Jetzt schon verwöhnt?Wie ist das bei euch?

Archiv des urbia-Forums Baby.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Baby

Erhaltet hier Tipps für das süßeste Baby der Welt und diskutiert mit anderen jungen Eltern über euer neues Leben. Informationen zu allen Themen rund um euer Baby erhaltet ihr im Magazin. Alles zur Entwicklung Ihres Babys findet ihr in unserem Babynewsletter

Beitrag von herminasmum 12.05.10 - 22:38 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Es heißt doch immer das man Babys im 1. Jahr nicht verwöhnen kann und das sie, wenn sie schreien oder weinen immer sofort Trost brauchen. Auch würden sie niemals aus Zorn schreien oder berechnend sein.

Also mein Kleiner will z.B. Fliegen spielen. Wenn ich dann aufhöre und er weitermachen will fängt ein geschrei sondergleichen an- sehr zornig hört sich das an. Wenn ich dann hochnehme zum erneuten fliegen lacht er herzlich und laut und vergisst seine Tränen.

Er weiss doch ganz genau was er will, oder? Ich lass ihn dann nicht schreien sonderen versuche ihn z.B. durch herumtragen vom Fliegen spielen abzubringen. Da hat er mich doch in der Hand und lässt mich tanzen.

Wäre es da nicht gut das Baby auch mal schreien zu lassen oder soll es immer seinen Willen bekommen, wegen dem Urvertrauen und so.....

Was meint ihr?
LG R.

Beitrag von kiwi-kirsche 12.05.10 - 22:45 Uhr

Hallo,
also ich habe auch so einen Zickerich zuhause...Der fängt mit seinen 10 Monaten auch sofort an zu Bocken, wenn er nicht seinen Willen bekommt...allerdings beruhigt er sich ziemlich schnell wieder, wenn man nicht darauf eingeht...und das nennt man ERZIEHUNG;)
Muss leider sein und ist in dem Alter normal....
Einfach ablenken und weiter geht der Spaß;) In dem Alter noch sehr unkompliziert....;)

lg
Kiwi

Beitrag von pizza-hawaii 12.05.10 - 22:46 Uhr

Babys können nicht aus Zorn schreien? Ich bin überzeugt das mein Sohn das kann!

Ich lass ihn dennoch nicht länger als nötig schreien. Hab allerdings schon öfter die Erfahrung gemacht das er gerne mal schreit wenn ich ihn hinlege aber auch schnell wieder aufhört und sich selbst beschäftigt wenn er merkt Mama kommt jetzt nicht sofort (z.B. wenn ich ihm seine Flasche mache oder mal eben zur Toilette bin)

Schreien lasse um am längeren Hebel zu sitzen würde ich aber nicht!

pizza

Beitrag von perserkater 12.05.10 - 22:48 Uhr

Hallo

Nein, nicht mit 5 Monaten.;-)

Mit 10 Monaten kann ein Baby auch mal kurz(!) warten. Es sollte aber nicht weinen müssen deswegen. Das klappt aber nur, wenn es die Monate vorher immer sofortige Zuwendung erfahren hat wenn es sie brauchte. Nur so, sind sie gesichert und vertrauen darauf, dass Mama kommt, auch wenns nicht sofort ist.

Du solltest dein Baby dann einfach ablenken oder tragen oder etwas in die Hand drücken usw.

LG

Beitrag von chilli-68 12.05.10 - 22:48 Uhr

Hallo

klar weiss so ein kleiner Mensch schon sehr genau was er will..lach..deiner will fliegen.
Schreien lassen würde ich Ihn nicht..ablenken..was anderes machen.
Mein Kleiner meint mit 7,5 Mon er kann alleine mit dem Löffel essen...das Chaos kannst Du Dir vorstellen..also Kompromiss..ich führe den Löffel in die Einflugschneise und er übernimmt dann..

lg C.

Beitrag von susi321 12.05.10 - 22:54 Uhr

Hey...

also das mit dem Urvertrauen ist meiner Meinung nach dann, wenn das Baby jemanden braucht.. und nach jemanden schreit und KEINER kommt oder reagiert!!!

