Freiberufler und Steuern?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von malix81 18.05.10 - 16:44 Uhr

Hallo!

Ich erkläre mal kurz mein Anliegen...
Ich habe eine feste Anstellung in einem Heim für behinderte Menschen. Aber zur Zeit noch in Elternzeit. Für den gleichen Arbeitgeber arbeite ich nun auf Honorarbasis mit 12 Std./Woche. Beim Finanzamt habe ich die Tätigkeit als freiberufliche Tätigkeit angemeldet. Seit Januar ´10 gehe ich dieser Tätigkeit nun nach. Meine Frage ist nun, wie diese Tätigkeit besteuert wird? Ich verdiene durchschnittlich 768 Euro im Monat. Mitte Juli werde ich diese Tätigkrit allerdings wieder aufgeben, wei ich mit Zwillingen schwanger bin. Also ich kenne ich mit diesem ganzen Steuerkram überhaupt nicht aus, man sagte mir im Personalbüro meines Arbeitgebers nur, dass ich keine hohen abgaben zu erwarten habe. Wie kann ich das ausrechnen? Ach ja, habe beim Finanzamt um eine Steuervorauszahlung gebeten,bzw.bei der Anmeldung angegeben, aber es kam bisher nichts von denen?! #kratz

Gruss Malix

Beitrag von parzifal 18.05.10 - 19:25 Uhr

Steuerlich habe ich keine Ahnung.

Aber ich gehe davo aus, dass Du eine selbständige Tätigkeit und keine freiberufliche meinst oder irre ich mich?

Ferner habe ich bedenken, ob es sich tatsächlich um eine selbständige Tätigkeit handelt. Was machst Du denn dort?

Bist Du weisungsfrei. Kannst Du die Stunden frei einteilen? Diese Faktoren sprechen für eine selbstädnige Tätigkeit.

Musst Du zu festen Stunden kommen und bist weisungsabhängig sind dies Zeichen für eine Arbeitnehmertätigkeit.

Nicht das Du dann scheinselbständig bist.

Beitrag von malix81 18.05.10 - 23:35 Uhr

Hallo!
Ich muss mich an Vorgaben und Weisungen halten. Ich habe eine vorgegebene Stundenzahl, welche ich mir aber in der Woche einteilen kann, mehr oder weniger...Ich spreche das mit den von mir ambulant betreuten Personen ab. Wie gesagt, ich betreue 2 geistig behinderte Männer, die gemeinsam in einer WG leben und gerade ein Wohntraining absolvieren. Mit ihnen verabrede ich Termine und auch was wir machen wollen. in Bezug auf den Hilfebedarf/Plan. Beim Finanzamt ist das ganze als freiberufliche tätigkeit gemeldet und die haben sich dazu nicht anders geäußert.

Gruss Malix

Beitrag von parzifal 19.05.10 - 08:52 Uhr

Freiberuflich sind normalerweise beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, Künstler tätig (keine abschließende Aufzählung).

Eine freiberufliche Tätigkeit ist somit vom Beruf abhängig.

Jeder Freiberufler ist selbständig aber nicht jeder Selbständige ist ein Freiberufler.

Freie Zeiteinteilung liegt vor, wenn die Absprache mit deinen Kunden erfolgt.

Was heißt aber mehr oder weniger? Kann eine Chefin dir vorschreiben, dass Du z.B. an dem und dem Tag von dann bis dann kommen musst?

Dass Du dich an Regeln halten musst ist klar. Unter weisungsabhängig meinte ich aber einen Vorgesetzten, der Dir konkrete Weisungen erteilt.

Viele Angestellte werden halt in eine vermeintliche Selbständigkeit "entlassen" und arbeiten dann ausschließlich für einen Kunden zu festen Zeiten etc.
Dies ist häufig eine Scheinselbständigkeit.

