Es(Er) kam doch anders.....lang

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von katy68 15.05.10 - 17:02 Uhr

Nachdem ich schon so viele Geburtsberichte gelesen habe, möchte ich meinen auch hinzu fügen.

Meine Schwangerschaft war leider gar nicht so schön. Es fing mit Blutungen zu Beginn an, setzte sich über unklare Ergebnisse bei der Fruchtwasseruntersuchung bis hin zu 4 Wochen Krankenhausaufenthalt wegen Cervixinsuffizenz und vorzeitiger Wehen fort. Nach Vollendung der 34. SSW wurde ich dann wenigstens aus dem KH entlassen und verbrachte die restliche Zeit auch meist nur liegend und wartend zu Hause. Ich war auf der einen Seite froh über jeden Tag, den das Baby noch in meinem Bauch verbringt, auf der anderen Seite wollte ich nur, dass die Geburt endlich vorbei ist….denn auch davor hatte ich ziemlich Angst. Meine 1. Entbindung war eher Horror und ein Wunsch-KS wurde in meinem KH abgelehnt.

Entbindungstermin sollte am 10.05. sein, aber bei der Vorgeschichte war ich mir relativ sicher, dass mein Mäuschen so lange nicht durch hält. Noch am Abend des 24.04. sagte ich zu einem Freund, der gerade zu Besuch war, dass ich nun echt keine Lust mehr habe, das Liegen und Warten ist so zermürbend und das Baby könnte sich nun doch langsam auf den Weg machen! Bin den Abend allerdings recht zeitig ins Bett, warum auch immer. Irgendwie merkte ich aber, dass was anders war. Mir ging es soweit gut, aber der Bauch wurde laufend hart, war zwar auch nichts neues, aber das war dann doch eher recht regelmäßig….so im Abstand von 5 bis 6 min. Sollten das Wehen sein? Wo waren die Schmerzen? Ich dachte, dass es so sein wird wie oft zuvor, ich schlafe ein und am Morgen wache ich auf, ohne dass sich was getan hat. Naja, ich stand gegen 22.30 Uhr noch mal auf, um auf die Toilette zu gehen, dann legte ich mich wieder hin und war fast eingeschlafen, als es auf einmal recht feucht zwischen den Beinen wurde. Huch? Auf Toilette war ich ja gerade erst, das konnte dann nur Fruchtwasser sein! „Oh Scheiße“, war alles, was ich in dem Moment sagte. Mein Mann (von dem ich zwar getrennt bin, der mir aber zumindest die letzten 2 Wo vor der Entbindung zur Seite gestanden hat) neben mir war sofort wach und fragte, was los sei. Als ich ihm erzählte, die Fruchtblase scheint geplatzt zu sein, sprang er wie von der Tarandel gestochen auf und war total hektisch, wogegen ich noch recht ruhig war. Außer dass ich wirklich Angst hatte… denn nun war es unweigerlich soweit, es gibt kein zurück! Ich fürchtete mich vor den kommenden Stunden und wünschte, das Baby würde schon in meinen Armen liegen! Aber da musste ich jetzt durch. Ich ließ mir ein altes Handtuch bringen, damit ich nicht noch die ganze Wohnung nass mache, nach ca. 30 min stand ich dann auch auf und machte mich bereit fürs KH. Tasche stand schon seit meinem letzten KH Aufenthalt gepackt bereit, noch mal Papiere kontrolliert, ein paar Bananen eingesteckt und los ging es. Mein KH ist nur ca. 5 min Fußweg entfernt, so war klar, dass ich dahin laufe…(Auto haben wir keins und ich war mir sicher, dass ich das schaffe). Ich brauchte zwar dann bestimmt 15 min, weil ich immer wieder Wehen veratmen musste, die sich inzwischen doch dazu gesellt hatten, aber wenn der Schmerzpegel so bleiben sollte…. dann hab ich keine Angst vor dem Kommenden. Aber ich wusste, das ist nur Wunschdenken. Wir sind geradewegs zum Kreißsaal und wurden von Hebi Christine in Empfang genommen, die mich aus meinen vorhergehenden Aufenthalten (u.a. auch Tokolyse) noch kannte, schön. Naja, wir stellten unser Gepäck ab, sie stellte mir dann zur Wahl, meine Sachen anzubehalten oder eines dieser sexy KH Kittel anzuziehen. Ich entschied mich doch für letzteres, weil es so warm im Kreißsaal war. Sollte mich dann für das CTG auf das schöne große Bett legen, CTG wurde angelegt und ca. 20 min geschrieben, waren auch einige Wehen drauf zu sehen, aber die kamen nur so aller 7 min und waren gut auszuhalten. Inzwischen