Mutter/Oma schwer erkrankt.. Literatur für Kind?Wie umgehen...?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von krilu3009 15.05.10 - 18:32 Uhr

Leider ist meine Mutter schwer an Krebs erkrankt... definitiv nicht mehr heilbar. Es wird palleativ eine Chemo gemacht um ihr Leben zu verlängern...
ich oder besser wir haben das alles schon durch mit meiner Schwiegermutter...vor 2 Jahren. Sie starb an Maltes erstem Weihnachtsfest 2007. Da war er erst 8 Mon alt...hat aber sicherlich mitbekommen, wie sehr die Schwiegermutter /Oma gelitten hat.
Jetzt wird er es wieder mitbekommen und noch viel mehr...
ich muss das auffangen oder besser wir!
Er ist 3 und ein pfiffiges Kerlchen, sehr aufgeweckt und spricht viel.
Sollte ich ihm dieses Buch mit dem alten Dachs schon kaufen bzw vorlesen? Ich will ihn keinesfalls überfordern...
aber es ist nunmal nichts normal derzeit.
er hat seinen gewohnten Tagesablauf...Tagesmutter und dann den Nachmittag mit der Mama... also mit mir.
Dazu kommt aber meine innere Unruhe...meine Ängste und die vielen Anrufe, die ich jetzt schon aufs Band quasseln lasse....
Meine Eltern wohnen 200km entfernt... wir werden sicher wieder hinmüssen...auch öfter.
Es ist meine Mutter, aber mein Kind geht vor!
Wie habt ihr solche Situationen gehändelt?
Mit Büchern? ich hab ihm schon erklärt, dass die Oma krank ist...
Danke für eure Ratschläge!

Kristina

Beitrag von shorty23 15.05.10 - 19:29 Uhr

Hallo Kristina,

das tut mir aber sehr leid mit deiner Mutter! Schlimm so etwas!! Und doof jetzt zu dem Buch überzuleiten, aber ich denke, das ist bestimmt eine gute Idee, ihn so etwas vorzubereiten! Viellleicht wäre ja das etwas für deinen Sohn http://hospiz-bw.de/medien/buch/grossmutter, weil die Situation ja ähnlich ist?! Ich glaube es gibt noch zwei speziell mit Oma, "Nie mehr Oma-Lina Tag" und "Ein Himmel für Oma". Vielleicht würde ich sie mir mal anschauen, ob das schon was für 3jährige ist. Hier gibt es auch noch andere Buch-Empfehlungen zu diesem Thema http://hospiz-bw.de/buchkategorie/kinderbuecher_zu_krankheit_sterben_tod

LG und alles Gute
Annette

Beitrag von nudelmaus27 15.05.10 - 19:38 Uhr

Hallo!

Erstmal #liebdrueck für dich, es ist eine furchtbare Vorstellung zu wissen, dass ein geliebter Mensch todkrank ist und letztendlich von heute auf morgen nur noch eine begrenzte Zeit da sein wird :-(.

Ich habe eine Oma sie ist ebenfalls schwer krebskrank und bekommt mit ihren 84 Jahren eine Chemo. Innerhalb eines Jahres hat sie stark abgebaut und ist quasi nur noch ein Drittel ihrer selbst aber sie hält sich wacker. Wir haben unserer Tochter (sie war damals reichlich 3 Jahre, als die Diagnose kam) erklärt, dass die Ticktackoma ganz dolle krank ist und erstmal lange ins KH muss. Auch haben wir ihr gesagt, dass es passieren kann, dass sie deshalb irgendwann nicht mehr dasein wird. Sie fragte dann wo sie dann hin ist und wir sagten ihr, dass sie doch wisse, wo unser Snoopy (unser ehem. Hund) ist. Und da meinte sie dann: ah die Ticktackoma kommt dann in den Himmel zum Snoopy und manchmal kann man den sehen, wenn die Sonne schein und man genau hinguckt. Hätte heulen können aber für sie war das okay und hat es gereicht.

