Respektlosigkeit... Grob zu den Kindern... Ist das das Ende?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Entsetzt 17.05.10 - 21:10 Uhr

Hallo,

nun bin ich auch mal in schwarz an der Reihe, da ich langsam nicht mehr weiter weiß und mir vielleicht hier den einen oder anderen Rat erhoffe.
Mein Mann und ich sind im ("verflixten") 7ten Jahr unserer Beziehung, seit 4,5 davon verheiratet. Schlecht läuft es schon seit etwa 3 Jahren, zumindest fing es da an. Damals gab er unserem Sohn (er war da 1,5 Jahre) 2 schallende Ohrfeigen, weil dieser aufgrund einer Mittelohrentzündung durchgehend heulte... - angeblich weil "er nicht mehr weiterwusste" - allerdings war dies etwas, was ich (bevor das Kind da war) verboten habe!
Es war klar, das unser Kind NIEMALS geschlagen wird, und das wusste er... und hat es scheinbar vergessen.
Seitdem muss ich immer "aufpassen"... bzw. einfach wachsam sein. Inzwischen ist unser Sohn 4, die Tochter 2... die von ihm vergöttert wird. Vom "Großen" wird oft zuviel erwartet und zu wenig erlaubt. Der Große stottert manchmal, kommt nicht zu Wort, weil er (nach meiner Sicht) zu oft überfahren wurde. Wenn ich dazu etwas sage, werde ich von meinem Mann als "lächerlich" hingestellt und nicht ernst genommen. Ich würde den Großen eben verhätscheln, das mache er nicht. Ich würde nur reden und inkonsequent sein, so etwas gibt es bei ihm nicht.
Die meisten Streiterein drehen sich also nur um die "Erziehung" bzw. das (in meinen Augen falsche) Verhalten... oder ums Geld, von dem wir leider wenig bis gar nichts haben. Manchmal rennt er "unterstützend" in die Situation rein "Jetzt wird aber gemacht, was die Mama sagt, Junge" - so oder ähnlich... und untergräbt damit wieder mich.
Geschlagen hat er unseren Sohn nicht wieder, dennoch ist er oft grob. Am Arm zerren, fest zupacken, hingeschubst hat er ihn auch schon mal. Sprüche wie "maaan, du nervst" sind auch nicht selten, und wenn ich ihn bitte, das nicht ZU dem Kind zu sagen, ernte ich nur ein "aber wenn es doch so ist?".
Mein Mann hat glaube ich eine ganz fürchterliche Erziehung genossen - mit seiner Mama haben wir (aus genau dem gleichen Verhalten, das ich bei ihm kritisiere) nicht mehr, sein Vater lebt nicht mehr. Er ist Einzelkind, egoistisch und würde nicht mal mit mir das letzte teilen. Ganz zu schweigen mit seinen Kindern. Er ist froh, wenn sie 18 sind und ausgezogen ...
Wenn man ihn darauf anspricht, heißt es nur "ach, das hab ich doch nur so gesagt"... was er damit anrichtet, begreift er nicht. Es sind so viele kleine Dinge, die mich stören.. mich verletzen, die Kinder treffen - wo ich dann nicht weiß, ob es uns ohne ihn nicht besser ginge?
Klassisches Beispiel heute:
Sohn: "Der xxx aus dem Kindergarten hat mich heute gehauen"
Vater:" Stimmt das oder ist das nur eine Geschichte?"
(Neuerdings flunkert mein Großer etwas herum, daher zunächst berechtigte Frage...)
Sohn: Grinst und rennt weg
Vater: (sitzt auf dem Boden) Du kommst jetzt SOFORT hierher und sagst mir, ob das die Wahrheit war oder nicht
Sohn: verzieht das Gesicht und versteckt sich unter der Decke
Vater: brüllt das er SOFORT herkommen soll
Sohn: eingeschüchtert, ängstlich.... unsicher
Vater: brüllend schnappt er sich den Arm des Kleinen und ruppt ihn zu sich auf dem Schoß "und jetzt sag mir...."

Meinen Einwand, das das nun wieder mal nicht hätte sein müssen, wird niedergeschmettert mit "ach ja, wenn ich aber sage das er herzukommen hat, dann hat er das zu tun".. und geendet ist das alles in einem furchtbaren Streit VOR den Kindern, in denen ich lauter unschöne Sachen gesagt habe. Ich habe einfach oft ganz andere Ansichten was die Erziehung angeht, aber die meisten bekommt er davon ja nicht mit. Er wirft mir dann vor, das ich eben nicht erziehe und er "nicht so wie die Mama nur daherredet (O-ton vor den Kindern)" sondern Respekt erwartet.
Seine Kinder respektiert er aber nicht, mich auch nicht. Auch sonst niemanden, da er der Beste ist und alle anderen keine Ahnung haben.
Sanfte Hinweise ("ach kuck mal, ein Hilfeabend bzw. im Umgang mit trotzenden Kindern") wird abgeschmettert mit "ich brauche niemanden, der mir sagt, wie ich mit meinen Kindern umzugehen habe..."
So und ähnlich läuft es dauernd - bis zum nächsten Streit, oder einer Folge Supernanny, wenn er eine vermurkste Familie oder Kinder sieht.. und schwört "nie wieder grob zu unseren Kindern zu sein"....

