Sprachstörung

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von geli0178 11.05.10 - 18:47 Uhr

Hallo,

bei unser Sohn (PK) knapp 4 Jahre wurde eine Sprachstörung/behinderung (zu der schon bekannten Wahrnehmungs- und Bindungsstörung) vom SPZ festgestellt und das er zu 90% auf eine Sprachförderschule kommen wird, was für uns völlig io ist.
Bis zu seinem dritten Lebensjahr hat er überhaupt nicht gesprochen - nur Laute von sich gegeben. Auf Anraten der Frühförderstelle wurde vor einem Jahr in die schon bestehende Komplexleistung noch Logo mit aufgenommen. Seitdem fängt er an mit reden, langsam aber für uns sind die Fortschritte erkennbar.
Auf Grund dieser Diagnose habe ich mit der Therapeutin von der Logo gesprochen und diese meinte auch das er eine schwere Sprachstörung hat. Sein Entwicklungstand vom Sprachvolumen ist der eines 1-2 jährigen Kindes. Das Sprachverständnis und das Gehör sind altersentsprechend. Als im letzten Herbst der Entwicklungstest über die FF gemacht wurde war er auch im Level seines Alters eingestuft,aber er kann halt nicht ruhig sitzen und ist permanent am unruhigsein.
Jedes Jahr wird zusätzlich noch ein EEG gemacht und diese Auswertung bekomme ich erst 8 Wochen nach der Untersuchun. Leider hat mir die Therapeutin die die Sprachstörung festgestellt hat keine Informationen dazu gegeben wie das alles mit der Entwicklungs- und Sprachstörung zusammenhängt.
Die Erzieher im Kita sind nicht immer über den Bewegungsdrang/Aufgabenverweigerung und die nicht vorhandene Sprachleistung meines Juniors erfreut, zumal ihm langweilig wird und er bei vielen Dingen dann anfängt mit stören, da er nicht mitmachen kann. Bei den Kids seiner Gruppe ist er sehr beliebt, allerdings verstehen tun ihn die wenigsten.

Könnt Ihr mir Tips geben wie wir am besten damit umgehen können? Eine andere Kitaeinrichtung kommt für uns nicht in Frage. Die Alternative mit einem Integrationskita geht auch nicht, da die Einzeltherapie besser für ihn ist.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von kati543 11.05.10 - 19:04 Uhr

Was heißt denn PK?
Welche Therapien macht den die Frühförderung genau? Eine Komplexleistung ist das immer, auch wenn es nur 1 Therapie ist.

Beitrag von geli0178 11.05.10 - 20:32 Uhr

Hallo,

ein PK ist ein Pflegekind. Wir haben ihn im Alter von 7Monaten bekommen, als Schreikind, da er einen Entzug hatte (Leibliche Mutter hat zwei Schachteln pro Tag geraucht). Die Komplexleistung beinhaltet Therapien nach Voita und Bobat.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von kati543 11.05.10 - 21:00 Uhr

Hat er denn auch richtig Frühförderung oder nur die Therapien über Frühförderung laufen? Voita und Bobath ist Physio, oder?
Mein Großer hat auch eine Sprachstörung (unter anderem) und hat den I-Status, bekommt Frühförderung (Einzelförderung), Logo und Ergo.

Beitrag von skbochum 11.05.10 - 20:41 Uhr

Hallo,

vom SPZ gibt es doch die Diagnose schriftlich, steht da nichts über Zusammhänge?
Aus welchem Grund ist eine integrative KiTa keine Alternative? Hat er denn eine integrative Kraft in seiner Gruppe?
Was sagt denn der Kindergarten was dein Sohn brauchen könnte?

Du hast ja gefragt, wie du am Besten damit umgehen könntest.
Ich würde ein Gespräch mit der KiTa vorschlagen um zu schauen, ob sie dir vielleicht behilflich sein können oder vielleicht einfach nicht richtig informiert sind.

Beitrag von geli0178 11.05.10 - 21:47 Uhr

Hallo,

Leider nur eine integrative Kita oder die Frühförderung bezahlt. Die Einzeltherapie in der Frühfördung ist für ihn eindeutig die bessere Alternative als ein integrative Einrichtung.

