2jährigen läuft immer weg! HILFE!!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von geisterhexe 18.05.10 - 19:46 Uhr

Guten Abend...

Ich muss jetzt mal kurz für meine Freundin nachfragen. Meine Tochter ist leider noch sooo jung, dass ich nicht mitreden kann, was das alter angeht...

also, es ist so, dass die kleine jana bevorzugt im Kaufhaus/Geschäften immer wieder weg läuft. Für sie ist das eher ein Spiel um mit mama oder papa spaß zu haben. Ihre eltern finden das jedoch nicht so lustig und sind ratlos, wie sie ihrer tochter das beibringen können, das man nicht weg läuft.

einfach mal "stehenlassen" (natürlich beobachtet) haben sie schon ausprobiert. Jana wartet einfach geduldig 15min ab und läfut dann einfach weiter im geschäft rum, hat also keine angst ohne ihre eltern.

Sie ist auch zu fremden sehr zutraulich, deswegen ist die angst natürlcih noch größer, dass sie dann, wenn mama nciht da ist, einfach mit irgendeinem anderen mitgeht...

habt ihr eine idee?? wie kann man das der kleinen erklären? sanktionieren??

Ich hoffe ihr habt verstanden, was ich meine, konnte das nicht in so wirklich gutem deutsch schreiben..

bis bald
danke geisterhexe

Beitrag von schnaki1 18.05.10 - 20:44 Uhr

Hallo,

bei uns läuft das so:
wer nicht hört und bei Mama bleibt, muss entweder an die Hand oder (der Kleine) in den Kinderwagen.
Ohne Diskussion.

LG,
Andrea

Beitrag von yvonnechen72 19.05.10 - 08:29 Uhr

#pro Genauso machen wir es auch.

Yvonne

Beitrag von marathoni 21.05.10 - 13:03 Uhr

Wir auch. Das versteht auch schon ein 2 jähriges Kind.

Beitrag von jazzbassist 18.05.10 - 20:53 Uhr

Ein ganz pragmatischer Ansatz ist, das Kind in so einer Supermarkt-Situation einfach wieder an die Hand zu nehmen. Dann hat ein 2-Jähriger nämlich überhaupt keine Möglichkeit mehr, wegzurennen. Für einen 2-Jährigen ist diese Grenze logisch nachvollziehbar: Ich kann nicht wegrennen, weil Mama mich festhält. Erst dadurch wird es für ein Kind interessant, warum es überhaupt von Mama festgehalten wird. Denn ein Kind möchte in diesem Alter seine Umwelt erkunden, was es nur stark eingeschränkt kann, solange es von Mama festgehalten wird.

Das schöne an Kindern ist, dass die sich ziemlich schnell melden werden, wenn die mit dieser Einschränkung ihres natürlichen Bewegungsradius nicht mehr einverstanden sind. Dann kann die Mama noch mal auf Augenhöhe gehen und dem Kind erklären, dass sie es loslässt, wenn er immer in ihrer Nähe bleibt und nicht wegrennt. Also die Spielregeln für das Privileg 'Im Supermarkt nicht mehr an Mamas Hand zu müssen' bestimmt. Inwiefern man das begründet, müssen Eltern für sich wissen; man sollte nur vermeiden, einem Kind hier zu große Angst zu machen. Dem Kind sind diese Begründungen i.d.R. ohnehin egal, da es sie nicht nachvollziehen kann; dabei geht es also eher darum, dass Eltern sich dann besser fühlen. Schließlich wollen wir unsere Kinder nicht mit 'Darum' oder 'Weil ich das sage' erziehen.

