Ich hab Angst!

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von *Angsthase* 12.05.10 - 11:12 Uhr

Hallo zusammen!

Am Freitag ist von einer Arbeitskollegin von mir (25 J.) der Freund (28 J.) bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Seitdem ich davon erfahren habe, überkommt mich ständig die Angst, meinen Partner durch einen Unfall zu verlieren. Das geht so weit, dass ich, wie eben, in der Küche stehe, und mir bei dem Gedanken die Tränen kommen. Aber auch beim Autofahren ist mir das schon passiert.

Ich bin kein Mensch, der ständig vor irgendetwas Angst oder Panik hat. Ich weiß auch nicht, was das im Moment soll, und wie ich dagegen ankommen kann. Ich bin 30 Jahre alt, mein Mann 26. Wir haben 2 tolle Kinder (4 J. und 1,5 J.), haben letztes Jahr ein Haus gekauft, und einen Hund haben wir auch. Alles genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Ich liebe meine Familie und kann mir nicht vorstellen ohne einen von ihnen zu sein....

Kennt Ihr solche Phasen? Ich habe noch mit niemandem darüber gesprochen, weil ich mir irgendwie lächerlich vorkomme. Aber so langsam mache ich mir doch Gedanken, ob ich noch ganz richtig ticke ;-)

Lg vom Angshasen

Beitrag von freundliche 12.05.10 - 11:14 Uhr

Hallo,

ich kenne deine Angst, mein Dad ist plötzlich gestorben als ich 15 war, und meine Mum vor 5 jahren auch ganz plötzlich... stand also ganz alleine da...

mich über kommt auch oft die angst meinen Mann zu verlieren... und dann mit den Kindern alleine dazustehen...

aber passieren kann immer was... ob zu Hause, auf der Straße, im Kino oder sonst wo....

es gehört zum Leben dazu...

mach dir nicht so viele Gedanken... mach dich nicht fertig...


lg

Beitrag von auch Angsthase 12.05.10 - 11:28 Uhr

Ich hatte schon mehrere Autounfälle in meinem Leben, kam aber immer mit einem blauen Auge davon. Der letzte Unfall ist schon über 7 Jahre her. Ich habe aber immer noch jeden morgen Angst, ins Auto zu steigen. Die Angst ist nicht sehr groß, aber sie ist da. Bei weiteren Strecken kann ich in der Nacht davor kaum schlafen, schon gar nicht, wenn ich bei jemanden mitfahre, wo ich weiß, der ist ein bescheidener Fahrer.

Wenn mein Mann auf Dienstreise fährt, bin ich auch immer nervös und jedes mal froh, wenn er anruft und sagt, dass er da ist.

Beitrag von ug2712 12.05.10 - 11:49 Uhr

Du bist kein Angsthase, verhälst dich völlig normal.

Letztes Jahr hatte meine beste Freundin einen sehr schweren Motorradunfall, bei dem ihr Mann ums Leben kam.#kerze

Ich kann dir sagen, dass jeder in unserem Bekannten- und Freundeskreis sich seit dem oft Gedanken über den Tod macht - das Geschehene ist immer präsent. Aber wir sprechen hier sehr offen darüber.

Sprich mal mit deinem Mann darüber, er wird sicher genauso empfinden.

Beitrag von minusl 12.05.10 - 12:05 Uhr


Hallo

Auch ohne besonderen Anlass kenne ich diese Angst. Die Angst davor eines Tages knall auf Fall erfahren zu müßen das mein Mann Verstorben ist.
Warum ich kann es Euch nicht Sagen.

Auch mir Treibt so manches mal der blosse Gedanke den Puls hoch und die Tränen in die Augen.
Am meißten Angst habe ich davor es im Falle des Falles unseren Kindern Sagen zu müßen.

Wie Du siehst stehst Du nicht Alleine da mit Deinen Gedanken.

Beitrag von sniksnak 12.05.10 - 13:12 Uhr

Ich glaube, alleine bist du mit deinen Ängsten nicht...
Das geht im Übrigen auch ganz ohne Anlass ;-)
Ich hab, wenn ich es zulasse (!) auch oft Angst, meinen Mann zu verlieren. Oder dass unserer Tochter etwas passiert, dass ich nicht richtig aufpasse usw, dass meinen Eltern etwas passiert, sie fahren 150km zur Arbeit und zurück täglich. Solche Gedanken kommen hoch. Nicht schön.

Was wichtig ist, ist dass man seinen Alltag nicht von den Ängsten bestimmen lässt, sonst fällt man schneller in ein Loch als man gucken kann.

Rede mal mit jemandem, Mann oder Freundin. Das hilft oft allein schon :-)

LG
sniksnak

Beitrag von seelenspiegel 12.05.10 - 18:01 Uhr

Solche Gedanken die einem tagelang verfolgen kennt denke ich mal jeder auf eine Art.

Das gleiche gilt für schlechte Träume aus denen man aufrschreckt, und einem dieses Gefühl den ganzen Tag im Nacken sitzt, obwohl man sich an den Traum selbst nur noch vage erinnert.

Manchmal hat so etwas sogar positive Effekte, denn es erinnert uns daran, was wichtig ist im Leben, und lässt uns manchmal auch kleine alltagliche Gegebenheiten wieder mehr schätzen und führt auch manchmal dazu, dass wir Proritäten neu setzen und überdenken.

Tick also ruhig weiter so....das ist durchaus normal, und wird sich bald eh wieder geben.....bzw. wenigstens nicht mehr ganz so präsent sein. :-)

Beitrag von pheromon 13.05.10 - 00:25 Uhr

Wenn das längere Zeit bestehen bleibt solltest du überlegen eine Psychotherapie zu beginnen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Ängste sich ausweiten.
(Aufgrund extremer Wartezeiten sollte man eine solche Therapie frühzeitig beantragen - Absagen kann man dann immer noch)

LG Pher