euch beide mal ganz doll#liebdrueck.

Ich finde es schade, dass noch nie jemand von eurer Familie am Grab war:-(. Man könnte ja wenigstens mal gucken gehen, was die Eltern und Geschwister für den kleinen Wurm gemacht haben, wie das "neue Zuhause" aussieht#schmoll#liebdrueck. Weil ihr habt die Gräber gewiss mit ganz viel Liebe gestaltet#verliebt.

Ich wünsche mir ganz oft, dass wir auch ein Grab hätten für unser #stern, aber dafür war es noch viel zu früh.

Dann "genießt" wenigstens ihr den Moment am Grab eurer Süßen#liebdrueck. Sie wissen, dass sie von euch ganz doll geliebt werden#verliebt#verliebt#verliebt#liebdrueck.

Eine #kerze für Mika

Eine #kerze für Mikki

und eine #kerze für unseren #stern

#liebdrueck kathrin

Beitrag von yvivonni 11.05.10 - 16:37 Uhr

#verliebt#verliebt#danke süße.#verliebt#verliebt#verliebt

hab dich lieb#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von biggi02 11.05.10 - 14:39 Uhr

Hallo,

das tut mir sehr leid mit deinem kleinen Mika.
Ich wünsch Dir alles Liebe und Gute#klee,daß wichtigste ist doch,daß Du Deinen kleinen Mann immer im #herzlich haben wirst.
Du bist nunmal die Mama und wenn es andere nicht so verstehen oder anders damit umgehen dann mach Dir bitte nicht so viel draus.

LG#liebdrueck
Biggi mit Tobias und Julian

Beitrag von mausmadam 11.05.10 - 18:42 Uhr

Hallo,

ich glaube, dass Deine Umgebung damit überfordert ist. Du kannst nicht erwarten, dass jemand die gleichen Gefühle für Mika hatte wie Du, als Mama.

Für viele ist es halt erst real, wenn das Kind auf der Welt ist und schreit.

Spreche das Thema nicht mehr sooft an und denke still an ihn, sooft wie Du möchtest.

Beitrag von anyca 11.05.10 - 18:47 Uhr

Ich muß gestehen, ich war nach fast sieben Jahren noch immer nicht am fertigen Urnengrab meines Großvaters. Bei der Trauerfeier war ich selbstverständlich, aber die Urnenbeisetzung haben nur meine Großmutter und ihre beiden Töchter mitgemacht. Ich bin halt nicht in der selben Stadt und irgendwie war nie die Gelegenheit ... ich will nur sagen, ein Grab zu besuchen ist auch nicht für jeden gleich wichtig. Ich denke auch so an meinen Großvater.

Bei Dir kommt natürlich dazu, daß eine Schwangerschaft in der 14. Woche für alle außer der werdenden Mutter noch seeeeeeeehr abstrakt ist - ich finde es erstaunlich, daß Du so früh überhaupt schon ein Strampeln gespürt hast. Und Namen haben so früh eben auch die meisten noch nicht.

Wenn Dein Mann und Deine Kinder mit Dir um Mika trauern, ist das schon viel wert, finde ich. Laß die anderen da doch einfach raus, wenn sie nicht von sich aus Interesse zeigen.

Ich habe mehrere Cousinen, die auch Fehlgeburten hinter sich haben, und das tut mir natürlich leid für sie. Aber es würde mir ehrlich gesagt schwerfallen, um Kinder nun wirklich zu trauern, die ich eben nie kennengelernt habe. Das ist überhaupt keine böse Absicht, das ist einfach so ...

Alles Gute!

Beitrag von motte1986 11.05.10 - 20:00 Uhr

hallo nicola...

jaaaaaaaa, was soll man da sagen....

ich hatte auch in der 14.ssw eine fehlgeburt und weist du was? ich hab nichtmal ein grab. ich hab einfach kein verdammtes grab. nichts. warum?

ich habe nicht gewusst, dass ich schwanger bin, ich habe auch die beiden anderen schwangerschaften erst in der 11. und 15. ssw mitbekommen.

wir sind umgezogen und ich habe schwere kisten geschleppt. wusste ja von nix, nur dass ich seit 2 wochen dauerblutungen hatte, was aber bei mir nicht ungewöhnlich war. ich habe einen verdammt blöden zyklus.

und dann ist es passiert. ich hab krampfartige, heftige bauchschmerzen bekommen, zogen bis in die oberschenkel. wehen. ich bin reflexartig ins bad und dann wars das. ich habe entbunden, einen sohn, von dem ich nichts wusste.

mein mann hat dann den RTW angerufen und es ist das wirklich schreckliche passiert. die haben mich und ben mitgenommen und ich hab mein baby nie wieder gesehen. ein unprofessionelles krankenhaus, eine mutter, die keine mehr ist, ein baby das weg ist....

