Umfrage zum Thema einschläfern

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von hoeppy 14.05.10 - 18:45 Uhr

Hallo,

mich würde interessieren wann ihr eure Tiere einschläfern lassen würdet.
Ich lese hier oft "wenn es ein Leben lang Schmerzen hätte"

Viele Menschen haben auch ihr Leben lang schmerzen, würden aber dennoch nicht sterben wollen. Kann man Tiere nicht auch medikamentös einstellen lassen so dass ein angenehmes Leben möglich ist?

Bei mindestens 30% der Menschen ist der Rücken hin, so dass sie sich nur unter starken Schmerzen bewegen können. Dennoch käme nie jemand auf die Idee dass das ein Grund für Sterbehilfe wäre-selbst wenn das in Deutschland erlaubt wäre.

Also wo sind für euch die Grenzen?

Wenn man es mit Menschen vergleichen würde, dann würde man doch erst dran denken wenn es keinerlei Rettung mehr gibt und derjenige nur noch von Maschinen am Leben erhalten wird.

Ich danke euch bereits jetzt für eure Antworten.

Hintergrund: Hatte heute ein Gespräch mit nem Freund der seine Katze einschläfern lassen will weil sie Diabethes hat und erblindet ist.

LG Mona

Beitrag von dominiksmami 14.05.10 - 18:55 Uhr

Hallo,

also ich denke. "Wenn es ein Leben lang Schmerzen hätte" bedeutet soviel wie..."und diese Schmerzen nicht therapierbar sind".

Man kann nicht jeden Schmerz wegzaubern, egal wie stark die Medikamente sind.

Für mich bedeutet das....hat mein Tier starke Schmerzen OBWOHL alles versucht wurde um das zu ändern...würde ich es einschläfern lassen.

Wichtig für mich aber auch:

- dass das Verhalten meines Tieres zeigt das es leidet

- das die Lebensfreude verloren geht ( und ich denke doch das man das den meisten Tieren anmerkt wenn man sie gut genug kennt)

- das mein Tier durch sein Leiden extremste Einschränkungen erfährt und erdulden muß und mir zeigt das es damit nicht klar kommt.

Tiere sprechen oft eine viel deutlichere Sprache als viele Menschen meinen.

Auf den ersten Blick ist eine diabetes bedingte Blindheit für mich auch KEIN Grund für ein Einschläfern.

lg

Andrea

Beitrag von biene81 14.05.10 - 18:57 Uhr

Mein Hund hatte im Alter von 9 Jahren einen Schlaganfall. Beide Vorderbeine waren gelaehmt. Die Tieraerztin meinte, dass man versuchen koennte es zu behandeln, ob es Erfolg hat, wuerde sich erst in einigen Wochen zeigen - und die Chancen waren auch nur etwa 25%.
Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden ihn einschlaefern zu lassen. Der hat gelitten, er konnte sich nicht mehr bewegen und wollte es doch so gern.
Er war ein Beagle, als Welpen haben wir ihn aus dem Versuchslabor geholt, er hatte von Anfang an einen Leberschaden. Immer wieder wurde er krank und musste einige Tage an den Tropf.
Einmal hatte er innere Blutungen, sein ganzer Koerper war voller Blut, es war schlimm.
DIe Tieraerztin hat ihn nach hause genommen und wieder aufgepaeppelt.

Ich habe damals die richtige Entscheidung getroffen. Normalerweise ist unser Hund schon durchgedreht, wenn er die Tieraerztin gesehen hat. Bei Spritzen hat er dann spaetestens um sich gebissen.
Als die Tieraeztin zu uns nach hause kam um ihn einzuschlaefern hat er sie freudig begruesst und nicht mit der Wimper gezuckt als er die Spritze gesehen und gespuert hat.
Er hat sich bei mir eingekuschelt und ist in meinen Armen eingeschlafen.
Ich hatte das Gefuehl, er war dankbar. Er hatte immer gegen seine Krankheiten angekaempft. Dieses Mal hatte er selbst aufgegeben.

LG

Biene

Beitrag von hinterwaeldlerin09 14.05.10 - 18:58 Uhr

Hallo,

ich würde meine Katze einschläfern lassen, wenn sie nicht mehr ihrer Natur nach leben könnte.

Wenn sie die Handlungen nicht mehr machen und das Verhalten an den Tag legen könnte, das/die ihre Instinkte ihr vorgeben...dann würde ich es tun. Viele Tiere sterben genauso in der "freien Wildbahn".

Und Tiere mit Menschen zu vergleichen finde ich....also mir fehlen dafür echt die Worte!

