Wieviel gebe ich von mir preis im Internet? Stichwort Bewerbung!

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Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 14:42 Uhr

Liebes Forum,

ich lese hier zunehmend, wie Leute total detaillierte Bewerbungsanschreiben mit Stellenangabe und weiteren Daten im Betreff zur Diskussion stellen.

Mir schnürt sich dabei zusehends die Kehle zu.

Bei mir gehen immer wieder Bewerbungen über den Tisch...und ich weiß von Kolleginnen, die inzwischen manchmal Textstellen aus den Anschreiben mal eben googlen...und dann auf ganze Threads in Bewerbungsforen oder hier oder woanders stoßen!

Dass dieses Googlen datenschutzrechtlich grenzwertig ist, ist noch eine Frage für sich...aber ich beobachte zunehmend, dass Bewerber (bei meinem Arbeitgeber) schlechtere Chancen haben, die ihr Anschreiben detailliert im I-net diskutiert haben.

Bei uns gab es letztens die Diskussion, ob man jemanden einstellen sollte, der derart wenig Sensibilität bei dem Umgang mit eigenen Daten im Netz an den Tag legt...ob so einer nicht auch das eine oder andere aus der Firma genauso sorglos im I-net breit tritt...wenn er schon seine Bewerbung sozusagen vor aller Welt breit tritt...

Bei uns wird der sorgfältige Umgang mit Daten immer wichtiger. Was soll ich von einem Mitarbeiter halten, der lässig und abgeklärt eine Datenschutzerklärung im Rahmen seiner Berufstätigkeit unterschreibt...und im I-net empfindliche Daten quasi achtlos zur Schau stellt?

Macht Euch denn die Vorstellung, dass jeder gleich mitkriegt, wie unsicher ihr eigentlich mit der Fomulierung eurer Bewerbung seid, gar nichts aus? Könnt ihr nachvollziehen, dass ein potentieller AG denkt: Na der Bewerber ist ja im I-net eine ganz schöne Tratschtante! Der gibt sich ja nicht mal Mühe, die Daten zu anonymisieren!

Ich finde diese Entwicklung echt bedenklich.

Ich zitiere aus einem Bericht über eine Umfrage unter 260 Personalern:

"Immer mehr Personaler googeln nach Bewerbern

Außerdem – das stellte die Studie auch fest – sollte man vor allem vor einer Bewerbungsphase auf seine Online-Reputation achten. 62 Prozent der Personaler überprüfen die Internetprofile ihrer Bewerber, um über die Bewerbungsunterlagen hinaus an zusätzliche Infos zu gelangen. Am liebsten recherchieren sie dazu bei Xing, gefolgt von Google und Facebook."

Also ich finde, im I-net ist weniger immer noch mehr!

Oder nicht?

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von rmwib 16.05.10 - 14:54 Uhr

Danke für diesen Beitrag.

#pro#pro#pro

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 15:01 Uhr

Ich muss gestehen, ich habe den Betreff einer Bewerbung, die hier diskutiert wurde, gegoogelt und habe das Anschreiben tatsächlich ZWEIMAL gefunden, hier und noch in einem anderen Forum, wo die Userin mit gleichem Nick registriert ist!

Also bei uns wäre so jemand unten durch! Der hat keine Vorstellung von Datenschutz!

Traurig, die Leute machen es ja nicht aus bösem Willen, sondern vermutlich aus Naivität.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 15:53 Uhr

Aber ist es nicht ein Unterschied, wessen Daten ich preisgebe? Wäre ja noch schöner, wenn man jemandem vorschreibt, was er und wieviel er von SEINEN EIGENEN DATEN preisgeben darf, damit er einen Job bekommt. Hat auch ein bißchen was mit Vorurteilen zu tun, oder?#kratz

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 16:25 Uhr

Tja,
für mich hat das nichts mit Vorurteilen zu tun, sondern mit Glaubwürdigkeit.

Ich sage ja nicht, dass man Leuten etwas vorschreiben soll, aber man darf doch aus ihrem Tun Schlüsse ziehen.

