Ich kriege meine Kind nicht von der Brust

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von sannimausi 17.05.10 - 07:11 Uhr

Liebe Mütter, könnt Ihr mir raten?

Ich habe meine Tochter jetzt gut 2 Jahre lang gestillt. Von Anfang an nach Bedarf. Von Anfang an wollte sie sehr, sehr oft an die Brust. Wie geschrieben, sie ist jetzt 2 Jahre alt und stillt immer noch sehr häufig (dafür oft auch sehr kurz). Ich mag nicht mehr!
Ich kann ihr vermitteln, daß ich nicht mehr in der Öffentlichkeit stille (wer lange stillt, weiß wieso). Sie braucht auch kein Stillen, wenn sie in die Kita geht, schläft da auch inzwischen problemlos ohne Brust ein. Aber zu Hause geht nichts ohne. Da verlangt sie immer noch mindestens jede Stunde nach der Brust. Wenn ich sie ihr verweigere, weint sie fürchterlich.
Sie ißt gut, vom körperlichen Standpunkt her braucht sie Brust nicht mehr.

Hat jemand einen Rat für mich? Ich kann langsam wirklich nicht mehr.

Danke fürs Lesen!

P.S. Bisher wurde mir geraten, einfach von jetzt auf sofort abzustillen, die Kleine weinen zu lassen und hart zu bleiben.
Bricht einem da nicht das Herz? Von einem möglichen Milchstau ganz zu schweigen?

Beitrag von sparrow1967 17.05.10 - 07:26 Uhr

Das kenne ich. Ich hab, als Junior so alt war auch versucht, abzustillen. Erfolglos.
Dann hab ich einfach weitergestillt mit dem Gedanken im Kopf: es ist nicht falsch was ich tue- es wird nur von der Gesellschaft als falsch abgestempelt.
Sicher war ich es auch manchmal leid ;-) - fand aber in Situationen, wo mein Kind krank war gut, dass ich noch stille.

Ich habe ihm allerdings gesagt: drussen stillen- NEIN. Nur zuhause. Das hab ich durchgezogen.
Mit 3,5 hab ich ihn von heute auf morgen abstillen müssen, weil ich ne Infusion wegen einem Hexenschuss bekam. Er hat verstanden, dass ich Medis nehmen muß um mich wieder bewegen zu können und fragte nicht mer nach der Brust.

Gib ihr Zeit - es ist für sie immer noch die Insel an der sie auftanken kann.


sparrow

Beitrag von sannimausi 17.05.10 - 08:51 Uhr

Danke für Deine liebe Antwort!

Erst einmal ist es ja schon toll, daß ich gar nicht so alleine damit dastehe! :-)

Allerdings gibt es da noch das Problem, daß ich zur Zeit nur tagsüber arbeite, demnächst aber auch in die Nachtschichten muß. Jetzt mache ich mir Sorgen, wie das ist, wenn sie einschlafen soll und ihre Brust nicht zu Hause ist. (Ich denke, daß Mama nicht da ist, geht, dafür ist ja Papa da. Aber Papa stillt halt nicht.) Ich würde die beiden natürlich lieber eine ganze Nacht alleine lassen, wenn ich schon weiß, daß sie ohne Brust schlafen kann.

Beitrag von maikiki31 17.05.10 - 08:54 Uhr

Hallo,

würde ihr ev. ein Schnuller mit einem süssen Schmusetuch helfen? Hast du das mal versucht? Ev. auch erst jetzt das sie sich selbst eines Aussuchen darf aber mit der Prämisse das Du z Bsp (erstmal) nur noch abends zum Einschlafen stillst?



LG maike

Beitrag von sannimausi 17.05.10 - 08:58 Uhr

Leider mag sie Schnuller und Flaschen überhaupt nicht. Schmusetücher findet sie völlig uninteressant. Das einzige, was sie manchmal mit ins Bett nimmt, ist eine Püppi. Aber die geht bei ihr auch nicht als Ersatz durch.
Wir haben auch schon versucht, sie von Papa ins Bett bringen zu lassen, wir haben feste Schlaf-Rituale usw. Das letzte bißchen, was sie zum Entspannen braucht, ist dann immer wieder die Brust.

Beitrag von sparrow1967 17.05.10 - 08:58 Uhr

Keine Sorge- das klappt mit dem Papa.
ICh bin ein ganzes Wochenende weg gefahren - mit dem Hintergedanken abzustillen#rofl#rofl - Junior hat nicht einmal nach der Brust gefragt. Da war er 2 1/4. Kaum betrat ich den Raum, kam der Junky schon auf mich zu....;-)

In dem ALter können sie unterscheiden - vor allem, wenn man es ihnen ruhig erklärt. Mama ist nicht da- es gibt keine Brust.


lg
sparrow

Beitrag von sannimausi 17.05.10 - 09:00 Uhr

Wirklich? #freu
Das ist mir auch schon geraten worden mit dem Wegfahren, ich wollte nur nicht. Schön, daß es doch nicht immer klappt. *lach*

Dann hoffe ich einfach, daß es den beiden auch gut geht, wenn ich arbeiten muß. Ich weiß gar nicht, um wen ich mir da mehr Sorgen mache. ;-)

Vielen lieben Dank für die Ermutigung!

Beitrag von kyrilla 17.05.10 - 10:36 Uhr

Hallo,

ich bin der Meinung, LZS muss den Bedarf und die Bedürfnisse beider "Parteien" berücksichtigen. Wenn du nicht mehr öffentlich stillen willst, ist das dein gutes Recht! Erkläre es deinem Kind, macht vielleicht auch zuhause einen festen Stillplatz aus. Damit kannst du schon mal ordentlich reduzieren.

Dann überlege, was genau der Aspekt ist, den sie beim Stillen noch braucht (Nähe, Kuscheln, Nahrung, Trost etc.) und versuche, diesen zu ersetzen. Unser Sohn hat von sich aus noch während der Stillzeit das "Bauchkuscheln" für sich entdeckt und ich habe eben Stillen durch Bauchkuscheln ersetzt. Wir haben 2,5 Jahre gestillt, jetzt wird er fast 3.

Wenn sie weint, bemühe dich sie abzulenken, erkläre ihr die neuen Stillregeln (z.B. nur auf der Couch, nur wenn es dunkel ist), die für dich ok sind.
Achte auch auf deine Bedürfnisse, erwarte aber nicht, dass dein Kind die Veränderungen sofort gut findet und mitträgt. DU hast ein Recht auf die von dir gewünschte Veränderung, dein KIND hat das Recht, die Veränderung doof zu finden und zu protestieren!

Schaffst du es, so langsam abzustillen (von jetzt auf gleich wäre mir auch zu krass gewesen), wirst du auch kein Problem mit Milchstau haben.

Viel Erfolg
Kyrilla

Beitrag von stillmami110703 17.05.10 - 16:18 Uhr

Hallo,

ich mußte C. damals mit 22 Monaten abstillen, da eine unaufschiebbare OP anstand und ich es für mich klar hatte, diesen Zeitpunkt auch als Abstillpunkt zu nehmen.

Ich habe es ihm kindgerecht erklärt und er hat es super verstanden.

LG
Heike