Wie dem Kind die Angst nehmen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von ari78 18.05.10 - 11:03 Uhr

Hallo #winke

ich bin eher eine stille Mitleserin, aber heute möchte ich auch mal um Rat fragen und freue mich über Kritik, Anregungen usw.

Mein Sohn (2,5J.) ist eher zurückhaltend und sensibel. Wie kann ich ihm die Scheu vor neuen Dingen nehmen?

z.B.: Waren wir mal auf einer Geburtstagsfeier eingeladen, die in einem Indoor-Spielplatz statt fand. Alle Kinder sind davon natürlich begeistert, nur mein Sohn klammert sich wie ein Äffchen an mich fest und sagt nur "nein, Angst" und will partout nicht rein gehen. Wollte ihm dann alles zeigen (ihn auf dem Arm), aber er hat immer nur "nein, Angst" gesagt (er hat leider noch keinen großen Wortschatz um sich besser auszudrücken) und war kurz vor'm weinen.

z.B.: Letztes Wochenende auf der Kirmes, Kinderkarussel fahren? Fehlanzeige .. das selbe Spiel .. auf die Frage, ob er gerne fahren möchte, kommt nur "nein, fertig" was soviel heißt wie, ich möchte weiter gehen. Hatte ihn auf den Arm .. zugeschaut hat er, aber sobald ich ihn wieder gefragt habe, ob er fahren möchte, kam wieder ein "nein, fertig"

z. B.: Schwimmbad: Er ist ein ganz großer Badewannenkapitän, aber auf im Schwimmbad traut er sich nicht ins Wasser

usw. #bla

Bisher bin ich immer der Meinung gewesen, dass er einfach nur seine Zeit braucht und irgendwann von sich aus mal was neues ausprobieren will. Ich möchte ihn zu nichts zwingen, biete ihm alles an auszuprobieren, aber wenn er nicht will, dann belasse ich es dabei. Behüte und verhätschle ich den Kleinen zu sehr?

Sollte ich mit ihm z. B. im Schwimmbad einfach ins Wasser gehen und ihn weinen lassen, bis er sich beruhigt und merkt, dass es gar nicht so schlimm ist? Andererseits möchte ich ja auch nicht sein Vertrauen in mich kaputt machen, wenn ich ihn zu Dingen "zwinge", die er nicht will.

Geht es jemandem auch so?

Entschuldigt bitte, den langen Text und danke schonmall für die Antworten!

Beitrag von barbarelle 18.05.10 - 11:27 Uhr

Hallo Ari,

dein Kind ist erst 2,5 Jahre alt. Ein Kind wird im dem Alter vor lauter Eindrücken im Indoo-Spielplatz erschlagen. Versetz dich mal in seine Lage. Überall Stimmen, Farben, Trubel etc.

Kirmes ist nicht anders. Mein Kind war ein änliches Sensibelchen. Gedrängt habe ich sie nie zu etwas. Als sie bereit war, war es auch ok.

Erst mit 4 Jahren konnte sie den Indoor-Spielplätzen was abgewinnen und der Kirmes auch. Freibad war ich mit ihr kaum im tiefen Wasser. Das Babyplanschbecken hat ihr vollkommen genügt.

Mein Kind ist nun 8 und genau richtig wie sie ist ;-) . Zwar wurde ich belächelt weil ich dem Kind sein Tempo lies aber ich würde es jederzeit wieder so handhaben.

Sei bei ihm, ermutige ihn und vor allem lobe ihn wenn er sich zu etwas überwindet aber dräng ihn zu gar nichts. Das macht ihn nur nervös.

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von ari78 18.05.10 - 11:34 Uhr

Hallo Barbarelle,

Vielen Dank für deine Antwort #danke

Der Ansicht war ich auch, dass der Indoor-Spielplatz z. B. für ihn viel zu laut ist, weil er Lärm einfach nicht gewohnt ist. Bei uns zuhause geht es - trotz Hund - sehr ruhig zu.

