Wenn Liebe weh tut

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von verzweifelt* 17.05.10 - 10:42 Uhr

Zwischen meinem Mann und mir gab es große Probleme, die über 1 Jahr andauerten (kein Fremdgehen, aber er hat den Hauptteil der Probleme ausgelöst). Vor mehr als 6 Monaten kam es zum großen Krach und danach haben wir uns ausgesprochen und beschlossen, einen Neuanfang zu wagen. Wir waren aber zu keiner Zeit getrennt. Es lief auch paar Monate super, dann fing es langsam an, dass sich die alten Fehler wieder bemerkbar machten. Dieses Jahr der Krise kostet mich viel Selbstbewusstsein und Lebensfreude. Und eigentlich dachte ich auch, ich packe es, mir das alles wiederzuholen. Nun gibt es aber seit 3-4 Wochen immer wieder Situationen, mit denen ich nicht klarkomme und wo auch alles wieder hochkommt, was in dem Jahr passiert ist. Ich habe mehrfach versucht, mit meinem Mann darüber zu sprechen, aber er meint nur, es würde nerven, alte Kamellen zu besprechen und ich sollte das ganze einfach vergessen. Mehrfach habe ich ihm klar gemacht, dass ich nicht vergessen kann, sondern die ganzen Ereignisse verarbeiten muss und dazu gehört für mich auch, dass man darüber spricht.

Gestern Abend kam dann mein Zusammenbruch und ich merke, dass ich seelisch am Ende bin. Ich bin einfach nicht mehr die Frau, die ich vor über 1,5 Jahren noch war. Aber ich möchte gern wieder so sein, selbstbewusst, voller Lebensfreude, mit Plänen für die Zukunft, rumalbern können etc. Ich hänge in einem Tief fest und komme nicht raus. Mein Mann reagierte allerdings anders auf meinen Zusammenbruch als erwartet, er meinte plötzlich, vielleicht sollten wir uns trennen, er käme damit nicht klar, dass ich nicht mehr die bin, die er vor 17 Jahren kennenlernte und mich die vielen Vorfälle so runterziehen. Er würde mich lieben, aber er möchte die Frau wieder, die ich vor unserer Ehekrise war. Ich habe ihn angefleht, mir dabei zu helfen, schließlich haben wir uns mal geschworen, auch in schlechten Zeiten für einander da zu sein. Und ich habe ihm auch schon mehrfach in all den Jahren gezeigt, dass ich fest hinter ihm stehe, wenn es mal hart auf hart kommt. Und nun ist er überfordert, weil ich keine starke Frau bin im Moment. Und ich schäme mich so dafür, dass es soweit kommen konnte. Nach außen hin lasse ich mir nichts anmerken, dass heißt, unsere Kinder oder auch Familie, Arbeitskollegen etc. wissen von all dem nichts. Aber so kann es doch nicht weitergehen. Ich hatte gestern das 1.Mal den Gedanken, meinem Leben ein Ende zu bereiten und all dem zu entfliehen. Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, mir Hilfe zu suchen, aber das lehnt er ab, er meint, sowas brauche ich nicht, ich solle einfach nach vorn schauen und das Jahr vergessen, dann wird das von allein wieder und ich solle ihm sagen, wenn ich wieder normal bin. Ich liebe ihn und ich weiß auch, dass er mich liebt, aber er kommt einfach nicht damit klar, dass ich mich in seinen Augen so hängen lasse.

Ich würde mir gern Hilfe suchen, weiß aber auch, dass es zwangsläufig dazu kommen wird, dass er ab und an mal mit dabei sein muss, um gemeinsame Probleme zu besprechen. Nur da würde er wohl nie zustimmen. Ach, ich weiß einfach nicht, was ich machen soll, irgendwie kommt mir alles grad so sinnlos vor. Vielleicht sollte ich mich trennen, um meinen Weg allein zu gehen, aber genauso weiß ich, dass ich daran wohl noch mehr kaputt gehen werde. Ich weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist.

Danke fürs lesen!

Beitrag von bruchetta 17.05.10 - 10:56 Uhr

Du baust zu stark auf Deinen Mann und realisierst nicht, dass er nicht bereit ist, sich mit irgend etwas auseinander zu setzen.
Da es offenbar Dinge gibt, die Dich ernorm belasten, solltest Du prof. Hilfe in Form einer Therapie in Anspruch nehmen.
Deinen Mann wirst Du wohl kaum involvieren können, tu das in erster Linie für Dich.
Vielleicht kommst Du im Verlauf der Therapie zu der Erkenntnis, dass Ihr keine Zukunft mehr habt, vielleicht bekommst Du aber wieder mehr Stärke, so dass sich die Beziehung wieder bessert.

Beitrag von witch71 17.05.10 - 11:26 Uhr

"..dass ich mich in seinen Augen so hängen lasse"

Ist es nicht eher so, dass er Dich hängen lässt? Und Dir noch dazu verbietet, Dir Hilfe zu suchen? Finde ich fatal. Du musst ihn wohl kaum um Erlaubnis bitten, wenn Du jemanden zum Reden brauchst. Das wäre ja noch schöner. :-)

Komm auch mal von dem Trip runter, die heile Fassade aufrecht erhalten zu müssen. Für wen soll das denn gut sein? Für Dich ist es das wohl offenbar nicht. Vertrau Dich bitte jemandem an, von dem Du weisst, dass derjenige gerne einfach mal zuhört. Sprich Dich bei der Person aus, lass alles raus und entlaste Dich mal.
Wenn das niemand sein darf, den Du kennst, dann geh zum Therapeuten (womit auch eine Frau gemeint sein kann). Aber hör auf, auf Deinen Mann zu bauen, er will und kann Dir gerade nicht weiter helfen.

Beitrag von kirtza 17.05.10 - 14:31 Uhr

Hole dir Hilfe.
In meiner Beziehung war es auch so, dass mein Schatz sich auf keine Paartherapie einlassen wollte weil ich ja in seinen Augen das Problem habe.
Einige Zeit später, als er merkte dass ich intensiv an mir arbeite, hat er sich zu Paargesprächen bereit erklärt weil er wußte, dass er mir damit helfen kann.
Vor einem halben Jahr hätte ich auch noch gesagt : er lässt sich niemals drauf ein.
Jetzt weiß ich : ich bin ihm so wichtig dass er sich doch drauf eingelassen hat.

Also habe Mut. Du kommst aus dem Tief nicht alleine raus. Und wenn er sich nicht darauf einlassen sollte dann mach es wenigstens für dich wenn schon nicht für euch.