Betreuung im Krankheitsfall

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von lele81 12.05.10 - 13:47 Uhr

Hallo,
vielleicht könnt ihr uns einen Tipp geben...
Meine Freundin ist alleinerziehende Mutter eines 2-jährigen Kindes mit einem Gendefekt. Die Kleine ist körperlich und geistig beeinträchtigt und auch in ihrer Entwicklung sehr verzögert (kann z.B. noch nicht sitzen).
Meine Freundin muss arbeiten gehen, allerdings hat ihre Tochter sobald sie 3 Tage in der Krippe war wieder einen Infekt.
Gibt es irgend eine Möglichkeit der Betreuung für so einen Krankheitsfall? (die gesetzlich zugesicherten 20 Tage waren schon im April überschritten)

Irgendwie fühlt sich niemand zuständig :-(

Beitrag von danimitben 13.05.10 - 18:35 Uhr

Hallo Lele,

es gibt noch eine andere Möglichkeit, da müsste deine Freundin mal in der Personalabteilung nachfragen. Bei schwererkrankten Kinder, wie z.B. an Krebs erkrankte Kinder, gelten die 20 Tage nicht. Ich weiß leider nicht mehr in welchem Gesetz das festgeschrieben ist, mir hatte unsere Personalabteilung diesen Text kopiert.

Mein kleiner Ben hat nur 12 Monate gelebt, er litt an einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Ich bin aber immer arbeiten gegangen, wenn wir in der Klinik waren wurde ich freigestellt, die 20 Tage waren bei mir schon im Januar 09 erfüllt. Ich hab ein Schreiben von der Klinik bekommen, dass Ben mich braucht und ich bei ihm bleiben sollte. Das ganze war allerdings etwas aufwendig. Mein Arbeitgeber musste mein Gehalt nicht zahlen, er musste mir eine Verdienstbescheinigung ausstellen und ich bekam den Ausfall von der Krankenkasse erstattet. Da mir das irgendwann zu viel wurde, hab ich es einfach gelassen, ich wusste dass es nur um einen begrenzten Zeitraum ging.

Zusätzlich bekamen wir dann später noch einen ambulanten Pflegedienst, dieser wurde ebenfalls von der Klinik bzw. dann vom Kinderarzt verordnet. Ich weiß nicht ob das eine Möglichkeit für deine Freundin wäre, aber die Begrenzung der 20 Tage kann man so bestimmt umgehen.

Weiterhin viel Kraft für deine Freundin!

DANI mit BEN im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
http://www.ben-sternenkind.de

Beitrag von lele81 16.05.10 - 14:27 Uhr

Liebe Dani,
es tut mir sehr leid, dass ihr nur eine kurze Zeit mit eurem Sonnenschein hattet!!!
Ich danke dir für deine Antwort. Wir werden uns mal in dieser Richtung erkundigen!

Ich wünsche euch alles alles Gute!!!

Kathleen

Beitrag von kati543 15.05.10 - 22:49 Uhr

Nein, so etwas gibt es nicht. Deine Freundin kann natürlich länger zu Hause bleiben aber letztendlich wird das der AG auch nicht ewig mitmachen. So traurig wie es leider ist...
Sie kann höchstens Pflegegeld und SBA für ihr Kind beantragen und dann eben als "Beruf" die Pflege ihrer Tochter übernehmen.
Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass eine Notmutter/Familienentlastender Dienst/... die Betreuung zeitweise übernehmen. Aber das ist teilweise sehr teuer.
Was macht denn der Vater des Kindes?

Beitrag von lele81 16.05.10 - 14:28 Uhr

Der Vater des Kindes kümmert sich nicht. Er wohnt auch ziemlich weit weg!
Trotzdem Danke!!
Ich finde es schlimm, dass es für eine solche Situation so wenig Hilfe gibt!

VG lele