Was das Schwimmbad betrifft .. er traut sich leider auch nicht ins Babybecken :-(

Alle meine Nichten, Großcousinen etc. (sind alles nur Mädchen in der Familie, mein Sohn ist der 1. Junge seit 23 Jahren) waren viel offener als er und wenn man dann z. B. auf die Kirmes geht und Kinder sieht, die viel jünger sind und trotzdem sich mehr trauen, dann hat man natürlich Angst, etwas falsch gemacht zu haben.

Auch beim Kinderturnen ist er eher zurückhaltend, beobachtet lieber, anstatt aktiv mitzumachen. Ich hoffe, das legt sich mit der Zeit :-)

Beitrag von lisasimpson 18.05.10 - 11:47 Uhr

"und Kinder sieht, die viel jünger sind und trotzdem sich mehr trauen, "

das ist kein argument- angst kommt auch erst nach und nach.
mein großer sohn hat sich mit 1,5 jahren erheblich viel merh getraut als jetzt mit 3 jahren.

lisasimpson

Beitrag von barbarelle 18.05.10 - 12:15 Uhr

Hach wie ich das kenne. Unweigerlich habe ich auch angefangen zu vergleichen und mich hinterfragt. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte hätte ich eins vermieden, was ich damals in meiner "Not" getan habe.

Gerade die Mütter die mich stark kritisierten, hatten draufgängerische Kinder und ich dachte, wenn sie mit diesen Kindern zusammenkommt, wird das auf sie abfärben. Zum Teil ging das auch aber ich sah, dass es eben nicht das Naturell meines Kindes ist. Vor allem aber: Es war auch nicht mein Naturell. Ich wollte und will Gefühle respektieren. Aber vermutlich war ich von der "Mutterkrankheit" infiziert, die meist mit mangelder Selbstsicherheit und schlechtem Gewissen einhergeht.

Ein Engel ist sie garantiert nicht und macht Quatsch und Blödsinn wie jedes normale, gesunde Kind ihres Alters auch. Sie ist nunmal zurückhaltender und ängstlicher als manch ihre Altersgenossen. Beim Kinderturnen hat sie auch lieber zugeschaut und erst wenn alle gingen und es ans Aufräumen ging - wurde mein Kind aktiv.

Sie mochte einfach den Trubel nicht. Letztes Jahr im Holiday-Park war sie allerdings von der Achterbahn und Wildwasserbahn kaum wegzubekommen. Uns war schon grün im Gesicht und das Kind bekam nicht genug. #rofl

Nichts desto trotz ist sie nach wie vor eher die stille Beobachterin. Das ist für mich völlig in Ordnung.

Liebe Grüße
Barbarelle

Beitrag von summersunny280 18.05.10 - 11:41 Uhr

Ich finde man sollte einfach kein großes ding draus machen.
Um so mehr man dran rum macht wird es nur schlimmer.
Und wenn du ihn schon sensibel darstellst kann er auch nur so sein.
Er wird ja immer so behandelt.....bestätigt das es so gut ist.
Ich meine Kinder sind in dem alter am erforschen ,haben spass dran neues zu erlernen.
Evtl. lebst du ihm die angst vor? Ich weiß es nicht.

Zeig ihm doch mal wieviel spass mand ran haben kann.
Unser sohn ist sowas von wasserscheu ....im schwimmbad ist das anfangs auch ein drama. Ich hüpf dann rein ,tauche zeig ihm das es nicht schlimm ist .Und auf einmal ist es vergessen.Er ist zwar auch lieber im babybecken aber das hat damit zu tun das er drin stehen kann. ;-) drin rumkrabbelt ,sich suhlt im wasser.Da hat er spass dran.

Wie soll er selbstsicherheit lernen wenn er jedesmal schutz findet im schneckenhaus. Er hat kein erlebnis wo er sehen könnte das die angst unbegründet ist .
ICH würde daran "arbeiten"....angst ist nichts schönes und vergeht auch nicht mit der zeit.

