Terz im Treppenhaus mit 2jaehriger

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 13:57 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

wir sind offenbar mitten in der Trotzphase angelangt. Und wo lebt Emmylou die an liebsten aus? Im Treppenhaus! #aerger

Gestern war es so, dass sie sich auf jeder zweiten Stufe erst mal hingesetzt hat und nicht mehr weiterwollte. Wir leben zwar nur im ersten Stock, aber bis wir dann oben ankommen, vergeht schon mal locker ne halbe Stunde. Ich hab ihr dann angekuendigt, dass ich sie hochtrage, wenn sie nicht geht... Sie ging nicht, also hab ich sie mir geschnappt und bin hoch mit ihr. Resultat: Riesenge#schrei!!!

Heute wollte sie schon aus dem Buggy nicht raus. Ich hab dann die Tuer aufgeschlossen und aufgestellt, bin dann zu ihr und hab sie rausgeholt. Riesenge#schrei!
Hab dann mit ihr auf dem Buergersteig gestanden und erst mal abgewartet. Sie war nicht ansprechbar, anfassen durfte ich sie auch nicht. Irgendwann fuhr zufaellig ein Bagger vorbei. Mein Glueck, so hoerte sie auf zu schreien und ich durfte sie sogar auf den Arm nehmen. Wollte anschliessend die Gelegenheit nutzen, sie reinzubringen und auf die Treppe zu setzen damit ich den Buggy in den Keller schieben kann. So machen wir das immer und eigentlich klappt das auch sehr gut. Als sie spitz bekam, dass es weitergeht, fing sie wieder an zu #schreien! Ich hab sie dann trotzdem abgesetzt und den Buggy runtergebracht, war dann gleich wieder bei ihr. Wollte mit ihr an der Hand und den ganzen Taschen hoch gehen. Wollte sie nicht... "Arm, Arm,..." Ich hatte mich dann gerade neben sie gesetzt um ihr zu erklaeren, dass und warum ich sie nicht tragen wuerde, da ging ueber uns eine Tuer auf und unser Nachbar stand im Treppenhaus. Er sah aus, als haetten wir ihn aus dem Bett geschmissen (war 11.30 Uhr). Meinte dann, das ginge ja schon ne ganze Weile. Hab dann freundlich geantwortet: "Tja, so ist das wohl in der Trotzphase." Er ging dann wieder und meinte dann bereits ausserhalb meiner Sichtweite: "Das liegt dann wohl am falschen Erziehungsstil." :-[
Daraufhin hab ich ihn dann gefragt, ob er sich nicht mehr dran erinnern koennte, wie das waere, er haette doch selber Kinder. Doch, koenne er. Die Trotzzeiten waeren bei ihnen auch echt heftig gewesen. Er kam dann nochmal zurueck um mir zu sagen, dass er es nicht richtig findet, dass ich sie so lang allein gelassen haette... #kratz
Hab ihm dann erklaert, dass ich die ganze Zeit bei ihr war und sie kurz vorher lediglich auf die Stufen gesetzt haette um den Buggy runter zu bringen und dann gleich wieder bei ihr war. Er grummelte dann noch irgendwas und ging wieder.

Danach bin ich mit Emmylou auf dem Arm hochgegangen. Sie brauchte noch bestimmt 10 Minuten um sich zu beruhigen. Das Spiel vor der Haustuer und im Treppenhaus dauerte mindestens 20 Minuten.

So, Leute, jetzt erzaehlt mir doch mal, wie ihr mit solchen Situationen umgeht... Ich warte momentan nur drauf, dass sich jemand aus dem Haus bei der Vermieterin beschwert. Ich weiss, sie koennen uns nix. Unangenehm ist es trotzdem. Und ich hab den Eindruck, die Aktionen im Treppenhaus werden immer schlimmer, egal wie ich es anpacke.

Dazu gesagt sei noch, dass ich in der 20. Woche schwanger bin. Deswegen hab ich Emmylou seitdem sie laufen kann daran gewoehnt, auch die Treppen an der Hand zu gehen. Eigentlich ist das Thema Tragen also keins. Und auch das mit dem Buggy runter bringen machen wir deswegen schon immer so und es klappt in der Regel gut.
Ich kann und will sie einfach nicht mehr schreiend und strampelnd hochschleppen, wenn sie so trotzt. Ich hab Sorge, dass sie mir wegrutscht und/oder sie mir in den Bauch tritt.

