Hochbegabung- habe eine Frage an betroffene Eltern

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von humor 16.05.10 - 13:32 Uhr

Hallo,
ich hatte letzte Woche ein Elterngespräch im Kindergarten.
Dort wurde uns offeriert, dass unser Sohn eine Hochbegabung im Bereich Sprache und logsches Denken besitzen könnte. Unser Sohn ist nun 3 Jahre und 4 Monate alt.
Ich habe zwar schon selber bemerkt, dass er unglaublich viel fragt und Mensch ärgere dich nicht ist für ihn schon sehr leicht zu spielen. Er spricht manchmal schon sehr erwachsen.
Wie waren eure Kinder mit 3 Jahren? Haben sie soziale Schwierigkeiten? Mein Sohn zieht sich immer aus der Kindergruppe zurück und sagt, es wäre ihm zu laut, er möchte alleine spielen.

Ich habe ein wenig Sorgen. Ich persönlich kann gut mit ihm umgehen, ihm viel beantworten, aber nicht, das er sich selber isoliert.
Sind die Geschwister auch hochbegabt?

Lg, Anna

Beitrag von nicola_noah 16.05.10 - 14:37 Uhr

Hallo,

Ich habe einen Sohn (12) der unter Mustismus leidet und Hochbegabt ist.
Er geht in die 5.Klasse einer Realschule und macht dort nicht mit.
Zuerst dachten die Lehrer das er einfach nur Faul wäre, aber ziemlich schnell stellte sich heraus das er einfach nur Unterfordert war, ihm machte es einfach keinen Spaß und es wurde ihm somit schnell langweilig.
Gab man ihm aber z.B. Schul bzw. Lernstoff aus der 8.Klasse dann konnte man sehen was wirklich in ihm steckte.
Nunja,nun steht der Wechsel auf eine Schule für Hochbegabte an...
Mein Sohn hat Soziale Schwierigkeiten,zieht sich zurück und hat kaum Freunde.
Die Freunde die er hat sind alle Älter und Reifer als die anderen Kinder in seinem Alter.
Er fing mit ca.4 Jahren an zu Rechnen, er hat ein Talent für Zahlen und alles was damit zu tun hat.
Aufgrund seines Mutismus hat er mit Sprache wenig am Hut;-)

Nein,seine Geschwister sind nicht Hochbegabt.

LG

Nicola

Beitrag von scrollan01 16.05.10 - 15:13 Uhr

Meine Große ist auch hochbegabt und mutistisch! ;-))

Sie ist 9 und geht in die 3. Klasse- wir haben sie nicht springen lassen damals in der 1. Klasse, weil dort ihre 2 Freunde drin sind - sie wäre sonst nicht mehr in die Schule gegangen!

Wir haben ihr immer diese Vorschulbücher gekauft, damit war sie ewig beschäftigt!
Das reicht auch in dem Alter, finde ich!

Und jetzt bekommt sie Zusatzaufgaben hier daheim!

LG

Beitrag von barbarelle 16.05.10 - 15:46 Uhr

Hallo Anna,

war bei meiner Tochter genau so. Sie wurde intellektuell weit über dem Durchschnitt getestet. Nun geht sie in die zweite Klasse. Aber alles läuft ganz normal. Sie hat ihre Stärken und ihre Schwächen. Ist ein fröhliches Kind und holt sich intellektuell das was sie braucht aus Büchern, Medien oder einfach nur in ihrem Spiel. Sie hat zum Glück viele Freunde und ist im Grunde genommen einfach nur eine pfiffige 8-jährige.

Tun wirst du nichts gross können. In dem Alter kann man ohnehin noch gar nicht testen oder gar behaupten er sei hochbegabt. Vielleicht hat er einen Entwicklungsvorsprung. Erzieherinnen können das auch gar nicht beurteilen, ausser er beschäftigt sich mit Quantenphysik in seinem Alter ;-)

Mach dich nicht verrückt. Beobachte ihn und schau, was er gerne tut und unterstütze ihn darin. Sei froh wenn er pfiffig ist und sich gut entwickelt. Bevor er in der Schule ist, kann man nur Tendenzen erkennen aber nicht genau testen.

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von pilmena 16.05.10 - 16:51 Uhr

Liebe Anna,

mein Sohn Noah ist auch hochbegabt und zwar speziell im Bereich Sprache und logisches Denken. Genau wie dein Sohn hat er sich schon im Kindergarten eher zurückgezogen, vor allem weil es ihm zu laut war!

