Kindesunterhalt neu berechnen?

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Beitrag von soleil9805 13.05.10 - 14:27 Uhr

Hallo,
erst mal einiges an Informationen vorweg:
Ich wurde im Juli 2008 geschieden, wir haben eine gemeinsame Tochter, 7 Jahre alt, für die wir damals einen Unterhalt, der von meinem Exmann zu zahlen ist, von 500€ im Scheidungsurteil vereinbart, für die Dauer des Auslandsaufenthaltes meines Ex-Mannes in den USA. Dieser sollte 3,5 Jahre betragen, somit wäre er September 2010 zurückgekommen. Mittlerweile hat er seinen Aufenthalt freiwillig nochmals um 2 Jahre verlängert, sodass er erst September 2012 wieder in Deutschland zu erwarten ist. Außerdem hielten wir fest, dass er die monatlichen Raten für das gemeinsame Eigentum bis zum Februar 2010 zu zahlen hat, in dem ich kostenfrei wohnen durfte mit dem gemeinsamen Kind. Ich verpflichtete mich dazu die Kosten der Krankenversicherung zu übernehmen.
Nun kam es so wie üblich, er zahlte mal, mal zahlte er nicht. Ich schaltete einen Anwalt ein, daraufhin zahlte er auch wieder mehr oder minder pünktlich seinen Unterhalt für unsere Tochter.
Er heiratete noch im gleichen Monat der Scheidung erneut, ich ebenso. Bis dahin wusste ich noch nicht mal, dass er eine Beziehung hatte. Daraufhin hat sich sein Einkommen deutlich erhöht. Von ungefähr 5500€ netto auf ungefähr 7700€, die er nun verdient. Somit eine deutliche Gehaltserhöhung über 10%. Auf Grund dessen, dass er von der Bundeswehr in Amerika stationiert ist und nun auch seine neue Ehefrau und ihre Tochter dort wohnen, kam diese Erhöhung durch erhöhte Familienzuschläge, erhöhtes Kindergeld und erhöhten Mietzuschuss zu Stande, außerdem durch eine Änderung der Lohnsteuerklasse. Rückzahlungen hat er sowohl in 2008 als auch in 2009 bekommen. Eine Neuberechnung fand bis zum heutigen Tag nicht statt.
Es gab für mich hierzu auch keinen Anlass, da er im letzten halben Jahr auch relativ pünktlich gezahlt hat und ich einfach nur Ruhe einkehren lassen wollte, auch im Sinne unserer gemeinsamen Tochter.
Nun ist es aber so, dass er der Meinung ist, den halben Betrag des Kindergeldes für unsere Tochter, den ich bekomme, abziehen zu können und somit seit April 2010 nur noch 408€ bezahlt. Einen Vermerk zur Anrechnung ist im Scheidungsurteil nicht festgehalten worden, lediglich, dass er sich verpflichtet 500€ auf mein Konto zu überweisen, jeweils zum 3. Werktag des Monats im Voraus.
Das im gemeinsamen Eigentum stehende Haus wurde mittlerweile verkauft, sodass er hierfür keine Zahlungen mehr vornehmen muss (es waren 1100€). Lediglich den Fehlbetrages von 12000€ hat er nun neu finanziert über einen Privatkredit. Außerdem hat er nach der Ehescheidung 2 Fondgebundene Lebensversicherungen abgeschlossen, die jeweils 200 € betragen, also 400€ im Monat. Ansonsten muss er noch 220€ private Krankenversicherung für seine neue Frau und Kind bezahlen. Sonstige Verpflichtungen hat er nicht.
Ich lebe nun mit meinen mittlerweile 3 Kindern (3,7 und 10) im alleinigen Eigentum meines neuen Ehemannes und habe selbst kein Einkommen. Ich befinde mich zur Zeit in einer rein schulischen Ausbildung.
Eine Konversation ist zur Zeit gar nicht mehr möglich, da von seiner Seite meist nur Anschuldigen kommen, weil ich ihn damals verlassen habe. Emails die er schreibt, leite ich nur noch, ohne Beantwortung, an meinen befreundeten Rechtsanwalt weiter, der leider wenig Ahnung von Familienrecht hat.

