Ich fühle mich so ausgenutzt

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von so traurig 17.05.10 - 10:24 Uhr

Ich fürchte das wird lange werden…

Ich bin 45J, seit 21 Jahren verheiratet. Mein Mann wird bald 50 und wir haben einen 11jährigen Sohn. Als unser Sohn unterwegs war, blieb mein Mann als Hausmann zuhause. Da er in seinem Beruf nie glücklich war und ich immer mehr als er verdient hatte, war für uns immer klar, das er irgendwann den Part der "Hausfrau" übernehmen würde. Das hat er an sich auch gerne gemacht. Wobei an sich aber immer geplant war, daß er natürlich wieder in einen Beruf einsteigen wird, sobald unser Kind grösser ist. Die Zeit zuhause hatte er für eine berufliche Umschulung als Masseur genutzt.

Dann erkrankte ich an schwerem Rheuma, weswegen ich vor gut 7 Jahren meinen Beruf aufgeben musste. Vor meiner Erkrankung bzw. als ich noch berufstätig war, arbeitete ich im mittleren Managment und habe sehr gut verdient. Dank dieser Tatsache erhalte ich eine BU-Rente mit der wir finanziell gut über die Runden kommen. Wir leben nicht im Luxus, aber wir kommen gut zurecht.

Als ich aufgrund meiner Krankheit meinen Job verloren hatte (wurde gekündigt weil ich zuviel krank war) war mein Mann gerade mit seiner Umschulung fertig und er hat sich selbstständig gemacht. Damals wussten wir absolut nicht, wie das bei uns finanziell weitergehen würde, denn ich war ja die Ernährerin und aufgrund meiner Krankheit war klar, daß ich keine – besonders keine gutbezahlte – Arbeit mehr bekommen würde. Die Rentenanträge lagen in der üblichen Behördenwarteschleife. Mein Mann hat versucht sich seine Selbständigkeit aufzubauen, was aber von Anfang an ziemlich bescheiden und zäh lief.
Allerdings muss ich dazu auch sagen, daß er sich nie wirklich 100% hineingekniet hat um sich da was aufzubauen, sondern immer so eine lässige Schlendrian-Einstellung "was kommt, das kommt, und wenn nicht dann halt nicht" gelebt hat. Ich habe mir in der Zeit unglaublich viel Sorgen gemacht.
Gesundheitlich und besonders auch psychisch ging es mir extrem schlecht. Mein ganzes Leben stand ja urplötzlich völlig Kopf. Ich wurde von 200% leidenschaftlicher Berufstätigkeit komplett auf Null runtergebremst. Dazu die Sorgen, wie es finanziell für unsere Familie weitergehen wird. Das hat ihn alles irgendwie gar nicht gekümmert. Er hat das ganz lässig mit seinem Lieblingsmotto "wenn irgendwo ne Tür zugeht, geht woanders eine auf" gehandelt. Eine Einstellung die er eigentlich immer schon hatte und zu 100% seinem Charakter entspricht.

Dann ging meine BU-Rente durch erstmal nur befristet. Von da an hatte er ganz offen die Einstellung, er brauche sich nicht mehr besonders um einen eigenen Verdienst zu kümmern, denn das Familieneinkommen ist ja durch meine Rente gesichert. Also kann er es erst Recht jetzt lässig nehmen. Ich habe aber dadurch einen unglaublichen Druck verspürt, ja gar nicht "gesund werden zu dürfen", denn wenn es mir besser geht und die Rente gestrichen wird, dann stehen wir finanziell vor dem Nichts!
Inzwischen läuft meine Rente unbefristet und das war gleichzeitig der "Todesstoß" für jeglichen beruflichen Ehrgeiz seinerseits. Weder kümmert er sich gross darum, daß seine Selbständigkeit besser lief, noch hat er Lust sich um einen Zusatzverdienst zu bemühen.
Da es für uns finanziell nicht unbedingt nötig ist, das wir auf ein Zusatzeinkommen von ihm angewiesen sind, sieht er keine Notwendigkeit sich selber auch nur einen Teilzeitjob zu besorgen. Er arbeitet in der Woche ca. 5-10 Stunden mit Massageterminen, das ergibt in Summe als Zusatzverdienst ca. 300-400 Euro (Kleinjobber also).
Er war immer schon – ich will nicht sagen arbeitsscheu – aber doch eher unlustig und sehr phlegmatisch. Man hat halt gearbeitet, weil es sein musste.

