Dammschnitt

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von bibimaus2701 13.05.10 - 08:37 Uhr

Hallo,

gestern im GVK sagte die Hebamme das ein Dammschnitt, wenn er aus ihrer sicht nötig ist, einfach gemacht wird und die frau in dem falle nicht weiter gefragt wird.

findet ihr das ok?

ich dachte mir immer reissen ist besser als schneiden wegen der heilung. aber sie meinte das so ein riss meist schlimmer sein sein als wenn wann einen kleinen schnitt macht. und unter den presswehen macht es ihrer meinung nach auch keinen sinn die frau vorher zu fragen ob sie den schnitt will.

wie handhabt ihr das? sagt ihr vorher das ihr keinen dammschnitt wollt oder überlasst ihr die entscheidung der hebi?

Danke schonmal.

Beitrag von bibuba1977 13.05.10 - 08:41 Uhr

Hi,

man macht heute eigentlich eher den Schnitt, weil die Wunde dann kontrollierbarer ist. Bei einem Riss weiss man nie, in welche Richtung er geht und wie weit. Meist ist also der Schnitt in der Tat das kleinere Uebel.

Ich bin, glaub ich, nicht wirklich gefragt worden. Ich bekam es angekuendigt. Hatte aber auch den Eindruck, dass ich durchaus noch haette sagen koennen, dass ich das nicht will. In der Situation war mir aber alles recht, was uns weiter brachte.
Sie hat den Schnitt waehrend einer Presswehe gemacht. Ich hab was kaltes gespuert und auch, wie das Blut dann lief. Schmerzen an sich hatte ich aber nicht. War nicht toll, aber danach kam dann endlich die Kleine durch.

Ich werde mich auch beim naechsten mal auf Hebi und Arzt verlassen. Immerhin sehe ich nicht, was die sehen. ;-)

LG
Barbara

Beitrag von chili81 13.05.10 - 08:41 Uhr

Ich hab das Entbindungskrankenhaus danauch ausgesucht ob die schnell schneiden oder nicht.
Aber unter der Geburt ist dir das ziemlich schnuppe.

Beitrag von linola. 13.05.10 - 08:41 Uhr

Bei mir wurde auch immer geschnitten, da die Kinder sehr groß waren und auch mit Glocke und Zange geholt worden.

Gerissen bis zum Hintern bin ich trotzdem#augen
Geheilt ist beides schlecht:

Da war ich nach einen KS wesentlich schneller fit.

LG

Beitrag von tabi 13.05.10 - 08:42 Uhr

Guten Morgen :-)
also ich will ja nicht mein Laienwissen gegen das fachwissen stellen, aber meiner Meinung nach redet diese Hebamme Blödsinn oder sie hat es anders gemeint.
Normalerweise heilt ein Riss viel besser als ein Schnitt. Nicht umsonst wird heutzutage beim KS nur ein kleiner Schnitt zum Öffnen gemacht und der Rest wird aufgerissen, das gilt auch beim Damriss.
Und ein Damm der selber reißt, tut das nur so weit wie nötig um den Kopf durchzulassen...ein Schnitt ist eventuell größer.
Und diese Meinung hab ich auch sonst von allen hebis und FA gehört.
Ich denke also wie schon geschrieben sie redet Unsinn. Ich weiß nicht wie sie darauf kommt. Vieleicht nicht gut genug und zeitgemäß informiert.
Lg und einen schönen Feiertag

Beitrag von eifelkind 13.05.10 - 08:47 Uhr

Hallo!

Das finde ich allerdings sehr seltsam.

Die meisten gehen vom Schneiden wieder weg weil klar ist, dass gerissene Wunden einfach besser heilen. Das hat auch nichts mit besser kontrollierbar oder so zu tun. Es ist einfach völlig logisch - geschnitten wird durch Zellen, reissen tuts an Zellwänden vorbei.

Ich bin mir aber sicher, dass Du vor der Entbindung durchaus Wünsche äusser kannst. Wenn Du definitiv nicht geschnitten werden willst bzw. nur, wenn es wirklich nicht anders geht, dürfen sie Dich auch nicht schneiden.

Ich würde es auch nicht wollen - kann Dich also voll verstehen.

Liebe Grüsse
Astrid

P.S.: Ich hatte einen geschnittenen und einen gerissenen Kaiserschnitt. Der gerissene heilte tatsächlich schneller.

