Wie wichtig ist ein Folgekind?

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von morla29 11.05.10 - 23:05 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Folgekind ist ja echt ein schrecklicher Begriff finde ich.

Aber nun zu meiner Frage: Wie wichtig ist ein Folgekind?

Ich bin ständig am Hadern. Meine Tochter Verena wurde Ende Januar in der 31. ssw still geboren. Habe noch zwei gesunde, lebende Töchter (4,5 und fast 3) für die ich sehr dankbar bin.

Nun frage ich mich oft: nochmal ss oder nicht. Einerseits bin so froh, meine beiden Mädels zu haben und andererseits möchte ich noch mal ein Baby. Dieses kleine Wunder spüren und ein Baby zum Genießen haben.

Andererseits frage ich mich, ob ich das nochmal durchstehen würde, wenn wieder was wäre. Außerdem ist ja das Leben mit zwei Kindern so viel einfacher als mit dreien.

Aber ich wollte immer drei Kinder. Irgendwie fehlt jemand am Tisch, wenn wir gemeinsam essen.

Mein Therapeut sagt, dass es auf keinen Fall ein Ersatz für Verena sein wird, bzw. soll. Das weiß ich.

Wer hat ein Folgekind? Wie war die ss? Mit sehr viel Angst?

Das Wichtigste bei mir: Ich muss noch ein bisschen Überredungskunst anwenden, denn bei meinem Mann ist der KiWu noch nicht wieder da.

Wenn wir uns für ein Baby entscheiden, werden wir wohl noch mind. 2 Jahre warten.

Der Grund dass unsere Verena gegangen ist war ein Folsäuremangel.

Vielen Dank fürs Zuhören. Glaub, ich hab jetzt irgendwie wirres Zeugs geschrieben. Hoffe, ihr versteht mich.

Viele liebe Grüße
Morla
mit Ramona und Christina an der Hand
und #stern-Verena tief im Herzen

Beitrag von doreensch 12.05.10 - 00:26 Uhr

Das tut mir so unendlich leid mit deiner Kleinen Verena.

Ich kann nur von mir berichten, mein Sternchen habe ich damals ganz früh in der SS verloren und vermisst. Ich wurde dann wieder schwanger, hatte die erste Zeit Angst es wieder zu verlieren, dann gings ne Weile und gegen Ende hatte ich Angst das zu erleben was dir wiederfahren ist.

Aber ich hab dann doch mein Baby gebären und in den Armen halten dürfen. Ich bin froh das es sie gibt, ich vermisse immer noch mein Sternchen und wünschte ich hätte es auch am Tisch sitzen.

Trotzdem ist es ein wenig wie ausgesöhnt, teilweise denke ich einfach mein Sternchen ist zurückgekehrt, ich weiß es halt nicht.

Ich denke es wäre alles ohne Virginia viel schmerzlicher, ich danke Gott oft auf Knieen wie man so schön sagt das ich dieses entzückende Baby hegen und pflegen darf.

Und wäre ich nicht schon so alt so würde ich immer noch ein Baby haben wollen damit die Zahl am Tisch stimmt und somit weiß ich nicht ob man danach immer noch das Gefühl von jemand fehlendem hätte.

LG
Doreen

Beitrag von myimmortal1977 12.05.10 - 00:46 Uhr

Hallo #liebdrueck

Ich kann Dir nur von meiner Freundin berichten, die ihr Kind verlor. Für sie war eine erneute SS sehr wichtig.

Sie war aber während der kompletten SS mega angespannt und saß wegen jedem sofort beim Arzt. Sie hat aber auch einen sehr verständnisvollen Arzt, der dafür sehr viel Verständnis hat. Ich glaube, so was kann man auch nicht abstreifen, wenn man einmal so ein Erlebnis hatte.

Du musst selbst in Dich hinein hören und wissen, ob Du bereit bist oder nicht.

Meine Freundin hat dann einen gesunden Jungen zur Welt gebracht und in 1,5 Monaten kommt schon das nächste :-)

Solange keine gesundheitlichen Dinge bei Dir oder dem Fötus fest gestellt wurden, die vermuten lassen, dass so was wieder passieren kann, würde ich es nochmal probieren.

Ich drücke Dir die Daumen!!!

Janette

Beitrag von lieke 12.05.10 - 10:09 Uhr

Liebe Morla,

wie so oft ist das natürlich sehr persönlich und nicht so 1,2,3 mit einem posting zu beantworten. Ich finde aber, daß du dir die Antwort schon selber gibst: warten!

Da du sowieso jetzt nicht ss werden willst, warum willst du dann jetzt eine Antwort? Ich kenne diese Gedankenkreise leider nur zu gut und weiß, wie das ist, wenn man unbedingt "einen Plan" haben möchte. Aber manchmal ist es auch gut, einfach zu entscheiden, dass man jetzt im Moment keine definitive Antwort braucht. Gönn dir Ruhe und auch deinem Mann. Du hast ja zum Glück noch Zeit. In ein par Monaten kann sich so viel verändern, sowohl mit den Gefühlen gegenüber dem verstorbenen Kind, als auch mit deiner eigenen Einstellung zu einem weiteren Kind. Glaub mir, wenn der Druck weg ist, wird die Entscheidung irgendwann von selber kommen!

