Kinderwunsch und Borderline

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von tosse 15.05.10 - 19:14 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage.
Sind hier Frauen unter Euch, bei denen Borderline diagnostiziert wurde und die (trotzdem) schwanger werden wollen.
In der Hoffnung, dass ich nicht an den Pranger gestellt werde, würde mich insgesamt interessieren, ob ihr (auch andere unter Euch) denkt, dass man als Borderline-Patientin ein Kind kriegen kann oder ob man erst mit sich ins "Reine" kommen sollte.

Liebe Grüße
Tosse

PS: Bei mir äußert sich die Borderline-Störung u. a. auch mal durch Selbstverletzung (ist aber schon besser geworden) und suizidalen Gedanken.

Beitrag von babys0609 15.05.10 - 19:19 Uhr

Ich habe bOrderline Diagnostiziert bekommen!
Ich verletze micha ber schon seit meinem 15 lebensjahr nicht selber!
Als ich das erste mal SS war wurde das Borderline zur postpartalen Depression!
Danach als die erste FG kam zu Zwangsgedanken.
Nach der nächsten FG war Psychisch nicht mehr ansprechbar und entwickelte ne Angststörung.

Also ichhatte es nie Behandeln lassen. hatte auch keine Suzidalen Gedanken aber ich bins chon immer Depressiev gewesen.

Auch diese Wahnvorstellungen die man als Borderliner hat standen lange zu Debatte.

Ich bin jetzt auch nicht in behandlung aber ein Kind würde ich mir nur noch dann Wünschen wie jetzt wenn es mir wirklich sehr gut geht!

Nix gegen dich aber du weisst als Borderliner wird man ehh immer abgestempelt!

LG Maria

Beitrag von silsil 15.05.10 - 20:24 Uhr

Hallo,

ich selber bin von Borderline nicht betroffen, wollte dir aber trotzdem antworten. Die Ex-Freundin meines Cousins hat starke Depressionen.(wurde nach der Geburt erst so richtig schlimm)
Mittlerweile ist sie in einem betreutem Wohnen (war vorher stationär untergebracht) und mein Cousin ist seit gut 10 Jahren (Tochter ist inzwischen 14) alleinerziehend. Die ersten 4 Jahren waren nicht wirklich schön und die Kleine hatte schon auch Defizite bis mein Cousin endlich das Bleiberecht übertragen bekommen hat.

Borderline ändert ja nichts am Kinderwunsch. :-)

Nachdem ich den Beitrag vor mir durchgelesen habe. würde ich mir ärztliche Unterstützung suchen, da so eine Schwangerschaft und das Baby schon eine Belastung darstellen. (z.B. wenig Schlaf, Hormonumstellung, finanz. Ängste usw)

Falls du Medikamente bekommst, evtl. abklären wie es sich mit den Medis in Schwangerschaft und Stillzeit verhält.

Evtl. auch abklären ob und inwieweit dich dein Partner und Familie mit auffängt bzw. wenns dir mal nicht so gut geht, das Baby mitbetreut. Denn ohne Unterstützung wird es sicher sehr sehr schwer und wäre auch dem Baby nicht fair gegenüber.

Und auch dir gegenüber ehrlich sein, ob du dir vorstellen kannst, dein Baby gut zu betreuen wenn du wieder Depressionen hast.


lg
Silvia

Beitrag von evileni 15.05.10 - 20:31 Uhr

Hallo,
ich hab selbst kein Borderline Syndrom, hatte allerdings mal eine posttraumatische Belastungsstörung mit Depression (ist aber schon 15 Jahre her). Und ich kann dir sagen, man sollte die Hormon-Achterbahnfahrt in und nach der SS nicht unterschätzen, selbst wenn man gesund ist, reißt es einen manchmal rein. Und nach der SS hast du halt noch ein Kind, das nicht nach deinen Bedürfnissen oder Befindlichkeiten fragt, sondern rundherum versorgt sein will.
Ich würde mir das echt gut überlegen.
Liebe Grüße, Eva

PS: Als Kind einer Mutter mit Selbstmordgedanken und Depressionen kann ich dir sagen, dass eine solche Kindheit nicht schön ist.

Beitrag von silsil 15.05.10 - 20:45 Uhr

#pro kann ich dir nur zustimmen.

Man kommt jeden Tag mit Bangen von der Schule heim und hofft, dass alles OK ist.

Mein Bruder und ich haben es schon an der Tür gespürt. Ist nicht schön, die eigene Mutter so zu sehen und so schnell erwachsen werden zu müssen.
Vieles verdrängt man und doch kommt es immer wieder hoch.

Beitrag von evileni 15.05.10 - 20:58 Uhr

Da hast du Recht, man wird es nie wieder richtig los und lebt immer in Angst. In solchen Situationen sag ich mir dann aber: Ich habe jetzt meine eigene Familie und was meine Mutter tut, ist ihre Sache, schließlich ist sie erwachsen. Aber das prägt eben doch.
Ich hab es auch immer gespürt, wenn was nicht in Ordnung war, hab aber ne Therapie gemacht, was mir gut tat.

Beitrag von nikolas 15.05.10 - 20:48 Uhr

Hallo, ich oute mich hier mal als Psychologin vom Grundberuf her und bin insofern in dem Thema ganz gut drinnen. Warum eine Frau mit einer Borderline-Diagnose keine Kinder bekommen sollte, weiß ich nicht, wenn der Wunsch da ist, ist er da und doch völlig natürlich. Ich möchte Dir aber ans Herz legen - sofern du es noch nicht machst - , eine ambulante Psychotherapie anzudenken, da Borderline-Störung ganz viel mit Selbswert und problematischer Bindung etc. zu tun hat, und sie Dich ggf. daran behindern könnte, eine gute Beziehung zu Deinem Kind aufzubauen. Kinder sind ja gerade auch ganz früh für Stimmungen sehr sensibel, sie merken einfach, wenn es einem dauerhaft häufiger nicht gut geht, auch nonverbal. Ich mache hier wohlgemerkt keine Aussagen über Dich persönlich als Mensch und gute oder nicht so gute Mutter, sondern das ist allgemein gesprochen. Da ich auch mit Familien arbeite und selbst persönlich im Umfeld betroffen bin, weiß ich, wie problematisch eine psychische Erkrankung, sei es schwere Depression, Psychose oder eben Borderline, für den Beziehungsaufbau zum Kind sein kann. Es gibt ja mittlerweilse sehr gute verhaltenstherapeutische Ansätze, wie die dialektisch-behaviorale Therapie, die auch ganz konkret im Hier und Jetzt an Gefühlen und Verhaltensmustern arbeitet. Ich finde, dass das eine - ein Kind zu wollen und zu haben - und das andere - die Borderline-Erkrankung - sich nicht ausschließen müssen, aber dass eben auch aktiv etwas getan werden muss, um diese Störung zu bearbeiten. Hoffe, diese langen Ausführungen sind für Dich jetzt keine Zumutung. Liebe Grüße