Ich habe keine Lust, ein 3tes Kind zu erziehen...und weiß einfach nicht weiter.

Sorry, das es so lang geworden ist...

LG und Danke fürs Zuhören

Beitrag von bei mir auch so 17.05.10 - 21:44 Uhr

Hallo,

die Situationen könnten auch bei uns sein.
Und aus diesem Grund trenne ich mich.
Es müssen nur noch einige Sachen erledigt werden, dann bin ich weg.

Sowas will ich meinen Kindern nicht antun.

Gruß
bei mir auch so

Beitrag von badguy 17.05.10 - 21:50 Uhr

Wenn du jetzt nicht schwarz geschrieben hättest, hättest du eine PN bekommen. Vorab, ich mag deinen Partner nicht in Schutz nehmen aber es tut mir in der Seele weh so etwas zu lesen.

Das Leben und Handeln ist doch zuletzt ein Anwenden aus erlernten und erfahrenen Schemata. Du schreibst, dass die Erziehung deines Partners kreuzbeschissen gewesen ist.

Was meinst du, woher er das hat, diese Über- und Unterordnung, das Ausüben von Druck, das lieblose Behandeln der Kinder, bzw. des Großen.

Keine Angst, du erziehst kein drittes Kind, so easy ist der Job nicht, einen Erwachsenen davon zu überzeugen, dass er auf dem Holzweg ist.

Weißt du, auch wenn ich persönlich von der Supernanny nicht viel halte, er sieht es sich an und merkt, dass etwas falsch läuft, kriegt das nur nicht auf die Reihe, das Gesehene auf sein Verhalten zu übertragen.

Frag ihn doch mal, wie Konflikte in seiner Kindheit gelöst wurden...

Gewalt gegen Kinder geht gar nicht, jede Ohrfeige ist nicht eine, ist zwei zu viel, für den der schlägt und erst recht für den, der geschlagen wird.

Du kannst es dir jetzt einfach machen und mit den Kindern gehen. Ich würde das tun, wenn er sich nicht helfen lässt. Lässt er sich helfen wird es für euch nur Gewinner geben. Das, was passiert ist, kann keiner ungeschehen machen aber es kann der Antrieb sein, zukünftig Dinge besser zu machen, viel besser.

Vielleicht magst du mir ja ne kurze PN schreiben.

Beitrag von claudi2712 18.05.10 - 07:52 Uhr

#pro

Wie gern lese ich Deine Antworten - echt bereichernd für das Forum...

Claudia

Beitrag von xyz74 17.05.10 - 21:54 Uhr

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Damals gab er unserem Sohn (er war da 1,5 Jahre) 2 schallende Ohrfeigen, weil dieser aufgrund einer Mittelohrentzündung durchgehend heulte... - angeblich weil "er nicht mehr weiterwusste" - allerdings war dies etwas, was ich (bevor das Kind da war) verboten habe!
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Ich hatte ein Schreikind und weiß, dass das einen an die Grenzen bringen kann und auch bringt.
Nicht ohne Grund wird einem sogar in der Schreiambulanz geraten, dass Kind, wenn man merkt, dass man nicht mehr kann, in sein Bettchen zu legen, schreien zu lassen und selber im Nebenzimmer ein paar Minuten Kraft zu tanken.
Einfach damit genau sowas nciht passiert.
Ein krankes Kind schlagen weil es vor Schmerzen weint!!!!
Das ist schon heftig.
Ich weiß nicht wie Du darauf reagiert hast aber ich glaube, hier hätte ein Mann ein verdammt großes Problem gehabt.

Beitrag von kindergehenvor 17.05.10 - 21:57 Uhr

Ich habe selber noch keine Kinder aber vielleicht hilft es dir ja wenn ich aus meiner Kindheit etwas schreibe.Also meine Mutter ist alleinerziehend von 3 Kindern (eigentlich nur noch eins).Es gab damals viele Moment wo meine Vater meine Mutter geschlagen hat auch in der Schwangerschaft.Auch zu meiner großen Schwester war er grob,was ich aber nicht mitbekommen habe.
Sie hat sich getrennt.Dann gab es immer wieder Männer die sich schlecht behandelt haben und das alles vor uns Kindern.Sie hat dann irgendwann wieder geheiratet und meine kleine Schweste kam auf die Welt.Auch die Ehe hielt nicht lange und danach ging es nur noch bergab.Sie lernte einen Mann kennen,der auch mich schlagen wollte und nur meine Schwester dazwischen gegangen ist (die ältere).
Irgendwann hat meine Mutter begriffen,dass wir ihr mehr Wert sind wie irgendein Mann und ab da an ist sie Single.Sie lebt jetzt viel besser und auch das verhältniss zu meiner Mutter hat sich super entwickelt.
Denke in erster Linie immer an deine Kinder,denn sie müssen es seelisch verarbeiten und wenn der große so "nieder gemacht" wird,hat er später arge Probleme (muss nicht aber ist meistens so).
Ich finde man sollte kein Kind schlagen oder auch grob anfassen,denn auch das grenzt schon an Gewalt.

