Verlustangst und Alpträume....Tipp?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hasi.1981 15.05.10 - 12:33 Uhr

Hallo,

meine Große (wird im Juni 3 Jahre) hat seit ein paar Wochen immer Angst, dass man sie alleine lässt. Mein Mann hat vor ein paar Wochen -aus Spass, o.k. war nicht sehr schlau, dass hat er auch schon gemerkt- gesagt, als sie fragte ob sie da auch mit geht gemeint "nein, du bleibst allein daheim" (hat aber dabei ein lachendes Gesicht gehabt bzw auch die Stimme klang nicht ernst). Da ist sie sofort in Tränen ausgebrochen und man konnte sie kaum beruhigen. Schon vorher hat sie immer gesagt, dass sie auch mit möchte und nicht allein bleiben will. Ich kann garnicht verstehen, woher das kommt. Sie ist ja noch nicht mal 3 und ich lasse sie nie allein. Selbst wenn ich in den Keller gehe, gehen die beiden (kleiner Bruder 18 Monate) mit.... Seit ein paar Nächten wacht sie auf (meist nur 1x) und weint weil sie denkt, dass ihre Zimmertüre zu ist (wir müssen immer einen Spalt offen lassen). Erklären, dass sie offen ist, kann ich nicht da es eben dunkel ist und sie immer glaubt sie ist zu weil sie kein Licht sieht. Ich versichere ihr immer wieder, dass wir sie nicht alleine lassen, dass immer Mama oder Papa da ist. Sie ist auch noch nicht im Kindergarten und hat außer bei der Geburt des Kleinen vor 1 1/2 Jahren noch nie woanders geschlafen. Sie wird seit 3 Jahren ausschließlich (außer vielleicht 5x bei der Tante/Oma) immer von einem von uns betreut. Ich bekomme in 4 Wochen nochmal Nachwuchs und denke, dass das schon damit zusammenhängen wird. Auch wenn sie sagt, sie freut sich total und streichelt immer den Bauch und hilft mir von der Couch ;-).... denke ich, dass sie das schon irgendwie belastet bzw beschäftigt. Sie sagt auch immer mal wieder, dass sie Bauchschmerzen hat - was ich aber eher als psychisches Problem sehe (wenn ich z.b. auf den Bauch zeige und frage, wo tut es weh - dann tut es von der Brust bis zum Bauch, Rücken weh - allerdings wenn ich mich dann mit ihr beschäftige oder wir unterwegs sind zum Freunde treffen etc. dann sind die Bauchschmerzen von 1 Minute zur anderen wieder weg).

Mir tut sie schon sehr leid. Und ich kann es auch irgendwie verstehen. In dem Alter war ich auch so. Ich bin immer vor dem Schlafen zur Tür gelaufen weil ich schauen wollte ob sie zu ist (wegen Einbrechern), hab geschaut, ob der Herd aus ist (weil ich Angst hatte, es brennt) und das jemand stirbt.... Laut meiner Mutter war das auch in dem Alter.

Was macht ihr in solchen Fällen? Wollten schon den bruder ins Zimmer stecken, dass sie nicht allein sind (das wollten wir sowieso die nächsten Monate machen - er schläft noch bei uns) aber er ist im Moment Nachts auch so unruhig, dass wir denke, dann wecken sie sich gegenseitig noch öfter.

Hat jemand einen Rat und geht es anderen auch so? Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie so eine Angst davor hat. Sie schaut auch kein Fernseh o.ä. und wie gesagt, wird nicht fremdbetreut, dass sie da mal was aufgeschnappt hat.....

