Glutenunverträglichkeit?

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Beitrag von caro2512 11.05.10 - 15:24 Uhr

Hallo.
Hat jemand Ahnung davon? Wie entwickelt sich eine Glutenunverträglichkeit? Was sind die Symptome? Kann das jeder bekommen?
Viele Grüße

Beitrag von nashivadespina 11.05.10 - 15:48 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%B6liakie

Wenn der Verdacht auf Glutenunverträglichkeit besteht ist es angemessen eine Präventionsdiät zu machen. Kann dir eine schicken, die uns auch von einem Kinderarzt ausgehändigt wurde der gleichzeitig Allergologe ist. Danach richten wir uns schon seit Jahren.

Beitrag von nashivadespina 11.05.10 - 16:10 Uhr

Wenn du eine Glutenunverträglichkeit vermutest würde ich die Glutenhaltigen Lebensmittel die unten in der Präventionsdiät aufgeführt sind erst ganz zum schluss testen.

Ich würde mich vorab über allergische Reaktionen informieren..du solltest zb auch wissen dass bei starker nesselsucht oder atemnot schnell ein arzt aufzusuchen ist bzw ein notarzt gerufen werden muss (aber so starke reaktionen kommen selten vor..nicht verrückt machen!)

Ich rate dir einen Kinderarzt aufzusuchen der auch gleichzeitig Allergologe ist..dieser kann euch über die Anamnese und vorgehensweise genau informieren. Dadurch dass Allergien auch Durchfälle usw auslösen können ist ein Kinderarzt der auch Allergologe ist ganz wichtig..denn ein ein einfacher Kinderarzt geht normalerweise erstmal von einem Magen-Darm-Infekt bei Durchfall zb aus..nicht von einer Allergie...da siehts bei dem anderen Arzt mit großem Fachwissen über Allergien ganz anders aus.

Allergietests alleine sind nicht zuverlässig....nur in der Kombination einer eigenen Anamnese...kann man einiger maßen Allergien erkennen / ausschließen. Allergietests alleine erreichen keine sichere Diagnose!!!

Sobald Lebensmittelallergien aufgetreten bzw man solche vermutet empfiehlt sich die sogenannte Präventionsdiät. Hier ein Auszug davon von einem Kinderarzt/Allergologen für Kinder mit Allergien(diesen Weg gehen wir auch):

Am besten selbst kochen und immer allergenarme Ernährung am Anfang bevorzugen

Bei jedem neuen Lebensmittel mindesten 48 Stunden -bei Kontaktallergenen 72 Stunden Pause einhalten. (in dieser Zeit kann der Körper mit einer Allergie reagieren)

Beachte dass auch rein theoretisch Spritzmittel Allergien auslösen können. In einem Lebensmittel sind oftmals meist mehr als nur eine Zutat enthalten.. immer in Erwägung ziehen dass es nicht nur die Möhre ist..sondern vielleicht auch eben das Spritzmittel etc.

man sollte bei einer Unverträglichkeit immer abwarten bis diese komplett abgeklungen ist..und erst dann wieder ein neues Lebensmittel ausprobieren.

Bevor du deinem Baby ein neues Lebensmittel anbietest am besten einen Reibetest machen..wenn dein baby darauf nicht allergisch reagiert..ist eine starke allergische reaktion bei verzehr auszuschließen..hier die anleitung:

http://www.allergie.medhost.de/reibetest.html


*Mit allergenarmer Ernährung starten...erst diese dinge auf die Verträglichkeit prüfen dann erst hochallergene Lebensmittel ausprobieren (liste der allergenarmen lebensmittel kommt gleich)

Noch ein paar Tipps zuvor... gewisse stufen von Käse können ausschlaggebend sein.. wenn dein Kind zb auf Frischkäse reagiert..muss das nicht bei Gouda passieren. Weiterhin wird bei Bioware mehr auf Spritzmittel verzichtet und ist kaum mit Pestiziden belastet als normale handelsübliche Ware. In der Liste steht zb dass Milchprodukte häufig allergien auslöst..aber wenn dein Baby die Milch bisher gut vertragen hat würde ich sie auch weitergeben.