Beitrag von thyme 17.05.10 - 22:14 Uhr

Was dein Mann einfordert, ist nicht Respekt, sondern blinder Gehorsam. Respekt beruht auf gegenseitiger Achtung, davon ist bei ihmkeine Spur zu finden, weder dir noch seinen Kindern gegenüber.
Der Schaden, den er damit anrichtet ist riesig und er ist bereits sichtbar: Der Grosse stottert, kommt nicht zu Wort, vertraut seinem Vater nicht. Und wird von ihm ausserdem benachteiligt.
Was immer sich sein Partner von seiner "Erziehung" erhofft - er wird das Gegenteil erreichen. Mit Einschüchterung erzieht man seine Kinder zu Duckmäusern oder Rebellen, nur sicher nicht zu verantwortungssvollen, selbstbewussten Erwachsenen. Wie sein eigenens Beispiel ja deutlich zeigt.

Du hast zwei Möglichkeiten: Gehen oder zur Auseinandersetzung zwingen. Wenn du gehst, wird es die Situation kurzfristig entspannen, doch er wird die Schuld bei dir suchen.
Wenn du bleiben willst, dann führt der Weg wohl über ein Ultimatum: Entweder, er willigt in eine Paartherapie ein und versucht, sich mit seinen Problemen auszusöhnen oder du bist weg.
"...wenn er eine vermurkste Familie oder Kinder sieht.. und schwört er ie wieder grob zu unseren Kindern zu sein...." Das wären ja schon Ansätze zur Erkenntnis. Darauf liesse sich ja vielleicht aufbauen.

LG

Beitrag von fruehchenomi 17.05.10 - 22:41 Uhr

"Seine Kinder respektiert er aber nicht, mich auch nicht. Auch sonst niemanden, da er der Beste ist und alle anderen keine Ahnung haben. "

DAS ist für mich der Schlüsselsatz ! Dein Mann ist kein 3. Kind, sondern er will der Bestimmer sein nach alter Hierarchie - und wehe, man spurt dann nicht. Will er auch als erster das größte Stück Fleisch auf den Teller - wie vor 60 Jahren ? Sorry, das war jetzt ironisch.
Solange ER nicht einsieht, dass in seinem Verhaltensmuster etwas gründlich schiefläuft und er aktiv etwas tun muss, hast Du ein Problem. Nur ein Versprechen vor einem Supernannyfilm ist für die Katz. Meistens wird das von alleine nicht besser und während der Pubertät Deiner Kinder wird dann wohl nur noch gebrüllt oder auch zugeschlagen. Besonders, weil er fieserweise auch noch große Unterschiede zwischen den Kindern macht - das geht ja garnicht.

Ich weiß sehr wohl, wie ein brüllendes Kind einem zusetzen kann, aber dem Mann, der einem vor Schmerzen weinenden Kind, welches Mittelohrentzündung hat, auch noch Ohrfeigen auf das schmerzende Gesichtchen gibt - entschuldige, dem hätt ich auf der Stelle den Hals umgedreht ! Und da wäre auch seine besch**eidene Erziehung keinerlei Entschuldigung für mich.

Ich würde ihn knallhart vor die Alternative stellen, Familientherapie oder die Beziehung ist am Ende. Rate ich wirklich nicht gleich, aber ich sehe leider nirgendwo, wie DU Deinen Mann positiv beeinflussen könntest, denn er ist ja sicher, alles richtig zu machen.
LG Moni

Beitrag von melly21 17.05.10 - 23:00 Uhr

Spätestens als er dein Kind geohrfeigt hat wäre er bei mir raus geflogen!

Aber mit 2 Faustschlägen auf die Nase#cool

Sowas geht gar nicht.Meine Tochter hat leider sehr oft solche Probleme mit den Ohren aber sowas hat mein Mann noch nie getan!

Ich würde mich trennen.Da bekomm ich einen riesen Hass auf deinen Mann!

Lg Melly

Beitrag von schneedame 18.05.10 - 12:57 Uhr

Sehe ich ganz genauso !!!!

Wie kann man nur:-[

Beitrag von janamausi 18.05.10 - 08:23 Uhr

Hallo!

Ich bin geschockt was ich hier gelesen haben und verstehe es nicht, wie Du du das dir und vor allem deinen Kindern antun kannst! Deine Kinder, vor allem dein Sohn macht die Hölle durch und Du unternimmst nichts???!!! Mir sind die Tränen bei deinem Beitrag gekommen! Wie kann man es zu lassen, dass das eigene Kind so eine schlimme Kindheit mitmachen muß!?

Einem Kind eine Ohrfeige zu geben ist verboten und geht gar nicht, aber dazu noch einem Kind eine Ohrfeige zu geben welches eine Mittelohrentzündung hat geht mal gar nicht! Ihr könnt froh sein, dass nichts weiter passiert ist und das deinem Sohn sein Trommelfell nicht geplatzt ist! Wie kannst Du als Mutter so etwas hinnehmen?

<<Seitdem muss ich immer "aufpassen"... bzw. einfach wachsam sein.<<

Das "zu Hause" sollte ein Ruhepool sein in dem man sich wohl, sicher und geborgen fühlt, aber nicht aufpassen muß das etwas passiert!

<<Die meisten Streiterein drehen sich also nur um die "Erziehung"..<<

Wohl nicht um die Erziehung sondern wenn ihr nicht pariert und funktioniert wie er es will!

