Meine Tochter (2,5 Jahre) spricht immer häufiger das Wort "Papa" aus

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von amicelli09 13.05.10 - 13:42 Uhr

Hallo zusammen,

es gibt für mich momentan ein Problem, das ich immer mehr auf uns zurollen sehe und es nicht abwenden, geschweige denn damit umgehen, kann.

erstmal zur Vorgeschichte:

Bin schon seit Beginn der Schwangerschaft mit meiner Tochter (im September 3 Jahre) allein. Alleinerziehend, alleiniger Elternteil. Der Erzeuger kümmert sich absolut nicht um sein Kind, hat sie noch nie gesehen. Eigentlich ist das für mich kein Problem, obwohl immer wieder der Gedanke hochkommt, dass ich das so für mein Kind nicht wollte. Ich selbst liebe meinen Papa über alles und hätte so gerne, dass meine Tochter eine solche Vater-Tochter-Beziehung auch erleben darf. Bisher konnte ich mich immer mit dem Gedanken trösten, dass sie es "eh noch nicht so mitbekommt" oder "sie kennt es ja nicht anders". Außerdem haben wir ein sehr stabiles Umfeld und soziales Netz mit liebevollen Großeltern, meinen Geschwistern, meinen Freunden, usw.

Aber das wird auf Dauer nicht reichen. Inzwischen merke ich, dass da sehr bald schmerzhafte Wahrheiten auf meine Kleine zukommen werden.

Sie beginnt immer öfter zu betonen "das ist der Papa von xxxx (ihrer Freundin)". Oder: "Das ist der Papa von der Puppe". Oder: "Wo ist denn der Papa von meinem Teddy, Mama?", etc. Außerdem nennt sie mich (!) immer öfter Papa! #schock Ich sage ihr dann immer lächelnd dass ich doch die Mama bin und dann ist auch wieder gut.. Noch. Neulich hat sie aufgezählt, dass ihre Freunde Mama und Papa haben.. Und sie hat eine ... Mama. Schweigen ihrerseits. Sie hat überlegt.. Nicht mehr lange und die Frage formuliert sich, ich weiß es!

Ich warte wirklich auf den Tag an dem zum ersten Mal die Frage kommt: "Wo ist mein Papa?"
Ich hatte nun fast drei Jahre Zeit mich mit dieser Frage auseinanderzusetzen und ich weiß immer noch nicht was ich am Tag X antworten werde.
Ich möchte ihr diese verletzende Antwort ersparen "dein Papa will dich nicht". Aber wie soll man das bitte umschreiben???

Mittlerweile ist es so weit, dass ich zu weinen beginne wenn ich im Fernsehen zB Frauen sehe, die ihre Väter suchen oder Kinder die von ihren Vätern umsorgt werden. Langsam nimmt es richtig krankhafte Züge an bei mir.. Und das wird nicht sehr hilfreich sein wenn der Tag X da ist.

Kann mir irgendjemand einen Tipp geben? Ist jemand auch in dieser Situation?

Beitrag von clazwi 13.05.10 - 14:11 Uhr

Hallo Amicelli,

ich würde Dir DRINGENDST das Buch "Wieviel Wahrheit braucht mein Kind?" von Irmela Wiemann empfehlen!

Deine Tochter hat eine Mama UND EINEN VATER!

Und dieser Vater darf auch in das Leben EURES Kindes integriert werden.

Ich bin selbst Adoptiv- und Pflegemama....und meine Kinder DÜRFEN mit "beiden Eltern" leben.


Lass' Dir am besten fachlich helfen, z.B. auch bei einer Familienberatungsstelle.
Fragen dazu gerne an mich (siehe VK).


LG
Claudia

Beitrag von amicelli09 13.05.10 - 14:15 Uhr

Hallo Claudia,

"Und dieser Vater darf auch in das Leben EURES Kindes integriert werden."

Natürlich DARF er. Ich habe ihm da nie Steine in den Weg gelegt, von Anfang an war ich immer offen für ihn. Habe ihm Bilder von ihr geschickt, ihn angerufen. Nie kam was von ihm. Wenn ich mich nicht melde hören wir nichts voneinander.
Seine Familie/sein Umfeld weiß nicht mal dass es die Kleine gibt!!! #heul

Du kannst dir sicher sein.. An MIR liegt das nicht! Und es steht auch nicht in meiner Macht das zu ändern...

Die Idee mit der Familienberatungsstelle finde ich gar nicht so schlecht!

Danke und LG

Beitrag von clazwi 13.05.10 - 14:25 Uhr

Hallo Amicelli,

ich kann gut nachvollziehen, wie verletzend das augenscheinliche Desinteresse am Kind für Dich ist#blume.

Der Vater unserer Pflegetochter ist vor einigen Jahren auch "in den Weiten dieser Welt" verschwunden und besucht sie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr.

Wichtig finde ich nur, dass Du Dich nicht verletzt fühlst, wenn Deine Kleine das Wort "Papa" ausspricht oder nach dem Papa fragt und dass Du souverän mit den Fragen nach dem "Papa" umgehen kannst.

Fühl' Dich ermutigt, zur Beratung zu gehen. Ich nehme übrigens selbst immer wieder mal sehr gerne die Beratung in Anspruch, wenn ich mal "den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe" ;-).


LG
Claudia

Beitrag von silk.stockings 13.05.10 - 14:44 Uhr

Auch wenn er sich nicht meldet oder kümmert, so gibt es ihn trotzdem.