Wir beurteilen Menschen doch danach was sie tun, nicht was sie sagen! Sagen können wir alle viel!

Wenn für eine Firma die Sensibilität für den Umgang mit Daten wichtig ist, dann muss die doch gucken, wie jemand mit seinen eigenen Daten umgeht. Und was soll ich von einem Bewerber halten, der sich als jemand darstellt, der eigenständig Probleme löst, kompetent die Sachen anpackt, eben alles, als was man sich als Bewerber eben gern darstellt...und sein Anschreiben dann in einem Forum von zahlreichen "Fremden" glattziehen läßt? Und das öffentlich?

Wie glaubwürdig ist so jemand, wenn er sagt: Ich nehme Datenschutz total ernst!

Wenn ich einen LKW-Fahrer einstellen will und ich kriege mit, dass ein Bewerber sich am Wochenende in seiner Freizeit besäuft und ich spreche ihn darauf an und er sagt: Ich trinke immer nur am Wochenende, nur außerhalb der Arbeitszeit - ehrlich! Und ein anderer Bewerber, den sehe ich nicht am Wochenende saufen...und ich stelle den ohne den Wochenend-Suff ein...hat das etwas mit Vorurteilen zu tun?

Ich weiß, ich weiß, ich weiß, der nicht-saufende kann immer noch der Schuss in den Ofen sein...aber welcher Arbeitgeber würde deshalb, weil es sein könnte, den Wochendsäufer einstellen?

Ein sensibler, kritischer, hinterfragender Umgang mit Daten im Netz wird immer wichtiger, finde ich.

lg die Hinterwäldlerin

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 16:53 Uhr

Es sind hier 2 verschieden paar Shuhe die du diskutierst. Auf der einen Seite sprichst du den Dtenschutz an und unterstellst, dass jemand, der seine Dten preisgibt, das selbe mit Unternehmensdaten tut: "Ich sage ja nicht, dass man Leuten etwas vorschreiben soll, aber man darf doch aus ihrem Tun Schlüsse ziehen."
Dazu kann ich nur sagen: Ich lese unheimlich gern Horror-Romane und schaue mir gern zugehörige Filme an. Bin ich jetzt also der potentielle Kandidat, der Leute überfällt und abschlachtet?

Zum anderen sagst du, dass die Tatsache, dass jemand die Bewerbung diskutiert dazu beiträgt, dass man an seinen Qualifikationen zweifeln könnte: "Und was soll ich von einem Bewerber halten, der sich als jemand darstellt, der eigenständig Probleme löst, kompetent die Sachen anpackt, eben alles, als was man sich als Bewerber eben gern darstellt...und sein Anschreiben dann in einem Forum von zahlreichen "Fremden" glattziehen läßt? Und das öffentlich?

Meinst du nicht, dass die meisten sich irgendwo Hilfe holen? Sei es bei der Fmilie, die es durchlesen oder über Google etc. Ich selber habe ein Programm dafür. Verringern sich jetzt meine Qualifikation, die für einen Job als mal LKW-fahrer um bei deinem beispiel zu bleiben, Voraussetzung sind? Oder zeigt es nur meine Eigeninitiative und die Bereitschaft Hilfe zu suchen und anzunehmen wenn ich nicht ganz sicher bin? Und bedeutet das, dass du einem Bewerber, der keine Ahnung von Rechtschreibung und Satzbau bei gleicher Qualifikation eher einen Job geben würdest, weil du nichts im Internet findest als jemandem, der sich im Internet schlau gemacht hat und dir die perfekte Bewerbung präsentiert?

Das Thema Bewerbung wird heutzutage einfach überbewertet, Natürlich soll man sich in einem guten Licht darstellen und seine Qualifikation, Motivation darstellen. Aber allein die Tatsache, wieviele Zeilen ziwschen Begrüßung und Einleitung SEIN MÜSSEN verunsichert viele. Mir hatte mal eine Personalerin beim Einstellungsgespräch einen ca. 10 minütigen Vortrag darüber gehalten, dass ich meine Zeugnisse und Nachweise doch bitte nicht chronologisch ordnen sollte. das macht es für sie unmöglich, alles auf einen Blick zu sehen und sie kenne eine Menge Kollegen, denen das Durchblättern so anstrengend gewesen wäre, dass sie meine Bewerbung zur Seite gelegt hätten.

m.