Beitrag von inoola 13.05.10 - 08:58 Uhr

huhu,

also ich würde das zu der hebi im kreissaal sagen, das du keinen schnitt willst, wenn nicht unbedingt nötig.
in meinem kh, machen die hebis, wenn nur einen kleinen anritzer, damit es dann an der richtigen stelle reißt, wenns reißt. und nich sonstwo.

risse heilen besser als schnitte wurde mir gesagt, und hier waren ja auch schon sinnvolle erklärugen dafür :)

lg inoo

Beitrag von chaos-queen80 13.05.10 - 08:57 Uhr

Also ich wurde als es dann nötig war von der Hebamme gefragt:
"Ich würde einen Dammschnitt machen, da es sonst unkontrolliert reißen kann. Ist das ok?"
Ich willigte ein, weil es mir in dem Moment ehrlich gesagt Sch***egal war, da ich unheimliche Presswehen hatte und nur noch das Kind rauspressen wollte ;-)
Mein Schnitt ist super verheilt!

Die Meinungen sind zweigeteilt ob Damm-Riss oder -Schnitt besser ist. Am besten ist, dass es überhaupt nix gibt... Aber das kann man im Vornherein nicht entscheiden oder wissen.

Es ist übrigens von Klinik und Hebamme unterschiedlich, welche Methode gewählt wird.

Eine Bekannte ist übrigens gerissen: 3. Grades. Sie konnte wochen, oder gar monatelang nicht richtig sitzen. Ich habe - wie gesagt - gute Erfahrungen mit dem Schnitt.

LG
Tina (37+4)

Beitrag von sabrina-b 13.05.10 - 08:59 Uhr

Guten Morgen,

ich war gestern auch beim GVK. Meine Hebamme sagte, dass wenn sie mir Ihrer Erfahrung gesehen hat das der Damm reißen könnte hat sie eine kleinen aber gezielten Schnitt gesetzt. So wie sie das ERzählt hat fand ich das auch sehr plausibel. Lieber unter einer Presswehe wo du sowieso nichts spürst(in der Scheide, weil völlig Blutleer und unter Spannung durch das Köpfchen) ein kleiner Schnitt als ein unkontrollierter Riss der meist viel mehr Komplikationen macht.

Am besten verlässt du dich auf deine Geburtshelfer. Sinn und zweck dieser ist es sich so viel wie nötig aber so wenig wie möglich in die Geburt einzumischen. Du solltest also etwas vertrauen in die Hebammen und Ärzte haben bei denen du Entbinden möchtest.

Hinzu kommt das ERstens alles anders kommt und zweitens als man denkt.

Lg Sabrina mit Noah(23.12.2007,24+3SSW,490g) an der Hand und kleiner Prinzessin im Bauch 32SSW

Beitrag von simerella 13.05.10 - 09:01 Uhr

Hallo,

das hält jede Geburtsklinik anders.
Ein kontrollierter Schnitt heilt in der Regel besser ab, da die Wundränder "glatt" sind. Ein Riß ist meist anatomisch schwieriger zu versorgen (vor allen Dingen Risse höheren Grades) und sie heilen in der Regel ein wenig langsamer ab.
Aber summa sumarum ist jeder Riß oder jeder Schnitt im Nachhinein ein wenig unangenehm. Ich hatte gestern auch GV-Kurs und habe gefragt, ob wir auch die Dammpflege besprechen, finde ich als Präventivmaßnahme ganz wichtig, damit eben nicht geschnitten wird oder man reisst.

Hoffe ich konnte Dir damit helfen,
simerella.

Beitrag von nisivogel2604 13.05.10 - 09:29 Uhr

glatte Wundränder heilen SCHLECHTER!

Beitrag von simerella 13.05.10 - 09:40 Uhr

Sorry, aber das ist das, was ich dazu gelernt habe.
Ist wie bei normalen Hautrissen, bei Schnitten legen sich die Wundränder glatt an und sind besser zu nähen -> kürzere Heildauer.
Risse -> traumatisiertes Gewebe, schwierig zu nähen, wegen teilweise schlecht zu erkennender Anatomie, Wundränder können sich nicht so gut aneinander anlegen, da Teilmazerationen bestehen.

Beitrag von iggi80 13.05.10 - 09:08 Uhr

Ich bin über die Aussagen hier aber auch sehr verwirrt. Ich habe nun schon mit einigen Hebammen gesprochen und sie alle sagen, dass sie einen Schnitt nur sehr ungern machen und wenn es eben gar nicht anders geht - eben weil Risse besser heilen. Meine Beleghebamme meinte auch, dass sie den Schnitt ganz selten macht, was mich sehr beruhigt.