Anthropomorphe Projektionen haben m.E. mit Tierschutz und der Würde von Tieren nichts zu tun. Das ist mir zu sehr Walt Disney und Lassie.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von justagirl22 14.05.10 - 19:22 Uhr

Hallo,

ich habe meinen geliebten Kater letzten August schweren Herzens gehen lassen. Es wurde Wasser in der Lunge festgestellt, so dass er ziemliche Probleme mit dem atmen hatte. Es hätte sein können, dass er eines Tages daran erstickt wäre und so ein Ende wollte ich ihm ersparen.

Aufgrund seines starken Lebenswillen hatten wir es zunächst noch mit Herztabletten und Entwässerungstabletten versucht und die hatten auch wirklich angeschlagen,aber leider nur eine Woche lang.

Ich hatte mir immer geschworen, dass ich ihn gehen lasse, wenn er mir zeigt, dass er nicht mehr will. An dem Tag, als er von mir ging saß er den ganzen Tag teilnahmlos vor der Terassentür und schaute raus..den ganzen Tag lang. Es war furchtbar ihn so zu sehen. Der Glanz in seinen Augen war verschwunden.
Ich hatte das Gefühl, er hatte sich verabschiedet. Er reagierte nicht mehr auf Ansprache und auch seine Lieblingsleckerlies hat er verweigert. Da wusste es, dass die Zeit für den Abschied gekommen war.

Was ich damit sagen will...es gibt Tiere, die einem zeigen wann die zeit gekommen ist Abschied zu nehmen. Wenn das Tier keinen Lebenswillen mehr hat, sollte man es erlösen.

Beitrag von pizza-hawaii 14.05.10 - 19:39 Uhr

*Wenn man es mit Menschen vergleichen würde, dann würde man doch erst dran denken wenn es keinerlei Rettung mehr gibt und derjenige nur noch von Maschinen am Leben erhalten wird.*

Das halte ich für ein Gerücht! Hast Du schon mal Menschen leiden sehen? Menschen die von einer Krankheit schwer gezeichnet sind? Menschen mit Schmerzen die bereits so viele Betäubungsmittel bekommen das sie ausser der Schmerzen kaum noch was wahrnehmen? Menschen deren Herzen und Hirne aber noch lange nicht aufgeben wollen?

Und genau DAS möchte ich meinen Tieren ersparen, deshalb werden sie eingeschläfert wenn sie leiden, egal warum sie leiden!

pizza

Beitrag von sneakypie 14.05.10 - 20:07 Uhr

Hallo,

unser Kater hatte FIV bzw. - da ausgebrochen - FAIDS.
Er hatte keine Schmerzen. Eine Zeitlang haben wir nur beobachtet. Dann magerte er immer mehr ab, wurde wirr im Kopf, entwickelte Putzzwänge, wirkte ängstlich, bekam immer wieder Durchfall. Von seinen 10 kg Lebendgewicht (nein, kein Übergewicht) blieb nurmehr die Häfte übrig, er war bis auf die Knochen abgemagert und oft zu schlapp, sich zu bewegen. Heilung nicht möglich.

Die einzige Therapie, um sein Leben zu verlängern, wäre gewesen: immer wieder Medikamente, Blutuntersuchungen. Ihn isoliert im Haus halten, kein Freigang, um Infektionen zu vermeiden.

Das wäre kein Leben für unseren großen, stolzen Kater gewesen.
Wir haben uns entschlossen, ihm ein defizitäres Rest-Leben in Gefangenschaft zu ersparen. Und ich bin mir immer noch sicher, dass es das Richtige war.

Nur von Schmerzen würde ich es nicht abhängig machen. Dazu gehört eine Menge mehr. Und nur, weil Menschen gezwungen sind, jede Krankheit bis zum bitteren Ende durchzumachen, muss man das seinen Tieren nicht auch antun. Die Frage ist immer: ist noch Lebensfreude da?

Gruß
Sneak

Beitrag von kja1985 14.05.10 - 20:11 Uhr

Ich hänge nicht so wahnsinnig an meinem Leben. Wenn ich keine Kinder hätte wäre es mir egal wann ich sterbe und lieber sterben als Schmerzen haben. Verstehe diese allgemeine Panik vor dem Tod nicht. Wenn mein Tier täglich Schmerzen hätte über einen langen Zeitraum würde ich ihm den Tod gönnen. Einschläfern stelle ich mir sehr schön vor. Erst gibt seine Narkose, Tier gleitet weg und erst dann wird es getötet. Besser gehts doch nicht. So wünsch ich mir das für mich auch wenn meine Kinder auf eigenen Beinen stehen und ich krank oder alt oder beides bin.