LG
Barbara

Beitrag von wort75 18.05.10 - 14:08 Uhr

war bei uns genauso. als ich hochschwanger im dritten stock wohnte, war mein fast zweijähiger oftmals "ausserstande" die treppe hochzugehen. er hat gebrüllt, geweint - und das echo im treppenhaus hat seinen ärger und seinen frust ncoh erhöht. das ging so weiter, als das baby da war.

was ich getan habe? mal geschimpft, mal drauf bestanden dass er alleine hochgeht, mal getragen... situative halt... und wenn ich zurückdenke... er war noch so klein...
Ja, ich habe oft zuerst das baby hochgetragen und ins bett gelegt, dann die einkäufe und am schluss den grossen - tja, kanns geben.

das baby ist in deinem bauch sicher. sie wird ihm beim treten nichts schaden. wenn sie aber sehr wild tut, dann lass sie doch einfach sitzen. ein, zweimal und entschudige dich bei den nachbarn.

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 14:14 Uhr

Beruhigend, dass ich damit nicht alleine bin... Ich hab immer den Eindruck, alle anderen Kinder gehen ganz brav die Treppe hoch.
Nicht beruhigend ist allerdings, dass das bei euch mit dem Nachwuchs nicht besser wurde... #zitter

Das mit dem Sitzenlassen ist fuer mich keine Option. Ich hab Sorge, dass sie dann die Treppe runterfaellt. Sie guckt einfach nicht wirklich...

LG
Barbara

Beitrag von wort75 18.05.10 - 14:58 Uhr

auf eine art darf dich das trotzdem beruhigen.
kinder haben wenig chancen, sich zu verweigern. die extremformen sind nahrungsverweigerung, sprachverweigerung oder das verweigern von kot oder pipi abgeben... das ist extrem.

siehs positiv, das verweigern der treppe heisst nur: ich will auch (noch) ein baby sein. egal wie gross ich sonst tue!

und das finde ich nicht soooo unverständlich...

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 15:01 Uhr

Unverstaendlich find ich das ganze auch nicht... Lasse ihr nach Moeglichkeit auch die Zeit, die sie braucht um hochzugehen. Hab den Eindruck, wenn ich das nicht mache, wird es schlimmer. Das Abwarten geht aber halt leider nicht immer. :-(

Naja, ich fang kommende Woche voruebergehend wieder Vollzeit zu arbeiten an. Emmylou wird dann familienintern betreut. Mal sehen, ob die Verwandten auch die Probleme haben, wie die damit umgehen und wie es dann bei mir aussieht.

LG
Barbara

Beitrag von xxtanja18xx 18.05.10 - 14:43 Uhr

Als wir in dieses Haus zogen, war Elias 2,5jahre....
Wir wohnten unterm Dach, 2. stock.

Elias wollte auch nicht immer laufen...also habe ich meinenEinkauf aus dem Auto geholt und bin immer wieder an ihm vorbei, bis alles oben war.

Hat dann aber gemerkt, das ich ihn nicht trage ;-) also kam er dann irgendwann....

Wobei es für ihn viel schlimmer war, wenn man vorgegangen ist...er wollte gerne immer an der Hand laufen....was mit dem Einkauf nicht möglich war...

Aber ein rießen geschrei gab es nie bei uns...dann hätte ich ihn überhaupt nicht beachtet...und reinreden lasse ich mir in die Erziehung auch nicht ;-)

Wenn sie nicht Hochlaufen will, biete ihr die Hand...will sie diese auch nicht...dann hat sie Pech...dann gehst du alleine hoch und lässt die Tür offen (falls du nicht in einer großstadt mitten in der Sitty wohnst)

Gruß

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 14:46 Uhr

Emmylou laeuft "erst", seit sie 18 Monate alt ist... Ich bin mir echt zu unsicher, um sie im Treppenhaus allein zu lassen. Sie guckt dafuer auch zu wenig. Vor allem hab ich Sorge, dass sie - was sie gerne macht - an den Briefkaesten spielt waehrend ich nicht dabei bin. Da ist nicht so viel Platz und die Treppe in den Keller ist nicht weit... #zitter

LG
Barbara

Beitrag von summersunny280 18.05.10 - 15:09 Uhr

Mein Glueck, so hoerte sie auf zu schreien und ich durfte sie sogar auf den Arm nehmen. Wollte anschliessend die Gelegenheit nutzen, sie reinzubringen und auf die Treppe zu setzen damit ich den Buggy in den Keller schieben kann.