Dann heißt es eigentlich nur noch, loszulassen und zu schauen, wie sich das Kind dann verhält. Erfahrungsgemäß wird es dann wahrscheinlich wieder weglaufen. Dann nimmt man das Kind für den Rest des Einkaufs wieder an die Hand. Hier braucht man sich nicht drüber aufzuregen, nicht wütend oder enttäuscht zu sein. Es gehört zur kindlichen Entwicklung, mündliche Grenzen infrage zu stellen. Denn nur so kann ein Kind erlernen, dass aus einer mündlichen Grenze (bleib bitte in meiner Nähe) sofort wieder eine wirkliche Grenze (an der Hand bleiben) wird. Erst wenn dies für ein Kind ein unumstößliches Gesetz geworden ist, wird ein Kind auch anfangen, mündliche Grenzen zu akzeptieren, ohne dass es diese erst ein- oder zweimal überschreiten muss. Ein Kind sollte das etwa bis zum 30. Lebensmonat drauf haben.

Es ist also gänzlich normal, dass ein 2-Jähriger hier – je nach Kind – zwei oder drei Anläufe braucht, bis es diese mündliche Grenze akzeptiert. Das ist genau der Fall, wenn die Erfahrung (die ein Kind durch Wiederholungen sammelt) ihn gelehrt hat, dass, wenn er im Supermarkt wegrennt, Mama ihn sofort wieder an die Hand nimmt. Also ein Kind feststellt, dass unabhängig davon, dass Mama ihn festhält oder nicht festhält, dennoch eine unsichtbare Grenze existiert. Und wenn ein Kind das festgestellt hat, wird es die mündliche Grenze akzeptieren. Es macht schließlich mehr Spaß, im Supermarkt in Mamas nähe zu bleiben und auf Mama zu hören, als im Supermarkt immer an Mamas Hand gehen zu müssen.

Beitrag von 221170 18.05.10 - 22:01 Uhr

Wir haben das recht einfach gelöst.

Wenn sie von der Hand wollte, dann habe ich ihr erklärt das sie in meiner Nähe bleiben muß und kommen muß wenn ich sie rufe.
Ist sie weggerannt habe ich sie an die Hand genommen und ihr kurz erklärt warum.
Nach einiger Zeit haben wir sie dann wieder losgelassen, blieb sie in der Nähe durfte sie ohne Hand, rannte sie weg kam sie an die Hand und blieb da.

Das klappte überall, auch an der Straße. Ich brauchte dann nur noch rufen, dann blieb sie stehen und wartete.

Beitrag von marion2 19.05.10 - 08:12 Uhr

Hallo,

da "anfassen" oft nicht so recht praktikabel ist, hilf entweder der Wagen mit Gurt (wo meine sich entweder abschnallten und/oder raussprangen und neben dem Wagen hingen, je nach Gurt) oder eine klare Ansage.

Die Angst allein gelassen zu werden kommt bald - so ungefähr in nem Jahr. Dann geht das noch nicht besser, weil sie dann zuerst einmal Verstecken spielen und später Angst bekommen. #augen

Gruß Marion

Beitrag von wort75 19.05.10 - 11:38 Uhr

jana ist ja noch sehr klein. da geht weglaufen gar nicht.

die eltern sollen ihr (ohne ihr angst zu machen) erklären, dass sie fürchten, die tocher könne verloren gehen und sie würden sie nicht finden. sie können ihr sagen, dass sie zu hause gerne "suchen und finden" spielen, aber nicht draussen.
wenn sie nicht bei den eltern bleibt kann die konsequenz sein, dass sie in den wagen sitzen muss, oder dass sie an die hand der mama muss. oder ein "rössli-gschirr" ein rösslein-gestältchen bekommt, damit die eltern sie quasi an der "leine" haben. ich weiss, in deutschland ist das verpönt, in der schweiz gar nicht. da gibt es diese geschirrchen auch in form von rucksäcken oder ähnlichem...

da jana ja gross sein will, wird sie die konsequenz akzeptieren müssen aber ihre "freiheit" wiederhalbenwollen. also ist zu hoffen, dass sie dann gehorcht.

zum hintergrund. "suchen und finden" mit den eltern zu spielen hat für kinder einen grossen reiz. das "gefunden werden" zeigt den kindern, dass die elternsie wollen, dass die eltern sie finden, dass die eltern alles tun um bei ihnen zu sein. es ist lustvoll für die kinder, gefunden - also auch gesucht und somit geliebt- -zu sein.