Nun da diese Notwendigkeit für ihn weggefallen ist, lässt er sich fallen. Und bei mir sind schon lange diese Gedanken, daß ich mich total ausgenutzt fühle. Vielleicht ist es total ungerecht von mir, und ich bin nur furchtbar neidisch, weil sich sein Leben genau so arrangiert hat, wie er sich das immer gewünscht hat.
Dazu kommt, daß ich seit einiger Zeit das Gefühl habe, daß er nur noch mit mir zusammen ist, weil ihm das sein perfektes, gemütliches Leben ermöglicht. Ich fühle mich manchmal derart ausgenutzt. Das ist teilweise sicher ungerecht von mir, denn er kann ja schliesslich auch nichts dafür, daß ich so krank wurde. Ich hatte früher Energie und Unternehmungslust für 2, was ihn oft gestört hatte, da er am Wochenende oder im Urlaub am liebsten nur faul herumlag. Und bei mir musste immer Action und Aktivität sein. Auch das ist durch meine Erkrankung so gut wie zum Stillstand gekommen. Er "muss" nicht arbeiten, Aktivitäten gibt’s – gesundheitsbedingt – nur noch auf Sparflamme. Nun hat sich für ihn irgendwie alles zum Besten gewendet, aber mein gesamtes Leben steht dermassen Kopf, daß ich es nicht wiedererkenne.

Am Sonntag war ich den ganzen Tag mit meinem Sohn im Badepark, eigentlich hätte er mitkommen sollen/können, wozu er aber – wieder mal – absolut keine Lust hatte. Deshalb hab ich dann kurzerhand mit meinem Sohn einen Mutter-Sohn-Tag daraus gemacht. Als wir nach Hause kamen, flenzte er vor dem Fernseher Fussball gucken. Als ich ihn fragte, ob ihm denn ganzen Tag alleine nicht fad gewesen wäre, meinte er nur "ne das war das absolute Paradies, ihr könnt ruhig öfters gehen". Irgendwie kam das so verletztend rüber, daß mir das seither nicht mehr aus dem Kopf geht. In 2 Wochen gehe ich auf Kur, weil es mir wieder mal total schlecht geht, und ich hab einfach nur das Gefühl, daß er dann erst recht froh ist, wenn ich weg bin.

Aber ich weiss genau, wenn ich ihn darauf anspreche, dann "bilde ich mir alles nur ein" und "spinne mal wieder rum". Ich bin nur noch so unendlich traurig, daß ich stundenlang heulen könnte…
Danke fürs zuhören :-(:-(:-(

Beitrag von anyca 17.05.10 - 10:46 Uhr

"Ich hatte früher Energie und Unternehmungslust für 2, was ihn oft gestört hatte, da er am Wochenende oder im Urlaub am liebsten nur faul herumlag. Und bei mir musste immer Action und Aktivität sein."

Das ist eben eine Typfrage und wird sich auch nicht mehr ändern. Was Du als faul ansiehst, ist für ihn behaglich, was Du als schöne Aktivität wahrnimmst, ist für ihn vielleicht unnötige Hektik.


"In 2 Wochen gehe ich auf Kur, weil es mir wieder mal total schlecht geht, und ich hab einfach nur das Gefühl, daß er dann erst recht froh ist, wenn ich weg bin."

Ging es nicht eher drum, daß auch Euer Sohn mal weg war? Während Deiner Kur ist er doch für Euren Sohn verantwortlich ... was glaubst Du, wie ich (zwei kleine Kinder) mich im Moment auf den nächsten Tag freue, wo mein Mann mal beide Gören mit zu Omi und Opi nimmt und ich mal einen Tag FÜR MICH habe ... #schein

"ich bin nur furchtbar neidisch, weil sich sein Leben genau so arrangiert hat, wie er sich das immer gewünscht hat. "

Wärst Du wirklich glücklicher, wenn er jetzt einen Job macht, den ihr finanziell nicht braucht, der ihn streßt, wenn er daheim schlechte Laune hat und Du mußt trotz Krankheit mehr im Haushalt tun als jetzt?
Oder wärst Du wirklich glücklicher, wenn Du ihn verläßt, mit allen Folgen für den Alltag und für Deinen Sohn?
Oder wenn er jetzt in der Freizeit auf einmal tolle Aktivitäten starten würde - die Du aber gesundheitsbedingt nicht mitmachen kannst?
Oder wenn er jetzt mit Eurer Situation auch super unzufrieden wäre und entsprechend Streß und schlechte Laune verbreiten würde?

Was genau würde Dich denn jetzt glücklicher machen?

