Darf Ehefrau Patientenakte im Krankenhaus einsehen?

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Beitrag von nightwitch 16.05.10 - 18:26 Uhr

Hallo,

ich frage mal hier, weil ich gerade die Diskussion mit einem Bekannten habe.


Sein Vater (Krebs und einiges anderes) liegt zur Zeit im Krankenhaus. Er ist nicht mehr ansprechbar. Die Ärzte sagen, es läge am Krebs. Die Angehörigen (also Ehefrau und der Sohn) vermuten aber, dass die Ärzte ihn mit Schmerzmitteln (oder anderen Medikamenten) vollgepumpt haben, eben halt soviel, dass der Patient ständig "weggetreten" ist.

Meine Frage: können die Angehörigen (also vornehmlich die Ehefrau und der Sohn) Einsicht in die Patientenakte verlangen?

Sie wollen einfach nur wissen, was ihrem Angehörigen gegeben wird. Es geht nicht darum das Krankenhaus fälschlicherweise zu beschuldigen oder so. Sie wollen einfach nur Klarheit.

Gruß
Sandra

Beitrag von krokolady 16.05.10 - 18:30 Uhr

Ja - das Recht haben die nächsten Angehörigen!

Beitrag von mansojo 16.05.10 - 18:31 Uhr

hallo,

wenn der patient ständig weggetreten ist also nicht mehr selbst für sich sprechen kann ,mit wem werden dann der weitere behandlungsverlauf besprochen

ist der pat entmündigt?
sicher vorerst nicht
dann wird die nächste angehörige um entscheidungen involviert

ich würde zu einem gespräch mit dem stationsarzt raten ob eine vormundschaft notwendig ist ,so daß die interessen des pat gewahrt werden können

gruß manja

Beitrag von frau.mecker 16.05.10 - 19:33 Uhr

nein denn rechtlich gesehen, hat nur ein Betreuer das Recht dazu.
Ist der Patient im Koma oder nicht geschäftsfähig und entscheidungsfähig, wird vom Amtsgericht (meist auf Empfehlung des Krankenhauses....und das sind dann sehr oft die Angehörigen) jemand bestimmt.
Und Betreuer kann jeder sein, da spielt es keine Rolle ob verheiratet oder nicht.
Der Patient kann äussern, daß z.B. seine Frau von nichts erfährt und hätte somit keine Akteneinsicht.

Aber, kein Krankenhaus, würde soetwas verwehren, denn der schnellste Weg geht eben meist über die Ehepartner.

mfg

Beitrag von hebigabi 16.05.10 - 19:48 Uhr

Sie sollen mal mit dem Hausarzt sprechen, der kann bestimmt Einsicht nehmen und es abklären.

Ansonsten galube ich es eher nicht, dass sie es dürfen (reine Intuition- kann auch falsch liegen)

LG

Gabi

Beitrag von daisy2.2. 16.05.10 - 21:28 Uhr

Definitiv : NEIN!!

das darf nur der Patient selbst oder sein gesetzlicher Betreuer. Übrigens gilt das (nämlich die ärztliche schweigepflicht) auch über den Tod des Patienten hinaus. sollte das KH ihnen ohne dass der Patient die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden hat, trotzdem Einblick gewähren, begehen sie einen Rechtsbruch.

Wieso suchen sie nicht einfach das Gespräch mit den behandelden Ärzten?

Sanne

Beitrag von arkti 16.05.10 - 21:38 Uhr

Ich kann dir aber sagen das es am Krebs liegen kann.

Beitrag von nightwitch 16.05.10 - 21:56 Uhr

Hallo,

ja, das habe ich ihm auch gesagt. Ich kenne es selbst von meinem Stiefvater (Leukämie). Der war auch zeitweise komplett weggetreten.

Den beiden (also der Mutter und meinem Bekannten) geht es auch in erster Linie um Aufklärung, was überhaupt mit ihm gemacht wird. Die Ärzte schweigen sich nämlich aus.

