Schulwechsel von Haupt auf Real?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von 69bine 18.05.10 - 15:10 Uhr

Hallo zusammen,

bevor wir morgen unser Gespräch mit dem Klassenlehrer haben, wollt ich mal hören was ihr dazu meint.

Mein Sohn ist jetzt in der 5. Klasse (Ba-WÜ). In der 4. hatte er nen totalen Durchhänger und bekam eine Hauptschulempfehlung. Das war schon ein Schock für mich, als sich das langsam abzeichnete, aber gut. Der Weg ist das Ziel und es gibt ja genügend Wege um weiter zu machen, Realschulabschluss muss am Ende der Schulzeit schon drin sein. Unsere Schule bietet z.B. auch einen Werkrealschulabschluss an. So meine Sicht der Dinge und ich habe versucht ihn weiter zu unterstützen in seinem Weg. Ich hab versucht das zerstörte Selbstwertgefühl von ihm wieder aufzubauen, wir haben zu Hause geübt, er bekam Ergotherapie.
Und ich muss sagen, Anfang der 4. war er heftig, rebellisch, unausgeglichen. Er hat gelogen, Mist gebaut, ständig gab es Ärger. :-[:-[:-[ Es gab im Privaten noch einige Veränderungen, aber das würde hier zu weit führen.
Jetzt, 1 1/2 Jahre später ist alles sooooooo viel harmonischer. Er lügt nicht mehr, es kommen keine ständigen Klagen mehr, ich kann mich wieder auf ihn verlassen, Selbstwertgefühl ist wieder da, sowie schulische Erfolge. Er macht mir einen glücklichen Eindruck und das freut mich. :-D

Anders jedoch die Familie meines Ex- Mannes, sowie der Vater selbst. Die scheinen mit der Hauptschule ein echtes Problem zu haben. Besonders die Oma fragt ständig, sogar am "Kinder";-)Geburtstag, warum er denn jetzt nicht auf die Realschule geht, denn die Noten sind ja gut.
Ja, die Noten sind jetzt gut. Mathe, Deutsch und Englisch liegt er bei ner guten 2.
Aber ich weiß nicht wie es auf der Realschule wäre. Er ist trotzdem immer noch einfach stinkefaul und lässt sich von Misserfolgen schnell demotivieren, anstatt dann erst recht was zu tun.
Das absolut Schlimmste was wohl passieren könnte; er wechselt auf die Realschule, packt es nicht und muss zurück. #zitter

Der Vater wollte jetzt eben das Gespräch mit dem Klassenlehrer und ich werde mir anhören was der sagt.
Nur schwanke ich zwischen "was wenn er es nicht packt" und "besser jetzt auf die Realschule, statt später einen möglicherweise unmotivierten Pubertierenden der weder ne Ausbildung bekommt, noch weiter Schule macht".
Er selbst schwankt auch. Einerseits fühlt er sich an der Schule wohl. Kommt gut mit den Lehrern und Mitschülern klar. Andererseits will er auch auf die Realschule. Aber er weiß von der Erwartungshaltung der Verwandschaft (plus Vergleiche mit seiner Cousine die auf dem Gymn. ist) und vielleicht will er es auch nur denen Recht machen.


Sorry, lang geworden. Aber ist echt ne schwierige Entscheidung. Wobei ich ja noch nicht mal weiß was der Klassenlehrer dazu meint. #schein

lg bine

Beitrag von diegute 18.05.10 - 16:32 Uhr

Hallo,

wie Du schon sagst - Klassenlehrer anhören dazu.

Meine Meinung:
Warum nicht - so ein Hexenwerk ist die Realschule auch nicht und wenn er die Voraussetzung für einen Wechsel erfüllt, fängt er halt nochmal von vorn an einer neuen Schule an. Die Chancen für später werden dadurch besser. Und er ist ja nun auch älter und wieder weiter in seiner Entwicklung. Wenn der Junge SELBER WILL und der Lehrer im Chancen einräumt - lass es ihn probieren. Selbst wenns er es nicht schaffen sollte - glaub ich aber nicht bei den guten Noten - NA UND??? Dann musst Du Dir nie vorwerfen es nicht mal probiert zu haben.

Alles Gute für Euch
LG diegute

Beitrag von barbarelle 18.05.10 - 16:47 Uhr

Hallo Bine,

ich kenne das Schulsystem im BW, da ich hier lebe. Fakt ist, dass Kinder die in der 5ten auf die Hauptschule kommen, sich enorm verbessern.

1) Es wird sehr viel vom Schulstoff der Grundschule wiederholt
2) Das Gruppe ist "homogener", das Lerntempo angepasster an die Schüler, da die "fitteren" Schüler eben auf Gym oder Real wechseln.

Natürlich gibt es Schüler die in der 4ten irgendwelche Belastungen und dadurch den Kopf für Prüfungsarbeiten nicht frei hatten. Daher find ich es gut, dass man in der 5ten noch die Chance hat.

Sprich auf jedenfall mit dem Lehrer und wenn er deinen Jungen so einschätzt, dass er auf der Realschule mitkommen wird - ab dafür ;-)

Grüße
Barbarelle

Beitrag von 69bine 18.05.10 - 17:18 Uhr

Hallo

Den Eindruck habe ich auch, dass einiges wiederholt wurde und das Lerntempo teilweise nervtötend verlangsamt wurde. Gerade in Deutsch haben sie heute ihr 2.!!!!! LAUFdiktat geschrieben. Dann gab es noch eine Nacherzählung, ansonsten Merkwörter und Kleinkram.... #kratz Die Anspüche in der 4. waren da bedeutend höher (bekam auch nur 2 eine Gymn.empfehlung). Kein Wunder verbessern sich da die Noten schlagartig.
Zu Hause üben wir aus Heften für die Realschule (für die HS scheint es auf dem Markt kaum was zu geben), da geht der Stoff schon sehr viel weiter! Nachhilfe wäre bei einem Wechsel auf jeden Fall nötig, allein um den fehlenden Stoff nachzuholen.