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 16:57 Uhr

ich hab scheinbar Probleme mit dem "a"#schein

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 20:01 Uhr

Hallo,

Dein Beispielbild stimmt nicht:

"Ich lese unheimlich gern Horror-Romane und schaue mir gern zugehörige Filme an. Bin ich jetzt also der potentielle Kandidat, der Leute überfällt und abschlachtet? "

Nein, sicher nicht, aber ich gehe davon aus, dass es dir schwerfällt, an einem Regal voller Horror-Romane vorbeizugehen oder einen entsprechenden Film NICHT anzugucken.

"Verringern sich jetzt meine Qualifikation, die für einen Job als mal LKW-fahrer um bei deinem beispiel zu bleiben, Voraussetzung sind? Oder zeigt es nur meine Eigeninitiative und die Bereitschaft Hilfe zu suchen und anzunehmen wenn ich nicht ganz sicher bin?"

Nein, natürlich verringert es deine Qualifikation nicht, aber die wenigsten Leute stellen sich in Bewerbungen so dar, dass sie ihre Stärke darin sehen, Hilfe zu suchen, wenn sie nicht ganz sicher sind. Die meisten schreiben doch das genaue Gegenteil: ich kann alles, weiß alles, schaff alles, und, das scheint hier irgendwie untergegangen zu sein, und dann liest man ja die gesamte Diskussion, darum geht es ja, und stellt fest, dass die Person, die die Bewerbung ins Forum gestellt hat, nicht die leiseste Ahnung von Kommasetzung hat und sich das von irgendeinem Noname aus dem Forum "glattziehen" lassen muss!

Und dann sitzt mir im Bewerbungsgespräch jemand gegenüber, der mitnichten das Deutsch kann, welches sein Anschreiben vermuten läßt UND der sich mit dem Internet anscheinend auch derart schlecht auskennt, dass er nicht weiß, wie sich sein Anschreiben in zwei Minuten zusammengooglen läßt! Oder den das anscheinend nicht interessiert, dass seine Daten da so hingestreut sind für jedermann...Was soll ich davon halten? Und der natürlich meine Firma, mein Unternehmen im Internet recherchiert hat, weil er ja schließlich auch wissen will, welches Unternehmen er da vor sich hat! Und wir wissen alle: eine schlechte Internetseite einer Firma...da zieht man auch entsprechende Schlüsse draus!

Natürlich stellt kein Mensch einen Bewerber ein, wenn die Bewerbung sprachlich Mist ist, was für ein Unsinn, da brauche ich ja nun nicht weiter drauf eingehen, aber:

"...als jemandem, der sich im Internet schlau gemacht hat und dir die perfekte Bewerbung präsentiert?"

Das Problem, um das es hier geht, ist, dass mir der Bewerber dadurch, dass er seine Bewerbung öffentlich diskutiert, ja eben leider nicht die perfekte Bewerbung präsentiert...sondern eben oft den mehr als unbeholfenen Weg dahin!!! Das ist doch das Problem! Dass ich sehe, wie - womöglich - lausig der erste "Entwurf" war, den dann wildfremde Nonames im I-net zu der guten Bewerbung machen!! Und finden kann ich diesen Scheiß eben weil der User eben noch in den Betreff das Datum und um welche Stelle es sich handelt, reinschreibt...darum geht es mir doch!

Ich habe doch nie gesagt, dass Leute hier nicht mal über eine gute Formulierung hier und da diskutieren sollen, aber die Leute schreiben hier inzwischen das GANZE DING rein!! Und interessieren sich nicht für die Folgen!!!