Sie sehen immer nur, dass neue Medikamente gegeben werden, aber keiner kann denen (oder will ihnen) erklären wieso und weshalb.

Gruß
Sandra

Beitrag von arkti 16.05.10 - 22:11 Uhr

Bekommt er die Medikamente per tropf?
Da steht doch drauf was drin ist.

Beitrag von nightwitch 16.05.10 - 22:47 Uhr

So genau hat er mir das nicht gesagt.

Wir haben auch nur kurz geschrieben.

Ich werde ihn morgen mal fragen, was es ergeben hat.

Wie auch immer, ich denke sowieso nicht, dass der Vater noch lange lebt. Ich glaub im Grunde weiss er das auch, aber er will es noch nicht wahr haben.

Gruß
Sandra

Beitrag von arkti 16.05.10 - 23:15 Uhr

Das will man auch nicht wahr haben.
Man kann einfach nicht glauben was der Krebs in kürzester Zeit macht und versucht es dann auf andere Dinge zu schieben :-(

Beitrag von sassi31 17.05.10 - 02:36 Uhr

So war es bei dem Vater von meinem Ex auch. Der war total weggetreten und nicht ansprechbar. Es wurde bei ihm immer dann besser, wenn er sein Schmerzmittel (Morphium?) bekommen hat. Danach war er plötzlich wie ausgewechselt.

Beitrag von piep1988 17.05.10 - 06:54 Uhr

Das Lesen der Patientenakte kannst Du Dir auch sparen, wenn gepfuscht wurde, wirst Du es darin mit Garantie nicht nachlesen können, da passen die schon auf.

Beitrag von windsbraut69 17.05.10 - 09:38 Uhr

Im Zweifelsfall wird sie das womöglich gar nicht beurteilen können oder habe ich überlesen, dass irgendwer der Beteiligten Mediziner ist?

Beitrag von rienchen77 17.05.10 - 07:28 Uhr

meine Freundin wurde auch mit den Medis "vollgepumpt", ansonsten hätte sie vor Schmerzen geschrien, gezittert, oder sich ständig übergeben...

die Ärzte und wir alle fanden es besser sie lieber "zugedröhnt" als unter 24 Dauerschmerzen zu halten...

wir waren für sie da.... aber irgendwann...war sie erlöst...

Beitrag von pizza-hawaii 17.05.10 - 08:19 Uhr

Ich würde einfach gucken was er so laufen hat en Perfusoren, Spritzen sind immer gekennzeichnet und ich glaube nicht das sie sich die Mühe machen alles per Hand nachzuspritzen.

pizza

Beitrag von nightwitch 17.05.10 - 09:49 Uhr

Hallo,

so ich noch mal...

Es ging einzig alleine darum, dass die Beiden verzweifelt sind, weil ihr Angehöriger bald stirbt und sie wissen wollten, was bei ihm gemacht wird. Die Ärzte geben keine Auskunft (keine Zeit).

Mehr nicht.

Es ging nie darum irgendjemand ans Bein zu pinkeln. Sondern einfach nur darum, dass sie täglich im Krankenhaus sind, aber nie was gemacht wird. Der Vater bekommt seine Medikamente, aber Aussagen, wofür es genau gegeben wird oder was gegeben wird, bekommen sie nicht (ich kenne es halt aus der Zeit, in der mein Stiefvater mit Leukämie im Krankenhaus lag, dass das Pflegepersonal wenigstens kurz erwähnt hat, wenn wieder was neues kam oder sie etwas ausprobiert haben, bzw wenn neue Medikamente gegeben wurden).

Daher dachten sie, wenn sie die Patientenakte einsehen können, dann könnten sie evtl anhand von Medikamenten und Behandlungsnotizen IRGENDWAS herausfinden (immerhin gibt es ja auch sowas wie Google).