<<Geschlagen hat er unseren Sohn nicht wieder, dennoch ist er oft grob. Am Arm zerren, fest zupacken, hingeschubst hat er ihn auch schon mal. Sprüche wie "maaan, du nervst" sind auch nicht selten, und wenn ich ihn bitte, das nicht ZU dem Kind zu sagen, ernte ich nur ein "aber wenn es doch so ist?". <<

Bist Du jetzt stolz drauf, dass er euren Sohn nicht mehr geschlagen hat? Die anderen von dir aufgezählten Sachen sind genauso schlimm! Denk mal an dein Kind! Wenn dein Mann es so empfindet dass euer Sohn in nervt, soll er doch gehen!

<<Sohn: "Der xxx aus dem Kindergarten hat mich heute gehauen"
Vater:" Stimmt das oder ist das nur eine Geschichte?" (Neuerdings flunkert mein Großer etwas herum, daher zunächst berechtigte Frage...) <<

Euer Verhältnis ist schon völlig gestört und Du empfindest es als normal! Wenn meine Tochter mit etwas erzählt, vertraue ich ihr und komme nicht gleich mit der Frage ob das stimmt #schock

<<Vater: brüllt das er SOFORT herkommen soll
Sohn: eingeschüchtert, ängstlich.... unsicher
Vater: brüllend schnappt er sich den Arm des Kleinen und ruppt ihn zu sich auf dem Schoß "und jetzt sag mir...." <<

#schock Merkst Du nicht was hier abgeht?! Dein brüllt dein Kind an und dein Kind ist schon total eingeschüchtert, ängstlich und unsicher! Und das passiert alles in den eigenen vier Wänden (wo es sich eigentlich sicher und geborgen fühlen sollte) und von der Person, die es eigentlich schützen sollte!!!

<<Meinen Einwand, das das nun wieder mal nicht hätte sein müssen, wird niedergeschmettert mit "ach ja, wenn ich aber sage das er herzukommen hat, dann hat er das zu tun"..<<

Es geht hier um ein Kind und nicht um einen Roboter!

<<ob es uns ohne ihn nicht besser ginge? <<

Auf alle Fälle, zumindest deinem Sohn!

<<Mein Mann hat glaube ich eine ganz fürchterliche Erziehung genossen - mit seiner Mama haben wir (aus genau dem gleichen Verhalten, das ich bei ihm kritisiere) nicht mehr, sein Vater lebt nicht mehr. <<

Dein Sohn genießt genauso eine fürchterliche Erziehung und es würde mich auch nicht wundern, wenn er später mal den Kontakt zu euch abbricht. Zu seinem Vater weil er ihn so schlecht behandelt hat und zu dir, weil Du nicht zu ihm gehalten hast und ihn beschützt hast!

<<Ich habe keine Lust, ein 3tes Kind zu erziehen...und weiß einfach nicht weiter. <<

Hier geht es doch nicht darum ein drittes Kind zu erziehen sondern darum, dein Kind vor so jemanden zu schützen bevor dein Kind einen körperlichen und/oder psychischen Schaden nimmt!

Bitte unternimm etwas! Wenn dein Mann sich nicht sofort ändert und sich Hilfe sucht, trenn dich!!!

LG janamausi

Beitrag von lisasimpson 18.05.10 - 09:24 Uhr

vielen dank- sehe ich genauso!

lisasimpson

Beitrag von ohne verständnis 18.05.10 - 08:52 Uhr

hallo,
ich habe den text nicht zu ende gelesen!!!
würde mein mann eines unserer kinder schlagen,würde er von mir die koffer und sich vor der türe wieder finden!!!
meine kinder stehen vor allem,und haben es verdient ohne angst und schläge auf zu wachsen.er will respekt von einem kind,und was ist mit deinem kind?was ist dir wichtiger?
auch das er nicht schlägt reicht nicht,er fasst ihn grob an,er gibt dumme spüche ab.dein sohn stottert?hmm vielleicht aus angst vor dem handeln deines mannes?
lg
ohne verständnis

Beitrag von miezekatze1 18.05.10 - 10:27 Uhr

<<gab er unserem Sohn (er war da 1,5 Jahre) 2 schallende Ohrfeigen, weil dieser aufgrund einer Mittelohrentzündung durchgehend heulte... - angeblich weil "er nicht mehr weiterwusste"<<

Anschliessend hätte er die von mir bekommen, meine Kinder genommen und gegangen.
Es entsetzt mich, ich will Dir nicht zu nahe treten, wie dumm viele Frauen doch sind. Allein die Überschrift. Die Beziehung ist schon lange beendet!
Sorry, aber Schmerzen sind fies, und Ohrenschmerzen, insbesondere eine Mittelohrentzündung, sorry, aber wenn ich sowas lese, das ein Kind wegen Schmerzen Ohrfeigen bekommt, da steigen mir die Tränen in die Augen.
Dein ganzer bericht, sorry, aber bist du dermaßen auf den Kerl angewiesen?
Bist Du dir selbst nichts wert?
Sieh zu, das du in Zukunft deine Kinder schützt, eventuell mußt Du zum Amt, aber gegen diesen Typen ist das doch echt das kleinste Übel.

Beitrag von frauke131 18.05.10 - 10:42 Uhr

Schön, wie sich hier in der Anonymität des I-Nets alle aufspielen und meinen, sie würden den Mann achtkantig rauswerfen. Steckt man nicht in der Situation, hat man leicht reden....