HEILIGE MARIA GOTTES, darum geht es mir! #schwitz

und nicht um dämliche Din-Normen bei Bewerbungen!!

erschöpft aufgeb...die hinterwäldlerin #gaehn

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 20:39 Uhr

Bloß weil ich die Bücher lese, muss ich nicht JEDES Buch lesen. Ich kann da durchaus vorbeigehen. Und genauso ist es bei der Freigabe von Daten. Man kann durchaus entscheiden, WELCHE Daten man freigibt.
Befrei dich mal von der Vorstellung, dass man eine Handlung auf JEDE Situation beziehen kann und sich damit ein Schema F entwickeln lässt.

Und du glaubst doch nciht tatsächlich, dass die Leute die Bewerbungen schreiben, weil diese sie eins zu eins widerspiegelt. Alles was drin steht sind Floskeln, die so erwartet werden, denn jede Bewergun unterliegt einer bestimmten Norm. Natürlich müssen meine Fähigkeiten "echt" sein, aber ich behaupte, dass die Bewerbungen zweier Sachbearbeiter auf ein und das selbe Stellenprofil austauschbar ist. Der eine kann ein bißchen mehr von dem, der andere von etwas anderem. Aber sie bewerben sich beide deshalb, weil ihre Qualifikationen den Anforderungen entsprechen. Lass den Namen weg und du wirst nciht mehr wissen, wem welche Bewerbung gehört.
Und was das zusammengoogeln betrifft. Was ist mit Büchern zu dem Thema? Wenn ich Pech habe besitzt du alle und suchst erstmal danach, um mir danach beweisen zu können, dass die Bewerbung nicht von mir ist.

Nachdem was du hier von der Arbeit eines Personalers schreibst, habe ich nicht das Gefühl, dass diese Leute ihre Arbeit darin verstehen, jemanden zu suchen, der perfekt zur ausgeschriebenen stelle passt. Vielmehr scheint man trotz "guter Bewerbung" dem anderen mangelnde Fähigkeiten zu unterstellen und anhand irgendwelcher Fundstücke im Internet diese Behauptungen zu untermauern. Und das erinnert mich wie gesagt stark an meiner Erfahrung. Meine Bewerbung war gut, nur die Reihenfolge der Zeugnisse war nicht in Ordnung. Na wenns weiter nichts ist. Da hoffen wir doch mal, dass diese Leute keine ECHTEN Leichen im Keller haben.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 20:47 Uhr

Hallo,

ich habe hier nichts von der Arbeit eines Personalers geschrieben...ich habe auch nichts von Unterstellungen oder so geschrieben.

Ich habe auch geschrieben, dass es mir hier nicht um Reihenfolge von Blättern und Din-Normen, Zeilenabständen oder sowas geht.

Es ging einzig und allein um die Frage der Sensibilität beim Datenschutz.

...aber ich gebe es auf.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 20:50 Uhr

Du brauchst nicht aufgeben. Du hast deine Meinung. Aber deine Argumente überzeugen mich nicht.

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 20:59 Uhr

Okay, natürlich!

Das ist dein gutes Recht! #winke

Beitrag von fritzeline 16.05.10 - 17:28 Uhr

Ich als Arbeitgeber hätte mit einem Bewerber, der seine Daten bereitwillig verbreitet und sogar seine Bewerbung im I-Net diskutiert nicht nur wegen des Datenschutzes meine Bedenken, sondern würde ihn auch einfach dafür, DASS er es tut ohne sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren zu sein, für ungeeignet halten. Weißt' wie ich meine?

Jeder müsste doch eigentlich Bedenken haben, dass der potentielle zukünftige Arbeitgeber eine Diskussion um die eigene Bewerbung nachlesen kann. Da würde ich dem Bewerber direkt Kurzsichtigkeit und eine gewisse Naivität unterstellen, es doch so zu tun, dass er einfach und leicht zu identifizieren ist.
Und sofern es nicht um sagen wir mal Arbeiten mit eher geringem intellektuellen Anspruch geht, wären das klare Minuspunkte.