Ich bin gespannt auf morgen.

Beitrag von barbarelle 18.05.10 - 18:19 Uhr

Erzählst du es uns? Ich bin etwas neugierig #hicks

Viel Erfolg und hoffe es wird so, wie es für deinen Jungen am Besten ist.

Beitrag von 69bine 18.05.10 - 19:26 Uhr

Klar erzähl ich es..... nur hat vorhin der Klassenlehrer angerufen. Er ist krank und wir verschieben den Termin. Wird dann erst nach den Ferien.
Kann man nix machen. #schmoll

Beitrag von barbarelle 18.05.10 - 20:35 Uhr

Och ... Schade .... Mal schauen ob ich mich nach den Ferien noch drann erinnere.

Egal. Ich wünsche euch wirklich eine gute Lösung vor allem für den Jungen. Realschule / Werkrealschule machen doch viele hier nach und im Ländle gibt es noch Lehrstellen für diese Kinder.

Viele Grüße
Barbarelle

Beitrag von delfinchen 18.05.10 - 20:28 Uhr

Hallo,

warum lässt du ihn nicht in der 5. RS einsteigen? Dann hat er erstens keinen Stoff nachzuholen und zweitens ist er von Anfang an in der neu zusammengesetzten Klasse dabei.

Alles Gute und viele Grüße,
delfinchen

Beitrag von 69bine 18.05.10 - 21:11 Uhr

Ich weiß nicht ob das geht, werd ich ja dann im Gespräch erfahren.
Aber das wäre natürlich die beste Lösung! Er müsste keinen Stoff nachholen und hätte zumindest am Anfang sogar einen kleinen Vorteil. Und da alle Kinder einen Neuanfang haben, wäre es für ihn auch nicht so schwer der Neue zu sein.

Beitrag von diegute 18.05.10 - 21:30 Uhr

Hallo,

also nach meinen Infos MUSS er sogar die 5. Klasse in der RS nochmal machen beim Umstieg. Ein Umstieg direkt in die 6. Klasse von Hauptschule aus ist nicht möglich in BW; dies wäre auch zum Scheitern verurteilt weil die RS im Stoff viel weiter wäre.

LG diegute

Beitrag von katici 18.05.10 - 21:59 Uhr

richtig.
die fünfte muss wiederholt werden.
ob es eine gute entscheidung ist, wird wohl tatsächlich nur im gespräch mit dem lehrer und den fachlehrern herauszufinden sein.
die meisten schüler sinken erfahrungsgemäß um zwei noten ab.

meistens frage ich mich, warum man einem guten hauptschüler wieder dem immensen leistungsdruck aussetzen muss. meistens bewahrheiten sich die gs-empfehlungen. wenn er allerdings so einen schub gemacht hat, dann versuch es.
wenn es misslingt, muss er die klasse dann auch wiederholen.würde bedeuten:zwei jahre in den sand gesetzt. da hätte er gut den realschulabschluss im anschluss an die hauptschule machen können (werkrealschule überfordert die meisten hauptschüler-besser realschulabschluss in zwei jahren nach der hauptschule machen!)

lg
katici

Beitrag von delfinchen 19.05.10 - 07:35 Uhr

hallo 69bine,

in bayern geht das - mit einem übertrittszeugnis. das kann auch rückdatiert ausgestellt werden.
wenn nicht, dann in die 6. pro forma einschulen und gleich in der ersten oder zweiten woche freiwillig zurücktreten lassen in die 5.
die erste variante wäre aber besser und ich bin mir recht sicher, dass das auch in bawü möglich ist.

hab ich grad gefunden ...

Auch nach der 5. Klasse Hauptschule ist ein Übertritt in die 5. Klasse von Realschule oder Gymnasium möglich - die 5. Klasse wird sozusagen "wiederholt" und die Schulbesuchszeit verlängert sich dadurch um ein Jahr. Der Notendurchschnitt für den Schulübertritt wird aber nur mehr aus den beiden Fächern Deutsch und Mathematik gebildet.
Im Schuljahr 2009/10 müssen Sie selbst aktiv werden und ein Übertrittszeugnis beantragen. Letztmalig in diesem Jahr haben Kinder mit schlechteren Noten die Möglichkeit, einen Probeunterricht zu besuchen. Ab dem Schuljahr 2010/11 werden die Noten des Jahreszeugnisses für den Übertritt herangezogen.


so, muss meine zwillinge füttern.

lg
bine

Beitrag von manavgat 19.05.10 - 10:43 Uhr

Werkrealschule ist doch fein. Mit den Noten sowieso. Es sei denn, Du glaubst, dass er später eventuell noch ein Fachabi/Abi machen könnte, dann wäre die Realschule vielleicht besser. Aber auch nur vielleicht.

Deine Familie hat ein Image-Problem, nach dem Kind fragt keiner. In meinen Augen muss die Verwandschaft zur Therapie und nicht dein Kind auf eine andere Schule.

Gruß

manavgat