Ich denke es bringt nichts, irgendwelche Bücher rauszukramen. Man söllte dem Kind ehrlich sagen, dass Leute irgendwann früher oder später sterben und dann eben in den Himmel kommen (finde ich in dem Alter besser als Friedhof). Meist braucht man in dem Alter garnichts weiter sagen, es reicht.

Mach dir nicht zu viele Sorgen, nimm dein Kind noch so oft wie möglich mit zu deiner Mutter, das wird ihr Kraft geben.

Alles Gute,
Nudelmaus

Beitrag von daviecooper 15.05.10 - 20:15 Uhr

Hallo!

Erstmal wünsche ich dir gaaanz viel Kraft für die nächste Zeit#liebdrueck

Meine Oma (88) ist letzte Woche gestorben, Charlotte kannte sie aus dem Seniorenheim. Ich habe am Todestag viel geweint, und habe versucht zu erklären, warum ich traurig bin.
Die Uroma fehlt Charlotte jetzt nicht sonderlich, weil sie nicht mehr viel mit Charlotte machen konnte in den letzten Jahren, aber "Sterben" und "tot sein" sind seitdem ein großes Thema.
Ich versuche ihr viel zu erklären, da das der erste Todesfall in ihrem Umfeld ist. Ich glaube, den besten Weg gibt es nicht, allerdings vermeide ich Formulierungen wie "sie ist eingeschlafen", um Tod nicht mit Schlafengehen in Verbindung zu bringen.
Wir haben heute das Buch "Nie mehr Oma-Lina-Tag" gelesen, aber ich merke schon, dass es eigentlich noch zu viel ist für Charlotte. Sie muss nicht über die Beerdigung Bescheid wissen, da sie dort nicht mitkommen wird. Manchmal lacht Charlotte auch bei meinen Erklärungen, was mir ihre Unsicherheit und Überforderung verdeutlicht.

Ich hoffe, du findest die richtigen Worte für dich und deinen Sohn,

LG

daviecooper + Charlotte (*7.7.06)

Beitrag von sohnemann_max 15.05.10 - 22:03 Uhr

Hi,

tut mir leid für Dich!

Nein, ich würde es nicht mit Büchern versuchen. Erkläre ihm - hast Du ja schon - dass die Oma richtig krank ist und nicht wieder gesund werden kann. Versuche ihm zu erklären, dass es einen Tod gibt. Lass ihn einen Stern für Oma aussuchen, von wo die Oma immer auf ihn und auf alle anderen aufpasst.

Sicherlich wird es für Dein Kind stressig werden. Natürlich merkt er Deine Angespanntheit. Er wird aber auf seine Art und Weise reagieren.

Vor 2 Jahren erkrankte mein Mann an bösartigen Lebertumoren (kein Trinker) und musste operiert werden. Allerdings in Berlin. Er lag dort wochenlang (Not OP folgte auch noch) und es stand Spitz auf Knopf. Ich hatte immensen Stress und auch noch eine Fehlgeburt in diesen Wochen. Wir pendelten per Flugzeug wöchentlich - immer mit Sohn. Ich habe unserem Sohn immer alles erklärt mit seinen 3 Jahren. Er ging damit super um, obwohl ich weiss, dass es ihm wahnsinnig belastet hat. In dieser Zeit war er so was von unkompliziert wie nie zuvor und auch nicht hinterher.

Jetzt ist er bald 6 Jahre alt und muss in Naher Zukunft mit dem Tod seines Uropas umgehen können. Schlaganfall vor 7 Wochen, mit halbseitiger Lähmung, Sprache weg. Bis Vatertag war er noch im Pflegeheim, wo wir zusammen mit unserem Sohn ein Mal gewesen sind (wir schon öfter, aber ohne Kinder). Am Vatertag wurde mein Opa in die Klinik gebracht.

Seit gestern wissen wir, dass er auch noch Krebs hat. Heute war er bereits vollkommen apathisch, nicht ansprechbar, keine Regung, schwere Atmung.

Unser Sohn spricht nicht viel darüber, möchte aber doch ab und an wissen, was der Tod ist und dass der Uropa doch auch bald stirbt. Darüber erzählen wir dann eben das, was wir auch wissen. Also keine Angst machen und versuchen dass so rüberzubekommen, dass es einfach zum Leben dazu gehört.