Beitrag von malix81 19.05.10 - 14:39 Uhr

HAllo!
Also mein Chef kann mir jederzeit vorschreiben, wann ich kommen muss, ist allerdings nicht der Fall, weil es ja den Betreuten nichts bringen würde! Die müssen ja auch zu hause sein...;-) Ich habe z.B. auch Kollegen, die ihre Hauptarbeitszeit in nem Wohnheim haben und nebenher noch einige Stunden ambulant betreuen. Z.B. 35 Std im Wohnheim und 5 Std. ambulant. Sie haben dann einen 40Std Arbeitvertrag als normale Angestellte. Wenn sie nur ambulante Betreuung machen,dann haben sie hierfür auch nen ganz normalen Arbeitsvertrag. Das ging halt bei mir nicht, wegen der Elternzeit, in der ich mich ja noch befinde!

Gruss MAlix

Beitrag von cat_t 19.05.10 - 14:55 Uhr

Hallo Malix #blume

wieso geht ein normaler AV wegen der EZ nicht? Du darfst doch bis zu 30 Std die Woche in EZ arbeiten gehen#kratz

#liebdrueck
Sanne #sonne

Beitrag von malix81 20.05.10 - 22:25 Uhr

Hallo!

Mein Arbeitgeber sagte mir, dass ich wegen der Elternzeit nur iene Beschäftigung auf Honorarbasis im selben Betrieb machen kann. Aber ich steige da ja auch nicht richtig durch...Jeder sagt einem da was anderes...Meine Vorgängerinwar in der gleichen Situation, also Elternzeit und dann Honorarbasis, sie hats allerdings gar nicht angemeldet und regelt das dann über den Lohnsteuerjahresausgleich. Also, wie gesagt jeder machts anders...Ich arbeite eh nur noch bis Mitte Juli und dann ist Schluss, da werde ich nun kein großes Tamtam draus machen.

Gruss Malix

Beitrag von cat_t 21.05.10 - 08:07 Uhr

Hallo Malix #blume

mir scheint, Dein AG will Dich nur nicht als Angestellte beschäftigen. Am einfachsten (für den AG aber auch am teuersten) wäre es gewesen, Dich während der EZ in TZ (max 30 Std/Woche) zu beschäftigen. Als Honorarkraft bleibt das ganze Abgabenprozedere an Dir hängen.

#liebdrueck
Sanne #sonne



Beitrag von parzifal 20.05.10 - 08:23 Uhr

Wenn Du für Deine selbständige Tätigkeit einen Chef hast, dann verrichtest Du letztlich eine Arbeitnehmertätigkeit.

Du bist dann allenfalls scheinselbständig.

Selbständige tragen ein unternehmerisches Risiko, sind weisungsfrei, können ihre Zeit selbst einteilen etc.

Du hast doch in der Elternzeit sogar einen Anspruch auf Teilzeittätigkeit, wenn dies betrieblich möglich ist, was bei Dir ja anscheinend der Fall ist.

Beitrag von malix81 20.05.10 - 22:29 Uhr

Nabend!

Ich war bis zur Elternzeit eh nur in Teilzeit beschäftigt. Weniger Std sind betrieblich nicht möglich. Auch die Arbeitszeiten sind nicht machbar gewesen. 3 Schichten! Das geht nicht mit Kind und Mann der auch in 2 Schichten arbeitet.

Gruss MAlix

Beitrag von manavgat 19.05.10 - 16:49 Uhr

Ich habe eine feste Anstellung in einem Heim für behinderte Menschen. Aber zur Zeit noch in Elternzeit. Für den gleichen Arbeitgeber arbeite ich nun auf Honorarbasis mit 12 Std./Woche.

Das ist illegal.


Erkundige Dich bei der Rentenversicherung. Es ist nicht erlaubt für den gleichen Arbeitgeber sowohl angestellt als auch auf Honorarbasis zu arbeiten. Alles zusammen ist sozialversicherungspflichtig.

Gruß

Manavgat

Beitrag von shasmata 21.05.10 - 12:34 Uhr

Wie ja schon erwähnt wurde, klingt dies sehr nach einer Scheinselbstständigkeit. Ich bin auch Freiberuflicher (Journalistin) und habe, da ich vor kurzem erst angefangen habe, im Moment auch nur einen Auftraggeber/Kunden - der kann mich auch jederzeit anrufen, dass er da und da einen Termin hätte. Ich kann aber genauso jederzeit ablehnen, wenn ich keine Zeit/Lust habe - einfach weil es eine Selbstständigkeit ist.