13-jährige Schwester

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von kashmir 14.05.10 - 09:17 Uhr

Guten Morgen,

ich möchte von euch Meinungen und Tipps zu folgendem Sachverhalt:

Meine Schwester war zuvor auf einer Realschule, mittelmäßige Schülerin.
Dann hatte sie immer ominöse Rückenschmerzen, sie konnte tagelang nicht laufen und sie war auch mal im KH weil sie ihre Beine nicht gespürt hat, jedoch konnten die Ärzte nichts feststellen.

Durch Fehlzeiten und mangelnde Leistung kam sie dann im letzten Schuljahr auf die Hauptschule, ich dachte dass ihre Leistungen evtl.besser werden und ihre Schmerzen evtl.nur vorgetäuscht waren, damit sie zu Hause bleiben und dann halt auf die Hauptschule gehen kann, wo alle ihre Freunde auch sind.

Nun ist sie aber wieder ununterbrochen krank, sie klagt über Rückenschmerzen, sie kann nicht gerade laufen, sie war auch schon bei mehreren Ärzten.

Ihr bzw meiner Mutter wurde nun nahe gelegt zu einem Neurologen zu gehen, dieser hat psychische Schäden aufgrund von Gewalt in der Kindheit festgestellt(psychische Gewalt, die meine Schwester als sie jünger war zu Hause miterleben musste.Meine Eltern haben sich aber schon lange getrennt.Mein Vater hat sie auch wissen lassen, dass sie nicht gewollt war und nun da kein Vater mehr zu Hause ist macht mein Bruder dort nur ärger.)

Sie hat nun eine Jugendhilfe bekommen und diese ist der Meinung dass ihre "Schmerzen" halt durch das kaputte Familienverhältnis kommt und das mein Bruder aus dem Haus rausziehen muss.

Sie sitzt manchmal im Unterricht und fängt an zu weinen und plagt über Rückenschmerzen, sobald sie aber zu Hause ist(bzw mit Freunden unterwegs)sind diese Schmerzen weg.

Sie ist 13 Jahre alt, sie verbaut sich gerade ihr Leben, ich will ihr so gerne helfen, aber ihr zu sagen dass man ihr nicht glaubt wegen der Schmerzen, lässt sie dann noch mehr daran zweifeln von dem Rest der Familie Unterstützung zu bekommen.

Meine Mutter resignierst schon lange, wenn meine Schwester zu Hause bleiben will aufgrund ihrer "Schmerzen" dann darf sie auch, wenn sie dann nachmittags raus will, darf sie es.
Sie übernachtet an WE bei "Freundinnen", in Wirklichkeit trifft sie sich mit Jungs.

Ich will ihr helfen, sie ist so ein liebes Mädchen, sie hat nur viel miterleben müssen.
Ich war schon raus aus dem Haus als der Ärger dort anfing.
Als sie geboren wurde war ich sozusagen wie ihre Mutter, ich habe mich um alles gekümmert, mit ihr spazieren gegangen, mit ihr gespielt, sie gefüttert usw.

Sie tut mir so leid, was kann ich machen?
LG

Beitrag von viwi 14.05.10 - 09:41 Uhr

schön, daß du dir so viel gedanken um deine schwester machst. es gibt so viele menschen, denen das egal ist.
wäre es bei dir möglich, deine schwester mal für ne woche zu dir zu holen? dann könntest du sehen, wie sie sich so gibt. vielleicht geht es ihr dann besser.
ansonsten hab ich auch keine idee, da ich von der sache, die kinder in eine betreute wohngruppe zu geben, nicht viel halte. ich denke, sie braucht viel liebe und die bekommt sie dort nicht wirklich.
wünsche deiner schwester alles gute.
lg
viwi

Beitrag von kleine1102 14.05.10 - 23:50 Uhr

"da ich von der sache, die kinder in eine betreute wohngruppe zu geben, nicht viel halte. ich denke, sie braucht viel liebe und die bekommt sie dort nicht wirklich."

Darf ich fragen, woher Du dieses "Wissen" über "betreute Wohngruppen" hast #kratz?? Klingt nach "Klatsch-Presse" und/oder längst vergangenen Zeiten #augen.

Ich kann Dir aus (beruflicher) ERFAHRUNG sagen, dass die allermeisten Kinder und Jugendlichen in einer Wohngruppe sehr viel mehr Wärme, Zuwendung, Aufmerksamkeit, .. bekommen, als das in deren Herkunfts-Familie jemals der Fall war (das ist NICHT auf die Familie der TE bezogen!). Besonders, da sehr viele der Kinder/Jugendlichen, die in einer solchen Wohnform leben, aufgrund von Misshandlung und/ oder Vernachlässigung (körperlich, seelisch) dort untergebracht sind- und besonders DIESE hatten es zu Hause ganz sicher nicht besser :-(.


An die TE: es wäre sehr wichtig, das Ganze (nochmal?) psychotherapeutisch abklären zu lassen. Klingt sehr nach Psychosomatik, das Erlebte aus der früheren Kindheit Deiner Schwester scheint diese offensichtlich zu "lähmen". Hinter der Schulverweigerung durch das plötzliche "Nicht-Laufen-Können" verbirgt sich sehr wahrscheinlich eine extreme Angst (z.B., dass während der Abwesenheit Deiner Schwester zu Hause etwas Schlimmes passiert (Eurer Mutter, oder dass der Vater plötzlich zurück kommt, die Mutter auch noch gehen könnte- oder etwas in der Art vermute ich). Genaueres kann nur und sollte dringend therapeutisch geklärt werden! Begleitend dazu solltet Ihr Deiner Schwester unbedingt liebevoll und unterstützend, jedoch auch konsequent zur Seite stehen. Konsequent heißt, ihr immer wieder zu verdeutlichen, dass Schule in ihrem Alter gesetzlich verpflichtend ist, Ihr sicher seid, dass sie das "packt" und sie außerdem ganz wunderbar laufen kann und auch zukünftig laufen können wird. Denn das hat offensichtlich keine physischen Ursachen und je öfter sie damit "durchkommt" und zu Hause bleiben darf, desto mehr wird die Situation sich zuspitzen und Deine Schwester wird bald überhaupt nicht mehr zur Schule gehen. Diese "Abwärts-Spirale" kann, wie gesagt, nur mit liebevoller Konsequenz und psychotherapeutischer Unterstützung gestoppt werden!