Das ist aber zum Glück wohl nicht mehr nötig, da heute Morgen ENDLICH ein Arzt Zeit (oder Lust) hatte (nach gut 2 Wochen Krankenhausaufenthalt) und ihnen erklärt hat, was gemacht wird/wurde und was weiterhin geschehen wird.

Letztendlich mache ich mir aber nichts vor. Aus den Erzählungen interpretiere ich, dass es wohl nicht mehr lange dauert.

Danke an alle, die mir geantwortet haben.

Das Thema ist demnach also von meiner Seite her erledigt. Ich weiss nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie verzweiflt man sein kann, wenn ein geliebter Mensch vor einem liegt, total weggetreten ist, körperlich absolut abgebaut hat und auch nicht mehr lange zu leben hat.
Man versucht halt jeden Strohhalm zu greifen, den man hat.


Gruß
Sandra

Beitrag von windsbraut69 17.05.10 - 14:45 Uhr

Du, gerade, weil ich das schon mehrfach erlebt habe, habe ich Deinen Beitrag nicht wirklich verstanden.

Wir haben immer relativ problemlos Auskunft beim behandelnden Arzt bekommen, wenn wir gefragt haben.

Genau genommen ließ es sich aber auch gar nicht vermeiden, im Bilde zu sein, auch, wenn man nicht wahrhaben wollte, was passierte!

LG

Beitrag von nightwitch 17.05.10 - 15:08 Uhr

Hallo,

ich persönlich kenne es auch nicht anders. Aber laut meinem Bekannten haben die KEINERLEI Infos bekommen. Es gibt auch keine Patientenverfügung, dass die Angehörigen keine Infos bekommen dürfen.

Immer wenn sie gefragt haben, welche Medikamente der Vater bekommt, gabs Antworten wie "ich hab grad keine Zeit, ich muss mich noch um andere Patienten kümmern" oder "Fragen Sie den Arzt, wenn Visite ist" (Pflegepersonal).

Wenn dann mal ein Arzt zu finden war, hatte der auch keine Zeit oder konnte zu dem Fall nichts sagen, verschwand im Arztzimmer und war nicht mehr gesehen.

Klar, sie haben die Etiketten am Tropf gesehen und wussten, was dort gegeben wurde, aber sie wussten bis heute Morgen ja noch nicht mal, ob und welche Medikamente der Vater bekommt. Alle Naselang ist zwar jemand mit ner Spritze reingekommen und hat was in den Zugang gespritzt, aber auf Nachfrage kam nur "das ist Schmerzmittel" oder "das muss ich Ihrem Vater/Ehemann jetzt spritzen, ist gut für ihn".

Den beiden ist schon klar, dass es nicht mehr lange dauert (auch wenn zumindest er nicht drüber sprechen möchte bzw nicht dran denken will), aber dennoch kann man doch verlangen, dass man zumindest aufgeklärt wird, oder?

Und seit gut 2 Wochen liegt der Vater da und es geht ihm immer schlechter (was höchstwahrscheinlich an dem Krebs und dem nahen Tod liegen wird). Es geht wirklich nicht darum, dass man Behandlungsfehler aufdeckt, aber sie möchten wenigstens informiert werden bzw anständige Antworten erhalten.

Gruß
Sandra

Beitrag von windsbraut69 17.05.10 - 15:42 Uhr

Nee, ich hab das schon richtig verstanden, worum es ihnen geht...

Wie gesagt, uns wurde nie ein Gespräch verweigert, was wir aber auch nicht zwischen Tür und Angel mit den Schwestern gesucht haben.
Allerdings war mir in diesem Stadium der Krankheit auch ehrlich gesagt ganz recht, wenn der/die Angehörige nicht mehr bei vollem Bewußtsein war, ob es jetzt an der Krankheit (Leberkoma bei der Schwiegermutter z. B.) oder an den Medikemanten lag.

LG und alles Gute,

W