In der Grundschule hatte er massive Probleme, weil er sich meistens in seiner eigenen Welt befand, aus Unterforderung, wegen Nicht-verstanden-werden. Die Schule hat mich massiv unter Druck gesetzt, ihn mit Medikamenten wegen ADS zu therapieren, was ich ablehnte. Seine Noten waren durchweg schlecht und bis zur Schulverweigerung. In der dritten Klasse ging Noah zum Psychiater und zur Lerntherapeutin, was aber nichts half, denn dadurch wurde ja nicht die Situation in der Schule verändert. Die Kreativität und das selbständige Denken meines Sohnes paßte einfach nicht in die Schublade seiner Lehrer. Alle paar Wochen mußte ich zu Elterngesprächen, die aber letztendlich zu nichts führten.

In meiner (unserer) Verzweiflung habe ich ihn an einer Montessori Schule untergebracht. Es war absolut nicht selbstverständlich, dass sie dort einen Quereinsteiger aufnehmen, aber es war die beste Entscheidung überhaupt. Ich bereue nur, dass ich das nicht schon früher gemacht habe. Endlich geht mein Sohn gerne zur Schule, ist nicht mehr depressiv, kommt insgesamt mehr aus sich heraus und ADS hat er natürlich auch nicht. Er darf die vierte Klasse noch einmal wiederholen, einfach um seine Psyche zu stabilisieren, bevor er auf eine weiteführende Schule geht.

Was ich dir raten möchte: Informiere dich rechtzeitig über alternative Schulen in deiner Umgebung. Es muss ja nicht zwangsläufig sein, dass dein Sohn in der normalen Grundschule Probleme hast oder er hat Lehrer, die auch mal über ihren Tellerrand hinaus schauen können. Falls es bei euch so quer laufen sollte wie bei uns, dann wünsche ich dir, dass du nicht so lange für die Entscheidung einer Umschulung brauchst, sondern darauf schon besser vorbereitet bist.

Ich habe hier nur verkürzt beschrieben, was wir über vier Jahre hinweg durchgemacht haben. Wenn du mehr wissen möchtest, melde dich einfach!

Viele Grüße,

daniela

Beitrag von butler 16.05.10 - 21:36 Uhr

Meiner (12 und HB) hat soziale Probleme.( Eigenbrödler)
Mein kleiner hat auch schon einen enormen Wortschatz, kann sehr viel, kann aber auch von dem Umfeld kommen, in dem er aufwächst.
Seine Schwester : ja HB und vollkommen normal
kleiner Bruder: eben ein Kind, HB? da denke ich noch lange nicht drüber nach

Eltern: nicht getestet(wir wollen es nicht wissen.

Beitrag von arwen1979 17.05.10 - 09:42 Uhr

Hallo!
meine zwillinge sind auch sehr pfiffig ob sie HB sind weiß ich nicht, habe sie nie testen lassen. Als wir merkten das sie in kiga langeweile hatten haben wir sie mit 5 1/2 letzt jahr in die internationale schule gegeben, meine Kinder sind 3 sprachig erzogen worden deutsch englisch und französisch. wir machen viel mit ihnen um ihren wissensdurst zu stillen, museums besuche, bücher über themen anschaffen die sie interesieren, und wir sorgen auch für viel ausgleichene bewegung z b haben wir jetzt mit ihnen mit geocaching angefangen wir suchen gemeinsam die koordinaten aus dem internet und suchen dann den cach manchmal sind auch chaches mit kleinen aufgaben zu suchen sie lieben diese spiel. Die beiden sind jetzt 6 geworden im Februar und ich glaube wir haben es genau richtig gemacht das wir sie im letzte jahr in die schule gegeben haben. sie kommen dort sehr gut zu recht und sie sind irgendwe ausgelasstester.
meine tochter wird im juli 5 und kommt dann im sommer auch in die schule sie ist sehr reif für ihr alter was auch an ihrer krankheit liegen kann aber wir denken sie wird im kindergarten nicht mehr zurecht kommen.
gruß arwen

Beitrag von jimmytheguitar 17.05.10 - 10:34 Uhr

Ist Pfiffigkeit und Wissbegierigkeit schon Grund zur Annahme einer Hochbegabung bei euch?