Das es so nicht weitergeht, weißt Du selbst. Ich finde den Beitrag von badguy sehr gut. Dein Mann ist Opfer seiner Erziehung- schließlich war auch er mal der kleine Junge, dem es zu Hause nicht gut ging! Liebe muss man auch lernen und am besten fängt man bei sich selbst an. Wenn man sich selbst nicht liebt, kann man auch anderen keine Liebe geben. Vielleicht wurde ihm vermittelt, dass Jungen per se schlecht sind und Männer keine Gefühle zeigen dürfen?

Geht zu einer Beratungsstelle, lasst Euch helfen. Dein Mann kann seine verkorkste Kindheit aufarbeiten und ihr könnt daran arbeiten, dass aus euren Kindern zufriedene, liebevolle Menschen werden!

Beitrag von janamausi 18.05.10 - 10:48 Uhr

Hallo!

Du hast Recht, der Mann ist selbst ein Opfer, aber anscheinend hast Du überlesen, dass der Mann sich nicht helfen lassen will! Und dann kann man nichts machen, außer die Kinder schützen sonst geht der Kreislauf weiter!

LG janamausi

Beitrag von frauke131 18.05.10 - 11:16 Uhr

Aber schützt man die Kinder, in dem man ihnen den Vater ganz weg nimmt. Viele Kinder leiden darunter, ohne Vater aufzuwachsen! Ich denke auch, sie müssen den Kreislauf durchbrechen, aber mit dem Vater!

Beitrag von janamausi 18.05.10 - 11:46 Uhr

Wenn sie sich trennen heißt es ja nicht, dass die Kinder ohne Vater aufwachsen müssen.

Und man schützt ja sein Kind vor demjenigen, der es schlecht behandelt, vor demjenigen vor dem das Kind Angst hat und hier ist es nunmal der Vater!

Sicherlich ist es für die Kinder die Beste Lösung, wenn der Vater sich ändert, aber wenn er es nicht will, müssen die Kinder vor ihm geschützt werden!

LG janamausi

Beitrag von badguy 18.05.10 - 11:42 Uhr

Sorry, das sehe ich anders. Mich hat die Radikalität deiner Antwort gewundert. Der Mann weiß, dass etwas falsch läuft. "Genießt" du als Kind richtig körperliche Gewalt und findet diese in einer wechselnden Rolle Täter-geschehen lassender statt, dann sieht das völlig anders aus, als wenn ein Elternteil sich dazwischen wirft.

Einem Kind ist so leicht verständlich gemacht, dass es selbst ja schuld ist, dass es Schläge bekommt, eil die weil es sich ja böse benommen hat und die armen Eltern dazu gezwungen hat, aktiv zuschlagend zu werden.

Es entsteht ein Konflikt und den löst das Elternteil so, dass es zuschlägt. Das hier gar kein Lösungsansatz entsteht, sondern gewaltsam eine Meinung unterdrückt wird, wird doch in diesem Moment vom Gewalt ausübenden gar nicht verstanden. Dies zu hinterfragen ist doch der eigentliche Ansatz. Hinzugehen und zu reflektieren "Wie war das in deiner eigenen Kindheit, wie hast du dich selbst gefühlt, wenn du geprügelt worden bist?", dass ist doch der eigentliche Ansatz. Konflikte muss man lösen lernen, als Kind und wenn nicht als Kind, dann später (Deswegen bin ich der Meinung, dass sie kein drittes Kind erziehen muss!).

Das Fatale ist doch das Weitergeben von selber erlebtem. Was macht ein Kind? Ein Kind schaut, ob das Verhalten der Eltern mit ihren Aussagen überein stimmt. Ich kann meinem Kind 1000x sagen, dass es im Sandkasten keinen hauen soll. Wenn ich daheim zuschlage, wird das Kind sich mein Verhalten abschauen, es kopieren und vermutlich auch später weitergeben.

Das die Posterin ihrem Partner verboten hat, die Kinder zu schlagen, ist die eine Seite der Münze, sie beraubt ihn damit seines einzigen Potenzials. Der Mann ist völlig hilflos und kehrt zu dem zurück, was er kennt. Der Vergleich hinkt zwar aber die größte Gefahr eines Alkoholikers ist die schöne vertraute Situation, in der es ihm gut geht und er sich bis dato belohnt hat.

Versteh mich bitte nicht falsch, Gewalt ist nicht tolerierbar, geht gar nicht aber dieser Mann ist nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Brutal gesagt ist das nicht der Pascha von vor 60 Jahren, der das größte Stück Fleisch will, im Prinzip ist das ne ganz arme Sau, der nicht mal ansatzweise schnallt, was passiert.

Und ich finde es bemerkenswert wie viele Poster hier auf diesen Gewaltausbruch mit Gegengewalt reagiert hätten.

Beitrag von frauke131 18.05.10 - 11:47 Uhr

Ich glaube, Du bist der einzige, der weiter schaut, als der eigene Schatten reicht!

Beitrag von janamausi 18.05.10 - 12:00 Uhr

Hallo!

Das "genießen" bezog sich auf die Antwort de Posterin - ich habe nur ihre verwendeten Wörter aufgegriffen.

