Diagnose Endometriose und Kinderwunsch, jemand Erfahrung?

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Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von goldkehlchen1 12.05.10 - 14:10 Uhr

Hallo Ihr Urbianerinnen,

bin total depremiert und könnte nur noch heulen, nachdem ich heut morgen beim Arzt war.
Aber erst mal kurz zur Geschichte:
Wir versuchen seit 1,5 Jahren schwanger zu werden und weil das nicht recht klappen wollte und ich zudem immer höllische Schmerzen während der Mens habe bin ich vor 3 Monaten zu einem Spezialisten zur Untersuchung, hatte dann an Ostern ne Bauspiegelung und die niederschmetternde Diagnose: starke Endo am Darm, Eierstock und Verwachsungen des Darms mit der Bauchdecke und dem Eierstock.
Das ganze wurde auch soweit es ging operativ entfernt und alles erhalten.
Jetzt war ich heute zur Untersuchung nochmal beim Arzt und hab da erst so richtig das ganze Ausmaß gesagt bekommen, dachte nämlich bis heute morgen, es sei alles beseitigt und jetzt könnte es weitergehen mit dem kinderwunschprogramm. Aber dann hab ich erfahren, dass die Endo so schlimm war, dass nicht alles beseitigt werden konnte ohne einen Teil des darms mit zu entfernen und dass ich auch noch Endo in der Gebärmutter habe. Deshalb hab ich auch immer noch arge Schmerzen.
Die Schmerzen sind nur zu beseitigen mit der Endo, was aber teilw. Darm bzw. Gebährmutterentfernung bedeuten würde oder entsprechende Hormontherapie, was bei bestehendem Kinderwunsch und mit 31 dann eher keine Alternative ist.
Die Chancen einer Spontanschwangerschaft stehen trotz OP eher schlecht laut Arzt. Also bleibt nur noch der Weg in die KIWU.

Das Problem an der Sache ist bloß, dass mein Mann absolut gegen jeglich Art von künstlicher Befruchtung ist. Er meint die Natur hat schon ihre Gründe und man soll ihr nicht dazwischen funken.

Ich sch... auf die Natur. Aber ohne meinen Mann brauch ich wohl auch nicht zur KIWU zu gehen

Bin total verzweifelt. Hat jemand von Euch einen Rat, wie ich ihn davon überzeugen kann wenigsten mit dorthin zu gehen und sich das mal anzuhören?

Ansonsten kann ich die Familienplanung wohl an den Nagel hängen...

Weiß echt nicht mehr weiter...

Beitrag von babyci25 12.05.10 - 14:29 Uhr

Hallo goldkehlchen1

nur zu gut kenne ich diese situation. Zu meiner geschichte:
Wir hatten auch 1 1,5 Jahre probiert schwanger zu werden. (Wusste dass ich Endometriose hatte). Bekam auch zuerst hormon- therapie per Pille (Valette). Jedoch ohne erfolg bei meinem Endo Grad. Wir hatten auch mit Clomifen probiert schwanger zu werden, auch ohne erfolg. (Bei sehr schwerer endo und mit darmbeteiligung bringen diese Versuche alle nichts!!!)
2007 sind wir dann zu Dr. Keckstein nach Villach (Österreich) zum operieren, da mir in der Kinderwunschklinik in Ulm gesagt wurde, bevor die Endo nicht operiert ist wollen die keine künstliche Befruchtung machen, weil da die changen dass das was wird sehr gering sind.
Also ich und mein Mann nach Villach zum operieren.
Bei mir war auch Darm, Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutter und Blase befallen. (War alles nur noch ein klumpen und die Gebärmutter konnte nicht richtig arbeiten. Was für eine Schwangerschaft sehr wichtig ist.)
Bei der op wurden mir auch 15 cm vom Darm entfernt. Binn knapp an einem künstlichem Darmausgang vorbei gekommen.
Allgemein wurde bei mir Organerhaltend operiert. Hatte aber nach der op keine schmerzen. #zitter Auch bei der ersten Menstruation hatte ich keine Schmerzen. Bis heute bin ich schmerzfrei. ;-)
Die ersten drei monate nach der op durften wir keine Liebe machen aber dann durften wir voll durchstarten#sex und was soll ich sagen. Gleich danach wurde ich #schwanger schwanger ganz auf natürlichem weg. Ich war so glücklich.
Habe jetzt eine total gesunde Tochter mit 1 1,4 Jahre die mir durch die Wohnung rennt und lalala singt und sich im kreis dreht.#schwitz

