Leben nach einer Vergewaltigung

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von es geht einfach weiter 17.05.10 - 11:24 Uhr

Ich bin vor sieben Jahren vergewaltigt worden. Fast noch schlimmer als die Vergewaltigung hinterher waren die Sprüche/Kommentare aus dem engsten Umfeld, dem ich mich versucht habe, anzuvertrauen. Das hat bei mir eine völlige Redeblockade, dieses Thema betreffend, ausgelöst. Derzeit befinde ich mich in einer Therapie aber bekomme diese Blockade nicht gelöst. Hat jemand Ähnliches erlebt, konntet ihr irgendwann über das sprechen, was euch passiert ist? Oder habt ihr die Therapie abgebrochen. Ich habe das Gefühl, es ist einfach für mich zu spät...

Beitrag von petra1982 17.05.10 - 11:32 Uhr

Um sich helfen zu lassen ist es nie zu spät....Hoffe das du diese Blockade überwindest, und hoffe das du diese deppen die du freunde nennst in den Wind geschossen hast

Beitrag von es geht einfach weiter 17.05.10 - 11:37 Uhr

das du diese deppen die du freunde nennst in den Wind geschossen hast

Wer hat denn was von Freunden geschrieben, damit war meine Familie gemeint....Konkret meine Mutter...

Beitrag von petra1982 17.05.10 - 11:52 Uhr

Au mann gerade von der Seite wo man trost hofft, und hofft aufgefangen zu werden....tut mir leid das du gleich 2 harte Schläge verkraften musst.....Ich hoffe wirklich das dir die Therapie trotzdem etwas bringt, es dauert eben leider seine Zeit

Beitrag von es geht einfach weiter 17.05.10 - 12:01 Uhr

Das ist es eben...
Wäre es nicht ausgerechnet meine Mutter gewesen, zu der ich bis Dato ein super Verhältnis gehabt habe, wäre das vielleicht alles nicht so gravierend...

@witch Meine Therapeutin weiß das, aber bohrt nicht unbedingt nach!

Beitrag von witch71 17.05.10 - 12:17 Uhr

Wenn die Therapeutin nicht bohrt, ist sie wirklich gut. ;-) Dann nimmt sie Dir den Druck, etwas erzählen zu müssen. Aber den machst Du Dir gerade vielleicht selbst? Du hast alle Zeit der Welt, Deine Erlebnisse (ich schliesse das mit Deiner Mutter ein) zu verarbeiten. Und Du hast auch das Recht auf Dein eigenes Tempo.
Aber wenn Du gerne langsam selbst auf den Punkt kommen möchtest, dann sagst Du das der Therapeutin und ihr könnt einen anderen Weg suchen, den Du gehen kannst. Abbrechen wäre jedenfalls kein Akzeptabler, oder? :-)

Die Vergewaltigung und der Vertrauensverlust Deiner Mutter gegenüber hängen ja zusammen. Ich würde halt damit anfangen wollen, erstmal drüber zu sprechen, was die Ablehnung durch Deine Mutter bei Dir ausgelöst hat. Wenn Du nachvollziehen kannst, warum sie vielleicht so reagiert hat, dass aber nicht jeder so reagieren wird, kannst Du vielleicht auch sprechen.
Wenn der Knödel im Kopf geplatzt ist, dann kommt der Rest wie von selbst.

Beitrag von witch71 17.05.10 - 11:37 Uhr

Brich das nicht ab, mit der Therapie.. ausser der Therapeut ist nicht der Richtige für Dich. Denkst Du denn, Du könntest Dich ihm anvertrauen? Also vom Grundsatz her, dass Du vielleicht einfach einen anderen Weg finden musst. Dann sag das dort und frage, ob Du z.B. bestimmte Dinge erstmal aufschreiben und ihn lesen lassen kannst, damit Du später eher darüber sprechen kannst. Oder ob er noch einen anderen Vorschlag hat,wie es Dir leichter fallen könnte, Dich zu öffnen. Du bist nicht die Erste, die vor ihm sitzt und eine Blockade hat, ganz bestimmt nicht. :-)

Das Schöne bei Therapeuten ist halt, man kann alles erzählen, denn natürlich glaubt er einem und bringt auch keine doofen Sprüche/Kommentare. Schliesslich ist es sein Job und sein Wille, Menschen helfen zu wollen.
Aber wichtig ist eben erstmal, den richtigen Therapeuten zu finden.. es ist wie bei Freundschaften, man muss einen Draht zueinander entwickeln. Du musst Dich ernst genommen und sicher fühlen.

Beitrag von es geht einfach weiter 17.05.10 - 11:40 Uhr

Das mit dem Aufschreiben ist eine gute Idee. Eigentlich vertraue ich der Therapeutin schon, und fühle mich auch aufgehoben nur wenn es um das Thema geht kriege ich kein Wort raus. Mir bricht regelrecht die Stimme weg.

