FGn, Therapie und Schwangerschaft

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von kleiner-traum 14.05.10 - 21:05 Uhr

Hallo zusammen,

nach relativ langer Zeit melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Nachdem ich letztes Jahr drei FGn erlitt und mir es relativ schlecht ging, entschied ich mich erneut zu einer Therapie.
Dort geht es neben den FGn auch um andere Probleme.
Neben der Therapie versuchen wir weiterhin schwanger zu werden (um es dieses Mal auch zu bleiben).
Jetzt hat mir meine Schwester vorgeworfen, dass ich erst einmal mit mir ins Klare kommen sollte, bevor ich mich für Kinder entscheide. Ich könne nicht hoffen, dass es mir durch eine Schwangerschaft besser gehe. Außerdem könne ich nicht sicher sein, dass beim nächsten Mal alles gut gehe. Sie glaubt zudem, dass mich die FGn nicht so mitgenommen hätten, wenn ich ein stabiler Mensch gewesen wäre. Wie seht ihr das?
Sie hat mich jetzt ganz verunsichert, ob ich noch warten soll. Das möchte ich eigentlich nicht - aus verschiedensten Gründen; u. a. weil ich bei einer erneuten Schwangerschaft von meinem Therapeuten mit meinen Ängsten etc. begleitet werden möchte. Vielleicht sehe ich aber auch nur einen inneren Druck, endlich wieder schwanger zu sein/ zu bleiben.
Wie seht ihr das?
Und noch eine Frage:
Glaubt ihr, dass bei einer erneuten Schwangerschaft, wo ich mich ja ohne Zweifel verrückt machen würde, das Kind im Bauch leiden würde?
Über ein paar Meinungen wäre ich Euch sehr dankbar. Vielen Dank.

Liebe Grüße
kleiner Traum #winke

Beitrag von julie1108 14.05.10 - 21:23 Uhr

Hallo kleiner Traum,

also ich denke du tust genau das Richtige. Ich bin durch die Fehlgeburt seelisch auch ein bisschen angeschlagen und meine manchmal auch, dass mir eine Therapeut gut tun würde. Nur weil du dahin gehst, heißt das ja nicht, dass du nicht auch ohne auskommen würdest. Außerdem kann ein Kind manchmal die beste Therapie sein genauso wie ein Hund oder so, da es dir ja wieder Freude am Leben schenkt und die anderen Probleme manchmal unwichtig werden oder sogar ganz verschwinden.

Lass dich nicht verunsichern, du tust genau das Richtige. Diese blöden Sprüche kenne ich gut.

Viel Glück, dass es schnell wieder klappt!

Ganz lieben Gruß

Julie mit #stern ganz fest im #herzlich

Beitrag von kleiner-traum 14.05.10 - 21:48 Uhr

Danke Julie!
Es tut gut, Deine Meinung als Gegengewicht zu hören. Meine Schwester ist halt dieser Meinung, da ich neben den FGn noch mit anderen Problemen zu kämpfen habe.
Ich wünsche Dir viel Glück für die Zukunft!
Liebe Grüße #winke
Kleiner Traum

Beitrag von lieke 15.05.10 - 11:51 Uhr

Hallo Kleiner Traum,

QUATSCH!

Also, wir kennen uns ja inzwischen auch ein bisschen und ich glaube, dass wir uns nicht so unähnlich sind.

Als ich wieder ss war hat mein FA mir die Frage "schadet das dem Kind" quasi von den Augen abgelesen, und bevor ich etwas sagen konnte, hat er gesagt, dass Stress in dem Stadium echt dem Kind nicht schadet. (Etwas anderes im letzten SS Drittel, wegen evtl frühzeitiger Wehen).

Deine Schwester macht sich bestimmt Sorgen um dich und hat genausoviel Angst, dass es wieder schief gehen könnte, wie du. Es ist schwierig, jemanden leiden zu sehen, den man gerne hat. Sie möchte dir einfach helfen damit....und erreicht das Gegenteil. Ich kenne das. Versuch, es positiv zu sehen, indem du ihre Absicht honorierst. Bestätigung findest du wahrscheinlich nur bei Betroffenen.

Ich habe mir damals genau die gleichen Fragen gestellt.
Aber was heisst das, mit sich ins Klare kommen? Wann soll man damit denn fertig sein? Hat man irgendwann seine FGen oder verstorbenen Kinder vergessen? Ist man irgendwann nicht mehr traurig? NEIN!

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, jede SS nach Verlusterfahrungen ist schwierig, genau wie auch jede erste, unvoreingenommene SS Zweifel und Ängste mit sich bringt.