Ich wünsche dir auf jeden fall alles alles gute und dass du hilfe bekommst.
Wir haben die hoffnung nie aufgegeben.

Liebe Grüßen babyci25 #huepf

Beitrag von goldkehlchen1 12.05.10 - 14:47 Uhr

Danke für deine Aufmunterung Babyci!
Ich hab ja die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es vieleicht doch noch was wird, aber es sit schon schwer daran zu glauben.
Versuche mir zu denken, dass es ja gut war dort gewesen zu sein und jetzt zu wissen, was los ist.

Werd heut abend erst mal meinem Mann noch alles erzählen. Der ist heute auf Dienstreise und weiß noch gar nichts. Vieleicht geht er ja wenigstens mit mir zur Kiwu-Beratung. Das heißt ja nicht automatische gleich künstliche Befruchtung.

Es ist nur so gemein. Tausende von Frauen bekommen jedes Jahr Kinder und wollen sie gar nicht oder lassen abtreiben und wir gehen leer aus.
Da macht man sich jahrelang Gedanken, baut sich was auf, damit es der NAchwuchs dann auch mal gut haben wird und dann so.

Freu mich, dass es bei Euch dann geklappt hat, und hoffe, dass wir vieleicht auch nochmal Glück haben.


Beitrag von ekiem30 12.05.10 - 14:46 Uhr

Hallo Goldkehlchen,

es ist ganz wichtig, dass Dein Mann und Du zusammenhaltet! Aber da sage ich Dir ja nichts Neues ... nur Dein Mann muss das ebenfalls begreifen.
War er schonmal mit bei Deinem FA? Vielleicht wäre ein Beratungsgespräch dort für den Anfang einfacher für ihn, als direkt den Weg zu einem Kinderwunsch-Arzt zu machen?!
Und lege ihm auch Fachliteratur vor ... Deine Gefühlslage reicht vielleicht nicht aus, um das Problem in seiner ganzen Tragweite zu erkennen?!

Ich wünsche Dir ganz viel Glück!
Ekiem

Beitrag von emmy06 12.05.10 - 16:37 Uhr

Endometriose bedeutet nicht immer zwangsläufig künstliche Befruchtung und Co....
Hier mal unsere Geschichte:



Kinderwunsch seit etwa 2000

Endometriose Grad 3-4 festgestellt September 2003

Erste OP mit Entfernung der Schokoladenzyste und vereinzelter Herde ebenfalls September 2003

Dann 3 Monate künstliche Wechseljahre mit Enatone Gyn Depot als Spritze. Vertragen hab ich es so lala - hatte halt viele typische Wechseljahrssymptome in der Zeit. Angeschlagen hat die Therapie aber nicht wirklich, da ich weiterhin leicht meine Periode bekam.
Im Anschluss dann eine weitere OP im Januar 2004/ in einer Spezialklkinik in Westerstede (hoch im Norden )

Danach habe ich jede weitere Behandlung verweigert!! Solte eigentlich noch eine weitere Behandlung mit der Pille Valette machen....


Erstmalig schwanger wurde ich dann im März 2007 (nach 7 Jahren Kiwu) unser Sohn ist nun 2,5 Jahre


Erneut schwanger Dez. 2008 nach 6 Monaten (leider ELSS)
Erneut schwanger Feb. 2009 (Spontanabort)


Zur Zeit wieder schwanger in der 20. Woche Alle Schwangerschaften entstanden spontan und ohne Zutun der Medizin.