Da es mir damals auch geholfen hat, von vielen andere Erfahrungen zu hören, will ich dir von meiner Geschichte erzählen:

Meine ersten Kinder (Zwillinge) habe ich nicht richtig kennengelernt nach der Geburt. Auch das erste Jahr war eine Katastrophe, mit postnataler Depression und körperlichen Problemen. Es war, als wäre ich irgendwann aufgewacht, hatte 2 Kinder, aber irgendwie hatte ich das eigentliche "Mutterwerden" verpasst. Die ganzen besonderen Entwicklungen, die Kinder im 1. Jahr machen...ich weiß es nicht mehr! Der Wunsch, es einmal richtig zu erleben, war direkt da!

Unser 3. Kind war ein Wunschkind, wir waren so glücklich, dass auch die SS komplikationslos verlief. Auch unsere großen (fast 4) freuten sich auch ein Geschwisterkind. In der 22.SSW dann die Diagnose, schwere Blutarmut, hydrops fetalis, Ursache Ringelröteln. Tod nach Herzversagen 8 Wochen später. Für unsere ganze Familie ein Schock. Jetzt hatte ich 3 Kinder, und immer noch fehlten diese ersten Momente des Kennenlernens und das bewuste Miterleben der Entwicklung eines Babys....

Es folgten 2 FGen und ich war kurz vorm aufgeben. Aber ich habe IMMER gewusst, wie wichtig für mich ein weiteres Kind wäre. Eben weil etwas fehlte, dass nichts mit der Anzahl der Kinder zu tun hatte.

Mein "Folgekind" ist jetzt 7 Monate. Es versöhnt mich mit den Erlebnissen rundum die erste SS und Geburt. Nicht aber, so wie viele denken, tröstet es über den Verlust des 3. hinweg. Das habe ich aber auch nicht erwartet. Die Lücke, die Nr.3 hinterläßt ist manchmal sogar besonders groß. weil Nr. 4 mir vor AUgen führt, was ich verloren habe.

Aber er ist unser aller Glück. Jeder hat bei uns seinen eigenen Platz, ob Mama, Papa, großer, kleiner Bruder oder Schwester. Aber eben neben einem leeren Platz. So ist es und so bleibt es. So wäre es auch, wenn noch eins kommen würde. (wofür wir leider zu alt sind).

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem erst Mal, Zeit, Zeit und nochmals Zeit. Tu nichts, wenn ihr nicht beide absolut dahinter steht, aber tu es, wenn du fühlst dass es richtig ist! Der Zeitpunkt kommt! Ich hoffe, ich konnte dir en bischen helfen....

Lieke

Beitrag von morla29 12.05.10 - 19:41 Uhr

Hallo Lieke,

vielen Dank für deine Antwort, und dass du mir deine Geschichte erzählt hast.

Du hast sehr schön geschrieben und tolle Worte gefunden.

Lass dich drücken.

Gruß
morla

Beitrag von hannah.25 12.05.10 - 11:29 Uhr

liebe morla,

lass dich erstmal ganz fest drücken! #liebdrueck

ich find deine gedanken und auch deine überlegungen sehr schön und vor allem auch sehr reif. ich finde auch, dass man sich im klaren sein muss, was mit einer folge-ss auf einen zukommt.
die angst wird definitiv da sein. das ist auch ganz normal, weil du eben jetzt weißt, dass nicht alles gut wird, dass eben man auch das baby verlieren kann. :-(

aber wenn du an eine weitere schwangerschaft denkst, solltest du nicht drüber nachdenken, was passieren kann und was ist, wenn du wieder das baby hergeben musst. du solltest positiv denken. deine beiden mäuse bei dir sollten dir doch zeigen, dass du auch eine glückliche schwangerschaft haben kannst.
und du weißt ja den grund, wieso verena gehen musste. auch das sollte dir mut geben.

und was das leben mit zwei oder drei kindern angeht, würd ich weniger nachdenken. denn als du mit verena schwanger warst, ging es ja auch mit drei kindern ;-)
und du sagst ja selbst, dass etwas am tisch fehlt, dass ein platz leer ist.

ich würde in ruhe mit deinem mann reden, euch zeit nehmen, nichts überstürzen. aber ich denke, vom kopf her wärst du bereit für ein weiteres kind. und du weißt auch, dass es kein ersatz ist, dass es eher eine weitere bereicherung ist.

ich wünsch euch, dass ihr dieses glück noch einmal erleben dürft und die für euch richtige entscheidung treffen könnt.
und ich wünsch euch weiterhin ganz viel kraft und alles, alles gute!

liebe grüße
hannah mit #stern niklas und #stern sarah im herzen und #ei (5.ssw)

Beitrag von berry26 12.05.10 - 16:50 Uhr

Hallo,

also ich denke eine Entscheidung sollte man nicht zu übereilt treffen. Ich habe meinen 2. Sohn in der 20. SSW verloren und da er ein absolutes Wunschkind war und ein Geschwisterchen für meinen kleinen Jonas sein sollte, war mir eigentlich klar das ich gleich wieder versuchen will schwanger zu werden. Ein Baby war einfach ganz fest eingeplant (klingt schrecklich, sorry). Ich weiß nicht ob euere Verena ein geplantes Baby war oder eher ein Überraschunskind, aber anscheinend seid ihr euch nicht sicher bzw. einig ob ihr überhaupt 3 Kinder wollt.

Die Angst bei meiner jetzigen SS hielt sich eigentlich in Grenzen. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl das alles gut gehen wird und ich hoffe das das auch in den letzten Wochen so bleibt und sich bestätigen wird.

An deiner Stelle würde ich JETZT gar nichts entscheiden. Ihr habt ja sowieso nicht vor gleich wieder zu üben also lasst euch einfach Zeit.

LG

Judith