Bei der Posterin läuft es 3 Jahre so und es scheint nicht besser zu werden und da denke ich schon, dass man mal Radikal etwas ändern sollte, den bisher scheint ja das Reden nicht genützt zu haben. Dann hat das auch nichts mit Gegengewalt zu tun sondern mit Handeln um das Kind zu schützen. Das Kind lebt seit 3 Jahren in Angst! Das ist ein Gefühl, das wird es wahrscheinlich nie wieder los.

Für ein Kind ist es schon alleine schlimm Ohrenschmerzen zu haben, aber dann noch von dem Vater, von dem es eigentlich Mitgefühlt und Geborgenheit erwartet, geschlagen zu werden ist mindestens genauso schlimm wie die Ohrenschmerzen. Wobei es wohl nicht der Schmerz ist den die Ohrfeige auslöst, sondern vielmehr das Gefühl das derjenige von dem man etwas anderes erwartet einen so behandelt. Wenn ein Kind so etwas erst mal erfahren muss, hat es bei jedem "hart zu packen" Angst.

Sicherlich ist der Vater Opfer, aber auch aus Opfern - oder gerade deswegen weil sie Opfer sind - können Täter werden und genau das ist hier passiert.

Das die Posterin dem Vater das Schlagen verboten hat, ist doch das einzig richtige! Oder hätte sie sagen sollen, weil es sein einziges Potential ist, kann er weiter schlagen? Wenn er damit nicht zurecht kommt, muß er sich Hilfe holen.

Bei einem Alkoholiker ist es das gleiche! Er muß es selbst einsehen und selbst so weit sein, dass er sich therapieren lassen will. Bis dahin kann man sich nur schützen oder alles wortlos hinnehmen und daran kaputt gehen. Erst wenn er so weit ist und alles einsieht, kann man gemeinsam daran arbeiten, aber nicht eher.

Und es ist ja nicht so, dass das Problem erst seit ein paar Tagen besteht, es sind 3 Jahre und ich finde, die Posterin nimmt schon einiges als "normal" hin und ist abgestumpft. Würde jemand meine Tochter anbrüllen, grob am Arm packen, hinschubsen etc. würde derjenige es nur 1 x machen. Je nach Situation würde ich ihm evtl. noch eine Chance geben, aber spätestens beim zweiten mal würde er gehen können. Wenn er dann seinen Fehler einsieht, kann er um uns kämpfen und muß sich erstmal beweisen.

Hier ist es genau das Gegenteil: Der Vater sieht seine Fehler nicht ein, kämpft nicht sondern versucht weiterhin mit Druck und Gewalt seine Familie hörig zu machen.

LG janamausi

Beitrag von badguy 18.05.10 - 13:22 Uhr

Hi,

vorab, das "genießen" hab ich bei dir so aktiv gar nicht gesehen, das war Zufall.

Das die Posterin dem Vater das Schlagen verboten hat, ist doch das einzig richtige! Oder hätte sie sagen sollen, weil es sein einziges Potential ist, kann er weiter schlagen? Wenn er damit nicht zurecht kommt, muß er sich Hilfe holen.

Ja und nein, ja deswegen, weil es so absolut falsch ist. Aber das reine Verbot bewirkt doch nichts, außer einer Abschreckung. Ich spreche immer vom "Erlernen sozialer Handlungsalternativen". Die sind viel wichtiger als das Verbot. Die Sicherheit, in einer Konfliktsituation das Richtige zu tun und wenn ich nicht weiß, was das Richtige ist, die Eskalation zu vermeiden.

Mit dem Alkoholiker hast du m. E. absolut recht. Erst wenn die Bereitschaft da ist, sich helfen zu lassen, kannst du entgiften und anschließend Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Sei mir bitte nicht böse aber du kannst doch die Situation "Was wäre wenn bei mir so etwas passieren würde", gar nicht mit der hier vergleichen. Und glaub mir, wenn es so wäre, würden dir ganz andere Dinge durch den Kopf gehen, als du hier glaubst.

Und ich wiederhole es. Der Partner hier sieht, dass etwas schief läuft. M. E. braucht er psychotherapeutische Unterstützung. Auch mit einer Trennung auf Zeit könntest du richtig liegen aber diesem Menschen die Tür vor der Nase zuzuwerfen ist falsch.

Wenn Gewalt dein tagtäglicher Wegbegleiter ist, dann ist das Leben wie ein balancieren auf dem Vulkanrand.

Hier versucht keiner jemanden hörig zu machen. Hörig machen hieße, dass alle sein Verhalten zu akzeptieren haben, kritiklos, das passiert m. E. nicht. Er wendet das an, was er kennt und scheitert damit.

Lass mich mal was spekulieren. Der Vater begeht Selbstmord als der Sohn 5 Jahre alt ist. Der Sohn ersetzt den Vater und bekommt von seiner Mutter das ab, was vorher der Vater abbekommen hat und nicht nur das, sondern das Unverständnis und die Ablehnung der Mutter für den Selbstmord des Vaters. Der Vater, die wichtigste Bezugsperson des Sohnes nicht da. Der hat gar keine Ahnung, wie er sich gegen die Mutter behaupten soll und der hat erst Recht keine Ahnung davon, wie ein richtig positionierter Vater Konflikte löst

Beitrag von janamausi 18.05.10 - 16:41 Uhr

Hallo!

