Schwester hat Probleme

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sonnenstern-115 17.05.10 - 12:47 Uhr

Hallo zusammen,

es geht diesmal um meine jüngere Schwester. Ich habe sie sehr lieb und möchte ihr gerne helfen, da es offensichtlich ist, dass es ihr nicht gut geht.

Meine Schwester ist 23 Jahre alt und hat vor kurzem ihre Ausbildung beendet. Seitdem ist sie arbeitslos, da sie sich nicht rechtzeitig um eine Anstellung gekümmert hat. Sie ist nach Ausbildungsende zu meinen Eltern zurückgezogen und seitdem bekomme ich immer wieder deutlich mit, dass hinter ihrem "Sich-nicht-Kümmern" eventuell ein "Sich-nicht-Kümmern-können" wegen diverser Probleme steckt.

Schon während der Ausbildung ist allen Familienmitgliedern aufgefallen, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie zog sich immer weiter in sich zurück, sie verwahrloste fast schon. Ihr Zimmer im Schwesternheim sah meistens aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte. Überall leere Konserven und Flaschen, Essensreste in Schubladen versteckt, schmutzige Wäsche überall auf dem Boden, etc. Also wirklich heftig. Sowas gab es bei uns zuhause nicht.

Sie hatte ca. 2 Jahre einen Freund; allerdings ging die Beziehung in den letzten Monaten ihrer Ausbildung kaputt. Warum, wissen wir nicht. Sie erzählt nichts. Ihr Ex hat nach der Trennung versucht, einen Keil zwischen sie und uns Geschwister zu treiben, was ihm aber nicht gelungen ist. Wir halten als Familie zusammen und unsere Schwester steht uns näher als ihr Ex.

Als sie wieder bei meinen Eltern eingezogen ist, stellte meine Mutter fest, dass sie sich wieder selber verletzt (das hatte sie in einer früheren Phase auch schon getan). Als meine Mutter sie darauf angesprochen hat, entgegnete sie nur, dass sie das schon mal alleine in den Griff bekommen hätte, also bräuchte sie auch jetzt keine Hilfe.

Jetzt "verschwindet" meine Schwester immer wieder für eine unbestimmte Zeit, ist nicht erreichbar, reagiert nicht auf SMS, Anrufe oder Emails. Wir bombardieren sie gewiss nicht, aber wir möchten den Kontakt zu ihr nicht einfach so aufgeben.

Niemand weiß, was los ist, wie es ihr wirklich geht, mit wem sie die Zeit verbringt. Meiner Mutter sagte sie neulich, dass sie so unendlich viel zu erzählen hätte, aber sie igelt sich immer weiter ein, anstatt rauszulassen, was los ist.

Klar, sie ist 23, kein kleines Kind mehr und sie kann tun und lassen, was sie will, dennoch machen wir uns Sorgen. Sie stürzt immer weiter ab, die Verwahrlosung des eigenen Körpers nimmt zu, sie verletzt sich immer noch selber, schafft es alleine nicht, sich aufzurappeln und ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Ich möchte sie nicht bedrängen oder mich aufdrängen, um ihr Hilfe anzubieten, da ich weiß, ich würde sie damit nur noch mehr in die Enge treiben. Aber ich würde ihr gerne zumindest zeigen, dass ich - falls sie doch jemanden zum Reden haben möchte - für sie da bin und dass ich sie gerne unterstütze, wenn sie das möchte. Egal, ob es um die Organisation von psychologischer Hilfe geht oder darum, sich um einen Job zu kümmern.

Deshalb dachte ich daran, ihr einen kleinen Brief oder eine Karte zu schreiben. Oder wäre das auch schon zu aufdringlich?

Es tut mir einfach weh, ihr zuzusehen, wie es ihr immer schlechter geht.
Was meint ihr?

Liebe Grüße vom Sonnenstern

Beitrag von ekiem30 17.05.10 - 13:49 Uhr

Hallo.

während ich Deinen Beitrag las, habe ich gedacht, schreibe das doch einfach alles so an Deine Schwester als in das Forum! Und Du bist selber ja auch darauf gekommen ... ich finde das eine sehr gute Möglichkeit, Deiner Schwester so unaufdringlich wie möglich Deine Hilfe anzubieten!

Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Schwester alles Gute!

Beitrag von manavgat 17.05.10 - 14:55 Uhr

Hört sich an wie ADS, Depressionen oder beides zusammen. Ich würde versuchen sie zu überzeugen, eine Psychiaterin aufzusuchen.

Gruß

manavgat

Beitrag von sonnenstern-115 17.05.10 - 15:42 Uhr

Hi Manavgat,

irgendwas in diese Richtung vermute ich auch ganz stark. Denke auch, dass sie externe, professionelle Hilfe gut gebrauchen könnte, aber aktuell akzeptiert sie das (noch) nicht. Sie meint, selber klar zu kommen - was aber nicht der Fall ist, wie sie es uns ja beweist.

Ich denke, ich werde ihr schreiben und ihr Hilfestellung anbieten. Ob sie das annimmt oder nicht, wird sich zeigen.

Viele Grüße zurück,

Sonnenstern