SCHRECKLICH!!!

Wenn es allerdings so ne Situation ist wie bei euch mit dem Fliegen, wo es offensichtlich ist, dass ihm das spass macht und er weitermachen will und wenn er den willen nicht bekommt bockt, dann würd ich ruhig mal konsequent bleiben und den spass in eine andere Richtung oder au ein anderes Spiel lenken..

Unsre Maus musste auch schon früh lernen dass sich nicht immer ihren Kopf durchsetzen kann.

Jetzt ist sie 2 Jahre und ist echt artig, folgt und wir haben so gut wie keine Trotz- Probleme.

Mittlerweile ist NEÍN, NEIN!

Alles Liebe,

Sarah mit 2 wunderbaren Mäuschen an der Hand!!!#verliebt

Beitrag von lienschi 12.05.10 - 23:05 Uhr

huhu,

ich denke schon, dass Babys auch im ersten Lebensjahr schon trotzig oder zornig sein können, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht.

In so einer Situation würde ich ihn aber auch nicht schreien lassen, sondern ablenken.

Mein Kleiner (7 Monate) ist ein sehr ausgeglichenes Kind, das so gut wie nie schreit. Wenn er aber was in die Hand nimmt, was er nicht haben darf und ich es ihm wegnehme, kann er schonmal richtig losbrüllen... auch gleich mit großen Krokodilstränen. Ich gebe ihm dann schnell was anderes in die Hand und versuche ihn abzulenken... meist funktioniert das auch ganz gut.

lg, Caro

Beitrag von taewaka 13.05.10 - 00:30 Uhr

was ist schlimm daran, wenn dein baby weiß was sich gut anfühlt. und dies dann möchte ... sich gut fühlen?

wenn du flieger spielen blöd findest, dann fang es nicht an. wenn du bestimmen willst wie lange, dann frag dich warum. weil dein arm schwer wird? gut dann biete deinem baby etwas anderes an, es wird gewiss damit einverstanden sein. nur ablegen lassen wird es nachdem es "flieger" gespielt hat blöd finden ... verständlicherweise.

es geht hier noch nicht mal nur um "urvertrauen", sondern darum wie man seine babys sieht und wahrnimmt. in einer stimmigen beziehung wird dein baby nicht versuchen dich über den tisch zu ziehen ... jetzt ist es klein, es will mit dir in kontakt sein, irgendwann ist es größer und es will dinge haben, den löffel, mit dem du im topf rührst, das glas aus dem du trinkst und es wird - wenn du dies vorlebst - merken, dass es sich lohnt zu kooperieren, ja es will von sich aus kooperieren. d.h., du kannst dann erklären, dass dieser löffel nicht geht, ihm beibringen, einen moment zu warten oder einen anderen löffel und einen kleinen topf anbieten.

mit kindern leben ist nicht starr, erziehung ist leider oft starr und viele eltern suchen nach leidfäden. wenn man sich auf die beziehung zum kind und dem leben mit kind einlässt, wird man merken, dass sich viele fragen von selber klären.

ich weiß nicht, wieso du glaubst, dass man künstlich einem baby dinge verwehren sollte, damit es lernt nicht immer seinen willen zu bekommen ... das leben lehrt es das baby sowieso. manchmal wollen babys nicht autofahren und müssen doch, manchmal wollen sie nicht angezogen werden und werden es doch, wenn sie größer sind wird die latte an kompromissen, die sie im alltag eingehen müssen größer und sie gehen sie ein. künstliche verwehrungen wären da ziemlich blöd und machen - zu recht - ärgerlich.

wenn dein baby größer ist und dein arm tut weh, dann kannst du ihm sagen, "so, noch 1x und dann gehen wir in die küche und holen uns suppe" oder "noch 1x, dann ist fertig" ... dann versteht dich dein baby, kann erahnen, dass danach eine neue aktion beginnt und bald schon begreifen, dass mamas arme nicht 100x flieger durchhalten. jetzt kann dein baby dies nicht verstehen, d.h. entweder gar nicht erst anfangen oder danach kompetent auf das anderes ablenken.