LG und viel Kraft Euch!
Caro mit Max bald 6 Jahre alt und Lara nächste Woche 1 Jahr

Beitrag von katzemichaela 16.05.10 - 10:06 Uhr

Ich würde ganz normal damit umgehen, meine SM ist auch an Lungenkkrebs erkrankt, die Kleine weiß das die Oma krank ist aber ich sag nix vom sterben erst wennes soweit ist.
Kinder spüren oft sehr gut was los ist ohne viele Worte was willst du uhn jetzt damit belasten vielleicht lebt deine Mutter noch lange was ich euch wünsche.
Viel Kraft wünsche ich euch uns steht das auch noch bevor:-(

Beitrag von juliane1978 16.05.10 - 18:37 Uhr

Hallo,
meine Kinder sind 6 und 4. Vor 5 Wochen wurde bei meiner Schwiegermutter Lungenkrebs festgestellt. Sie bekommt jetzt erstmal Chemo und Bestrahlung. OP geht nicht und ob er heilbar ist weiß man noch nicht. Ich erzähl meinen Beiden nur immer den "aktuellen" Stand. Oma musste ins Krankenhaus; Oma durfte wieder heim, ist aber immer noch krank; Papa muß Oma zum Arzt fahren; Oma ist wieder im Krankenhaus usw. Fragen beantworte ich so ehrlich wie möglich, aber ich erzähle ihnen auch nie mehr. Ich denke damit würde ich die Beiden überfordern. Ich hab mir jetzt auch die DVD "Willi wills wissen - Wie ist das mit dem Tod" gekauft, aber ihnen noch nicht gezeigt. Sollte der Krebs unheilbar sein, werde ich mir auch Rat im Kindergarten und der Schule holen, wie man damit umgehen soll.
Ein Buch finde ich nicht schlecht, aber ich würde es ihm nicht im zusammenhang mit der Oma vorlesen. Einfach nur so, ohne ihn an die Krankheit der Oma zu erinnern.
LG,
Juliane

Beitrag von krilu3009 16.05.10 - 18:47 Uhr

Ich dank euch allen ganz herzlich für eure Antworten...
ich werde auch mal mit unserer Kinderärztin sprechen...
ich denke nach wie vor, dass Lektüre richtig wäre... gerade weil er über Bücher so so viel aufnimmt.
Zudem sprechen wir natürlich mit ihm...
Ich danke euch!
Lg

Beitrag von janamausi 16.05.10 - 20:13 Uhr

Hallo!

Es tut mir sehr leid wegen deiner Mutter! Ich habe selbst das gleiche vor einem Jahr mit meinem Vater mitmachen müssen. Allerdings war unsere Tochter da schon 5 Jahre.

Ich habe damals viel mit dem Kinderarzt "zusammen gearbeitet" und das hat mir sehr geholfen.

Geh mal zum Kinderarzt (alleine, ohne Kinder) und besprech das mit ihm. Er kann dir sicherlich viele kleine Tipps geben, auf was Du bei deinem Sohn achten sollst und dir auch Bücher empfehlen.

Ganz wichtig ist, dass Du dein Kind mit einbindest aber auch Rücksicht nimmst. D.h. lüg ihn nicht an, er spürt es sowieso. Wenn er die Oma mit besuchen will, nehm ihn mit, wenn er aber nicht will, dann lass ihn daheim.

Meine Tochter hat, als mein Vater gestorben ist, Globulis bekommen. Die haben auch sehr gut geholfen.

Ich würde auf alle Fälle auch den Kiga informieren, so dass die wissen was los ist, falls sich dein Sohn anders verhält, und dementsprechend handeln können.

Auch würde ich immer wenn Du zu deiner Mutter fährst, jemanden (deinen Mann, eine Freundin etc.) mitnehmen, so dass sie sich zur Not um dein Kind kümmern können. Bei meiner Tochter war es oft so, dass sie zwar oft zum Opa mit ins Krankenhaus wollte, aber nach 1- 2 Minuten wieder gehen wollte.

LG janamausi