Ich kann nicht mehr

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kaetzchen12 12.05.10 - 10:43 Uhr

Was ist denn mit meinen Kindern plötzlich los?
Ich bin total verzweifelt #heul#heul#heul



Gestern hat mein Mann unserem Ältesten (11) ein Taschenmesser gegeben,da der Junge - wie alle Kinder in dem Alter - an einem Holzstück schnitzen wollte. Mein Mann hat unseren Sohn noch auf eventuelle Gefahren hingewiesen und ihn um Vorsicht gebeten - auch in Bezug auf seine jüngeren Geschwister.


Jetzt ruft mich gerade die Rektorin der Schule an und sagt,der Junge hätte das Messer mit in der Schule gehabt,auf dem Schulhof den anderen Kindern präsentiert mit den Worten: Damit könnte ich euch alle abstechen!
#schock#schock#schock

Und nicht weniger schlimm:
Seine Schwester (8) steht dabei und setzt dem ganzen noch eins drauf und sagt: ...ja oder aufschlitzen und aufessen!

#schock#schock#schock
Was ist mit meinen Kindern nur los? Ich bin mit den Nerven total am Ende #heul#heul#heul#heul
Wie kommen die denn auf solche Dinge? Sie gucken keine brutalen Filme/spielen auch so etwas nicht.
Unsere Familie ist harmonisch und ich kann mir diese Wortwahl absolut nicht erklären.:-(

Die Rektorin bat mich dann um einen Gesprächstermin,an dem auch mein Mann teilnehmen sollte und erwähnte schon beiläufig das Wort: Erziehungshilfe #schock#schock

Was passiert jetzt? Ich bin am Ende,bitte sagt mir,was ich machen soll #heul

Danke!

Beitrag von lisasimpson 12.05.10 - 11:05 Uhr

Hallo!

Ioch kann verstehen, daß du geschockt bist.
Aber nun schau es dir doch mal genauer an:

dein Sohn hat ein messer PRÄSENTIERT!- er hat das gespürt, was Waffen in unseren Händen uns spüren lassen: er fühlte sich STARK
"Der Legende nach gab Excalibur seinem Besitzer übermenschliche Kräfte, und seine Scheide machte jeden, der sie bei sich trug, unverwundbar. "
http://de.wikipedia.org/wiki/Excalibur

seine schwester profitierte davon!

Er hat offenbar niemand verletzten wollen- er hat seiner fantasie freien lauf gelassen. Er hat das weitergedacht, was jungs mit 4 jahren aus jedem stück holz machen und (junge) Männer, wenn sie ihre "ballerspiele" spielen.

Nichts von dem, was du beschrebit macht den eindruck, daß s sich um eien gefährliche Situation halndelte- oder daß irgendetwas nicht stimmt mit deinen Kindern.

Wichtig ist nun besonnen zu reagieren. klar tellung zu beziehen und vielleicht mal genauer hinzuscahuen, ob man deinem Sohn evtl. helfen könnte etwas zu finden, wo er seine "stärke" spürt, ohne waffen?!
vielleicht ist er grad auf dem weg zu pubertät und auf der suche nach einer männlichen Identität?
was könnte es geben, was ihn diese spüren läßt, was ihn gerade fasziniert und dennoch sozial angemessen ist?

"erziehungshilfe" werdet ihr kaum erwarten können- leider haben die Jugendämter schon für Fälle, wo ds sinnvoll wäre kein geld- bei euch sehe ich keinen ansatzpunkt, der ein JA überzeugen könnte, euch Hilfen zur verfügung zu stellen. Dennoch habt ihr ein RECHT auf Hilfe zur Erziehung und könnt, wen nihr mögt, dieses versuchen einzufordern beim zuständigen amt- ich dneke, damit würdet ihr aber mit kanonen auf spatzen schießen

lisasimpson

Beitrag von yamyam74 12.05.10 - 11:19 Uhr

Als erstes müsst Ihr mit Euren Kindern reden, aber vor dem Gespräch mit der Direktorin. Erst einmal einzeln, da Eurer Sohn mit 11 ja schon mehr und auch anders versteht, als Eure Tochter mit 8 Jahren.
Ein Taschenmesser nur solange in die Hände geben, wie es auch gebraucht wird, nämlich zum Holz schnitzen!