LG und alles Gute

Beitrag von shiningstar 12.05.10 - 17:30 Uhr

Hallo,

es tut mir leid, dass ihr die Diagnose gestellt bekommen habt.

Gib Deinem Mann ein wenig Zeit, er wird sich sicherlich an den Gedanken einer Kiwu-Behandlung gewöhnen.

Ich habe auch Endo Grad III und bin heute zum zweiten Mal in die Wechseljahr-Therapie (mit Enantone) gestartet. Das muss ich nun drei Monate lang machen. Ich habe auch schon zwei Operationen hinter mir, hatte aber das Glück dass die Endo jeweils nur an den Eierstöcken und im bauchraum war, aber nicht an anderen Organen.

Wurde Dein Mann denn auch untersucht?!
Wir dachten nämlich auch, es liegt nur an mir und letzendlich ist das Spermiogramm so schlecht gewesen, dass wir ICSI-Kandidaten sind.

Wenn Deine Hormone noch gut sind, kannst Du auf jeden Fall eine Hormontherapie machen. Aus dder Downregulierung startest Du dann am besten direkt eine Stimu. Sind die Eileiter frei und das Spermiogramm gut, könntet ihr evtl. GV nach Plan haben oder eine IUI machen lassen. Eher würde ich aber zu einer IVF/ICSI raten, falls die Eileiter betroffen sind von der Endo.

Sag Deinem Mann, auf die Natur kann man in der heutigen Zeit (mehr Umwelteinflüssen, Stress im Alltag usw.) nicht mehr viel geben und in einer Kiwu-Praxis könnt ihr euch entspannt zurück lehnen und die Ärzte machen lassen ;o)
Ich sehe das so -mein Mann zum Glück inzwischen auch -wenn es bei uns klappen sollte, können wir später unserem Kind erzählen, was wir alles in die Wege geleitet haben damit es bei uns sein kann...

Beitrag von schnecke7477 12.05.10 - 17:30 Uhr

Hallo,
meine Endo war ähnlich wie Deine, konnte auch nicht ganz entfernt werden.....
Habe nach der OP 9 Monate Hormontherapie gemacht und bin dann gleich im ersten Zyklus nach der Endo-Behandlung schwanger geworden:-)
Uns hatte man auch keine großen Hoffnungen gemacht.
Bis heute ist die Endo nach der Therapie und der SS nahezu weg!!!

Ich würde an Deiner Stelle in ein KiWu Zentrum gehen oder die Hormontherapie machen.
Warum solltest Du nicht machen, wenn es danach klappen kann???
Wenn Dein Mann eh nicht gern "nachhelfen" möchte mit der Medizin?

Ich drück Dir die Daumen

Beitrag von schatz29 12.05.10 - 20:32 Uhr

Hallo,

bei mir wurde 2004 die Diagnose Endometriose gestellt. Ich hatte auch Darmentferung usw. (ganzer Lauf auf meiner Seite) und mittlerweile schon
die 2. OP im Oktober 2009

Wir haben immer wieder versucht natürlich schwanger zu werden, aber bis auf einmal (und das war leider ein Windei) hatte es nie geklappt. Bei der letzten OP haben sie nun festgestellt, dass nur eine Seite vom Eierstock einen einigermaßen Kontakt zum Eilleiter hatte und die andere Seite eben nicht.
Die Ärzte sagten uns, das eine Spontanschwangerschaft bei mir wohl nicht eintreten würde, es käme nur noch die IVF bei mir in Frage. Und das war genau das, was wir nie wollten. Wir haben lange darüber diskutiert sollen wir uns da heranwagen oder es so hinnehmen wie es die Natur vorgesehen hat.

Was soll ich sagen, wir haben uns im Januar 2010 zu einer Behandlung entschlossen und es hat beim ersten Versuch geklapt.
Wir bekommen im November unser erstes Kind und sind total happy.
Ich bin auch bereits 37 Jahre und möchte Dir damit nur sagen, lasst euch alle Wege offen und entscheidet euch nicht gleich komplett gegen eine
künstliche Befruchtung.
Sandra
#sonne