Man kann es nur mit der "Augen-zu-und-durch" Methode schaffen, wenn der Kinderwunsch größer ist, als die Angst.

Bleib bei deinem Gefühl, wenn du meinst, der Zeitpunkt ist jetzt richtig. Dass dich Zweifel überfallen und du schnell verunsichert bist, ist ganz normal und wird auch während der SS sicherlich vorkommen.

Ich habe mein Kind ja sehr spät in der SS verloren und hatte erst nach der 30.SSW das Gefühl, dass es diesmal klappen könnte. Wenn das kein Stress war!!! Mein kleiner ist kerngesund und ein fröhliches, ausgeglichenes Kind.

Nur Mut! Man ist oft stärker als man denkt!

Alles Liebe,
Lieke

Beitrag von kleiner-traum 15.05.10 - 18:58 Uhr

Liebe Lieke,
danke. Ich habe Dir eine PN geschrieben.
Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von esha 15.05.10 - 13:59 Uhr

Hey DU,
eine Fehlgeburt ist für jede Frau anders zu verkraften...ob stabil oder nicht, es ist ein für mich schreckliches Erlebnis, was mich immer sehr betrifft. Manch andere kann damit vielleicht besser umgehen.
Lass dir nichts einreden, du musst den Tod deines Kindes verkraften, ob es im Bauch nach kurzer Zeit stirbt oder erst viel später...es ist ein furchtbares Erlebnis.
Du hast jedes recht aus der Bahn geworfen zu werden und wenn du dich für eine erneute Schwangerschaft bereit fühlst, dann ist es der richtige Zeitpunkt.
Du bist es die das spüren kann, niemand anderes...und Stabilität hat mit auch nicht geholfen weniger zu Trauern...also, mache das wonach du nich fühlst.
LG Esha, mit zwei Engeln im Herzen

Beitrag von kleiner-traum 15.05.10 - 19:03 Uhr

Liebe Esha,

vielen Dank für Deine Antwort.
Es tut gut, auch von Dir zu hören, dass ein solches Erlebnis - unabhängig von der Stabilität - die Menschen aus der Bahn werfen kann.
Ob ich mich derzeit bereit fühle, kann ich nicht 100%-ig sagen. Aber ob ich das jemals sagen kann, bezweifle ich auch.
Dir wünsche ich für die Zukunft alles Gute und hoffe, dass Du bald eine intakte Schwangerschaft erleben darfst.

Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von morla29 15.05.10 - 15:05 Uhr

Hallo kleiner Traum,

es ist das richtig, was du und dein Mann/Partner für richtig halten.

Lass dir da von keinem reinreden, auch nicht von deiner Schwester. Du selbst weißt, was gut bzw. richtig für dich ist.

Ich hab auch gedacht, dass ich ein "stabiler" Mensch bin, bis ich meine Tochter still geboren hab. Möchte mal jemanden sehen, der da "stabil" bleiben kann, wenn du weißt was ich meine.

Es ist dein Leben und es ist deine bzw. eure Entscheidung. Und jede Entscheidung, die du für dich triffst ist richtig.

Weißt du, manchmal ärgern mich solche Aussagen von Leuten/Verwandten, die sich gar nicht auskennen.

Ich wünsche dir alles Gute und Liebe und viel Spaß beim Üben!

Du wirst bestimmt bald ein Baby im Arm halten!!!!

Und zu deiner Frage: Nein, ich glaub nicht, dass es dem Kind schadet. Ich kenne viele "Folgekinder" und die sind alle liebe und ausgeglichene Normalkinder.

Viele Grüße
morla
mit Ramona 4,5
und Christina (in drei Wochen 3)
und #stern-Kind Verena (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von kleiner-traum 15.05.10 - 19:09 Uhr

Liebe morla,

danke für Deine Antwort.
Es tut mir immer wieder Leid, was Du in diesem Jahr durchleben musstest! #kerze
Dass man bei einer FG, oder viel schlimmer bei einer stillen Geburt nicht "stabil" bleibt, ist klar und das wäre auch nicht gut. Meine Schwester denkt halt, dass ich schauen muss, ob nicht noch zu viele andere Dinge mich zu instabil werden lassen.
Aber es stimmt, dass es unsere Entscheidung ist. Manchmal wünsche ich mir, dass ich einfach wieder schwanger wäre, dann müsste ich mir diese Gedanken nicht mehr machen - dann aber leider andere.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für die Zukunft!

Liebe Grüße
kleiner Traum

Beitrag von bunny2204 15.05.10 - 21:14 Uhr

Hallo,

also ich finde Deine Verhalten okay. Aber bist du in Behandlung nach den 3 FGs?

