Ich brauche dringend Ratschläge und muß meine Sorgen loswerden...

Archiv des urbia-Forums Trennung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von totty 13.05.10 - 16:04 Uhr

Hallo !
Meine Geschichte dauerd etwas länger und ich weiß einfach nicht mehr weiter
Ich bin 29 Jahre alt,bereits seid 2006 geschieden und habe drei Töchter im Alter von 13,9 und 7 Jahren
Mein Ex- Mann und ich haben das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder und bisher gab es auch nie Probleme
Wir haben uns eigentlich die ganzen Jahre besser verstanden ,als in der Ehe
Ich bin selbst in einer Familie aufgewachsen,die sehr problematisch,meine Eltern sind beide Alkoholiker
Ich habe schon mit 12 Jahren (mit Erlaubnis meiner Eltern) sehr viel getrunken und hatte keine besonders schöne Kindheit
Bereits mit 16 Jahren bin ich von zuhause ausgezogen ,weil ich ein anderes Leben führen wollte
Ich bekam mit 16 auch schon meine erste Tochter
Mein Ex-Mann und ich haben uns irgendwann auseinander gelebt und uns in Freundschaft getrennt
Ich glaube ich war einfach zu jung
Wie auch immer ,die ganzen Jahre habe ich mich um meine Kinder gekümmert und alles getan damit sie eine schöne Kindheit haben
Hilfe konnte ich von niemand erwarten
Mein Ex-Mann hat bis vor einem Jahr eine Strasse von uns entfernt gewohnt und hielt sich nur an die 14 tägige Besuchsreglung über das Wochenende
Das sah dann meist so aus ,dass es den ganzen Tag vor dem Pc saß und die Kinder wurden vor dem Fernseher geparkt,um die Hygiene hat er sich auch nicht wirklich gekümmert
Trotzdem habe ich ihm nie die Kinder entzogen.Natürlich habe ich im gesagt wenn etwas nicht richtig lief,aber ich hatte auch Verständnis ,dass ihm die Situation mit den Kindern alleine fremd war
Wenn ich Probleme oder Sorgen hatte,ob ich krank war...egal was...ich hatte niemand der mich unterstützt hat
Einen Freundeskreis hatte ich auch nie wirklich,ich habe die ganzen Jahre nur für meine Kinder gelebt
Dann fing es voriges Jahr an,dass ich am Wochenende ,wenn die Kinder bei ihrem Vater waren,immer öfter getrunken habe ,um abzuschalten,nicht nachzudenken
Das ging soweit ,dass ich am Ende sogar getrunken habe,sobald die Kinder im Bett waren
Irgendwann habe ich gemerkt,dass ich wieder ein Problem mit dem Alkohol hatte
Mein Ex- Mann hatte inzwischen auch eine neue Lebensgefährtin,die sich dann wenigstens an den Wochenenden vernünftig um die Kinder gekümmert hat..zumindest anfangs
Voriges Jahr habe ich mich dann entschlossen eine Langzeittherapie zu machen.Ich habe mich meinem Ex-Mann und seiner Freundin anvertraut und sie boten mir sofort an ,die Kinder zu nehmen bis ich von der Therapie zurück komme
Ich hatte mich dann auch mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt,damit sie ein Auge darauf werfen
Ich war dann bis 01.April in der Klinik ,es tat mir sehr gut ,ich fühle mich wohl und es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte
In diesen 16 Wochen lief bei meinem Ex -Mann alles schief..immer wieder bekam ich Anrufe von der Familie ,dass die Kinder unsauber rum laufen,sie fehlten ständig in der Schule und meine kleinste Tochter,die sehr lebendig ist ,wurde richtig von der Freundin meines Ex-Mannes verstoßen
Manchmal hat sie mich angerufen und gesagt,dass Leben wär nicht mehr schön und ich musste mich zusammen reißen ,dass ich nicht abbreche..meine Therapeutin hat mich dann immer wieder aufgebaut und mir klar gemacht,dass ich gesund werden muss,um wieder richtig für meine Kinder zu Sorgen
Meine Kinder sind mein Leben..Mit dem Jugendamt zusammen haben wir dann besprochen,dass nach der Therapie eine langsame Rückführung stattfindet
Nach meiner Entlassung hatte ich dann gleich am Osterwochenende die Kinder bei mir .Meine große und die kleinste Tochter haben mir dann gleich gesagt ,dass sie nicht mehr zu ihrem Vater zurück wollen ,die kleine hat sogar geweint,vor Angst ,dass sie wieder gehen muß
In diesem Moment war mir egal was wir abgemacht haben ,denn ich hätte meine Kinder nie ohne ihren Willen weg schicken können
Meine neun jährige,sagte dann ,dass sie gerne noch den Ostermontag mit ihrem Vater verbringen möchte und dann auch nach Hause käme
Natürlich ist es mir wichtig was die Kinder wollen und ich habe das ihrem Vater so mitgeteilt
Er war total sauer ,ist gleich Dienstags nach Ostern zum Gericht und hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragt
Meine Tochter haben sie dann in der Zeit regelrecht bestochen..sie hat einen eigenen Pc bekommen und in kürzester Zeit so viele Süssigkeiten dass sie in den letzten Wochen extrem zugenommen hat
Mittlerweile hat sie 62 Kilo mit 9 Jahren
Sie haben dem Kind nur Lügen erzählt,wie z.B. ich würde bestimmt wieder trinken und dann kämen sie in ein Heim usw.
Sein Antrag bei Gericht wurde abgelehnt,aber meine Tochter soll und will auch weiter bei ihm bleiben
Sie geht kaum noch in die Schule und darf machen was sie will,nur damit sie bei ihnen bleibt
Mittlerweile haben wir eine Reglung mit dem Gericht getroffen dass meine Tochter alle 14 Tage zu uns kommt,aber sie gehört doch einfach nach Hause zu mir und ihren Schwestern..
Ich fühle mich von dem Jugendamt völlig alleine gelassen..
Der Hammer ist auch noch ,dass die (mittlerweile schon Frau ) von meinem Ex-Mann einen Sohn von 5 Jahren hat,der bei ihrer seiner Oma lebt und den sie nicht bekommt ,weil sie nicht mit ihrem eigenen Kind zurecht ,kommt..Mittlerweile war ich bei meiner Anwältin ,aber ich bekomme eigentlich von jedem mehr oder weniger deutlich gesagt,dass ich nichts machen kann wenn meine Tochter bleiben will...
An den Wochenenden hier zuhause ,gefällt es ihr immer gut und sie ist fröhlich aber sie ist völlig verunsichert worden,das merkt man deutlich
Ach ja ,als das Jugendamt meinem Ex-Mann sagte,dass meine zwei andren Töchter bei mir bleiben können,weil sie sich so gewehrt haben zurück zu gehen und auch der Sachbearbeiterin vom Jugendamt erzählt haben wie es ihnen bei ihrem Vater erging,meinte er ,das würde jetzt aber nicht in seine Rechnung passen...seitdem ist mir klar,dass es ihm nur um das Geld geht
Es kann doch nicht sein,dass ich das alles so hinnehmen muss
Oder?Ich habe Angst vor der nächsten Gerichtsverhandlung..meine Kinder sind einfach mein Leben und ich kann kaum ertragen ,dass jetzt alles anders ist,obwohl ich mir von selbst Hilfe geholt habe,was mein Alkoholproblem betrifft . Ich hätte ja auch weiter machen können,es hat
niemand gemerkt,weil nie jemand nach uns gefragt hat..aber ich wollte das nicht mehr.Und jetzt...ich weiß einfach nicht mehr weiter