by the way: stell dir mal vor du rufst deinem partner aus dem wohnzimmer zu "bring doch noch eine flasche wasser mit" und er antwortet dir "nee, du, also immer kannst du deinen willen nicht bekommen".
oder noch eher: ihr verbringt einen schönen moment zusammen, du fühlst dich richtig gut, ihr beide lacht, ohne ein wort und ohne eine erklärung, die du verstehen kannst, bricht er diesen moment ab, du protestierst, fühlst dich vielleicht ärgerlich oder gekränkt ... aber auf jeden fall willst du nicht, dass es aufhört (du würdest eine erklärung wollen, die dein baby noch nicht verstehen könnte) und er sagt "nee, du, jetzt musst du mal lernen, dass du nicht immer deinen willen bekommen kannst, ich kann doch hier nicht nach deiner nase tanzen!" und du denkst "hä? ich dachte wir hatten gerade spass."

kinder sind keine monster. es sind beziehungspartner, ein teil der familie, menschen, mit ähnlichen bedürfnissen und wünschen wie erwachsene, warum sollte man diese weniger achten und respektieren oder gar künstlich nicht befriedigen?

das leben ist hart genug.

Beitrag von lea9 13.05.10 - 06:40 Uhr

Super.

Beitrag von schnucki... 13.05.10 - 08:17 Uhr

das ist wirklich schön geschrieben. genau so sehe ich das auch.
es ist im grunde ganz einfach. behandle deine mitmenschen so wie man selbst behandelt werden möchte.
lieben gruss

Beitrag von koerci 13.05.10 - 10:02 Uhr

*Gänsehaut*

Sehr schön geschrieben!!

Beitrag von herminasmum 13.05.10 - 10:00 Uhr

Danke für eure Antworten, war sehr aufschlussreich und interresant zu lesen.

Wünsche allen einen schönen Feiertag!

LG R.

Beitrag von yarina 13.05.10 - 12:24 Uhr

Doch, man kann ein Kind auch im 1. Jahr schon veröhnen. Nämlich ab genau dem Zeitpunkt, wenn es genau weiß, was es will und anfängt zu Schreien, wenn es seinen Willen nicht bekommt.

Damit meine ich jetzt nicht Nahrung, sondern z. B. Spielzeug oder Gegenstände etc.

Meine Beiden konnten das auch sehr gut.

Es gab und gibt genug Situationen, wo meine Beiden auch mal habe schreien lassen, bzw. immer noch schreien lasse.

Das prägnanteste Beispiel ist, wenn ich dringend auf die Toilette muss und die Herrschaften gerade etwas wollen. Da müssen sie halt warten und wenn sie meinen, dass sie dann schreien müssen, werde ich trotzdem nicht auf den Toilettengang verzichten !

Noch ein Beispiel: Mein Sohn will etwas Essen und das just in dem Moment, wo meine Tochter mit nacktem Hintern beim Windelwechseln auf dem Wickeltisch liegt. Da wickel ich erst meine Tochter fertig und mache meinem Sohn danach was zum Essen. Wenn er meint, dass es ihm nicht schnell genug geht und dann schreien muss, dann soll er doch.

Nächstes Beispiel: Während ich gerade mit meiner Tochter kuschel, fällt Sohnemann beim Toben auf die Nase und Schreit ganz fürchterlich. Da unterbreche ich dann gezwungenermaßen das Kuscheln mit der Tochter um den Sohn zu trösten. Das passt der Kleinen aber nicht und sie fängt (verständlicherweise) an zu schreien. Da muss sie trotzdem warten, bis ich mit dem Trösten fertig bin.

Oh, was bin ich doch für eine böse Mutter, weil ich meine Kinder auch mal schreien lasse (je nach Situation).

Achja, bisher haben meine Kinder ihr Urvertrauen deshalb noch nicht eingebüßt.

Gruß Astrid mit Erik (3 Jahre) und Ronja (1 Jahr)