weist, meine eltern und meine schwiegermutter wurden über die FG informiert. meine mutter hatte das auch durch-nur schon in der 9.ssw- und wusste wie ich leide, zumal sie ihr baby noch im familiengrab beisetzen konnte, wenn auch "inoffiziell". ich hatte nichts.

meine schwiegermutter fragte nur, wie das denn passieren konnte, dass ich überhaupt schwanger war und ob sie uns das mit den bienchen und blümchen nochmal erklären soll. danke.

mein mann hat sich aufopfernd um mich gekümmert und war immer für mich da.

aber: NIEMAND außer mir denkt noch an ben. ben hat für niemanden außer mich, die ich ihn alleine auf dem klo bekommen und verloren habe, existiert.

nicht, dass keiner von der schwangerschaft wusste, ich ja auch nicht, aber es hat ja auch keiner gesehen.

ich habe damals nicht viel darüber geredet und selbst meine FÄ hat erstmal dumm geguckt, weil ich nichtmal ne ausschabung gebraucht habe. nichts. nur das erhöhte HCG war der beweis, dass ich schwanger war und wie weit in etwa. im KH hat mir dieser #wolke arzt gesagt, dass der kleine 14 ssw alt war. mehr weis ich nicht. ich hab ihn nur kurz gesehen.


für meine eltern, meine schwiegermutter, meine tante und auch für meinen mann hat ben nie wirklich existiert. für meinen mann ein bisschen mehr, weil er ihn in der hand hatte, als er ihn dem arzt gegeben hat, der mich geholt hat.
und ich bin ihnen nicht böse.

ich bin mutter von 3 kindern. für alle anderen nur für 2. und alles andere interessiert mich nicht.

mein ben fehlt mir, aber wäre er nicht gegangen, hätte ich meinen lukas jetzt nicht neben mir liegen.

also nimms nicht so schwer, ich versteh dich, aber versteh auch die anderen!

über das totgeborene baby meiner tante, das nichtmal einen namen bekommen hat, obwohl es im 8. monat kam, redet jeder zu jeder zeit. aber über meinen ben niemand. niemand. keiner.

aber es interessiert mich nichtmehr.

für alle hatte ich halt eine FG, wie so viele. für mich habe ich ein kind verloren.


ich akzeptiere das.


glg und viel kraft!

Beitrag von katile 11.05.10 - 21:54 Uhr

hallo motte,

einfach unvorstellbar,was du da durchmachen musstest,mir fehlen die worte...lass dich mal#liebdrueck
du hast deinen ben im herzen,alles andere ist unwichtig,wenn auch schwer zu verstehen:-(
alles liebe für euch,
kati

Beitrag von motte1986 12.05.10 - 09:49 Uhr

hallo kati,

ja, es ist oft noch schwer und es war einfach nur unfassbar...

weist, meine mutter bricht jedes jahr am ET ihres jüngsten (FG 2000 in der 9.ssw) zusammen, alle müssen gedämpfte stimmung an den tag legen und ans grab pilgern und wehe wenn nicht. "es ist doch dein bruder, #bla". nein, ist es nicht, ich wusste nichts von dieser ss, der vater war ein anderer, etc. hier bin halt ich die außenstehende.

meine tante hat meine idee geklaut, ich wollte in unserer wohnung nen baum mit 5 zweigen an die wand gemalt haben, jeder zweig ein familienmitglied, incl. ben.
was macht sie? bestellt für ihren kachelofen ein töpferwerk bei ner künstlerin mit nem lebensbaum und 6 zweigen für jedes familienmitglied 1, incl. baby. das nichtmal nen namen hat, weil er ja nie leben durfte#klatsch

ich hab dann meinen baum gelassen. toll.

sowas tut schon weh, es frägt keiner, wie es mir damit geht, aber wie du schon sagst, ich hab meinen kleinen prinzen im herzen und da bleibt er für immer, andere leute interessieren mich nichtmehr.

ich frag aber auch im gegenzug nicht nach deren befinden, weil es mich nicht interessiert...

lg
motte

Beitrag von lieke 12.05.10 - 13:41 Uhr

Hallo Motte,

ich finde deine Geschichte zeigt, wie unterschiedlich jeder empfindet und wie fliessend die Grenzen von "Fehlgeburt" nach "stiller Geburt" sind, und wie schwierig die Frage, ab wann ist es ein verstorbenes Kind. Aber auch, wie egoistisch Menschen sein können...

