mein Opa wird wohl sterben

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von whybette 13.05.10 - 20:01 Uhr

Hallo.

Vorgestern ist mein Opa ins KH gekommen.
Er hat wohl Gallensteine, einer (oder mehrere) verstopfen den Gallengang, dadurch bricht mehr oder weniger alles zusammen.
Die Ärzte können sie wohl nicht einfach operativ entfernen, da er ein Herzleiden hat und starke Blutverdünner nimmt. Außerdem ist sein Allgemeinzustand sehr schlecht.
Auf der einen Seite würde ich ihn sooooo gerne nochmal sehen, aber wir wohnen ca. 350 km von ihm weg, ich habe noch 2 Kids und mein Mann würde nicht so einfach Urlaub bekommen (den müsste er sich eher für die vorraussichtliche Beerdigung aufheben #schmoll)
Ich traue mir die weite Strecke alleine mit den 2 Kids (4 Jahre und 11 Monate) nicht zu, außerdem möchte ich den Kleinen nicht die traurige Stimmung dort zutrauen. Ich denke ich wäre für meine Mom momentan mit den beiden auch mehr oder weniger nur eine Belastung. Außerdem hab ich wahnsinnige Angst vor der Situation, davor meine Mom so besorgt zu sehen und ihr nicht helfen zu können.
Was würdet ihr machen? Wenn ich jetzt nicht hin fahre und er wirklich die nächsten Tage stirbt werde ich mich wahrscheinlich den Rest meines Lebens fragen warum ich nicht gefahren bin. Wenn ich fahre hab ich Angst, dass ich da wirklich am Krankenbett (womöglich noch mit bzw. vor den Kids) zusammen breche.

Traurige Grüße
Why

Beitrag von ili_luis 13.05.10 - 20:16 Uhr

Hallo Why, es tut mir leid, dass es deinem Opa so schlecht geht. Ich kann dir nur sagen, was ich machen würde. Ich würde auf jeden Fall hinfahren, ich denke, dein Opa würde sich auch freuen, dich zu sehen. Allerdings wäre es für mich auch keine große Belastung viele km mit kleinen Kindern zu fahren. Könntest du vielleicht deinen Großen bei einer Freundin lassen, die ihn tagsüber beaufsichtigt, wenn der Papa arbeiten ist?

Ich wünsche dir, dass du die richtige Entscheidung triffst! Wenn du so fertig mit den Nerven bist, sind das sicherlich auch keine guten Voraussetzungen so weit allein mit Kids auf der Autobahn zu fahren.

Ich wünsche dir alles Gute, und deinem Opa keine Schmerzen!

Liebe Grüße Ilona

Beitrag von annime 13.05.10 - 21:30 Uhr

Hallo,

es tut mir leid, das es deinem Opa so schlecht geht.
Ich würd an deiner Stelle fahren und erst recht die Kinder mitnehmen. Denkst Du nicht sie könnten deine Mom ein bisschen "ablenken", so das sie auch mal auf andere Gedanken kommt und die traurige Stimmung wird durch sie vielleicht auch etwas aufgelockert.
Ich denke Du hilfst deiner Mom schon mit deiner Anwesenheit, auch wenn du ihr nur mal deine Schulter zum "ausruhen" reichst.
Fahr einfach, sonst machst du dir vielleicht dein ganzes Leben lang Vorwürfe, warum du nicht gefahren bist.

Viel Kraft für Dich und deine Familie
annime

Beitrag von honolulumieze 14.05.10 - 08:28 Uhr

Also ich würde auf jeden Fall fahren! Das schaffst du auch mit 2 Kindern. Ganz bestimmt. Oder kannst du sie vor Ort bei einer Freundin oder Verwandten lassen?

Mein Opa liegt schon seit April im Krankenhaus, inzwischen über 2 Wochen auf der Intensivstation. Ich bin jeden Tag dort. Man weiß nie, wann der Tag kommt.Was sind dann schon einmal 350 km? Du kannst ja sicher dann auch einen Tag dort übernachten und am nächsten zurück fahren, oder? Babys schlafen doch im Auto eh meistens. Für mich würde es keinen Zweifel geben.

Beitrag von criseldis2006 14.05.10 - 09:03 Uhr

Hallo,

fahr auf jeden Fall nochmal hin.

Du wirst dir das immer vorwerfen, nicht hingefahren zu sein.

Ich kenne das nur zu gut.

Mein Onkel ist vor 3 Wochen an Krebs gestorben, er durfte nur 57 Jahre alt werden. Er war für mich wie ein Vater und für meine Kinder wie ein Opa. Ich bin die letzten Tage vor seinem Tod täglich bei ihm gewesen.

LG Heike

Beitrag von whybette 14.05.10 - 21:04 Uhr

Hallo und erstmal vielen Dank für meine Antworten.
Habe vorhin mit meiner Mom telefoniert und sie meinte die Ärzte hätten erstmal Entwarnung gegeben. Es ist zwar immer noch sehr ernst, aber die Ärzte haben sich zunächste erstmal gegen die OP entschieden, zumindest übers We.
Sie meinte auch, ich solle nicht extra kommen, sie weiß wie sehr mich das auch mitnimmt und sie will nicht, dass ich die Strecke alleine fahr, vor allem dann nicht nach Hause, wenn ich ihn gesehen und mich von ihm "verabschiedet" habe.
In 2 Wochen wollen wir sowieso zu meinen Eltern und ich kann nur hoffen, dass sich sein Zustand bis dahin noch so hält. Sollte es sich doch verschlechtern, will sie mich sofort informieren und dann kann ich noch entscheiden, ob ich dann komme.
Klar werde ich es bereuen, falls schon vor den 2 Wochen was passiert, aber ich traue mir die Fahrt wirklich nicht zu. Bin heute auf dem Parkplatz direkt vor ein Auto gelaufen, weil ich total in Gedanken war. Und heute Abend ist mir dann vor lauter Stress der Kreislauf in den Keller gegangen.
So will ich nicht mit 2 Kleinen Kids Auto fahren.
Drückt mir die Daumen, dass er es so lange noch schafft. #zitter

LG
Mareike