Beitrag von sora76 14.05.10 - 20:29 Uhr

Hallo!

Normalerweise kennt man sein Tier. Wenn ein Tier Schmerzen hat oder ein sonstiges Leiden nicht Therapierbar ist, dann sollte man es erlösen.
Habe ich alles nötige Versucht, sehe ich mein Tier leiden, dann setz ich dem ein Ende.

Zum Thema Menschen:
Meine Oma ist dahingeschieden. Sie hatte Krebs. Sie ist Zuhause gestorben. Ich habe sie elendig sterben sehen. Wenn ich da hätte etwas tun dürfen, wäre sie viel früher gestorben, eben bevor das alles für meine Oma unerträglich wurde.

Bei Tieren darf man ein Ende setzen, was ich als großen Vorteil sehe.
Unseren Hund haben wir einschläfern lassen. Sie war unheilbar krank. Ihre Krankheit sah man ihr noch nicht an. Sie war fit. Doch wir wußten alles das sie einen Tag später Hunger leiden würde und dagegen hätten wir nichts tun können. Das wollten wir ihr ersparen. Es war ein schwerer Schritt, doch es blieb keine andere Option mehr. Ansonsten wäre sie einfach verhungert.

Wenn durch eine Krankheit die Lebensqualität sehr leidet, würde ich ein Tier erlösen.


LG Sonja



Beitrag von taewaka 14.05.10 - 21:31 Uhr

hi,

zunächst kann man mMn nicht tiere und menschen vergleichen.
man soll allen lebewesen mit respekt begegnen, der mensch erscheint mir aber in seiner konstruktion deutlich komplexer ;-)
er bezieht sein empfinden in relation zu vergangenheit, gegenwart und zukunft.

wenn ein tier schmerzen hat oder ich das gefühl hätte, dass es nicht mehr artgerecht ist und auch nicht mehr verhältnismäßig würde ich über eine tötung nachdenken.
wenn ich totkrank wäre und schmerzen hätte würde ich meine rolle reflektieren, meine bedeutung für meine kinder, die mich noch brauchen, die vergangenheit, ich würde mich in die hoffnung stürzen, dass es noch besser werden kann, mich aktiv darum bemühen hilfe zu finden etc. ... ein tier das schmerzen hat würde dies mMn alles nicht tun, sondern in der gegenwart leben ... d.h. nein, ich würde einem tier keine intensivmedizinischen maßnahmen zuführen wie einem menschen ... zum einem wegen der verhältnismäßigkeit, d.h. würde das tier z.b. auch so annähernd ohne dauerhafte intensivmedizin gut leben, wie stark ist die lebensqualität eingeschränkt und wie reagiert das tier auf die schmerzen und einschränkungen.

es ist ein sehr komplexes thema und letztendlich immer eine einzelentscheidung.

Beitrag von sternenzauber24 14.05.10 - 21:53 Uhr

Da Tiere nicht wirklich sprechen können, müßte ich mich auf den Rat der Ärzte, sowie mein Persönliches Gefühl verlassen, wann es andem ist, meine Tiere in Liebe gehen zu lassen.

Schmerzen sind ein wichtiger Aspekt, nicht jeder Schmerz ist immer stillbar, und konsequent einzudämmen. Lebensfreude der andere, und genau wenn ich spüre: es ist besser so, dann ist es das auch.

Das wichtigste wäre mir Lebensfreude, denn ein jenes Lebewesen möchte intensiv teil haben, und wenn das versiegt aufgrund versch. Krankheiten, dann stehe ich in der Pflicht meine Liebe und meinen Respekt, auf eine andere Art zum Ausdruck zu bringen.

Was gibt es für einen sanfteren Tod, etwa den Tagelang dahin zu vegitieren?

Beitrag von k_a_t_z_z 15.05.10 - 01:27 Uhr



Ich schaue meinen Tieren in die Augen.

Das reicht mir um zu erkennen ob sie weiter leben wollen oder nicht.


Intuition kombiniert mit ein bischen Ratio.

Generell "lasse" ich sie eher generell leben weil ich der Ansicht bin dass sie sich grundsätzlich auch ihr Lebensende selbst wählen, wie auch immer es aussehen mag.



LG, katzz

Beitrag von nessi78 15.05.10 - 12:02 Uhr

Hallo,
ja, ich würde meine Tiere erlösen lassen, wenn es notwendig wäre! Ich finde es eine gute Sache, wenn das Leben nur noch aus Qualen besteht... diese Möglichkeit würde ich mir für den Menschen auch wünschen...