Beitrag von simian 17.05.10 - 13:34 Uhr

Ich weiss es ist vermutlich zumindest teilweise ungerecht, dass ich so empfinde.
Ich bin mit Sicherheit aufgrund meiner Einschränkungen mit meinem Leben zeitweise sehr unzufrieden, was ich wahrscheinlich teilweise auf meinen Mann projeziere. Mich stören jetzt Dinge und "Lebenseinstellungen" an ihm, die mich vorher nicht - bzw. nicht so sehr gestört haben.


"Das ist eben eine Typfrage und wird sich auch nicht mehr ändern. Was Du als faul ansiehst, ist für ihn behaglich, was Du als schöne Aktivität wahrnimmst, ist für ihn vielleicht unnötige Hektik."

Das ist richtig. Wir sind diesbezüglich völlig unterschiedliche Charakteren und dies war in unserer Beziehung immer schon ein Reibungspunkt. Allerdings - so empfinde ich es zumindest - hat sich sein Hang zum Phlegma in den letzten Jahren doch nochmal zusätzlich sehr verstärkt, besonders seit ich diesbezüglich keine treibende Kraft mehr bin.

"Während Deiner Kur ist er doch für Euren Sohn verantwortlich ... was glaubst Du, wie ich (zwei kleine Kinder) mich im Moment auf den nächsten Tag freue, wo mein Mann mal beide Gören mit zu Omi und Opi nimmt und ich mal einen Tag FÜR MICH habe ..."

Ja er wird unseren Sohn versorgen müssen, aber ganz ehrlich...da wird er sich kein allzugrosses Bein ausreissen. Der Haushalt wird liegen bleiben. Wenn die von mir vorgekochten Essensrationen aufgebraucht sind wird der Pizzadienst im Kurzwahlspeicher landen und McDreck sich über ein kräftiges Umsatzplus freuen. Am Wochenende wird bei Oma gegessen und Wochentags ist der Kurze ohnehin fast den ganzen Tag in der Schule, bei Freunden oder im Sportverein.

"Wärst Du wirklich glücklicher, wenn er jetzt einen Job macht, den ihr finanziell nicht braucht, der ihn streßt, wenn er daheim schlechte Laune hat und Du mußt trotz Krankheit mehr im Haushalt tun als jetzt?"

Nein ich wäre vermutlich nicht glücklicher, obwohl ich mich oft frage ob ich dann unglücklicher wäre.
Es ist ja auch jetzt so, dass ich mich sehr oft als praktisch alleinerziehend empfinde. Den Haushalt erledige - trotz Krankheit - zu 80% ich. Er hilft mir zwar, aber er macht nichts freiwillig, oder "selbstständig". Das fängt damit an, dass er ein anderes Sauberkeitsverständnis hat, als ich. Ich bin mit Sicherheit kein Putzteufel, aber bei ihm ist die Messlatte noch um einiges (zu) niedriger. So sieht er überhaupt nicht ein, warum z.B. Fenster geputzt werden müssen (die werden beim nächsten Regen eh wieder dreckig), dass ein WC mehr als einmal pro Woche geputzt werden sollte (ist übertriebene Sauberkeit #klatsch), Bettwäsche gewechselt werden muss (sieht doch keiner #schmoll), beliebig fortsetztbar....

Würde er z.B. ein höheres Zusatzeinkommen beisteuern, könnte ich mir den unverschämten Luxus einer stundenweise Zugehfrau für die schweren Arbeiten leisten, wofür ich eigentlich sogar Pflegegeld bekomme.
Sowas lehnt er aber als unnötige Ausgabe ab, weil er mir ja helfen würde...Tut er auch, aber wie. Sage ich ihm was zu erledigen ist, hat er entweder 1000 andere Sachen zu tun, oder er macht es oft derart unwillig und patzig, dass ich meist schon gar keinen Bock mehr habe, ihm irgendwas aufzutragen.

Auch stört mich unheimlich, dass er sich auch nicht wirklich um unseren Sohn kümmert. Ja er liebt ihn und hängt an ihm, aber er tut einfach nichts. Er ist zwar anwesend, aber das wars dann auch schon meist.
Es ist schwierig das richtig zu vermitteln, weil das oft 1000 Kleinigkeiten sind.

So hat sich z.B. mein Sohn schon lange einen Monopoly-Nachmittag gewünscht. Mein Mann hatte sowieso wie fast immer, keine Lust aber das Wetter war über den Feiertag eh grauslig und versprochen war versprochen. Also haben wir angefangen zu spielen, und mein Mann hat dann extra so blöd gespielt, dass er nach 40 Minuten bereits pleite war, und er sich verkrümmeln konnte. Ich hab dann - wie meistens - mit meinem Sohn alleine weitergespielt.