Ich habe 2 FGen (8.und 10.SSW) und eine Totgeburt (30.SSW) gehabt. Für mich liegen Welten dazwischen und ich würde es niemals in einen Topf werfen. Ich habe mich oft gefragt, wo denn wohl die Grenze wäre zwischen Fehlgeburt und einem verstorbenen Baby. Vielleicht liegt es daran, auf welche Weise es von einem geht? Du hast es geboren und in deinen Händen gehabt, das ist etwas ganz anderes als eine AS von der man nichts mitkriegt.

Mein Sohn ist ein offiziell eingetragener Mensch mit eigenem Grab, Namen und allem drum und dran. Meine FGen sind nicht beerdigt worden und das fände ich auch übertrieben. Die ETs weiß ich nicht einmal mehr....

Ich finde es in deinem Fall echt merkwürdig, dass offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Das- sorry das ich es so nenne- Theater deiner Mutter ist ein Schlag ins Gesicht. Sie hat ja auch noch ein anderes Kind, an das sie denken sollte, dass um ein Kind trauert. DICH!!!Gerade weil sie auch trauert, sollte sie deine Trauer nicht übersehen.

Dass mit deiner Tante kann ich logischerweise eher nachvollziehen, indiskutabel ist aber natürlich, dass sie dir die Idee klaut, ohne mit dir zu sprechen.

Ich halte auch nichts davon, Leute zu "zwingen" zum Grab zu gehen. Meine Familie war auch nicht dort, meine Schwiegereltern kamen nicht mal zur Beerdigung. Ich war anfangs darüber enttäuscht, aber es geht ja nicht um die körperliche Anwesenheit, sondern um das Verständnis. Wenn das nicht da ist, tja.....

Ich kann die Härte in deinen Aussagen nachvollziehen, und es tut mir leid.
Vielleicht kannst du ja doch noch eine Art finden, einen Ort, oder ein Symbol für Ben einzurichten um irgendwie Abschied zu nehmen. Das ist so wichtig für das Leben danach...
(damit meine ich jetzt das Leben nach dem Tod des Kindes, nicht im Jenseits oder sowas)

Alles Gute,
Lieke

Beitrag von motte1986 12.05.10 - 17:31 Uhr

hallo lieke!

genau das ist auch das ding, was ich meine. wo ist der punkt, an dem ein kind eine FG ist oder schon eine totgeburt?

in meinem fall, in dem von meiner mutter und auch in dem deiner beiden FGs: die babys waren babys, aber so klein, so winzig, so unwirklich schon fast, das ist ein himmelweiter unterschied zu dem schicksal von meiner tante oder auch dir: ihr hattet in der 30.ssw und bei meiner tante weis ich es nicht genau, aber im 8. monat schon einen bauch, die familie hat vielleicht schon kleidung, kuscheltiere, nuckel, etc. gekauft, ihr wart einfach sichtbar werdende mütter. und das ist für mich ein klarer unterschied.

hätte ich ben früher verloren, wäre es mir vielleicht nicht so bewusst gewesen, vielleicht hätte ich es als stärkere blutung abgetan, vielleicht auch mit mehr gewebe- verzeih mir meine deutlichen worte-, hätte ich ihn später verloren, hätte ich ein grab gehabt. so ist es bei mir ein blödes zwischending. er war noch so winzig, grade, dass man erkennen konnte, dass er ein junge ist, so winzig klein, eine handvoll, nichtmal...wunderschön und perfekt, aber so unwirklich und winzig.
gut, dass das alles danach so unglaublich schief ging mit den ärzten und dem kleinen, den ich ja niewieder gesehen hab, ist einfach schicksal.
dorfkrankenhaus halt...

so, wie es bei meiner tante war, ist es eine ganz andere dimension. da wurde noch um das leben der beiden gekämpft, meine tante sollte eine intrauterinäre OP bekommen, um den herzfehler, an dem der kleine letztendlich ein paar wochen später 1 atemzug nach der geburt gestorben ist, zuzunähen. aber meine tante hätte eine überlebenschance von 20% gehabt...mit 3 kindern zuhause. das ist grausam, wenn man sein baby bewusst bekommen muss, bewusst hergeben muss, in dem bewusstsein in den armen hat, dass es ein paar wochen später eigentlich gesund und munter zuhause sein sollte. das ist etwas ganz anderes und deshalb verlange ich auch von niemandem, an ben zu denken oder sich um mich da zu "bescheissen", wie man so schön sagt.

ich hab ihn im herzen und wir werden noch einen ort finden, an dem wir an ihn denken können. ganz bestimmt.