Das ist doch ganz normal für Kinder! Wobei es darunter sicher schneller und eben auch langsame gibt. Meine Mutter ist Erzieherin und sie erzählt mir immer wieder von "besonderen" Kindern in ihrer Kita, die eben etwas besonders gut können o.ä.... hochbegabt sind diese Kinder aber bestimmt nicht alle!

mfg

Beitrag von butler 18.05.10 - 21:32 Uhr

ich sehe meine Kinder als Kinder. Jedes Kind hat seine stärken und schwächen. Wenn es bei meinem großen keine Probleme gegeben hätte, wäre er nicht getestet.
Wobei dieser Test ja auch von der Tagesform abhängig ist. Die große hat sich testen lassen als Sie 18 war.
HB heißt noch lange nicht das diese Menschen perfekt sind.
Ich bin froh, das in der Kita in die mein Zwerg bald geht, keiner was von der HB seiner Geschwister erfahren wird.
Ich hasse diese vergleiche und dieses "das mußt Du doch wissen"...
der beste Freund vom großem liegt im normalen Bereich, benötigt wahnsinnig lange für viele Lernthemen, fragt aber auch gerne und oft nach.
Lässt sich alles erklären bis er es verstanden hat. Ich finde den Jungen absolut toll.Der kann wenigsten s sagen er hat sich das erarbeitet.

LG.

Beitrag von dani-79 22.05.10 - 13:46 Uhr

Nicht jedes Kind mit einer Hochbegabung isoliert sich auch. Auf die Förderung kommt es an!
Ich würde dir raten die begabungvon einem Psychologen einschätzen zu lassen, und dann gezielt zu fördern.
Mit einfachen Mitteln kann das auch im Kindergarten umgesetzt werden.
Ich selber habe auch immer viel gelesen, ich konnte mit3 jahren beim Eintritt in den Kiga schon lesen und schreiben, die Erzieherinnen haben mich einfach den jüngeren Kindern Bücher/Geschichten vorlesen lassen und mich ermuntert, selber Geschichten zu schreiben und auch vorzulesen. In der Schule hatteich genug Freunde unddasGlück, nie zu Hause üben zu müssen. Ich fand das toll.
Heute gibt es doch auch die Möglichkeit, mehrere Sprachen im Kindergarten zu lernen (wir haben hier zumindest die Möglichkeit in einigen Kindergärten).
Ich weiß ja nicht welches Konzept euer kindergarten hat, aberhier gibt esauch einen mit offenen Gruppen und zig Themenbereichen in denen sich die kinder voll entfalten können, im Handwerk z.B. kann man doch gut logisches Denken benutzen...
Mein Cousin hatte auch so ein Problemmit der Integration (HB), und sein Wissensdurst war krass. Also hat mein Onkel ihm mit 4 gezeigt wie man Computer programmiert. Das macht er bis heute, und er ist zufriedener.

Frag ihn waser wirklich gerne macht und schau, ob es sich imAlltag fördern lässt.
Ich wünsche euch viel Glück!
LG dani

Beitrag von jasmin24 25.05.10 - 15:40 Uhr

Hallo!

Ich habe im Internet diese Seite über hochbegabte Kinder gefunden: www.klugekinder.at

Dort findet man Beispiele aufgelistet was bei Kleinkindern auf eine Hochbegabung hindeuten könnte.

Ich selbst hab eine Tochter die nächste Woche 4 Jahre alt wird und wenn ich die Merkmale auf dieser Seite mit meiner Tochter vergleiche, dann trifft sehr vieles auf sie zu.

Sie geht seit sie 2 Jahre alt ist in den KiGa und hat bis heute anscheinend keinen richtigen Anschluss an die anderen Kinder gefunden. Sie spielt am liebsten alleine oder mit den Erziehern. Sie ist zwar sehr lebhaft, bei fremden Personen aber schüchtern. Und sie ist sehr wissbegierig. So kann sie seit knapp einen Jahr bereits die Zahlen lesen, das Alphabet, kann ihren Namen schreiben, bzw. andere leichte Wörter, möchte auch immr wieder wissen wie man was schreibt oder sie merkt sich Geschichten und Lieder sehr schnell auswendig.

Ob sie hochbegabt ist weiß ich nicht, ich versuche sie soweit zu fördern wo sie gerade Interesse hat und ihre Fragen zu beantworten.

Wie wurde bei euch die Hochbegabung festgestellt? Gabs da irgendwelche Tests?

LG Jasmin