Der Kita hat mir vor kurzen geraten eine Hörtest zu machen, weil er auf nichts reagiert. Dieser war wie von mir erwartet völlig io. Leider passiert es sehr selten das es Kinder gibt die etwas anders sind und den Erzieherinnen das verständlich zu machen ist nicht oft so einfach. Die Erkenntnis mit der Wahrnehmungsstörung hat auch sehr lange gedauert. Bisher kann ich immer nur um Verständnis bitten und darum das sie ihn so respektieren wie er ist.

In der letzen Diagnose stand das er eine schwere Bindungsstörung hat. Auf die Werte vom EEG wurde nicht drauf eingegangen. Hoffe das ich in Kürze mehr über die neusten Werte erfahre.

Beitrag von skbochum 11.05.10 - 22:17 Uhr

Hast du das schon mal mit eurer Betreuung vom JA durchgesprochen?

Vojta und Bobath ist Kassenleistung wenn es nicht über die Frühförderung geht.

Ich würde nochmal mit dem KiA oder dem SPZ sprechen, was die an Förderung zusätzlich empfehlen.

Was ich anders kenne ist der KiTabesuch bei Pflegekindern mit schweren Bindungsstörungen. Vielleicht ist der Kleine auch einfach überfordert mit der Vielfalt an Betreuungspersonal? Wenn es eine normale KiTa ist, wird ja auch nicht die Gruppengröße ideal sein für Kind mit diesen Diagnosen.
... ich weiß natürlich nicht wie lang und ob er überhaupt täglich dort ist....

Mein Neffe hat ähnliche Diagnosen gehabt, als er zu uns kam und hat keinen Ton gesprochen bis er vier war. Jetzt ist er neun, auf einer normalen Schule und und redet wie ein Wasserfall... Diagnose: Schädelhirntrauma, Wahrnehmungsstörung, ADHS etc.
Also mit Kampf und Förderung ist da was zu machen.
Zwischenzeitlich ging er auch mal nicht zur KiTa, weil ein normaler Kindergarten auch einfach überfordert ist mit den Ansprüchen eines fordernden Kindes, auch wenn sie Verständnis haben #liebdrueck

Beitrag von kati543 11.05.10 - 21:02 Uhr

Hospitiere doch mal im Kiga. Vielleicht kommt dir so noch eine idee. Ich war ganz erstaunt, als ich bemerkt habe, dass mein Sohn im Kiga ganz anders ist, als zu Hause.
Ansonsten würde ich mich mal im SPZ beraten lassen.

Beitrag von visilo 11.05.10 - 23:30 Uhr

Ich kann nur von unserem Sohn sprechen. Er fing auch erst nach dem 4. Geburtstag an zu sprechen. Das 1. Kigajahr war er in einer Regelgruppe ( 25 Kinder) das war die Hölle für ihn und für die Erzieher da er extrem bewegungsfreudig und sehr selbstbewußt ist. Damals kam eine Integrationshilfe in den Kiga ( fand ich aber wenig sinnvoll) damals wurde uns auch gesagt das er maximal auf die Sprachheilschule kommen wird.

Mit 3,5 Jahren fing er mit Logo an ( 2 Mal die Woche), mit knapp 4 kam er in einen anderen Kiga mit einer I-Gruppe ( 15 Kinder) dort ist er aufgeblüht. Er hat seine Logo im Kiga bekommen ( ausschließlich Einzeltheraphie genau wie die anderen die das nötig hatten) und auch Ergo. Dort hat er rießige Vortschritte gemacht. Als er in den Kiga wechselte hieß es er hat den Wortschatz eines ca 1,5 jährigen Kindes ( knapp 10 Worte) ca 1 Monat nach seinem 4. Geburtstag fing er langsam an verständlich zu reden. Zu seinem 5. Geburtstag wurde er getestet und es hieß er ist nun auf dem Stand eines gleichaltrigen Kindes und das er ganz normal eingeschult werden kann. Man hatte sogar überlegt ihn dieses Jahr ( also mit knapp 6) einschulen zu lassen, glücklicherweise hat sich der Stichtag verschoben und er war nur noch ein kann Kind.


LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von sunshinelexa 29.05.10 - 22:23 Uhr

Hallo,

hast du mal über eine Sprachkur nachgedacht? Ich bzw. meine Kinder waren jetzt 2x dort und haben jedesmal enorme Fortschritte gemacht.

http://www.klinik-werscherberg.de/

Falls du mehr wissen möchtest, bitte über meine VK

Lg sunshinelexa