Nahrungsmittelauswahl für allergenarme Ernährung:

Nahrungsmittel die in der Aufbauphase der allergenarmen Ernährung grundsätzlich vermieden werden sollten:

*Eier
*Milch und Milchprodukte
*Fisch und Schalentiere
*Zitrusfrüchte aller Art
*Kiwis, Ananas, Mangos, Pfirsiche, Rhabarber
*Weizenmehl
*Nüsse, Mandeln, Pistazien, Ölfrüchte, Sonnenblumen-,Pinien-, Kürbiskerne
*Tomaten, Sellerie, Paprika, Rettich, Radieschen, Meerettich, Hülsenfrüchte (getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen), Sauerkraut
*Beerenfrüchte (Ausnahme: Blaubeeren)
*exotische Gewürze wie Vanille, Zimt, Curry, Muskat etc.
*Kresse, Basilikum
*Schweinefleisch
*Haushaltszucker und brauner Zucker, Süßwaren, Honig, Ahornsirup


Nahrungsmittel die erfahrungsgemäß selten allergische Reaktionen auslösen:

Gemüse:
Grüne Gurke, Zuchini, Kürbis, Aubergine, Fenchelgemüse, Pastinakenwurzel, Petersilien- und Schwarzwurzeln, Karotten, Teltower Rüben/weiße Rüben, Steckrüben/Kohlrüben, Spargel, Chicoree, alle grünen Salate (Kopfsalat, Feldsalat, Eisbergsalat etc.),
Spinat, Mangold, rote Beete, Lauch, alle Kohlarten (zB Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl), grüne Bohnen, grüne Erbsen, frische Champignons, frische Austernpilze, Bataten, Kartoffel, Topinambur

Früchte:
Birne, säurearmer Apfel (beide Obstsorten sollten bei der Provokation ohne Schale und ohne Kernhaus verabreicht werden, nach gutem vertragen kann auch die Schale mitgegessen werden)Melone, Avocado, Süßkirschen, Weintrauben, Blaubeeren, Pflaumen, Mirabellen und Aprikosen, ungeschwefelte Sultanien, Backpflaumen, getrocknete Aprikosen (generell ungeschwefeltes Trockenobst verwenden), Datteln, Feigen, Bananen

Getreide:
Amarant, Quinoa, Tapiokasago, Reis, Buchweizen, Gerste, Hafer, Esskastanienmehl (Maronen)

Fleisch:
Geflügel (Huhn, Hähnchen, Pute, Ente, Gans), Lamm, Rindfleisch, Kaninchen, Kalbfleisch, Ziege, Pferdefleisch. (von den verträglichen Fleischsorten können die Kochbrühe und in kleinen Mengen, die Innereien mitverwendet werden)

Kräuter und Gewürze:
ohne Provokation: Meersalz(Vollmeersalz), Jodsalz, weißer Pfeffer
mit Provokation: Knoblauchgranulat, Petersilie, Dill, Schnittlauch, Liebstöckel, Kerbel, Bohnen- und Gurkenkraut, getrockneter Majoran, Oregano und Thymian.

Süßungsmittel:
wie Gewürze in kleinen Mengen verwenden. Reiner Traubenzucker (Dextropur), Süßstoff in flüssiger Form (Achtung kein Süßstoff in Pulverform da er Milchzucker enthalten kann), Apfel- oder Birnendicksaft

Säuerungsmittel:
verdünnte Essigessenz (siehe Dosierungsanleitung)

Bindemittel:
Reis-, Mais- und Kartoffelstärke, Tapioka (Stärke aus der Maniokwurzel) Nestargel, Biobin

Backtriebmittel:
Trockenhefe, Weinsteinbackpulver (Vorsicht oft Maisstärke als Trägersubstanz enthalten) Sauerteig, Hirschhornsalz, Natron

Öle und Fette:
raffinierte Pflanzenöle, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Olivenöl. Milcheiweißfreie Margerine (zb Deli Reform Diätmargerine)

Getränke:
Mineralwasser, Schwarzer Tee, Lindenblüte-, Holunder-, Steifmütterchen-, Fencheltee.

Säfte:
Apfel-, Birnen-, Trauben-, Süßkirschen-, Pflaumensaft.

Zubereitung:
Wärme- beziehungsweise hitzebehandelt sind Nahrungsmittel generell allergenärmer als im rohen Zustand. Das enthaltene Eiweiß wird unter der Wärmebehandlung verändert, das heißt denaturiert und dadurch verträglicher. Daher: neue Nahrungsmittel zuerst immer in gekochter, gedünsteter, gedämpfter, oder gebratener Form einsetzen oder auch in der Mikrowelle zubereiten.

Wichtige Hinweise:
*Bevorzugen sie bei Gemüse, Obst und Fleisch frische Ware. Falls diese nicht erhältlich ist, können sie auch auf Tiefkühlkost ausweichen. Konserven sollten nicht eingesetzt werden, es sei denn sie stellen die Konserven selbst (ohne Zucker und Konservierungsmittel) her.
*Verwenden sie keine Fertig- oder Halbfertigprodukte