ja, das mit meiner mutter ist schon immer ein schlag ins gesicht, aber irgendwann hab ich den mut und sag ihr, dass nicht nur ihr baby, von dem ja auch niemand wusste, wichtig ist, sondern auch meins. dass sie sich vielleicht etwas zurücknehmen soll. auch wenns schwer fällt, aber wie du eben sagst: man muss differenzieren zwischen einer fortgeschrittenen schwangerschaft und einer, die grad am anfang steht...


zu dem thema grab gehen: mein schwiegervater ist 2008 gestorben, mein mann hat damals die urne zum grab getragen, er war monatelang ein schatten seiner selbst. und zum ersten mal am grab war er heuer am 61. geburtstag meines schwiegervaters. er hat nichts davon, da zu stehen und ne blume oder so hinzulegen. ihm bringt das nichts. ich dagegen bin ein grabgeher. ich geh gerne aufs grab meiner verstorbenen verwandtschaft. ich pflege die gerne. mein mann hasst gräber und geht so gut wie nie auf einen friedhof.

sowas muss man akzeptieren und fertig....

vlg
katharina

Beitrag von sandralein07 11.05.10 - 23:56 Uhr

Hallo Nicola,
lass dich mal ganz fest drücken.
Mir gehts genau so wie dir. Keiner außer meinem Mann und mir redet über Florian. Für meine Schwiegermutter ist es "euer anderes Kind" oder "euer 1. Kind", meine Eltern machen als ob er nie dagewesen wäre. Seit Tim-Luca da ist, ist es ganz schlimm geworden. Das wir Tim-Luca mit zum Grab nehmen ist eine absolute Todsünde, sowas gehört sich nicht. Heute war es wieder ganz schlimm. Ich habe heute Geburtstag und habe gesagt, das ich meinen Geburtstag mit meinen Kindern verbringen will. Muß dazu sagen, er ist im Dorf beerdigt, wo ich aufgewachsen bin. Das konnte keiner verstehen und das ich dreimal am Grab war, war auch nicht zu verstehen.
Ich weiß das jeder anders damit umgeht und anders trauert, aber ich finde es auch nicht in Ordnung wenn unsere #stern vergessen werden.

Traurige Grüße
sandra

Beitrag von yorks 12.05.10 - 10:07 Uhr

Hallo,

ich versuche dir mal meine Sicht zu schildern.

Meine Schwester verlor ihr Baby in der 20/21. SSW. Sie musste es auch still zur Welt bringen. Sie lag 52 Stunden in den Wehen und keiner wusste wie es ihr geht. Ihr Mann und sie wollten ihre Ruhe und diesen Moment alleine erleben. Ich konnte leider nachdem sie aus dem Krankenhaus war nicht zu ihr. Ich wohnte weiter weg und konnte nicht für sie da sein.

Aber ganz ehrlich, ich wusste auch nicht wie. Als sie es erfuhr, war ich die ersten Tage bei ihr, bis sie entschied das keiner bei ihm Krankenhaus sein soll. Es war ok aber die ganze Situation hat mir gezeigt wie hilflos man ist. Ich konnte nichts für sie tun.

Es ist jetzt drei Jahre her und ich könnte immer noch weinen. Wenn sie das Thema anspricht und das kam ja hin und wieder vor, dann weiß ich bis heute nicht wie ich reagieren soll ohne gleich traurig zu werden. Ich will ihr nicht meinen Schmerz auch noch aufbürden. Vor ein paar Tagen jährte sich die Geburt ihres Mädchens und ich wusste wieder nicht ob sie darauf ansprechen sollte. Ich bin ehrlich gesagt zu feige.

Wie deine Familie reagiert ist nicht schön aber vielleicht geht es ihnen wie mir und es ist eine Schutzreaktion.

#liebdrueck

Beitrag von sa-biene 12.05.10 - 18:50 Uhr

Verzeihe deinen Mitmenschen, sie sind einfach überfordert.
Für Mika#kerze#stern

Beitrag von nicola_noah 12.05.10 - 19:13 Uhr

Hallo Ihr#liebdrueck

Danke für Eure Antworten.
Ich denke ihr habt recht und ich denke auch das ich etwas übertrieben habe...


Beitrag von butler 12.05.10 - 22:38 Uhr

#liebdrueck Es ist verständlich, das Du/Ihr trauert aber Jeder geht anders damit um.
Ich bin der Meinung, deine Familie schützt sich vor der eigenen Trauer über das erlebte.
Gerade da beide auch ähnliches Schicksal erfahren mussten.
Selbstschutz. ?
Akzeptiere bitte das jeder anders darüber denkt.
Mein Vater kann nicht über die Trauer seines verstorbenen Bruders reden. Meine Großeltern auch nicht. Sie würden daran kaputt gehen. Sie klammern sich an das was lebt. Ihre Enkel, Urenkel, Ihr Sohn und der Ururenkel.
lg.