Oder z.B. letzten Winter. So lange es noch irgendwie ging, bin immer ich (alleine!!!) mit meinem Sohn rodeln oder skifahren gegangen. Letzten Winter musste ich dann entgültig passen. Nun wollte der Kleine halt unbedingt nochmal gehen. Mein Mann hat sich den halben Winter davor gedrückt (weil am Wochenende muss er sich ja schliesslich von seiner anstrengenden 10-Stunden-Woche erholen #aerger) und irgendwann wurde es mir dann zu blöd, dann hab ich es ihm quasi angeordnet, damit der Kleine wenigstens einen einzigen Skiausflug bekam.
Das Wetter war traumhaft, ich hab die beiden zum Skilift gefahren und was soll ich sagen, nach gerade mal 1 Stunde kam schon das Telefon, er hätte genug und wäre müde, 1 Stunde skifahren reicht ja schliesslich. Im Sommer bin ich prinzipiell mit meinem Sohn ständig alleine im Schwimmbad, es sei denn ich zwinge ihn mitzugehen. Auf die Art könnte ich endlos weitermachen.

Solche Phasen sind meist mehr oder weniger stark. Ab und zu, wenn ich meinen Mann entsprechend bearbeitet und ins Gewissen geredet habe, reisst er sich etwas mehr zusammen und beteiligt sich etwas mehr. Aber das hält dann meist auch nicht lange vor.

Es ist eben so, dass ich halt oft das Gefühl habe, das mein Mann zwar den bequemen Lebensstil schätzt, den er dank mir sich leisten kann, aber auf mich - und leider auch oft auf unseren Sohn - als Gesellschaft gut und gerne verzichten könnte.

Ja ich weiss, ich muss es akzeptieren oder die Konsequenzen ziehen. Aber für beide Varianten habe ich einfach keine Kraft mehr :-(:-(:-(

Beitrag von anyca 17.05.10 - 22:28 Uhr

Kannst Du ihn nicht im Haushalt mal mehr rankriegen? Ich meine, bei uns werden zwar auch nur zweimal im Jahr Fenster geputzt und das WC eher alle zwei Wochen (mal ehrlich, da ißt man ja nicht draus, und im Kühlschrank sind bekanntlich mehr Keime als auf der Klobrille :-p), aber wenn DU wegen Krankheit nicht mehr arbeiten kannst und er kaum arbeitet, dann ist der Haushalt SEIN Job und DU kannst ja ab und an mal helfen.

Das er sich auch um seinen Sohn so wenig bemüht, ist natürlich echt doof. Aber - ist er denn auch so, wenn Du nicht dabei bist? Oder zieht er diese Spielchen ab, weil er sich von Dir nichts vorschreiben lassen will?

Beitrag von simian 18.05.10 - 08:01 Uhr

Ich ziehe ihn - zwangsläufig - ständig zu Hausarbeiten heran. Muss ich ja, da ich gewisse Arbeiten körperlich einfach nicht machen kann.
Es ist ja nicht so, dass er sich strikt weigert das zu machen, es ist einfach die Art wie er sich dann verhält.
Er sieht die Notwendigkeit mancher Arbeiten einfach nicht ein, und wenn ich dann trotzdem möchte, dass es gemacht wird ist er einfach unleidlich. Ich würde es ja selber machen, wenn ich könnte, aber das geht halt nunmal nicht mehr. Er macht es zwar, aber bockig, maulend, augenverdrehend, usw. Ich glaube jeder der einen pupertierenden Teenager zu Hause hat, wird so ein Verhalten zur genüge kennen, und genau so kommt er mir in solchen Situationen dann auch vor. Wie so ein verzogener Teenie und nicht wie ein fast 50 jähriger Mann.

Er sieht und versteht einfach nicht, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben als er.
Wenn er keine Termine hat und zu Hause sitzt, dann ist das in seinen Augen ausreichend Kontakt mit seinem Sohn (oder mit mir), wenn er mit ihm gemeinsam auf der Couch sitzt und Fernseh guckt. Und blöd anstellen tut er sich eigentlich nur, wenn er zu etwas "gezwungen" wird, wozu er keinen Bock hat. Da spielt es dann keine Rolle, ob ich dabei bin, oder er z.B. mit dem Kurzen alleine unterwegs ist.