DANKE und Lg

Beitrag von nashivadespina 15.05.10 - 13:16 Uhr

Naja, finde ich jetzt kein Wunder, dass dein Kind Verlustangst oder gar Alpträume hat wenn ihr immer wieder "aus Spaß" gesagt wird, dass sie von Mama oder Papa allein gelassen wird. Mit Ironie, Sarkasmus oder Zynismus können die Kleinen noch absolut nicht umgehen. Stell dir mal vor dir wird als Kind vom Papa gesagt, dass er dich ganz alleine lässt und er er das sehr lustig findet. Ist doch völlig klar dass da ein befremdliches, schlimmes Angstgefühl hochkommt.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Kinder die man schreien lässt oder zu denen man nicht sofort kommt wenn sie einen rufen /sie weinen..sie ängstlich werden -es häufig zur Verlustangst kommt. Das gleiche gilt, wenn man ihnen Angst macht!
Ich gehe immer zu meinem Kind wenn es etwas hat. Sie kann sich auf mich absolut verlassen. Zwar will sie noch ab und an bei mir im Bett schlafen (was auch mit dem Juckreiz der Neurodermitis zusammenhängt) aber ängstlich ist sie keineswegs. Eben nur in Situationen wo man auch Angst haben sollte (großer böse aussehnder bellender Hund usw).

Wenn du ihr in der Nacht nicht erklären kannst, dass die Tür offen ist weil es dunkel ist... lasse doch ein Flur-oder Nachtlicht an..dann sieht sie es.

"Mir tut sie schon sehr leid. Und ich kann es auch irgendwie verstehen. In dem Alter war ich auch so. Ich bin immer vor dem Schlafen zur Tür gelaufen weil ich schauen wollte ob sie zu ist (wegen Einbrechern), hab geschaut, ob der Herd aus ist (weil ich Angst hatte, es brennt) und das jemand stirbt.... Laut meiner Mutter war das auch in dem Alter. "

erzählt ihr sowas auch vor ihr??? falls "ja" würde ich das auch nicht tun!

Ich würde den Bruder nicht mit ins Zimmer "stecken" wenn er eigentlich ein eigenes Zimmer bekommen könnte. Dein Kind muss auch lernen wenn es alleine ist-keine Angst zu haben. Es kann nicht sein, dass dein Kind jede Minute jemanden um sich herum haben muss!

Rede mit deinem Kind über die Ängste wenn es darüber reden mag. Sätze wie: "du musst doch keine angst haben" sind unangebracht. Denn dein Kind fühlt sich so (also ist es da und angebracht) und wenn du ihm sagst dass es keine angst haben braucht vermittelst du deinem kind, dass es falsch ist dass es so fühlt...zeigst ihm dass du kein verständnis dafür aufbringen kannst. wenn du sagst: ich weiß dass du angst hast..das ist bestimmt ein doofes gefühl..aber ich bin immer bei dir...ist das schon besser. wenn du sagst: ich weiß dass du angst hast aber schau mal..ich lasse die tür immer auf...und wenn es fühlt: mama oder papa kommen immer wenn ich traurig bin, angst habe o.ä. und ich werde ernst genommen..sie nehmen mir dir angst...dann wird das auch bestimmt vorbei gehen. nur erwarte keine veränderung innerhalb von ein paar tagen. das dauert-und wenn diese gravierenden ängste nun mehr als 4 wochen anhalten würde ich mir euch auch hilfe suchen..zb einen kinderpsychologen aufsuchen oder eine familienberatung. Scheinbar schlägt das ja ziemlich auf den Magen bei ihr. Sie reagiert schon mit Bauchweh. Deshalb nehmt die Sache ernst und scherzt nicht über ihre Ängste!!

Beitrag von hasi.1981 15.05.10 - 13:30 Uhr

Erstmal danke für die Antwort.