Es ist doch nicht absolut falsch dem Vater, der das Kind schlägt es zu verbieten! Wenn ein Vater von zwei Kindern schlägt und dann nicht akzeptiert, dass es nicht ok ist, dann hat er in seinem Leben etwas verpasst, nämlich sich rechtzeitig Hilfe zu holen damit er sich unter Kontrolle hat und so etwas nicht passiert.

<<Die Sicherheit, in einer Konfliktsituation das Richtige zu tun und wenn ich nicht weiß, was das Richtige ist, die Eskalation zu vermeiden. <<

Das Richtige ist doch, dass man dazwischen geht und dem Vater verbietet das Kind noch einmal zu schlagen bzw. die Polizei zu rufen etc. Ich kann doch nicht zuschauen wie jemand ein Kind schlägt! Ein 4/5jähriges Kind kann sich nicht gegen einen erwachsenen Mann wehren.

<<Mit dem Alkoholiker hast du m. E. absolut recht. Erst wenn die Bereitschaft da ist, sich helfen zu lassen, kannst du entgiften und anschließend Hilfe zur Selbsthilfe geben. <<

Genauso ist es aber doch auch mit dem Mann der TE. Ihm kann nur geholfen werden, wenn er es will!

<<Sei mir bitte nicht böse aber du kannst doch die Situation "Was wäre wenn bei mir so etwas passieren würde", gar nicht mit der hier vergleichen. Und glaub mir, wenn es so wäre, würden dir ganz andere Dinge durch den Kopf gehen, als du hier glaubst. <<

Ich denke schon das ich das kann. Ich bin allein Erziehend und habe auch eine "Geschichte" hinter mir. Und wenn ich hier so etwas lese, dass Kinder geschlagen werden, keine Rücksicht, Respekt etc. auf das Kind genommen wird, kann ich nur sagen, dass es meinem Kind - trotz das sie nicht mit ihrem Vater unter einem Dach wohnt - wesentlich besser geht. Mittlerweile habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu dem Vater meiner Tochter und er ist auch ein toller Vater geworden, aber er sagt selbst, wenn ich damals nicht den Schlußstrich gezogen hätte, wäre es ganz anders gekommen. Meine Tochter sieht zwar ihren Vater nicht täglich, aber regelmäßig und sie hat ein inniges Verhältnis zu ihm und weiß, dass er jederzeit hinter ihr steht. Das alles hat das Kind der TE nicht, sondern genau das Gegenteil.

Wo sieht denn der Partner das etwas schief läuft? Ich lese genau das Gegenteil:

<<Meinen Einwand, das das nun wieder mal nicht hätte sein müssen, wird niedergeschmettert mit "ach ja, wenn ich aber sage das er herzukommen hat, dann hat er das zu tun".. <<
<<Er wirft mir dann vor, das ich eben nicht erziehe...<<
<<Seine Kinder respektiert er aber nicht, mich auch nicht. Auch sonst niemanden, da er der Beste ist und alle anderen keine Ahnung haben. <<
<<Sanfte Hinweise ("ach kuck mal, ein Hilfeabend bzw. im Umgang mit trotzenden Kindern") wird abgeschmettert mit "ich brauche niemanden, der mir sagt, wie ich mit meinen Kindern umzugehen habe..."<<
<<Sprüche wie "maaan, du nervst" sind auch nicht selten, und wenn ich ihn bitte, das nicht ZU dem Kind zu sagen, ernte ich nur ein "aber wenn es doch so ist?". <<
<<Er ist Einzelkind, egoistisch und würde nicht mal mit mir das letzte teilen. Ganz zu schweigen mit seinen Kindern. Er ist froh, wenn sie 18 sind und ausgezogen ...<<
<<Wenn ich dazu etwas sage, werde ich von meinem Mann als "lächerlich" hingestellt und nicht ernst genommen. Ich würde den Großen eben verhätscheln, das mache er nicht. Ich würde nur reden und inkonsequent sein, so etwas gibt es bei ihm nicht. <<

<<Hier versucht keiner jemanden hörig zu machen. Hörig machen hieße, dass alle sein Verhalten zu akzeptieren haben, kritiklos, <<

Genau das macht der KV:
Vater: brüllt das er SOFORT herkommen soll
Sohn: eingeschüchtert, ängstlich.... unsicher
Vater: brüllend schnappt er sich den Arm des Kleinen und ruppt ihn zu sich auf dem Schoß "und jetzt sag mir...."

Meinen Einwand, das das nun wieder mal nicht hätte sein müssen, wird niedergeschmettert mit "ach ja, wenn ich aber sage das er herzukommen hat, dann hat er das zu tun"..

Als Hörigkeit bezeichnet man die zeitweilige oder andauernde Unterwerfung des eigenen Willens unter den Willen einer zweiten Person. Die Unterwerfung kann erzwungen oder mehr oder weniger freiwillig erfolgen.

Ich stimme deiner Spekulation voll zu, aber - wie schon geschrieben - wird sich ein Vater auch nicht ändern, wenn er die Fehler nicht einsieht.

Ich sehe es genauso wie Du: Der KV ist Opfer (aber gleichzeitig auch Täter und das sollte man nicht vergessen) und sie sollen es gemeinsam versuchen. Sie sollen sich an einen Tisch setzen, reden und der KV soll sich Hilfe holen.