Und das solltest du deiner Tochter vermitteln - ohne Wut und Hass, "der blöde yxz A...l..h Idiot hat sich verpisst und uns im Regen stehen lassen" - ist sicher nicht die richtige Formulierung.

Meine Kinder waren schon älter als ihr Vater den Umgang abbrach und sich jeden weiteren Kontakt verbot.

Beitrag von amicelli09 13.05.10 - 14:49 Uhr

Das sehe ich ja eigentlich auch so. Habe vor ihr -noch nie!!!- schlecht von ihm gesprochen. Immer nur neutral von "Papa", bzw. XXX (seinem Namen).

Ich denke eine Dreijährige gibt sich mit der Erklärung dass er weit weg wohnt und sie deshalb nicht sehen kann auch noch zufrieden. Aber mein Kind ist schlau... Dann wird bald kommen "dann fahren wir halt da hin". Was soll ich ihr da bitte sagen??? Mir geht es nicht darum ihn nicht schlecht dastehen zu lassen, sie soll sich irgendwann ihre eigene Meinung bilden. Aber ich denke halt dass sie sich fragen wird "was stimmt nicht mit mir, dass mein Papa mich nicht sehen will?" "Warum hat er mich nicht lieb?" Wie umgeht man das???

Beitrag von silk.stockings 13.05.10 - 14:53 Uhr

Das weiß mich auch nicht. Ich würde mir da fachlichen Rat holen.

Beitrag von silk.stockings 13.05.10 - 14:57 Uhr

Mir ist gerade noch etwas eingefallen. Es gibt doch auch Tiere - viele sogar, wo der Vater nur der Erzeuger ist und ansonsten keine Rolle spielt.

Bedingt bei den Löwen. Auf jeden Fall bei den Bären.

Vielleicht kannst du mit deiner Tochter Dokumentationen über diese Tiere anschauen und ihr dann beiläfig verklickern: ja, so ist es bei uns ja auch ....

Beitrag von brotli 13.05.10 - 21:25 Uhr

hallo

das hat mein sohn auch gesagt.
auf meine antwort, sein vater würde weit weg wohnen, kam tatsache irgendwann, ; dann fahren wir hin.
ja, ich habe es so gesagt wie es ist. ganz einfach, ganz normal.ohne was besonderes draus zu machen oder trauer reinzustecken.

es gibt ihn. er heisst #bla, wohnt#bla und lebt dort für sich.
wir leben hier und haben uns sehr lieb und ich habe das tollste kind durch #bla und bin superstolz.
warum er uns nicht besuchen mag, weiß ich leider nicht, vielleicht fragst du ihn später einmal oder schreibst ihm mal, wenn du das möchtest.

glaub mir, je einfacher und früher du damit umgehst, umso einfacher ist es für dein kind.

l.g.

Beitrag von xmarcix 13.05.10 - 18:56 Uhr

hallo,

also ich glaube das du ein problem damit hast, nicht deine tochter...für sie ist es doch völlig normal ohne papa. ich kenne meinen vater auch nicht und bin mit einer alleinerziehenden mutter aufgewachsen. ich habe ihn nie vermisst, bis heute nicht. es verletzt mich auch nicht das er kein interesse hat, das ist ja nichts persönliches- ich habe ja auch keines. als ich klein war hab ich meine mama auch mal gefragt wo mein papa ist. peinlicherweise fragte ich sowas gerne in der stassenbahn. kinder im kindergarten fragen schließlich "wo ist denn dein papa?" und dann trägt man die frage natürlich zur mutter. aber ich habe heute keine schäden dadurch, habe eine gute beziehung zu meinem mann. mach dich nicht verrückt! lass ruhig auch mal die väter der puppen und teddys vorkommen. es gibt auch schöne bücher über verschiedene familienformen.


ruhig blut- sei doch froh das deine tochter einen tollen opa hat. was hat man schon von einem vater den man kennt der aber keinen bock auf dich hat- und nicht jeder vater ist so wie deiner.


lg marcela

Beitrag von ciocia 14.05.10 - 10:26 Uhr

Hallo,

meine Tochter hat einen "Papa", den sieht sie alle 2 bis 3 Wochen. Er liebt sie und sie ihn. Schwer zu sagen, was für die Kinder schlimmer ist- die Sehnsucht nach dem realen Vater oder nach dem Phantom-Vater. Ich würde behaupten - das erste.


sieh es nicht so negativ:-)

Beitrag von h-m 14.05.10 - 12:45 Uhr

Ich bin auch ae von Anfang an. Der Vater meiner Tochter sieht sie aber regelmäßig und recht häufig. Aber in der Kita gibt's noch mehr Kinder, die mit der Mutter allein leben, und eine meiner Nachbarinnen ist ebenfalls ae.

Meine Tochter (6) hat natürlich trotzdem schon gefragt, warum der Papa nicht bei uns wohnt, so wie bei vielen anderen Kindern. Wir haben ihr dann immer wieder gesagt, dass Mama und Papa sich untereinander nicht mehr so gut verstehen, viel Streit hatten, und deshalb nicht zusammen wohnen wollen.

Ich würde nicht sagen, dass der Vater sie nicht will - sondern erst mal, dass er woanders wohnt und dass Du und er Streit miteinander hattet und deswegen keinen Kontakt zueinander habt.