Ich möchte nur noch sagen - falls das im Eingangspost falsch rüber gekommen ist - wir sagen nicht dauernd, dass sie alleine bleibt. Das war wie geschrieben ein wirklich einmalig gedankenloses Kommentar meines Mannes, wo wir auch sofort nach der Reaktion von ihr sehr darauf eingegangen sind. Das mit den Ängsten aus meiner Kindheit erzählen wir natürlich nicht - das kann sie ja mit 3 Jahren garnicht verstehen und ist wie du schon schreibst, nicht angebracht! Schreien lassen tun wir sie auch nicht. Sie hat seit Geburt sehr schwer geschlafen (bis 1 1/2 / 2 Jahre bei uns im Zimmer - bis fast einem Jahr nur mit einem Elternteil...) und wir haben nie das Ferbern oder sonstiges Probiert. Plötzlich ging es sehr Problemlos ohne das sie auch nur 1x geweint hat in ihrem Zimmer alleine. Hat auch immer super geschlafen und von 19.00 bis 7 Uhr durchgeschlafen.

Das der kleine Bruder ins Zimmer kommt wollten wir eigentlich von Anfang an. Sowihl mein Mann als auch ich waren mit unserer jeweiligen Schwester bis zum Schulstart in einem Zimmer und ich kann mich immer daran erinnern, dass ich das sehr schön fand.

Ich denke, es ist wirklich falsch rüber gekommen. Wir machen uns nicht über ihre Ängste lustig. Ganz im Gegenteil. Ich nehme sie schon ernst und lass sie nicht allein damit.

Vielleicht war einfach in letzter Zeit alles etwas zuviel. Der Kleine Bruder war im Krankenhaus und musste wegen einer Nierengeschichte operiert werden, das Baby kommt bald..... Eigentlich kein Wunder, dass sie darauf reagiert.

Wir werden mal ein Nachtlicht probieren und schauen, ob das hilft.

Danke

Beitrag von svecoly 15.05.10 - 14:22 Uhr

Hallo,

ich denke eher das Sie spürt, dass Sie bei der Geburt wieder woanders schlafen muss.

Gruss Corinna

Beitrag von 090900 15.05.10 - 14:48 Uhr

Hallo,

bei uns ist es fast genauso. Yannick ist Ende Februar 3 geworden und ich bekomme ich ca. 2 Wochen unseren 2. Sohn.

Yannick und ich haben eine sehr starke Bindung und in bestimmten Situationen (Schlafen bringen, Trösten) darf nur ich an ihn ran, zu meinem Mann wird er dann richtig bitterbös.
Er hat noch nie woanders geschlafen, geht auch erst ab September in den KiGa, wenn ich 2 Nachmittage gearbeitet habe, dann war er bei meinem Mann.
Donnerstag ist er zwar für 3,5 Stunden in einer Loslösegruppe aber ansonsten würde er noch nie fremdbetreut.

Seit 4 Wochen schläft er keine Nacht mehr durch (war noch nie ein guter Schläfer) und wird auch sehr wütend wenn Mama nicht sofort zur Stelle ist. Bin ich da, lässt er sich problemlos trösten, meistens nehm ich ihn dann mit zu uns ins Bett und dann ist gut.

Gestern hatte er allerdings das erste Mal so gezittert (ist aber im Schlaf) und gerufen dass er schlecht geträumt hat und bei seiner Mama sein will. Als mein Mann ihn hochgehoben hat, hat er noch mehr geweint und nach mir geschrieen dass er mich vermisst und mich braucht, das hat mir fast das Herz zerrissen.
Nach 5 Minuten schläft er wieder seelenruhig und frühs kann er sich an Nichts mehr erinnern.

Ich hoffe dass es "nur" eine Phase ist und dass ich nach der Geburt schnell wieder heim kann damit wir 4 uns in Ruhe kennenlernen können und sich der Große auch nicht abgeschoben fühlt.
Hab jetzt schon total Bedenken dass es zwischen den Männer nicht klappt wenn ich nicht da bin :-(

Auf jeden Fall würde ich versuchen Deiner Süßen wieder das Vertrauen in Euch zu 100% wieder herzustellen damit sie weiß dass Ihr immer für sie da seid #liebdrueck

Alles Gute für Euch
Irene