Ich denke mal, das wird eine Ausnahme gewesen sein, so wie Du Eure Familienbeziehung beschreibst.

LG

Beitrag von thyme 12.05.10 - 11:23 Uhr

Was mit deinen Kindern los ist? NIX. Hingegen verstehe ich die Reaktion der Schulleitung nicht. Er hat sein Messer gezeigt, nicht es benutzt! Mein Gott, kein Wunder ist heutzutage fast jedes Kind in irgendeiner Therapie!! Was ist denn nur los mit uns?

Kopfschüttelnde Grüsse thyme

Beitrag von kaetzchen12 12.05.10 - 11:40 Uhr

Ich danke euch recht herzlich für eure Meinungen. Das hat mich nun wirklich aufgebaut. Ich habe nach dem ersten großen Schock nun auch selbst überlegt,wie ich die Situation am besten angehe und werde es genau wie yamyam es beschreibt angehen. Kann mir wirklich keinen Reim auf soetwas machen und nehme wahrhaftig an,daß mein Sohn einfach Stärke zeigen wollte und meine Tochter einfach auf den fahrenden Zug mit aufgesprungen ist.
Was mich jedoch an der ganzen Sache irritiert ist,daß ich diese Wortwahl noch nie von meinen Kindern grehört habe #kratz
Aber jetzt bin ich erst mal beruhigter - lieben Dank nochmal an euch! #liebdrueck

Beitrag von lisasimpson 12.05.10 - 11:43 Uhr

"Was mich jedoch an der ganzen Sache irritiert ist,daß ich diese Wortwahl noch nie von meinen Kindern grehört habe"

dann kannste davon ausgehen, daß bei euch alles rund läuft.
Kinder haben auf dem Schulhof selbstverständlich ne andere Wortwahl als zu hause!

wobei ich sagen muß, daß "aufschlitzen", "abstechen" und "aufessen" ja wirklich eher beschreibende worte sind- ich kan ndaran nichts dramatisches erkennen. denn bis auf "aufessen";-) sind es doch genau die sachen, die uns dazu bewegen Waffen zu verweden!

lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 12.05.10 - 12:01 Uhr

Diese Wortwahl finden Sie heutzutage schon in Simpsons-Folgen. Ich würde hier einfach überhaupt nichts hineininterpretieren. Kinder sagen oftmals (unter gleichaltrigen) Dinge, die in einer kindlichen Welt eine ganz andere Bedeutung haben, als in einer Erwachsenenwelt; ohne großartig darüber nachzudenken. Ich finde, Ihre kids klingen wie normale Schüler in dem Alter. Ich finde auch schön, dass eine Schule so etwas dennoch erst nimmt und hier eine Art 0-Toleranz-Politik vertritt. Irgendwie handeln hier alle völlig rational.

Beitrag von herzensschoene 12.05.10 - 22:33 Uhr

hallo,

ich finde es eine frechheit von der schulleiterin, das wort erziehungshilfe in den mund zu nehmen.

das ist einfach übergriffig. ich könnte mich richtig aufregen.

wir hatten in dem alter haufenweise selbstgebastelte waffen und sind uns gegenseitig abschießend über die straßen gerannt. hat sich kein mensch drüber aufgeregt.

außerdem coole reaktion von deiner tochter.

viele grüße maren

Beitrag von gh1954 12.05.10 - 16:23 Uhr

Früher hätte sich über sowas kein Mensch aufgeregt...

Beitrag von barbara67 12.05.10 - 21:49 Uhr

Ganz sicher nicht! Heute wird so viel dramatisiert.
Barbara

Beitrag von loreletta 12.05.10 - 19:08 Uhr

Hi,

ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde deine Tocter echt schlagfertig!#pro Man muss ja nicht gleich das schlimmste annehmen, nur weil sie einen Witz gemacht hat. Ich finde es cool, wenn Kinder so schlagfertig sind.
Das einzige, was halt scheiße war, war, dass dein Sohn das Messer mit in die Schule genommen hat, aber wahrscheinlich wollte er damit angeben. Da muss man ihm halt sagen, dass man das nicht darf (und kann ihm auc erklären warum, auf die Amokläufer hinweisen usw.)