Dafür wünsche ich Euch alles Gute #klee!

Viele Grüße #stern,

Kathrin

Beitrag von sriver 14.05.10 - 09:46 Uhr

Hallo,

ich kenne im Bekanntenkreis einen Fall, da hatte der Junge eine Schulphopie. Das ist kein Witz, es wurde von einem Arzt und Psychologen bestätigt, und hat auch nichts mit Faulheit zu tun. Der Junge macht gerade über eine Fernschule seinen Schulabschluß.

LG Sriver

Beitrag von risala 14.05.10 - 10:09 Uhr

Hi,

schön, dass du Deiner Schwester helfen willst!

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Rückenschmerzen durchaus psychosomatisch bedingt sein können! Das kann mit Schulproblemen, familiären Problemen, etc zusammenhängen.

Ich denke, wenn wirklich ausgeschlossen werden kann, dass hier z.B. ein Bandscheibenvorfall (ich habe 3 davon - und die tun teilw saumäßig weh!) vorliegt (wurde nur geröngt oder auch MRT/CT gemacht?), dann wird hier nur ein Psychologe weiter helfen können. Das sollte man auch nicht auf die leichte Schulter nehmen - je länger mit psychologischer Unterstützung gewartet wird, umso schwerer wird es, ihr zu helfen.

Ein erster Ansatz wäre z.B., wenn sie Dir vertraut und Du sie mal ein WE zu Dir nehmen könntest, dass Du mit ihr sprichst und Deine Sorgen mitteilst und auch, wie Du Dir unterstützung vorstellen könntest. Sag ihr aber auch, dass sie sich nicht sofort entscheiden muss - Du aber immer für sie da bist und auch für ihre Vorschläge offen bist! vielleicht agt sie Dir auch, was ihr zu schaffen macht.

Durch eine evtl. psychologische Behandlung kann sich auch die schulische Leistung so weit verbessern, dass sie wieder auf die Realschule (vielleicht eine andere als vorher) gehen kann.

Ich habe definitiv einen kaputten Rücken und dadurch latent immer Schmerzen - aber die kann ich meistens gut aushalten, ABER ich hatte 2006 noch eine Arbeitsstelle, in der viel Mobbing betrieben wurde. Irgendwann wurde ich krank geschrieben, weil ich kaum noch laufen geschweige denn sitzen konnte. Es wurde zwar ein BSV festgestellt, aber der erklärte die massiven Schmerzen nicht. Insgesamt war ich fast 10 Wochen krank geschrieben - und man mag eas kaum glauben, als mein befristeter Vertrag nicht verlängert wurde und ich am letzten Tag meinen Schreibtisch ausgeräumt hatte und wusste "da muss ich nie wieder hin" - waren die Schmerzen innerhalb weniger Tage WEG. Wenn ich jetzt Probleme mit dem rücken habe, dann liegt es tatsächlich an meiner Athrose, dem massiven BS-Verschleiß od. dem 3 BSV. Ich habe nämlich das Glück, einen tollen AG zu haben und mir mein Büro mit meiner besten Freundin zu teilen!

Aufgeben und resignieren ist hier - so denke ich - der falsche Weg. Und da Deine Schwester keine Probleme hat, wenn sie mit Freunden unterwegs ist, gehe ich stark von psychosomatischen Schmerzen aus. Da Du weisst, dass sie bei Jungs übernachtet - hast Du mit ihr schonmal über Verhütung gesprochen? Nixht, dass zu allen anderen Problemen auch noch eine SS dazu kommt.

Ganz liebe Grüße und alles Gute
Kim

Beitrag von maggelan 14.05.10 - 14:05 Uhr

Von euch kann ihr keiner wirklich helfen, auch wenn ihr das gerne möchtet.

Nicht nur dein Bruder muss raus aus der Situation, auch deine Schwester muß raus aus dem Umfeld.

Mit Hilfe vom Jugendamt und Psychologen würde ich vorschlagen sie in betreutes Wohnen für Jugendliche zugeben.
Kleine Wohngruppen und Erwachsene, die sich mit solchen Problemfällen auskennen.

Ihr Leben muss geführt werden. Genau das was die letzten Jahre nciht der Fall war.
Hilfe geben heißt auch einzusehen, wann man selbst nciht mehr helfen kann und fremde Hilfe anzunehmen.




Beitrag von kashmir 14.05.10 - 20:44 Uhr

Vielen dank für all eure Antworten

Beitrag von babybaer4 14.05.10 - 22:32 Uhr

Hallo,

meine Mutter lag ein JAhr im Bett wegen Rückenschmerzen.Erst als sie erkannte das sie sich von ihrem Mann trennen muss,gingen sie weg!!!!
Wie du siehst gibt es das,also sollte das geklärt werden.
Allerdings finde ich sollte sie wenn sie nicht in die Schule kann auch nicht raus dürfen.Könnte einfach auch eine wunderbare ausrede sein nicht in die Schule zu müssen..

Lg Sabine