hat die Hebi bissel Schreibkram erledigt und es ging dann weiter mit Untersuchung…. Der MuMu war 2 bis 3 cm offen. Es tat sich was, aber das konnte noch dauern, da war es 0.30 Uhr am Sonntag Morgen. Mir wurde Blut abgezapft und ich bekam nen tollen Einlauf, der seine Wirkung nicht verfehlte. Ich lief dann mit meinem Mann noch etwas auf den Gängen, da merkte ich doch, dass die Wehen stärker wurden, jetzt verspürte ich den Schmerz als starke Mensschmerzen und auch im Rücken. Ich brauchte dann erst mal ne Pause und wollte mich etwas hinlegen. Mein Mann war auch müde, der pennte gleich im Sessel neben mir ein, na prima! Männer! Ich war inzwischen auch seit gut 20h wach und hatte noch einiges vor mir, an Schlafen dachte ich dabei aber nicht! Ich fragte auch wegen PDA….vorsorglich. Noch waren die Schmerzen ok, aber da ich wirklich richtig Angst vor mehr hatte (meine 1. Geburt ist über 20 Jahre her und da gab es gar keine Erleichterungen, das wollte ich so nicht noch mal erleben!). Christine wollte dem Narkosearzt Bescheid geben und ließ uns dann wieder allein. Es schien ein rechtes Wouling im Kreißsaal zu herrschen, aus einem Vorwehenzimmer hörte ich heftige Schreie. War ich erstaunt, warum war die Frau nicht im Kreißsaal? Im Nachhinein erfuhr ich, dass in dieser Nacht gleich 4 Kinder geboren worden sind und das bei 1 Hebamme!!! Na gut, ich stand wieder auf und lief im Zimmer bissel hin und her, legte mir meinen MP3 Player zurecht, denn mit PDA wird nix mehr mit aufstehen. Beim Herumlaufen merkte ich die Wehen gut, aber immer noch in Abständen von 5 min oder so, im Liegen ließen sie sogar nach. Die Hebi guckte noch mal nach dem MuMu, er war inzwischen bei 4cm, also geht es voran, die Hebi meinte, eigentlich bräuchte ich keine PDA, eine Schmerzspritze würde es auch tun….hätte ich mal auf sie gehört! Irgendwann gegen 2.30 Uhr kam dann auch „schon“ der Narkosearzt. Mein Mann musste raus, er durfte dem Ganzen nicht beiwohnen! Ich mich also hingesetzt, sollte einen Buckel machen, der mir wohl aber eher misslang. Der Arzt handierte an meinem Rücken rum , er maulte ständig, war das ein komischer Kauz. Irgendwas schien auch nicht so zu klappen, wie es sollte. der Einstich war dann recht heftig und hatte ein sehr unangenehmes Druckgefühl, aber das war ja nur von kurzer Dauer, dachte ich… nach kurzer Zeit meinte der Arzt, das war nix, er muss die PDA noch mal neu setzen, es wäre Blut ausgetreten. Na prima, ich wehte so vor mich hin, irgendwie aber doch heftiger, sodass ich mich an die Schwester krallte, die der Narkosearzt mit gebracht hatte. Komischerweise stach der dann einfach wieder zu, ohne auf meine Wehen zu achten! Tja, was soll ich sagen, 2. Versuch, 2. x misslungen. War wieder das gleiche Ergebnis….Blut. was machte der Typ denn? #schock Nur inzwischen war mir das irgendwie egal. ich hatte das Gefühl zu explodieren. Ich weiß gar nicht, was ich der armen Schwester alles angetan hab, irgendwo musste ich mich ja abreagieren. Die Wehen wollten gar nicht mehr nachlassen, ich hatte kaum Zeit mich zu erholen. Der Arzt wollte erneut zustechen, ich sagte, er soll es sein lassen, ich will nicht mehr, na da war er erst verknatzt! Ich legte mich hin und wusste gar nicht mehr, was mit mir geschah. Ich hatte unheimliche Schmerzen und einen fürchterlichen Druck nach unten. Ich wusste gar nicht, wie ich mit diesem Wehenschmerz umgehen sollte und keiner kümmerte sich um mich. Ich war allein in dem Kreißsaal!!! Es war wirklich furchtbar, ich bin sonst nicht zimperlich, aber in dem Moment kam ich mir so hilflos vor, keiner da, der mir sagen konnte, was ich tun muss. Nix war mit Veratmen oder so, das half alles nichts. Ich konnte nur noch Schreien, was mir in dem Moment aber echt egal war. Nach endlosen Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, war dann endlich meine Hebi wieder da. Sie guckte ganz verblüfft nach dem MuMu….vor kaum 30 min war der doch noch nicht mal halb eröffnet, nun doch