Ich glaube deine Tochter erzieht dich .
Du bist die mutter setzt dich durch und lass dich nicht auf diskussionen ein,du bestimmst die regeln .

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 16:34 Uhr

Toller Tipp... Und genau darin besteht auch die Frage. Erzaehl doch mal, wie du dich in so ner Situation "durchsetzt".

LG
Barbara

Beitrag von connie36 18.05.10 - 16:03 Uhr

hi
ich wurde überraschen wieder schwanger als meine grosse 8 monate alt war, und als die kleine geboren war, war sie gerade 16 monate alt.
sie konnte mit 13 monaten laufen, und so habe ich sie dann nicht mehr in den 3. stock hochgetragen, das konnte ich teilweise auch nicht mehr, sondern sie lief an der hand, was sie auch gerne gemacht hat. dauerte zwar eine ewigkeit, aber wir kamen an. manchmal wenn sie nicht mehr konnte habe ich sie den rest hochgetragen,w ar aber auch wie gesagt, 3. stock, nciht 1.
aber so ein geschrei, oder überhaupt geschrei, kenne ich von keiner von beiden. wenn sie nicht von dir angefasst werden will, lass sie doch mal stehen, du wohnst doch nur im 1. stock, du kannst ja auch oben an der treppe warten, und wenn sie dann noch mehr schreit, ihr sagen, dass du auf sie wartest.
oder, das war meine methode um sie stubenrein zu kriegen, arbeite mit belohnung. wenn sie mal toll die treppe hoch ist, einen kleinen keks und sage ihr auch wofür der war.
ansonsten würde ich mir auch nicht so ganz auf der nase rumtanzen lassen.
wünsche dir viel erfolg
lg conny

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 16:39 Uhr

Hi Conny,

danke fuer die Tipps!
Tja, Emmylou ist ansonsten eigentlich "pflegeleicht". Sie sucht sich anscheinend immer eine Sache, in der sie uns das Leben so richtig schwer machen kann. Vor kurzem wollte sie nie an der Hand gehen und ist staendig stiften gegangen, jetzt ist es halt die Treppe...

Wie schon geschrieben geht es mir nicht gut dabei, sie stehen zu lassen. Emmylou laeuft auch beim Kinderturnen "blind" ueber Leitern, etc. Aber da sind ja wenigstens Matten...
Das mit der Belohnung versuche ich hin und wieder. Will sie nicht dran gewoehnen. Und heute haette sie das garnicht gehoert. So extrem trotzend macht sie wirklich komplett dicht.

Ich finde es ehrlich gesagt erstaunlich, dass du die Probleme mit deinen beiden nie hattest... Wie sah das denn bei dir aus, wenn du dir nicht "auf der Nase hast rumtanzen lassen"?

LG
Barbara

Beitrag von connie36 18.05.10 - 17:32 Uhr

mh...kann schon sehr streng sein, gebe ich zu.
aber ich habe eine extrems pflegeleichte grosse tochter gehabt. sie ass mit ihren 16 monaten (hatte sie mit 11 monaten angefangen) super alleine, sie blieb ganz leise im wohnzimmer mit einem bilderbuch sitzen, wenn ich die kleine in ihrem zimmer bettfertig machte, sie haute beim einkaufen nicht ab. sie war das perfekte erste kind.
klar hatte sie mit 2 oder 3 trotzphasen, aber die gingen eigentlich gut vorbei. die kleine ist recht ähnlich geartet. weiss auch nicht, gute gene, glück gehabt,...keine ahnung.
aber sie sind mittlerweile 8 und 9 und sind immer noch prima drauf. bekomme keine frechen antworten, oder pampige antworten, sie hören eigentlich auf das was man sagt, klar wir diskutieren auch, aber wenn ich wegen des wetters nicht möchte, das sie zb. ein kleid trägt, dann dauert die diskusion von meiner seite aus nicht lange.
aber ansonsten lasse ich auch mit mir reden.
sollten wir je ein drittes bekommen, bin ich mal gespannt. die beiden haben auch beide ab der 12. woche durchgeschlafen.
bin also ziemlich verwöhnt.
lg conny