Beitrag von lisasimpson 18.05.10 - 11:49 Uhr

"Wie soll er selbstsicherheit lernen wenn er jedesmal schutz findet im schneckenhaus"

was ist den nds für eine logik?

"angst ist nichts schönes und vergeht auch nicht mit der zeit."

wer sagt denn das?
angst ist etwas sehr nützliches- die menschheit wäre ohne sie ausgestorben!
warum sollten bestimmte ängste im laufe der entwicklung nicht auftreten (und wieder vergehen- wenn sie bewätligt wurden?)??

lisasimpson

Beitrag von summersunny280 18.05.10 - 12:13 Uhr

Angst hab ich wenn ich über ne stark befahren Autobahn rennen würde aber nicht vor einer Hüpfburg ,Wasser etc.

Solche Angst ist auch nicht schön ich glaub kaum das er sich wohlfühlt.
Schwer vorstellbar das er lieber auf einer Bank sitzt und Angst hat als mit anderen Kindern zu spielen.
Das t verflieht auch nicht wenn er weiterhin "beschützt" wird.

Hat er angst vor fremden Männer ,vor Feuer ,Messern, ein fahrendes Auto oder aus dem Fenster springen ist das natürliche angst ..........
aber es doch nicht normal das er angst vor einem Planschbecken hat .

Ganz kalr vergeht nicht jede Angst mit dem bewältigen dieser.
Ich kann mir noch 10000000 Spinnen anschauen und mich nähern meine Angst wird bleiben .....genauso derjenige der Flugangst hat .....dieser kann noch soviel fliegen evtl. auch ne Therapie machen der erfolg ist fraglich .
Aber davon ist hier nicht die rede.

Entwicklung du sagst es ....dazu muss man sich aber auch entwickeln können!
Das er nun morgen ins Planschbecken stürmt glaub ich kaum aber es ist lernbar das er davor in naher Zukunft keine Angst mehr haben brauch .
-Entwicklung-

Beitrag von lisasimpson 18.05.10 - 13:06 Uhr

und nochmal meine fragen:

mit welcher logik erschließt es sich mir, daß jemand, der einen sicheren Hafen hat, an den er sich zurückziehen kann, wenn ER (nicht du!!) Angst hat ?

wer sagt daß Ängste keine wichtige Funktion in unserer Entwicklung haben und daß es keine menschen gibt, die lieber zusehen, als etwas potentiell gefährliches zu machen?

Ja, Ängste können unterschiedlichen Ursprung haben- sie stellen aber immer eine Reaktion auf eine als gefährlich wahrgenommene Situation dar.
das ein kleinkindergehirn dieses warnsignal abgibt in einem völlig reizüberfluteten raum- ist für mich sehr sinnig.
daß es Warnhinweise abgibt bei wasser: absolut ÜBERLEBENSWICHTIG!
beim Karussell (also einen gegenstand, der es gar nicht einschätzen kann, das sich bewegt, -akustische und visuelle reize im übermaß sendet)- auch hier sollte jede vernünftige limbische system doch warnend den finger erheben!

erst wenn das Kind nach und nach lernt, diese Ängste zu bewältigen wird es eine realistische Einschätzung der Gefahren und des "spaßpotentials" haben können.
ob es dann spaß am karusellfahren hat (oder eher am zuscahuen) ist dabei doch völlig egal- ich persönlich bin kein ängstlicher mensch und dennoch sitz ich lieber unten und schau zu, wie man mann achterbahn fährt- mir gibt das ganz und gar nichts- warum maßt du die an, darüber zu urteilen?