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 17:49 Uhr

Ich weiß, wie du es meinst. Allerdings hat ja die Naivität im Bezug auf MEINE Daten und die möglichen Folgen daraus ja nicht unbedingt damit etwas zu tun, wie gut ich nachher meine Arbeit erledige oder dass ich bewußt die Bilanz meines Arbeitsgebers ins Netz stelle.
Die Motivation ist doch, eine möglich perfekte Bewerbung abzugeben, denn wie ich unten bereits schrieb, ist das inzwischen eine Wissenschaft für sich. Und die Tatsache, dass es zu wenig gute Jobs gibt, macht den Druck nur noch größer.
Grundsätzlich bin ich aber bei dir: Derjenige, der seine Daten in vollem Umfang frei gibt, ist - um es salopp auszudrücken - einfach nur nur saublöd,weil er eben nicht darüber nachdenkt, welcher Mißbrauch damit betrieben werden kann. Nicxhtsdesto trotz kann derjenige aber auf seinem Gebiet ein Ass sein.
Und die These aufzustellen, dass derjenige Unternehmensdaten unbedenklich frei geben würde, finde ich schon sehr weit hergeholt und klingt ein bißchen nach Pauschalisierung.

vg, m.

Beitrag von picaza 16.05.10 - 14:57 Uhr

Hi,

da gebe ich Dir recht! Viele gehen wirklich sehr sorglos mit ihren Daten um. Gerade auf ihren eigenen Familienwebsites kann man so ziemlich alles erfahren, ob man nun will oder nicht! ;-)
Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, wieviel er von sich preisgeben möchte.
Ich bin da eher zurückhaltend und habe sogar meinen Urbia-Account erneuert, nachdem ich gemerkt habe, dass man nach der Geburt meiner Tochter und dem Eintrag in der ET-LIste problemlos meine Adresse hätte herausfinden konnte. #schwitz

LG

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 15:03 Uhr

Oh ja, das ist mehr als grenzwertig!

Beitrag von inblack 16.05.10 - 15:17 Uhr

Also ich bin immer wieder erstaunt, was man hier zu lesen und zu sehen bekommt.
Über Fotos von nackigen Kindern bis hin zu der gesamten Familiengeschichte, Wohnort, Lebensläufe, Geburtsdatum und Namen der Kinder. Private Probleme. Intimitäten.

Manch einer, der sich sehr kritisch gibt, gibt ebenfalls immer mal wieder sehr viel von sich preis und merkt es gar nicht.
Damit habe ich einen bestimmten User im Sinn, aber nicht dich.

Beängstigend.

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 15:50 Uhr

Hallo,

ich persönlich würde meine Bewerbung nicht diskutieren, schoin gar nicht mit exakten Details. Allerdings muss das jeder für sich entscheiden. Darauf zu schließen, dass jemand Betriebsgeheimnisse preis gibt, weil er im Internet seine Daten öffentlich macht, find ich jetzt etwas vorschnell geschlussfolgert.

vg, m.

Beitrag von ayshe 16.05.10 - 15:59 Uhr

ja, so ist das.
aber ich wundere mich darüer schon gar nicht mehr.

Beitrag von nisivogel2604 16.05.10 - 18:22 Uhr

Ich finde es ist ein meilenweier Unterschied ob es um MEINE persönlichen Daten geht oder um Betriebsinterna. Solche Schlüsse sind mir einfach viel zu voreilig. Nur weil ich MEINE Daten lustig im Netz verstreue heißt das eben NICHT das ich das mit den Daten meines Arbeitgebers genau so mache.

Ich würde davon aus gehen, das ein halbwegs intelligenter Mensch das differenzieren kann.

Aber es geht ja auch viel schneller und ist viel einfacher einen großen Haufen Bewerbungen direkt in die Ablage P zu packen.

Gibt es eigentlich wirklich Arbeitgeber die dem cm Abstand der Zeilen nachmessen? Wozu dient sowas? Ich finde Bewerbungen werden völlig überbewertet. Natürlich will ich eine Bewerbung sehen, aber an so nebensächlichen Dingen wie Zeilenabstand, Schriftgrad, Tabulatoren würde ich mich gar nicht festhalten wollen. Das hat doch nichtwirklich was mit der Qualifikation zu tun.