So wird es allgemein in meiner Klinik auch gehandhabt. Laut Statistik gab es dort letztes Jahr nur 0,61% Dammrisse 3. und 4. Grades und 25% Geburten mit Dammschnitt. Das liegt weit unter den allgemeinen Durchschnittszahlen und spricht für die gute Arbeit der Hebammen (Dammschutz etc.)

Ich würde jedenfalls keine Hebi haben wollen, die generell einen Schnitt bevorzugt!

LG und alles Gute!

Beitrag von tm270275 13.05.10 - 09:19 Uhr

Hi Du,
also ich kann nur aus der Erfahrung meiner 1. Geburt berichten - mein Kleiner hatte einen KU von 38 cm und war ein "Sternengucker".... ein Schnitt war einfach nötig - man hat mich aber nicht gefragt und hätte man, hätte ich zugestimmt. Im Moment der Geburt braucht es - so hab ich es empfunden - ganz viel Vertrauen zur Hebamme, die Dich begleitet und zum Arzt bzw. zur Ärztin...

Ich glaube, wenn man mich noch gefragt hätte, dann hätt ich Schiss bekommen oder mir evt. sogar noch die Schmerzen eingebildet. So aber hab ich vom Schnitt wirklich gar nix mitbekommen - keine Ahnung wann die geschnitten haben - es tat weder weh noch hab ich irgendwas unangenehmes gespürt. Meine Wunde heilte hinterher sehr, sehr gut und ich hatte schon ganz schnell wieder das Gefühl, völlig "heil" zu sein....

Ich kann Dir nur raten: mach Dir nicht zuviele Gedanken über all diese Dinge, lass die Geburt auf Dich zukommen und sprich mit Deiner Hebamme zu Beginn, wenn Dir was besonders wichtig scheint oder du Fragen, Sorgen, Ängste hast.... dann lass Dich ein auf das WUNDER ....

Alles Gute
Tessa

Beitrag von nisivogel2604 13.05.10 - 09:27 Uhr

Mich hat man unnötigerweise und ohn zu fragen geschnitten. Risse heilen definitiv besser als Schnitte, sind aber schwieriger zu nähen. Du MUSST dem Schnitt zustimmen. Alles andere ist rechtlich gesehen schwere Körperverletzung und du kannst den Arzt oder die Hebamme dafür verklagen. Du solltest vorher schriftlich fixieren das du keinen Dammschnitt duldest.
Auch deswegen bekam ich mein drittes Kind zu Hause.
lg

Beitrag von elea 13.05.10 - 09:34 Uhr

guten morgen,

ich hatte bei laura beides... bin erst ein bisschen geschnitten worden, aber leider dann bis in den enddarm eingerissen (dammriss 4. grades) allerdings: geheilt ist es super,ich konnte ein paar stunden später schon wieder im schneidersitz im bett sitzen, und hatte (bis auf ein kleines psychisches problem, weil ich vorm ersten stuhlgang massive angst hatte) überhaupt keine heilungs und wundprobleme!

mir ist das wurst - wenn man presswehen hat und das womöglich schon stundenlang (war bei mir so,aber ich durfte nicht pressen,weil mumu noch nicht weit genug war) dann ist einem das schnurz - hauptsache es ist schnellstmöglich vorbei! ;-)

ich überlasse die entscheidung arzt und hebamme - und ein kh danach aussuchen würde ich eh nicht... eine geburt ist jedesmal einfach anders und große kinder erfordern eben manchmal andere und invasivere massnahmen!

lg

alexandra, deren geschlechtsteile man nicht mal mehr ansieht,dass da schon ein riesenbaby rauskam *grins*

Beitrag von opmaus82 13.05.10 - 09:44 Uhr

REISSEN würde ICH sagen, ist ein NO GO... dann haste schön alles Ramponiert da unten..

Bei mir wurde einfach geschnitten, hat auch nicht weh getan... ich denke (aus eigener Berufserfahrung) ist ein sauberer schnitt und eine saubere naht besser als gerissenes schön zusammennähen...

Und dass man da nicht mehr gefragt wird... ist glaube ich in dem moment auch besser.....
meistens wirds einfach gemacht ...

alles liebe

Beitrag von tabi 13.05.10 - 09:58 Uhr

Wenn aber schneiden besser ist als reißen und das besser heilt frage ich mich ernsthaft warum bei einem KS nur ein kleiner Schnitt gemacht wird um zu öffnen und der Rest aufgerissen wird.
Und das machen mittlerweile fast alle KH und Gyns so.
Wenn ein Schnitt besser heilen würde, würden sie es doch wohl kaum so gängig durchführen?!
Also ich weiß nicht was du beruflich machst, aber bei deinen Argumenten fehlt mir die Logik...
Nicht böse gemeint
Lg
P.S. ich hatte einen Dammriss 4.Grades, ich bin sternförmig gerissen und es musste genäht werden. Ich hab keinerlei Probleme damit weil es super verheilt ist.