Allerdings glaube ich nicht, nachdem was die TE schreibt, dass der KV sein Fehlverhalten einsieht und sich Hilfe holt. Dann bleibt nur eine Trennung.

LG janamausi

Beitrag von badguy 18.05.10 - 17:27 Uhr

Hi,

so möchte ich es auch nicht verstanden wissen, dass es falsch ist, körperliche Gewalt nicht zu verbieten. Wie schon oft gesagt, das geht gar nicht, ist eine Straftat.
Das Verbot aber an sich hört sich einem Erwachsenen gegenüber verquer an und nützt m. E. nichts. Das geht nur über das Verstehen, erst wenn ich verstehe, dass mein Verhalten falsch ist, ändere ich mich, wenn ich es denn möchte.

Du hast absolut recht, wenn du sagst, dass sich ein 4/5 jähriges Kind gegen einen Erwachsenen nicht wehren kann. Es Bedarf Schutz, keine Frage. Richtig ist in meinen Augen dazwischen zu gehen, nein noch früher, bevor ich mich für Kinder entscheide, erkläre ich mich meinem Partner, wie ich mir eine Erziehung vorstelle, wie ich mich positioniere, wie meine Einstellung zu grundlegenden Dingen wie Gewalt ist. Das ist für mich die Grundlage. Fehlt mir die und kommt es zu einer Eskalation, dann gehe ich dazwischen, möglichst vor körperlicher Gewalt. Hier ist leider zu Gewalt gekommen. Dann deeskaliere ich die Situation, trenne die Streithähne, würde von meinem Partner verlangen, sich beim Kind zu entschuldigen und abends hole ich in ruhiger Atmosphäre das nach, arbeite den Vorfall auf. Du wirst in einer solchen Situation 1000ende von Bullshitbegründungen hören. Erklären, wie Dinge wirken, welchen Eindruck sie im Kind erwecken, welche Demütigung das darstellt. Was meinst du wie viele Hirnis tatsächlich glauben, dass das eine persönliche Attacke des Kindes gegen den Erwachsenen war. ABER auch an dieser Stelle gilt für mich die Frage nach dem Warum. Warum glaubt ein erwachsener Mensch an die Bösartigkeit eines Kindes? Ich kenne einen Fall, in dem ein Kind in jugendpsychatrische Behandlung gegangen ist und die Mutter im Anschluss an die Behandlung dem Kind erklärt hat, dass die Empfehlung der Psychiaterin gewesen ist, mehr zu schlagen. Du hältst ein Kind so klein und stetig in der Täterrolle und die Gewalt als Folge des Fehlverhaltens des Kindes wird immer mehr als legitimes Mittel akzeptiert. Kein Kind würde seiner Mutter in diesem Moment sagen "Du lügst doch! Würde sie so etwas machen, würde sie ihre Zulassung verlieren!"

Wie sieht das mit dir aus, wenn du vor eine Aufgabe in einem Bereich gestellt wirst, indem du dir sehr unsicher bist?

Der Partner hier wurde als Kind immer unterdrückt, hat den ganzen Käse hinter sich, der weiß nicht mal was Erziehung ist. Egoismus ist doch nicht der Zug eines Einzelkindes. Ein Mensch der keinen Mangel leidet sieht im Teilen normalerweise kein Problem. Mensch Jana, das sind Dinge, die werden dir eingeimpft, alles Fremde = alles Böse. Auch Gewalt braucht einen Boden, auf dem sie gedeihen kann und das ist meist die Abschottung. Schotte dich und dein Kind gegen Dritte ab, verdamme sie und du hast Ruhe für deine Menschenverachtung. Der Mann würde sich niemals vor die Supernanny setzen und anschließend sagen "Keine Gewalt mehr!" wenn er so von sich überzeugt wäre.

Ich persönlich bin ein Fan von Alexander Mitscherlich. Wenn ich es heute Abend schaffe, dann schreib ich noch ein paar Zeilen von ihm hier rein.

Beitrag von badguy 18.05.10 - 19:44 Uhr

So, hier einige Zeilen. Thema Bildung aber nicht wissenschaftlich gesehen, sondern als die koordinierte Suche nach der Wahrheit.

Die Suche nach der Wahrheit endet dort wo "die Intensität des Erkenntniswunsches und die Intensität des Suchverbotes, etwa in geheiligten Tabus, miteinander im Kampf liegen. Wo das vom Kollektiv verhängte Verbot, zu suchen und zu fragen, stärker ist, wird Angst im Fragenden erweckt. An dieser Stelle endet Bildung und beginnt "sozialer Gehorsam" als Richtschnur des Verhaltens.

...

Betrachtet man diese Einschüchterung des einzelnen bei seinen Versuchen, den Dingen, vor allem den sakrosanten (geheiligten) Selbstverständlichkeiten in der eigenen Familie, im eigenen Stand, in der Politik usw auf die Spur zu kommen, so kann man nicht einem Eindruck verschließen: Es gibt offenbar sehr viel mehr Menschen, die durch früh übernommene Vorurteile in ihren Neigungen zerstört und in ihrer natürlichen Neugier, in ihrem Suchen nicht angesprochen oder gar niedergeschrien wurden, als von der Anlage her unbegabte und unbewegliche."

Sagt das nicht alls?

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