Entwicklung ist nicht aufzuhalten.- keine sorge.
nur in welche Richtung sich ängste entwickeln, das ist die frage.
denkst du ein kind, daß gezwungen wird etwas zu machen, wovor es angst hat, hätte ne gute Angstbewältigungsstrategie gelernt?

wenn du also davon ausgehst, daß bei angst vorm fliegen und bei angst vor spinnen (deine beispiele9 es nicht hilft, sich dem Angstreiz auszusetzen und gleichzeitig ihr den vorwurf machst, daß sie ihrem sohn diese reize nicht aufdrängt- was räts du dann der TE?

lisasimpson





Beitrag von summersunny280 18.05.10 - 14:41 Uhr


Das stimmt nur zur hälfte was du schreibst.

erst wenn das Kind nach und nach lernt, diese Ängste zu bewältigen wird es eine realistische Einschätzung der Gefahren und des "spaßpotentials" haben können.
ob es dann spaß am karusellfahren hat (oder eher am zuscahuen) ist dabei doch völlig egal- ich persönlich bin kein ängstlicher mensch und dennoch sitz ich lieber unten und schau zu, wie man mann achterbahn fährt- mir gibt das ganz und gar nichts- warum maßt du die an, darüber zu urteilen?


Genau das ist doch das problem was ich damit meine .
Wie will er es denn lernen?Er hat gar keinen vergleich geschweige denn kann er irgendwas einschätzen.

Ich maße hier nicht mehr an wie du .........und urteilen wo tu ich das nochmal?


Irgendwie sattelst du von hinten auf.......Woher kann man wissen das man vor etwas angst hat ohne es vorher ausprobiert zu haben?
Zuerst ist unsicherheit da ,scheu und eine gewisse "angst" im sinne von vorsicht...die hat jeder mensch,ganz natürlich.
Aber es liegt auch in der natur die neugierde ,ausprobieren.

---daß es keine menschen gibt, die lieber zusehen, als etwas potentiell gefährliches zu machen?
das ist ein ergebniss einer erfahrung +charakter und geschmackssache



Man kann natürliche angst nicht mit "erfahrener -angst" gleich setzen.
Angeboren ist diese natrürliche angst (eher vorsicht)vor den schon aufgeführten beispielen ...diese angst entwickelt sich aber erst.
Ein kleinkind hat keine angst diese wird erst mal vermittelt. Und da liegt auch schon der hacken


Ein Bsp.
ein krabbelndes kleinkind richtung treppe.....es verspührt keine angst....es würde runterfallen. Mit der zeit wird es lernen das an dieser stelle V o r s i c h t geboten ist durch die reaktion der mutter (hochnehmen und zum beispiel ein Nein!)
Es bildet sich ein gefühl das Vorsicht signalisiert .
Dennoch wird es später nicht in geschrei enden wenn das kind eine Treppe sieht ,.
Es bildet sich also eine natürliche Angst(Vorsicht)


Dann gibt es diese angst die man durch schlechte erfahrung gemacht hat
Wurde ich von einem hund schlimm gebissen entwickelt (kann muss nicht,jeder ist ein individium)sich angst.
Nachzuvollziehen das der jenige auch angst hat .(diese kann man evtl. durch therapie oder gute erfahrung ändern)
Hab ich keine schlechte erfahrung damit gemacht kommt auch keine angst hervor.
AUSSER ich habe vermittelt bekommen vor dem hund angst zu haben .
Seis weil zb.Mama oder Papa schlechte erfahrung gesammelt haben.
Je nachdem was ich dann vermittelt bekomme reagier ich dann auch darauf ......entweder bildet sich "nur " eine Vorischt oder im schlimmsten Fall dann ein Angst vor hunden. Obwohl ich selbst nie schlechte erfahrung gemacht habe.

Nein natrürlich "rate" ich nicht jemanden zu drängen
man kann aber durch übung lernen das die angst unbegründet ist ( ich meine nicht die vorsicht!)
Ob ich lieber zusehen oder aktiv mit mache hat nichts mit Angst zu tun.Das ist charakterlich bedingt.

Verurteilt habe ich niemanden ,ich gebe nur denkanstöße.
Wissen kann ich hier nur das was der /die Te geschrieben hat ,und das ist ja nur ein auszug.

Beitrag von ari78 18.05.10 - 12:00 Uhr

Hallo!

Die Angst lebe ich ihm bestimmt nicht vor, im Gegenteil ... mein Mann und ich versuchen ihn immer zu animieren, gehen ins Wasser, planschen, zeigen ihm, dass das Spass macht, aber er traut sich eben nicht - und zwingen bzw. drängen möchte ich ihn auch nicht. Er soll sein Tempo selbst bestimmen können.