Ich wurde allerdings schon nachträglich um Initiativbewerbungen gebeten, weil man "sich daran ein viel besseres Bild über den Bewerber machen kann" Eingeladen wurde ich daraufhin jedes mal und zwischen 3 von 5 Stellen konnte ich am Ende wählen. Es handelt sich da allerdings auch eher um den "kreativen Bereich".

Ich mag kein Einheitswischwasch.

Aber ich schweife ab. Nach welchen Punkten googeln solche Chefs eigentlich? Wenn ich meinen Namen eingebe,dann finde ich eine Seite bei Facebook (ohne Bilder, ohne Daten), eine Unterschriftenliste zur behördlichen Anerkennung von Sternenkindern und das wars.

Unter meinem Nickname gibt es dagegen ganzganz ganz viel, aber DER geht ja auch keinen Chef was an. Denn das ist MEINE Privatsache.

lg

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 20:24 Uhr

Hallo,

es geht mir nicht um Din-Normen oder anderen Form-Kiki, mich interessieren auch keine aalglatten-o815-Bewerbungen.

Ich habe mich bei eigenen Bewerbungen nie an sowas gehalten und das hat mir nicht geschadet. Darum ging es hier auch nicht.

Aber wer in der Tat, wie du schreibst, lustig Daten im Netz verstreut, bei dem bin ich eben nicht sicher, ob der eine gute Einstellung zum Datenschutz hat. Es ging mir ja um mehr als das I-net. Und in der Tat, ein halbwegs intelligenter Mensch, der sich mit Datenschutz und seinen Folgen kritisch auseinandergesetzt hat, der aktuelle Diskussionen wegen Google oder wegen Facebook und wen auch immer verfolgt hat, der sollte in der Lage sein, auch die Streuung seiner eigenen Daten differenziert zu betrachten.

Und daran zweifele ich ein bißchen, wenn ich nur die Betreffzeile der Bewerbung ins Google eingebe...und dann wird mir die gesamte Diskussion einschließlich des gesamten Anschreibens an die Firma gezeigt.

Ich habe nie gesagt, dass nicht Leute Teile von Bewerbungen diskutieren sollten, wegen bestimmter Formulierungen um Rat zu fragen...aber ich sehe halt die Entwicklung, das GESAMTE ANSCHREIBEN KOMPLETT eben mit den BETREFFS (die sie findbar machen) im Netz zu finden sind. Und das scheint den Betreffenden total egal zu sein.

Und da frage ich mich: interessieren sich solche Leute für Datenschutz? Kann ich denen glauben, wenn die in meiner Firma sagen: Ja, mir ist Datenschutz wichtig, ich bin da voll auf der Höhe der Zeit!

Nur darum ging es mir.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von mamavonyannick 16.05.10 - 20:45 Uhr

Und ihr geht es wie mir darum, dass jeder bei seinen eigenen Daten preisgeben kann und darf so viel wie er will. DAS ist kein Rechtsverstoß und ich mache mich nicht strafbar. Ich bin bei studi und habe Daten preisgegeben, so wie ich es verantworten kann und will. Und dennoch weiß ich genau, dass ich keine Daten meines Arbeitsgebers weiter geben darf, dass Kundendaten vertraulich sind. Ich lade nichts illegal aus dem Netz runter und bezahle lieber dafür. Und ich traue das durchaus auch anderen Menschen zu.

Beitrag von rmwib 16.05.10 - 22:51 Uhr



Die DIN kommt auf den Berufszweig an, wenn ich jemanden fürs Büro suche, dann erwarte ich selbstverständlich, dass das Anschreiben und der Lebenslauf in entsprechender Form hier landen. Und ja, da hat das was mit Qualifikationen zu tun ;-)

Suche ich z.B. einen Handwerker würden mich eher Arbeitsproben o.ä. interessieren, da würde mir ein halbwegs fehlerfreies Anschreiben aus einer sauberen Mappe reichen.