ein kind, dass man schon mal 15 minuten alleine im geschäft rumlaufen liess lernt leider auch, dass es alleine offenbar gut zurechtkommt und dass eltern sie auch dann noch finden. das war zwar gut gemeint, aber zu lange - und daher kontraproduktiv. klar, hätte sie nach 2 minuten geweint und hätte einen schreck bekommen, wäre das ziel erreicht gewesen.
so aber weiss sie, "auch nach langer zeit finen mich die eltern noch". das ist blöd,. denn wenn sie im rummel verloren geht und 15 minuten lang keinen anspricht oder keinen fragt, kann sie sehr weit von den eltern weg sein. im ernstfall. sie sollten das also nicht mehr machen.

ich denke, jana wird verstehen, dass die eltern angst haben siezu verliehren. sie wird verstehen, dass sie an die hand muss (oder in geschirrchen / buggy) wenn die eltern sich nicht darauf verlassen können, dass sie bei ihnen bleibt.

gut wäre in einem zweiten schritt, wenn die eltern mit jana abmachen, was gemacht werden muss, wenn sie verloren geht. denn ggf. reisst sie ja doch mal aus. also: wenn sie die eltern ncht mehr findet a) stehen bleiben b) rufen c) die nächste verkäuferin / frau ansprechen... niemals weggehen oder herumlaufen.

mein sohn war schon drei, als er im selbstbedinungsrestaurant (das er gut kennt) ein glas sirup holen wollte. er hat sich verlaufen, obwohl das keine 5 meter von uns war. einfach ein paar schrittchen in die falsche richtung und die orientierung verloren. statt stehen zu bleiben rannte er in das nächste geschäft - in dem wir eine stunde vorher waren. grauenhaft! zum glück hat die verkäuferin mich rufen hören und den kleinen strolch noch in erinnerung gehabt. das waren die schlimmsten 2 minuten meines lebens!

Beitrag von claus 19.05.10 - 11:40 Uhr

Da gäb es bei nir ne klare Ansage, entweder er/sie läuft an der Hand. Wenn er/sie nicht hört, geht es ohne Diskussion angegurtet in den Kinderwagen oder in den Einkaufswagen.


Mein Sohn hat mal 1 Stunde beim Einkaufen im Real geheult, weil ich ihn bei so ner Trotzaktion in den Einkaufswagen gesetzt haben.

Seitdem sitzt Luca immer im Einkaufswagen und geht quasi mit einkaufen, denn er darf die unzerbrechlichen Sachen in den Wagen legen und darf sich immer ein Teil (Süßigkeit; Gebäck o.ä.) aussuchen, daß er dann stolz wie Bolle beim Einkaufen die ganze Zeit in der Hand hält.

Ich denke, daß ist in dem Alter ganz normal, aber wohl nur mit konsequentem Verhalten seitens der Eltern zu "beheben".
Und natürlich immer als erklären.

LG
Claudia

Beitrag von geisterhexe 19.05.10 - 12:40 Uhr

Vielen vielen lieben dank für die ganzen antworten...

habe sie gleich ausgedruckt und weitergeleitet... habe ihr den tipp mit an die hand nehmen auch gegeben.. (war ganz stolz heut, das ich auch so gehandelt hätte! :-) )

also, danke und bis zum nächsten mal!!!!!


schönen tag noch, bei dem grausigen wetter!!

lg geisterhexe

Beitrag von widowwadman 19.05.10 - 21:37 Uhr

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=121584

Beitrag von kathrincat 21.05.10 - 18:34 Uhr

buggy, an die hand!

Beitrag von irina76 22.05.10 - 09:00 Uhr

Buggy oder an die Hand.
Immer und immer erkären, das man in der Nähe bleibt. Das Sie zu Fremden sehr zutraulich ist, find ich jetzt nicht Ok. Ich hätte da Angst, das da mein Kind mitgehen könnt.

sag das Deiner Freundin.

Irina