LG

Beitrag von lisasimpson 18.05.10 - 11:45 Uhr

hallo!

wir waren vor eingier zeit das erste (und einzige!) mal in einem indoorspielplatz- mein damals 1,5 jahre alter son fands o.k- ich hätte am liebsten die ganze zeit geschrien" nein"angst!- ich fands einfach nur schrecklich- die kinder waren dort dermaßen aggro drauf (und mich hats keine sekunde gewundert), es war ultra laut, hektisch, bund, heiß- einfach NUR ätzend!

kirmes find ich auch grausam, aber da pass ich mich doch ab und an mal an- meine kinder finden das karusellfahren auch noch nicht pricklen-d wollen meist eine runde fahren dann ist "fertig"...

schwimmbad finden meine beiden klasse- ich auch! aber ich würde niemals jemanden zwigen ins wasser zu gehen, der das nicht mag.
wenn du möchtest, daß dein sohn sich ans wasser gewöhnt, nehm in mit ins freibad. geht an einen kleinkinderbereich der seeeehr niedrig ist- und er darf spielen- NEBEN dem wasser!
viellicht steckt er beim ersten mal nur den fuß rein, vielleicht holt er wasser mit der gießkanne, viellelicht schaut er den halben sommer das wasser nur von weitem an- aber irgendwann wird er es mal probieren und dann merkt er ob es ihm gefällt oder nicht:)

in diesem sinne- hoffe ich auch gutes wetter- und wünsche dir viel geduld und einfühlungsvermögen.
Kein kleinkind 8und auch kein erwachsener) muß diese sachen mögen! und jemand der seine gefühle gut erkennen kann und sich damit gut vor zu vielen eindrücken schützen kann hat ne große gabe!

lisasimpson

Beitrag von ari78 18.05.10 - 12:05 Uhr

Hallo!

Ich schätze, ich muss mir einfach nur ein dickeres Fell zulegen ... wenn man immer in der Familie hört, "mein Kind konnte das und das schon", "Dein Sohn ist zu sensibel" etc., dann denkt man natürlich auch darüber nach. Schließlich will man ja bei der Erziehung nichts falsch machen.

Also übe ich mich weiter in Geduld, darin bin ich inzwischen ein Profi. Mein Schatz wird schon wissen, wann es für ihn Zeit ist, was neues auszuprobieren.

Danke für die netten Beiträge!

Beitrag von marion2 18.05.10 - 11:51 Uhr

Hallo,

mir wäre ganz lieb, wenn meine Kleinen ein bisschen so wie deiner wären...

Es ist ziemlich anstrengend, sie abwechselnd an den Haaren aus tiefem Wasser zu ziehen. Insbesondere deshalb, weil sie S p a ß haben. Ich nicht.

Lass ihn. Das wird schon.

Gruß Marion

Beitrag von baerchen9 18.05.10 - 14:06 Uhr

Hallo,

meine Tochter (jetzt 4 1/2) war in diesem Alter auch sehr, sehr schüchtern und ängstlich. Ich hab sie nie zu was gezwungen. Und weißt du was? Auch heute noch braucht sie Zeit mit neuen Situationen umzugehen. Bleibt immer erstmal an meiner Seite, aber sie ist jetzt soweit, dass sie sich nach einer gewissen Zeit von mir wegbewegt, spielt und Spaß hat.

Sie geht seit September in den Kindergarten und ist dort sehr glücklich.

Du machst das schon richtig. Du kannst ihm so Sachen wie Spielplatz, Karussel usw. anbieten. Am besten in deiner Begleitung. Gib ihm den Schutz den er braucht. Wirst sehen, irgendwann platzt der Knoten. Er wird aber sicherlich immer mehr zu den feinfühligeren Kindern zählen. Ich denke, das ist einfach eine Charaktersache.