Beitrag von trollmama 16.05.10 - 18:36 Uhr

>>Am liebsten recherchieren sie dazu bei Xing, gefolgt von Google und Facebook."<<

Ich möchte mal das Wort 'recherchieren' durch 'hinterher schnüffeln' ersetzen, denn mehr ist es nicht!
Auf der einen Seite wird hier kritisiert, daß ein Bewerber SEINE Daten öffentlich im Internet preis gibt, auf der anderen Seite sind Personalbearbeiter (wie Du) und Chefs gerne in forderster Front dabei, wenn es um das hinterher schnüffeln bei potentiellen Arbeitnehmern geht.
Für mich ist das Doppelmoral erster Güte!
Und wen um Himmels Willen stört es (oder noch besser) geht es etwas an, wenn der Bewerber SEINE persönlichen Daten im Internet preis gibt? Noch einmal: Es sind SEINE Daten und daneben gehe ich jetzt einfach mal davon aus, daß die Stelle öffentlich ausgeschrieben war und nicht der Geheimhaltung unterliegt.
Wenn der Arbeitnehmer später geheime Firmendaten öffentlich macht, ist das für mich etwas ganz anderes, als wenn er seine Daten im Internet öffentlich macht.
So langsam treibt der Datenschutz m. M. nach ziemlich komische Blüten. Und was kommt als nächstes bei Dir in der Firma? Alle Mitarbeiter müssen mit einer Papptüte über dem Kopf rumlaufen, damit man ihre Gesichter nicht sieht, sackähnliche Kleidung tragen und nur per Mail kommunizieren, damit bloß nicht erkennbar ist, ob in der Abteilung Männlein oder Weiblein sitzen?
Viele Grüße
Trollmama
P.s.: Sei bloß froh, daß Du nicht in dem Land wohnst, in dem ich lebe. Hier steht sogar im Internet, wieviel die Leute verdienen. Und soll ich Dir etwas verraten: KEIN Mensch/Chef/Arbeitskollege würde bei einem Bewerber auf die Idee kommen, in die Steuerliste zu sehen, um zu erschnüffeln, wieviel er verdient oder wie es ökonomisch um ihn steht!

Beitrag von hinterwaeldlerin09 16.05.10 - 19:27 Uhr

Liebes,

du hast nicht achtgegeben. Ich habe an keiner Stelle gesagt, dass ich "Personalbearbeiter" bin.

Ich habe auch nicht gesagt, dass Leute nicht ihre Daten ins Netz stellen sollen. Aber es muss doch erlaubt sein, dazu eine Meinung zu haben.

Ich habe darauf hingewiesen, dass hier Bewerbungsanschreiben von Anfang bis Ende mit Betreff und Bezug reingestellt werden und es Organisationen gibt, wo das diskutiert wird, ob das etwas darüber sagt, wie jemand mit Daten umgeht, wie sensibel er dafür ist. Wo man sich fragt, wie glaubwürdig ist jemand. Und ich mich nach dem aus meiner Sicht achtlosen Umgang mit den eigenen Daten fragen würde, ob ich so jemandem z.B. meine Daten anvertrauen würde.

Die ganze Welt ist eine Google. Und jeder googelt heute jeden. Auch der Bewerber googelt sich durchs Netz, um etwas über die Firma, bei der sich bewirbt, vielleicht sogar über Personen dieser Firma, deren Namen er kennt, zu erfahren, um eine besonders gute, indivduelle Bewerbung zu schreiben. Das ist doch auch in Ordnung.

Und genau deshalb muss man sich wirklich überlegen, was und wieviel man so an Spuren im Netz hinterläßt. Ob es da nicht Grenzen gibt, die man sensibel wahrnehmen kann.

Ich bin nicht bei Facebook und Xing, weil mir das echt zu viel an Preisgabe ist...aber das gibt heute natürlich auch Punktabzug!

...Der Vorschlag mit den Papphütchen ist vielleicht gar nicht so schlecht, zumindest einige Kollegen würde das echt verschönern;-)...ich werde das mal vorschlagen!

lg die Hinterwäldlerin

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