Aber unter uns: beide Kinder sind total in Ordnung und garantiert nicht psychisch gestört.

Beitrag von kja1985 12.05.10 - 23:08 Uhr

Hallo,

ich glaube in der heutigen Zeit reagieren wir beim Thema Schule und Waffen (wahrscheinlich zu recht) hysterisch. Dein Sohn hat nichts angestellt, er wollte nur ein bisschen angeben, er hat keinem was getan. Früher hätte man gesagt er ist ein Lausbub.

In Zukunft Messer nur noch unter Aufsicht und damit würde ich die Sache als erledigt betrachten.

Beitrag von weltenbuergerin2 13.05.10 - 00:54 Uhr

"Ich kann nicht mehr"

"Ich bin total verzweifelt#heul#heul#heul#heul"

"Ich bin mit den Nerven total am Ende #heul#heul#heul#heul"

"Ich bin am Ende"

Meinst du nicht, dass du total überzogen reagierst?

Wirst du dich gleich umbringen, wenn mal etwas wirklich Problematisches vorfällt?

Die Reaktion der Schulleiterin (Erziehungshilfe) ist ebenso überzogen.

IHR habt dem Kind dieses Messer zur Verfügung gestellt, ohne klare Anweisungen, den Vorwurf müsst ihr euch machen lassen.

Aber davon geht die Welt nicht unter.

Beitrag von gismomo 13.05.10 - 11:16 Uhr

Zur Reaktion der Rektorin: Das kann ich schon verstehen, dass sie euch zu einem Gespräch bittet. In der Schulordnung (die alle Eltern zu Beginn bekommen haben sollten) steht ausdrücklich drin, dass es verboten ist, Messer und waffenartige Gegenstände mit in die Schule zu bringen. Es ist also ein Verstoß gegen die Schulordnung, und da ist es schon üblich, dass die Eltern zu einem Gespräch gebeten werden.

Stell dir die Situation mal aus der Sicht der Schule vor: Die Rektorin kennt dein Kind (vermutlich) nicht persönlich. Und bekommt dann die Situation auf dem Schulhof geschildert. Wie würdest du in einem solchen Fall reagieren, würde es sich um ein anderes Kind handelt und DEINE Kinder wären die gewesen, die "bedroht" worden wären?

Klar, du kennst deine Kinder und deine Erziehung und weißt, dass bei euch Wert auf einen angessenen und ordnungsgemäßen Umgang mit Messern und gefährlichen Dingen gelegt wird. Aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen Eltern sich nicht darum kümmern, was ihre Kinder in die Schule mitbringen. Ein Klassenkamerad meiner Nichte hat in der 3.Klasse ein Messer in die Schule mitgenommen und es meiner Nichte an den Hals gehalten, ebenfalls mit ein paar markigen Worten dazu. Da er eifersüchtig war, weil meine Nichte nicht ausschließlich mit ihm befreundet sein wollte, war die Situation nicht wirklich harmlos. Meine Schwester fand das auch gar nicht lustig und es folgten ebenfalls Gespräche mit Klassenlehrerin und Schulleitung. Aufgrund der Schweigepflicht wurde meiner Schwester nicht mitgeteilt, was anschließend geschah, aber eine Andeutung, dass der Junge eine Therapie bekommen hat, wurde gemacht - bei ihm und seinen Eltern lag noch einiges andere im Argen.

Und mal ganz abgesehen davon dass ich mir nicht vorstellen kann, dass mein Sohn, der ein eigenes Messer besitzt, sich so verhalten hätte, würde ICH an deiner Stelle einräumen, dass das Verhalten meines Sohnes falsch war, ich würde ausführllich mit ihm reden, ihm die Schulordnung zeigen, ihm erklären, weshalb man keine Machtspielchen macht (ganz egal ob mit oder ohne Messer - fragst du dich nicht, weshalb ihm das so wichtig war, das er sich so vor den anderen hervortun musste?), und ich würde ihn anschließend mit zum Gespräch in die Schule nehmen und ihn sich entschuldigen lassen. Ich garantiere dir, dass das Thema "Erziehungshilfe" damit zu 100% vom Tisch ist.

lg
K.

Beitrag von girland 13.05.10 - 22:25 Uhr

Toller Beitrag! #pro