LG
Claudia

Beitrag von wort75 18.05.10 - 14:17 Uhr

ich find dein kind vernünftig. er ist 2.5. ja stimmt - mein sohn war auch so - und stimmt: ich habe immer leicht neidisch auf die geguckt, die ins wasser stürmten, die sofort rollschuhe ausprbieren wollten und rumkletterten.

und dann habe ich gelesen, dass ein kind aus dem fenster gefallen ist. wollte dort wohl etwas klettern. und plötzich war ich froh - meiner ist zurückhaltend, schaut und staunt erst. ist halt anders aber vorsichtig. manchmal dachte ich: "wow, seine gleichaltrige cousine fährt schon rad..." und ähnliches. ja und???

weisst du was lustig ist? er ist heute knapp vier - und hat gleichzeitig gelernt rad zu fahren ohne stützrader wie die andern, ist so begabt im kletter wie andere und hat seine freunde.

bei der mini-disco ist er nicth im mittelpunkt (das macht seine schwester) und bei neuen sachen ausprobieren guckt er erst zu und verweigert sich gelegetnlih ganz. aber ich lasse es. manchmal habe ich entteuscht den fotoapparat sinken lassen... wenn es so ein schönes motiv gegeben hätte... schwimmen, mini-disco, kletterhalle, indoor-spielplatz... und er nicht wollte. heute weiss ich, dass er genau richtig ist. er ist ein beobachter, guckt erst und macht dann... er fühlt was er kann. so sass er sofort beim ponyreiten alleine! ohne hilfe auf das pony, die füsschen in die steigbügel, zügel in die händchen und los gings - aber bis er zum ersten mal auf sein laufrad stieg dauerte es 6 monate!

noch ein tipp. kinder machen gerne sachen, die sie bei anderen abgeguckt haben. meiner fuhr laufrad, als alle anderen auch eins hatten. dito mit dem fahrrad...

lass deinem sohn zeit. er ist genau richtig wie er ist.
ein bisschen sorgen macht mir nur, dass sein wortschatz so gering ist. meist sind überlegte, beobachtende kinder von grosser ausdrucksfähigkeit. aber wenn organisch alles okay ist, dann kommt das mit dem nächsten entwicklungs-schub. und mit den ersten kleinen freunden auf dem spielplatz.
lass ihm dort viel freiraum. wenn du zu sehr klammerst und gar keine erwartungen an ihn hast, dann wird er sich weniger schnell entwickeln, als wenn du auch mal weggehst, dich hinsetzt und nur guckst. auch bei konflikten mit anderen kindern. du zeigst ihm so, dass du ihm was zutraust.

Beitrag von ari78 18.05.10 - 16:06 Uhr

Du sprichst mir aus dem Herzen ... :-)

Was die Sprachentwicklung betrifft, auch darüber mache ich mir natürlich Gedanken. Aber wir sind deshalb regelmäßig beim Kinderarzt um seine Fortschritte zu überwachen, haben auch schon einen Hörtest etc. gemacht und es ist alles ok. Er braucht halt seine Zeit .. hat auch 20 Monate gedauert, bis er seine ersten Schritte gemacht hat und scheint generell ein "Spätzünder" zu sein ;-)

Beitrag von claus 19.05.10 - 13:01 Uhr

Hallo,

ich kenne das von meinem Sohn (2,5 Jahre) zwar nicht. Er ist eher der lebhafte Typ, aber meine Freundin hat das mit ihrer Tochter auch.
Sie macht zweimal die Woche eine Spielgruppe und einmal die Woche einen Schwimmkurs, um ihr da ein bißchen die Schüchternheit bzw. die Gewohnheit zu geben. Klappt auch super.
Ihre Tochte traut sich jetzt in der Spielgruppe von Mamas Schoss und beim Schwimmkurs schwimmt/paddelt die Kleine mittlerweile alleine mit ihren Schwimmflügeln.

Ansonsten, es gibt halt auch schüchterne Menschen, aber ich denke, daß gerade ein Kinderschwimmkurs bei euch zu empfehlen wäre.

LG

Claudia