Aber nur weil mein Tier eine chronische Erkrankung hat, würde ich nicht gleich eine Tötung in Erwägung ziehen. Es kommt immer auf verschiedene Faktoren an... und darauf, wie das Tier damit umgehen kann.

Ich habe einen behinderten Kater, der kein artgerechtes Leben lebt, der viele Einschränkungen zu bewältigen hat usw. Ja, die meisten hätten ihn sicher schon längst eingeschläfert und ja, ich habe sehr oft seine Lebensqualitäten in frage gestellt...
Aber so lange er dieses gewisse Leuchten in seinen Augen hat, werde ich ihm das Leben nicht nehmen! Ich bin sicher, er wird es mich spüren lassen, wenn er nicht mehr will!
LG Nessi

Beitrag von sohnemann_max 15.05.10 - 16:22 Uhr

Hi,

dann, wenn wir den Eindruck haben, dass es kein "Leben" für das Tier mehr ist.

Bei unserem Hund wird es der Zeitpunkt sein, wenn er nicht mehr richtig Aufstehen kann, wenn er keinen Appetit mehr hat und einfach schlapp ist und einen müden Ausdruck macht(so ist nämlich unser Hund nicht - und er ist bereits 14 Jahre alt).

Unseren Kater haben wir einschläfern lassen. Er hatte Anfälle - Epelepsie. Sicherlich konnten wir damit umgehen - wir nehmen oft "Problemfälle" bei uns auf. Am Anfang hatte er ca. 1 mal die Woche einen Anfall. Über ein Jahr ging es soweit gut. Von einem Tag auf den anderen hat er angefangen diese Anfälle täglich zu schieben. Auch kein Problem. Aber es fing an, dass er sich während eines Anfalls blutig gekratzt hat. Über 3 Monate lang ging es noch, dann wurde es noch heftiger. Er kotete noch dazu, kratzte sich blutig. Wie er nach diesen Anfällen ausgesehen hat (genauso die Zimmer dazu) brauche ich nicht zu erwähnen.

Wir haben mit dem Tierschutz gesprochen, mit Ärzten, mit Tierheilpraktikern usw. ob es nicht doch besser ist, ihn einzuschläfern. Und alle kamen zu der gleichen Antwort: Ja, es ist besser. Die Lebensqualität ist einfach nicht mehr gegeben. Keine Katze liegt gerne bekotet und blutverschmiert im Zimmer....

Bei einer Katze mit Diabetes und Blindheit kommt es wohl eher auf das Geld drauf an. Spezialfutter ist immer teurer. Sie hat aber Lebensqualität. Wir haben auch einen blinden Kater gehabt, der zusätzlich noch Wasser in der Lunge hatte (also tägliche Tablettengabe usw.). Ans einschläfern haben wir bei ihm nie gedacht.

Unser Pflegehund hat wahrscheinlich auch eine Futtermittelallergie. Es geht nur Lamm mit Kartoffeln oder dann Pferd kochen. Ich könnte mir auch was Schöneres vorstellen. Ist halt so, da kann das Tier nix dafür. Deswegen lasse ich jetzt keine neuen Pflegeeltern für Sally suchen, obwohl ich die Futterkosten selbst berappe.

LG
Caro



Beitrag von manavgat 15.05.10 - 18:24 Uhr

Ich vermute mal, dass es auch Tiere gibt, die eingeschläfert werden, weil dem Besitzer sonst die Behandlungskosten über den Kopf wachsen.

Um das zu vermeiden, kann man sein Tier krankenversichern.

Eine blinde Katze? Hat die noch Orientierung? Wie ist da die Lebensqualität? Das ist schwierig zu sagen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mini1973 15.05.10 - 21:50 Uhr

Hallo,
das ist ein heikles Thema, wer entscheidet schon gerne über Leben und Tod.
Unsere letzte Katze wurde 14 Jahre alt. Wir haben ihn einschläfern lassen. Er hatte mit dem Alter Herzprobleme bekommen und bekam jeden Tag eine Tablette. Man merkte das es ihm mit den Tabletten deutlich besser ging. Leider hat er nach ca. 3 Monaten einen Schlaganfall erlitten, die komplette linke Seite war gelähmt. Wir haben den Tiernotdienst aufgesucht und er mußte leider feststellen, das der kleine Kerl mittlerweile eine Wasseransammlung in der Lunge hatte. Chance gleich null. Vielleicht hätte er noch ein paar Tage gehabt, aber mehr nicht. Wir wollten nicht das er länger leidet. Es war ziemlich schmerzhaft, leicht ist es nicht gewesen. Wir waren bis zum Schluß bei ihm, er ist im Arm meines Freundes eingeschlafen. Wir haben ihn mitgenommen.
LG Melanie