Nun zu meinen eigentlichen Fragen:
1.) ist eine Neuberechnung des Kindesunterhaltes möglich und wenn ja, wie lange kann man den rückwirkend beantragen?
2.) darf ich überhaupt im Sinne des Kindes einen geringeren Unterhalt mit ihm vereinbaren/akzeptieren?
3.) ist es sinnvoller beim Jugendamt eine Beistandschaft, oder Beratung in Anspruch zu nehmen, oder soll ich einen Anwalt für Familienrecht einschalten?
4.) Würde meine Tochter Prozesskostenbeihilfe bekommen?

Erstmal lieben Dank an alle die sich diesen langen Text zugemutet haben. Ich hoffe wirklich auf Entscheidungshilfe, vielleicht kennt sich ja Jemand von Euch damit aus?
Lieben Dank im voraus

Beitrag von zwiebelchen1977 13.05.10 - 14:38 Uhr

Hallo

JA,du kannst den Unterhalt neu berrechnen lassen. Allerdngs wirst du rückwirkend nichts bekommen, erst ab Antragsstellung.

Und ja, das Kindergeld darf er zur Hälfte abziehen.

Bianca

Beitrag von hedda.gabler 13.05.10 - 17:21 Uhr

Hallo.

Nein, er darf die Hälfte des Kindergeldes nicht abziehen, wenn diese Summe im Scheidungsurteil festgelegt worden ist.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von susannea 13.05.10 - 14:40 Uhr

Wende dich ans Jugendamt oder an einen Anwalt für Familienrecht. Es geht hier nämlich nicht um dein Geld sondern das dienes Kindes und damit kannst du auch nichts darüber entschieden, ob er weniger zahlt.

Beitrag von mama-042009 13.05.10 - 19:45 Uhr

ja....geh zum jugendamt....die haben ja sonst nichts zu tuen!!!
und vergesst nicht zu jammern wenn wieder irgendwo ein kind verhungert ..........weil das jugendamt überlastet ist....weil es mit unterhaltsberechnungen beschäftigt ist........
du hast probleme.....manche haben für ihre kinder nicht mal die hälfte an geld zur verfügung

Beitrag von windsbraut69 14.05.10 - 08:08 Uhr

"manche haben für ihre kinder nicht mal die hälfte an geld zur verfügung "

Dann haben diese Kinder das Pech, einen geringer verdienenden Vater zu haben.
Das heißt aber nicht, dass nicht JEDER Vater verpflichtet ist, gemäß seinem Einkommen Unterhalt zu zahlen, um den Kindern einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen.
Warum sollen die Kinder eines so gut verdienenden Vaters am Existenzminimum rumkrepeln, nur, weil es anderen Kindern auch so geht???

Gruß,

W

Beitrag von sissy1981 14.05.10 - 13:25 Uhr

Stimmt, die dortige Abteilung des Jugendamts hat auch nichts andres zu tun, dafür gibt es Sie.

Bei so einer Antwort frage ich mich, spricht da der Neid?

Natürlich haben andre weniger Geld zur Verfügung, aber was geht es die TE an wie andre die finanzielle Situation ihrer Familie planen? Sie hat für die Ihrige zu planen und da fehlt das Geld, welches ihren Kindern auch selbstredend zusteht.

Beitrag von manavgat 14.05.10 - 10:56 Uhr

an meinen befreundeten Rechtsanwalt weiter, der leider wenig Ahnung von Familienrecht hat.

Hier sparst Du an der falschen Stelle. Du brauchst - wenn Du wirklich meinst, dass Du hier Ansprüche hast (was ich verneinen würde) eine fachkundige Rechtsanwältin, auch bezüglich - wenn ich das jetzt richtig verstanden habe - mit Unterhaltsbeitreibung in den USA. Gibt es da ein Rechtshilfeabkommen?

Außerdem:

er ist der Vater von einem Deiner 3 Kinder. Du machst einen auf Hausfrau/Schülerin und kommst jetzt mit 400 Euro Kindesunterhalt + 164 Euro Kindergeld nicht hin???? Das ist doch Dein Problem. Zumal es ja wohl eher das jüngere Kind sowie Deine nicht vorhandene Berufsausbildung sind, die Dich am Geldverdienen hindern.

Was der Mann an Geld hat, geht Dich gar nichts an.

Sehe ich das richtig, dass Du 3 Kinder von 3 verschiedenen Männern hast, das jüngste mit Deinem Mann zusammen und Du jetzt einen blöden suchst, der Dich (über den Kindesunterhalt) alimentiert?

Gruß

Manavgat