komplett offen! Deswegen hatte sie sich auch erst mal nicht um mich gekümmert, weil sie dachte, die Geburt dauert noch! Tja, nix war mit noch dauern, eine PDA hätte jetzt auch nichts mehr geholfen, dazu war es viel zu spät, ich hatte schon Presswehen! Die Hebi bereitete alles vor, jemand fragte, ob mein Mann rein kommen soll. Obwohl ich mir immer gewünscht hatte, dass er dabei sein soll, in dem Moment wollte ich es nicht, intuitiv … ich weiß nicht , warum. Aber ich hatte nur Schmerzen und war so mit mir beschäftigt, ich wollte wohl nicht, dass er mich so sieht. Er wird mich sicher auch draußen gehört haben, laut genug war ich ja vorhin gewesen. Auch eine mir bereits bekannte Ärztin gesellte sich dazu, nun endlich bekam ich klare Anweisungen und konnte mich auch dementsprechend verhalten. Ich lag auf dem Rücken, die Beine auf diesen Gestellen und sollte mit jeder Wehe nach unten pressen, was ich auch tat, aber angenehm war auch das nicht. mir war, als würde es meinen gesamten Unterleib zerreißen, aber ich wusste, es war fast geschafft. Die Ärztin drückte auf dem Bauch rum, aber das schien nichts zu bringen. Sie meinte, sie wird mir jetzt auf andre Art helfen….es viel das Wort „Vakuumextraktion“….also Saugglocke. Keine Ahnung, was ich mir darunter vorgestellt hatte, aber sie hatte nur ein relativ kleines Teilchen in der Hand…was sie dann damit tat, sah ich nicht, ich konzentrierte mich auf die Wehen und versuchte ordentlich nach unten zu pressen, ich spürte einen Schnitt (Dammschnitt) und siehe da, gegen 3.45 Uhr war mein Baby da. Auf einmal war alles ganz schnell gegangen. Ich sah nur ein kleines Menschlein mit vielen dunklen Haaren auf meinem Bauch, schon war es wieder weg. Ich weiß auch nicht, wer die Nabelschnur durchschnitten hat. Es dauerte ewige Minuten, ehe ich einen Schrei aus dem Nachbarzimmer hörte, MEIN BABY. Oh man, war ich glücklich! Inzwischen kam auch mein Mann dazu, er konnte es gar nicht fassen, dass unser Baby schon auf der Welt war, es war ja alles auf einmal so fix gegangen. Und mir ging es wieder gut, weder spürte ich den Schmerz vom Dammschnitt noch sonst irgend was, alles weg und vergessen! Die Angst, die letzte heftige Stunde, alles wie weg geblasen. Mein kleiner Sonnenschein war da!!! Er war recht zart, nur 48 cm lang, 2870 gr leicht und einen KU von 34.5 cm, aber er hatte ja noch reichlich 2 Wochen warten sollen und ich selbst bin ja auch nur eine halbe Portion. Mein kleiner Yannik wurde mir dann endlich in den Arm gelegt, sodass ich ihn bestaunen konnte, als die Ärztin den Dammschnitt vernähte. Leider hielt die Idylle nicht so lange an, der Kleine war leicht unterzuckert, sodass er auf die Neugeborenenstation gebracht werden sollte, dort bekam er dann Zuckerlösung und wurde wohl auch ins Wärmebettchen gelegt. Nach fast 4h wurde ich dann endlich auf mein Zimmer gebracht, die ersten Schritte war ich inzwischen sogar schon wieder gegangen. Nun bereute ich es nicht mehr, keinen KS bekommen zu haben, denn ich fühlte mich bereits wieder recht fit! Der kleine Mann wurde mir dann am frühen Nachmittag ans Bett gebracht und ihm ging es jetzt richtig gut, ich war so happy und genoss seinen Anblick #verliebt, bis er abends von der Kinderkrankenschwester geholt wurde…erst danach, nach über 36h wach sein, konnte ich auch glücklich und zufrieden schlafen!

Nach nur 3 Tagen wurden wir beide dann auch rundum gesund und munter aus dem Krankenhaus entlassen!

Es war eine schnelle und heftige Geburt, aber als mein Mäuschen da war, hab ich alles vergessen, er war die ganze Mühe wert, jede Minute liegen, jede Minute Schmerzen….
Auch wenn er mit Sicherheit mein letztes Kind sein wird!

Katy mit Klein Yannik (20 Tage) #verliebt

Beitrag von graublau 15.05.10 - 18:27 Uhr

Hallo Katy,

herzlichen Glückwunsch zu deinem Sohnemann.

Gibt ein paar Ähnlichkeiten zu dir, ich bin auch 41 und alleinerziehend, mein 3. kommt Ende August und mein Großer ist fast so alt wie deiner.


grüßle alex