Beitrag von iggi80 13.05.10 - 10:01 Uhr

Ich bin ja keine Expertin, aber wenn Reissen so ungünstig ist, wieso werden dann inzwischen selbst Kaiserschnitte mehr gerissen als geschnitten?

Und aus eigener Beobachtung und Lebenserfahrung an meinem Körper heilen Schnittwunden immer ein bisschen schlechter und schmerzhafter. Mir persönlich erscheint das unlogisch, dass Schnitte besser heilen.
Natürlich gibt es aber nunmal auch unter der Geburt Situationen, in den ein Schnitt einfach mal nicht mehr umgangen werden kann. Daher vertrau ich da auch einfach auf meine Hebamme.

Nix für ungut

Beitrag von tabi 13.05.10 - 10:07 Uhr

Die Dehnung der Geburtswege bei der Geburt führt nicht notwendigerweise zu einem Reißen des Dammes. Während manche Frauen die Geburt ganz ohne Einreißen überstehen, kommt es bei anderen zu einem mehr oder weniger ausgedehnten Riss. Faktoren wie die Elastizität des Gewebes, die Größe des Kindes, die Vorbereitung des Dammes, sowie der Durchführung des Dammschutzes und die Geschwindigkeit der Geburt spielen dabei eine Rolle.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich der Dammschnitt zur Vorbeugung des Dammrisses im klinischen Alltag durchgesetzt. Dammschnittraten von bis zu 50% kamen in manchen Kliniken vor. In den letzten Jahren kam es zu einer Neubewertung, das Thema Dammriss versus vorbeugender Dammschnitt wird in Fachkreisen noch häufig diskutiert. Nach neueren Untersuchungen ist man heute der Auffassung, einem möglichen Dammriss den Vorzug zu geben, da das Gewebe an der schwächsten Stelle reißt, also weniger Muskulatur und Blutgefäße beschädigt werden. Dies erleichtert die Wundheilung und reduziert den Blutverlust. Außerdem hat sich herausgestellt, dass der Riss oft die geringergradige Verletzung ist. Andererseits können Dammrisse unkontrolliert weiterreißen und damit die Schließmuskulatur des Afters beschädigen.

Im Sinne der Kindes- und Müttergesundheit muss die Notwendigkeit eines Dammschnittes individuell beurteilt werden. Der routinemäßige Dammschnitt ist dabei ebenso unnötig wie das Vermeiden eines Dammschnittes aus dogmatischen Gründen, da es viele Situationen gibt, in denen ein Dammschnitt zur Vermeidung kindlicher Gefährdung unumgänglich ist. Die Verkürzung der Austreibungsphase bei kindlichen Notlagen, ein sehr hoher straffer Damm, vaginal operative Geburtsbeendigung oder Frühgeburtlichkeit sind häufige Gründe, einen Dammschnitt zum Schutz des Kindes dem mütterlicherseits möglicherweise vermeidbaren Dammriss vorzuziehen. Der Dammschnitt bietet außerdem den Vorteil, die Druckbelastung des kindlichen Kopfes zu vermindern. Im Bedarfsfall kann man den Schnitt auch ohne Gefahr für den Schließmuskel am After verlängern.


Also kurz gesagt, wenn nötig, weil der Kopf nicht duchkommt ist ein Dammschnitt sinnvoll um unkontrolliertes Reißen des Schließmuskels zu vermeiden ud die Geburt beenden zu können, aber ansonsten heilt ein Riss besser als ein Schnitt. Ein Riss ist nur schwerer zu nähen, aber das kann einem als Frau eigentlich egal sein, denn es näht ja der Gyn und nicht wir!

Lg

Beitrag von castorc 13.05.10 - 10:20 Uhr

Bei mir waren sie kurz davor zu schneiden (wollte das nicht wissen), haben es dann aber doch als der Kopf draussen war.
Mein Sohn kam dann aber mit angewinkelten Armen, so dass ich dann gerissen bin. Gespürt habe ich nix. Das Nähen hinterher um so mehr. Trotz Betäubung hat es echt wehgetan.