Beitrag von babylona 14.05.10 - 22:35 Uhr

Hallo Totti,
leider bin ich wirklich nicht bewandert in derlei Fragen, aber auf jeden Fall wollte ich dir Mut machen und dir sagen, dass du durchhalten sollst! Du hast alles richtig gemacht und es ist ganz toll, dass du die Trennung für die Therapie durchgehalten hast und dich so für deine Kinder einsetzt.
Der einzige Rat, der mir einfällt, ist, dass du dich vielleicht mal an eine unabhängige Beratungsstelle wie Caritas, Pro Familia usw. wenden könntest. Sicher kann dir dort auch in psychosozialer Weise geholfen werden mit Tipps und Hinweisen. Und vielleicht gibt es bei dir auch irgendwo Gruppentreffen Alleinerziehender, wo du dich auch mal ein wenige auffangen lassen kannst.
Bei mir ist es immer so, je mehr ich über etwas Bescheid weiß, z.B. die Rechtslage, desto sicherer fühle ich mich und das wirkt sich natürlich auf alle Lebensbereiche inkl. Kinder aus.
Alles Gute! Bleib tapfer!
#klee#klee#klee

Beitrag von totty 19.05.10 - 21:38 Uhr

Hallo Babylona ,
danke für`s Mut machen,kann ich gut gebrauchen !
Ich bin bereits bei der Caritas, aber ich höre von allen Seiten immer nur ,dass wir uns als Eltern einigen müssen , weil wir das gemeinsame Sorgerecht haben
Ich weiß auch nicht !!!!
Nun heißt es abwarten bis zur Gerichtsverhandlung und das zerrt ganz schön an den Nerven...Ich hoffe einfach ,alles wird gut und ich hab meine Mädels bald alle wieder zusammen zuhause...

Beitrag von babylona 19.05.10 - 23:13 Uhr

Hallo du,
was für eine Verhandlung steht denn genau an als nächstes? Eigentlich denke ich, würde ein Kind bevorzugt der vertrauten Umgebung "zugesprochen" und dabei auch der Geschwisterzusammenhalt berücksichtigt. Wenn hinzu kommt, dass sie nicht ordnungsgemäß in die Schule geht/gebracht wird und auf andere Weise "vernachlässigt" (schlechte Ernährung, unsauber usw.), sagt mein gesunder Menschenverstand, würde sie doch eher wieder zu dir kommen, oder? Ich glaube, der eigene Wunsch eines Kindes bekommt erst ab bestimmtem Alter entscheidendes Gewicht, da es bis dahin stark beeinflussbar (eben wie du sagst z.B. mit "Bestechung") ist. Allerdings beruhen meine Aussagen höchstens auf Halbwissen und das nützt dir leider gar nix. Du machst alles richtig so, schreib dir alles auch auf mit Datum etc. Mehr kannst du nicht machen. Ein Gericht entscheidet in erster Linie nach Kindeswohl - zumindest ist so die Vorgabe, und deine Eigeninitiative in deiner Suchtsituation wird dir ganz sicher aufs "Plus"-Konto geschrieben. Bleib stark und vor allem: Auf keinen Fall wieder rückfällig werden! Aber das weißt du sicher selbst.
Alles Gute nochmal, ich drück ganz fest die Daumen!
LG und guten Nacht,
babylona