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 20:07 Uhr

Wow, da kann man ja echt neidisch sein... Und ich dachte bisher, Emmylou waere einfach. ;-)

Die beiden waeren bestimmt grossartige grosse Schwestern.

LG
Barbara

Beitrag von ivik 18.05.10 - 19:28 Uhr

Das schreiende Kind habe ich nie hochgetragen. In solchen Fällen habe ich sie sitzen gelassen und bin schon mal um die Ecke; aber nur so, dass sie mich nicht sehen konnte und ich sie beobachten konnte.
Was meinst du, wie schnell da das Geschrei aufhört. Und wir haben leider ein echtes Teufelchen. Aber wenn das Publikum fehlt....
Die Nachbarin hat auch toll mitgespielt. "Na, was ist mit dir los?" Und das ganze mit Augenzwinkern zu mir.
Und schwubs, plötzlich ist die Treppe nicht mehr so anstrengend.
Ich musste aber auch erst lernen, ihr das zuzutrauen und ihr nicht immer alles abzunehmen.

lg ivik

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 20:10 Uhr

Hi ivik,

dank dir fuer die Antwort!

Ja, ich wuerde mir auch wuenschen, unsere Nachbarn wuerden die Kleine mal offen ansprechen. Das wirkt immer, wenn das mal jemand gemacht hat. Aber unsere Nachbarn sind irgendwie so introvertiert...

Das mit um die Ecke gehen geht leider auch nicht bei uns. Das Treppenhaus ist quasi offen. Sie wuerde mich immer sehen, es sei denn ich gehe in die Wohnung oder in den Keller. Und da kann ich sie dann auch nicht mehr sehen.
Ich glaube, ich uebe das mal im Treppenhaus meiner Eltern. Dort wuerde es gehen. Wahrscheinlich macht sie da das Theater aber garnicht erst. #augen

LG
Barbara

Beitrag von ivik 18.05.10 - 20:32 Uhr

Versuch doch einfach mal, was passiert, wenn du weitergehst. Das kostet zwas Überwindung; aber deine Kleine schient dich ja voll im Griff zu haben. Und gerade als Schwangere musst du ihr bei Zeiten zeigen, dass es nicht immer nach ihrem Kopf gehen kann. Ich kenne das, wie das mit so einem kleinen Tyrannen ist. Ich habe solche Kämpfe öfter durchzustehen. Aber das Durchhalten lohnt sich.
Es würde ja reichen, wenn du ihr sagst "So, du willst nicht mitkommen. Aber ich möchte hier nicht stehen bleiben. Ich gehe schon mal hoch und wenn du so weit bist, kommst du nach." Und dann gehst du langsam hoch. Du hast sie dann ja immer im Blick. Sie wird dann schon nachkommen. Meine war die ersten Male richtig verblüfft. Und hat vor lauter Schreck das Brüllen vergessen.

Beitrag von bibuba1977 18.05.10 - 20:45 Uhr

So ne krasse Situation wie heute gab es bisher noch nicht. Sie war auch uebermuedet...

Wenn sie immer wieder Pause macht oder so bin ich schon weitergegangen. Aber sie beeindruckt das nicht. Muss dann aufpassen, dass sie nicht ruckzuck die Richtung aendert. War beim Spazierengehen auch so. Wenn ich dachte, lass sie halt mal laufen, geh einfach weiter, ist sie auch immer weiter gelaufen. Wurde dabei unter anderem mal von einem grossen Hund ueberrannt. #schock War aber kein Grund, es bei naechster Gelegenheit nicht zu machen.

Ich versuch das aber mal, sollte sie sich nochmal so reinsteigern wie heute. Vielleicht klappt es ja dann.

LG
Barbara