Beitrag von witch71 17.05.10 - 11:46 Uhr

Weiss sie das denn? Und warum das passiert? Manchmal hilft es ja, erstmal zu erklären, warum man nicht reden kann. :-)

Beitrag von schwarz... 17.05.10 - 14:36 Uhr

Hallo

Ich wurde im Alter von 13-16 regelmäßig missbraucht, zog dann weg und kam in eine Pflegefam. die von meiner Vergangenheit wusste und wurde dennoch auch vom Pflegevater zum Oralverkehr gezwungen.

Ich ging in eine Therapie, am Anfang konnte ich gar nicht darüber reden hab mich verschloßen. Erst nach 1 Jahr und vielen vielen stunden Therapie habe ich mich öffnen können und habe über das was mir wiederfahren ist gesprochen. Das hat mir persönlich eine große Last von den Schultern genommen. Ich konnte mit meiner Vergangenheit abschließen.

Einige Jahre später ( letztes Jahr im juni) wurde ich von meinem besten Freund ( ich kannte ihn seid meiner Kindheit er wusste von dem was mir passiert ist, denn ich hab mich nach der Therapie ihm anvertraut) vergewaltigt... Ich habe mich meinem Freund anvertraut , meine Schwester bekam es auch raus.

Eine erneute Therapie wurde mir ans Herz gelegt, ich konnte mich dennoch bis heute nicht dazu durchringen wieder ein anzufangen :-(

Bitte brich deine Therapie nicht ab, reden ist wriklich wichtig! Ich habe übrigens auch noch ein Tagebuch geschrieben und dort alles reingeschrieben was mich so beschäftigt vielleicht hilft dir sowas auch?


ich wünsche Dir für die Zukunft alles liebe und ganz viel Kraft das geschehene zu verarbeiten.

Beitrag von niederschreiben 18.05.10 - 11:48 Uhr

Hallo Du,

hier wurde ja schon manches gesagt und geraten. mir selbst ist es zwei mal "passiert". das einemal sogar während ich in therapie war.

während der ersten therapie kam es bei mir nie zur sprache. ich habe es nicht geschafft. mir ist nicht die stimme weggebrochen, aber ich habe ees immer geschafft, dass thema zu "umschiffen". während dieser therapie wurden vor allem die symptome behandelt, was auch erstmal sehr gut gelang.

nach 2,5 jahren pause (von der therapie) habe ich mich erneut in eine begeben. auch dort ging es erstmal um alles andere als das thema, bis ich irgendwann einen brief geschrieben habe mit "gedichten" und dem was mir passiert ist. sie ist darauf einmal während der stunde darauf eingegenagen, daraufhin bin ich einfach gegangen. ich konnte nicht reden, fragen beantworten, irgendwas davon jemandem erzählen. aber ich konnte schreiben. meine therapeutin war so "nett", dass zu akzeptieren, also haben wir fortwährend v.a. e-mail kontakt gehalten. ich konnte schreiben was ich wollte und sie hat mir auch immer geantwortet. das hat mir sehr weitergeholfen.
brech die therapie nicht ab , wenn du dich wohl fühlst! vielleicht versuchst du es auch mal schriftlich. das was war aufzuschreiben, und wenn es nur umschrieben ist...

ich wünsche dir alles gute!

Beitrag von Nöchteanonymbleiben 19.05.10 - 21:46 Uhr

Hallo,
Ich würde Dir raten bleib dran!!!!!!!!!!!!!!
Es ist nie zu spät.Ich habe das mit 13 Jahren erlebt und ich hae erst vor 2 Jahren angefangen darüber zu sprechen habe mitlerweile ein Kind und alles und ich konnte nie drüber sprechen!!!
Erst als ich mit meiner ES am Ende war und Mir gesagt wurde das ich bald nicht mehr lebe hat es klcik gemacht und ich wollte Leben!!!!


ICh wünsche Dir alles erdenklich Gute geb nicht auf!!!!!
#liebdrueck

Beitrag von nordseeengel1979 18.05.10 - 13:33 Uhr

Hallo :-)

Wie lange machst Du schon Therapie ?
Hast Du vertrauen zum Therapeuten ?
Was für eine Therapieform machst Du ?

Es brauch Zeit bis man sich öffnen kann und reden kann, setz Dich nicht unter Druck. Irgendwann wird sich die Blockade lösen es brauch seine Zeit.

Ich habe 10 Jahre gebraucht um die Blockade zu lösen. Ich habs auch erst in der Therapie ( in einer Psychiatrie ) geschafft. Der Psychologe hat sich bald die Zähne abgebissen, aber dennoch hats dann irgendwann Klick gemacht und dann gings.

Lg Nordseeengel