Einmal hatte der Kleine bei ihm mal ganz direkt reklamiert "Papa NIE gehst du mit uns mit..." Das hatte ihn in dem Moment doch ziemlich betroffen gemacht. Er ist dann meist ganz perplex, das andere sein "nichtbeteiligen" als störend und ablehnend empfinden. Also hatte ER unserem Sohn daraufhin einen gemeinsamen Zoobesuch versprochen. Der wurde dann einige mal verschoben, weil es IHM dann in dem Moment nie gepasst hat, irgendwann ging das verschieben halt nicht mehr und er musste mit. Das ging ihm innerlich dann wohl auch wieder gegen den Strich, jedenfalls hat er dann den ganzen Tag eine derart grantige und miese Stimmung verbreitet (an allem wurde rumgestänkert) dass es uns komplett die Laune verdorben hat. So dass der Kleine dann selber zu mir gesagt hatte, "das nächste Mal gehen wir wieder alleine" #schmoll

Wenn ich mit ihm darüber spreche, dann sieht er es - teilweise - auch ein und gelobt Besserung, aber das hält eben nie lange an. Nach kurzer Zeit versinkt er wieder in seiner eigenen Welt, in der er sich selber mehr als genug ist. Und es ist so unglaublich kräftezehrend ihn da jedesmal rauszuholen, dass ich inzwischen einfach auch keinen Bock mehr auf diese Spielchen habe.

Beitrag von #wie bei mir# 17.05.10 - 12:31 Uhr

Mahlzeit!

Ich hab auch so ein Exemplar hier und weiß genau wie Du Dich fühlst.

Auch ich habe über ein Jahr alles gezahlt, alles gemacht und getan, damit es unserer Familie gut geht. Er bekam sein Hintern einfach nicht hoch, ganz im Gegenteil, er genoß es, dass durch mich alles abgesichert war.

Auch er ist selbstständig, hatte aber keine Aufträge und scherte sich auch nicht drum. So wie Deiner, wenn was kommt ist gut, wenn nicht, dann nicht.

Ich wachte erst auf, als ich selbst nix mehr hatte. Konto fett in den Miesen, Sparbuch fast leer -alles weg! Ab da, stellte ich ihn vor die Wahl, entweder er sucht sich Arbeit mit geregeltem Einkommen oder wir sind weg!

Und ich bestand darauf, dass er ab sofort von den festen Kosten(Miete, Strom, Lebensmittel etc.) die Hälfte übernimmt.

Das ganze ist jetzt 2 Mon.her und wer hätte es gedacht, Mann geht jetzt wenigstens Teilzeit arbeiten und nebenher geht er seiner Selbstständigkeit nach.

Manchmal muss man die Handschrauben etwas fester anziehen.

Geh Du erstmal in Kur und nutze die Zeit für Dich, mache Dir Gedanken über das ganze, Du wirst die passende Lösung für Dich finden !!!

Viel Glück und gute Besserung

Beitrag von manavgat 17.05.10 - 12:58 Uhr

Was wäre, wenn Du Dich trennst und Dein Sohn bei Dir bliebe?

Dann muss er sich einen Job suchen!

Gruß

Manavgat

Beitrag von miami36 17.05.10 - 13:02 Uhr

Als ich ihn fragte, ob ihm denn ganzen Tag alleine nicht fad gewesen wäre, meinte er nur "ne das war das absolute Paradies, ihr könnt ruhig öfters gehen". Irgendwie kam das so verletztend rüber, daß mir das seither nicht mehr aus dem Kopf geht

Es kam nicht "irgendwie" verletzend rüber, es war eine absolute Verletzung!!

LG

Beitrag von so traurig 17.05.10 - 13:57 Uhr

Für meinen Sohn wäre das der absolute Supergau. Wahrscheinlich bedingt durch meine Erkrankung und die damit verbundenen Ängste ist er unglaublich nähebedürftig und anhänglich (emotional). Ich bin ja bereits kurz nach seine Geburt erkrankt, also hat er bereits als kleines Kind damit leben und fertig werden müssen, dass Mama krank ist, oft im Krankenhaus oder auf Kur, etc.

Als die Eltern seines besten Freundes sich letztes Jahr getrennt hatten, hat ihn das unglaublich aufgewühlt - fast mehr als seinen Freund selber. Er hatte dann das Bedürfnis sehr viel mit mir darüber zu sprechen und wollte wissen, wie das denn wäre, wenn wir uns scheiden liessen. Da ist er dann meist gleichzeitig in Tränen ausgebrochen.

Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, ob ich für eine Trennung genügend Kraft hätte.