Ich hatte 2 FGs und bin danach in Behandlung einer Kiwupraxis gegangen. Dort hat man festgestellt, dass ich ohne Medis auch jedes weitere Kind verloren hätte. Mit Medis hab ich dann innerhalb von 2 Jahren 2 Kinder bekommen.

Alles Gute, Bunny #hasi

Beitrag von kleiner-traum 16.05.10 - 11:18 Uhr

Liebe Bunny,

danke für Deine Antwort.
Tut mir Leid, dass es bei Dir derzeit nicht "rund" läuft.
Darf ich (trotzdem) fragen, was bei Dir diagnostiziert wurde?
Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft für die Zukunft.

Liebe Grüße
Kleiner Traum

Beitrag von bunny2204 17.05.10 - 11:48 Uhr

Hallo,

klar darfst du fragen :-)

Bei mir waren es gleich mehrer Diagnosen.

1. Bakterien im Intimbereich, sehr viele laut meinem FA, er hat isch gewundert, dass ich die nicht durch jucken o.ä. gemerkt habe. Ich bekam sofort 10 Tage starkes Antibiotika. Mein Mann musste zum Urologen um festzustellen, ob er auch welche hat, damit wir uns nicht gegenseitig anstecken.

2. Schilddrüsenunterfunktion. Mit L-Thyroxin hat es ca. 5 Wochen gedauert, bis der Wert okay war.

3. Starkes PCO, dadurch verlängerte Zyklen die es dem Ei schwer machen, ordentlich heranzuwachsen und sich odentlich einzunisten. Die Eireifung wurde mit Puregon gefördert und der Eisprung ausgelöst.

4. Als ich dann schwanger war, hat sich ein aktuer Hormonmangel zum aufrechtehalten der Schwangerschaft herausgestellt und ich bekam Utrogest in hoher Dosis sowie ASS100 zur blutverdünnung. Bei meiner Jüngsten (2te Schwangerschaft mit Hormonbehandlung) haben die Utrogesttabletten alleine schon nimmer gewirkt, ich bekam Depotspritzen mit Progesteron (2x die Woche) + Utrogest.

So, ich glaub das wars....

Ich wünsch dir viel #klee

LG BUNNY #hasi

Beitrag von lotte20567 15.05.10 - 22:51 Uhr

Ich bin mir nahezu sicher, dass es dem Kind in der Frühphase vollkommen wurscht ist, ob Du vor Freude oder vor Sorge heulst, ob Du Juchu oder meine Güte schreist, ob Du es willst oder nicht, ob Du dran glaubst oder nicht. Ich bin inzwischen 10 mal schwanger gewesen, habe alle Höhen und Tiefen erlebt, war aufgeregt, war gelassen, war entnervt. Zwei Kinder habe ich ausgetrage - das einzige was beiden Schwangerschaften gemein war, war die Tatsache, dass ich in der Frühphase noch geraucht habe - bei Pia vor Aufregung, bei Maarten, weil ich gar nicht mehr an ihn geglaubt habe. Der liegt inzwischen übrigens in unserem Ehebett und ist meiner Meinung nach der Hoffnungsträger für alle Sternenmammies: Es gibt Wunder - und man muß nicht einmal daran glauben!

Wenn man mit der Psyche tatsächlich Einfluß auf den Verlauf der Schwangerschaft nehmen könnte, dann bräuchten wir ja auch keine Abtreibungen mehr - dass könnten die Frauen ja per Gedankenkraft erledigen (sorry, dass ich so zynisch bin ...). Mag sein, dass Deine Schwester es gut mit Dir meint, vielleicht ist es auch einfach die Hilflosigkeit - sie möchte so gerne etwas sagen, aber es ist so schwer nachzufühlen, vielleicht möchte sie Dich auch vor einer weiteren Fehlgeburt schützen, aber einen Zusammenhang zwischen Fehlgeburten und psychischer Stabilität herzustellen ist an den Haaren herbeigezogen.

Wenn Du das Gefühl hast, ein Therapeut kann Dir helfen, die lange Zeit des Wartens zu überstehen, dann solltest Du Dir das gönnen.

Alles Gute und ein baldiges Wunder wünscht Dir

Lotte

Beitrag von kleiner-traum 16.05.10 - 11:13 Uhr

Danke Lotte für Deine aufbauenden Worte!
Es ist toll, von einem solchen Wunder zu hören.
Es tut mir sehr Leid, was Du schon alles erleben musstest und ich weiß gar nicht, was ich mehr dazu sagen soll. #kerze
Ich wünsche Dir, dass Du Dein Wunder (trotzdem) genießt und wünsche Dir alles Gute!
Liebe Grüße
kleiner Traum