Er lässt sich alles gefallen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von janchensmama 18.05.10 - 22:07 Uhr

Ich mache mir im Moment ziemliche Sorgen um meinen Großen: Jan wird im Juni un geht seit September in den Kindergarten. Davor war er zwei Jahre in der Kinderkrippe.

In letzter Zeit ist mir öfter aufgefallen, dass er sich von den anderen Kindern alles gefallen lässt und sich nicht verteidigen kann bzw. will (?).

Beispiel: Ich hole in vom Kindergarten ab, alle Kinder sind im Turnsaal und spielen Ball. Alle paar Minuten kommt ein Kind und nimmt ihm seinen Ball weg. Jan sagt zwar "Heh, der gehört mir" - macht aber nichts. Er steht nur da und schaut traurig drein. Erst dachte ich, dass liegt daran, dass die anderen halt "Große" (5, 6jährige) sind - aber nichts da: Bei seinen Freunden ist es dasselbe.

Das letzte Mal als er seinen Freund (ein Jahr jünger als er) besucht hat war es das selbe. Sie spielen schön, aber nach einer Weile beginnt sein Freund ihm alles wegzunehmen: Jan nimmt die Gitarre in die Hand, sein Freund nimmt sie ihn weg. Jan nimmt den Bagger, sein Freund nimmt ihn ihm weg. Und so weiter. Jan sagt wieder "Heh, ich will das" oder "darf ich damit spielen?" - sein Freund sagt "nein" - und das wars.

Mit seinem zweiten besten Freund (gleich alt) ist es genau so. Da kommt noch dazu, dass er oft sehr grob ist und ihn dann auch verletzt (kratzen, beißen etc.). Jan ist dann zwar beleidigt (und furchtbar traurig...), aber eine Stunde später ist alles wieder gut.

Prinzipiell bin ich der Meinung, dass die Kinder das unter sich ausmachen sollen und ich mich nur in Ausnahmefällen einmischen sollte, aber so kann es nicht weitergehen. Außerdem bin ich ja nicht immer dabei (Kindergarten etc.). Aber so kann es doch auch nicht weitergehen...

Versteht mich nicht falsch: Ich will nicht, dass er ein totaler "Schläger-Typ" wird. Aber er sollte schon einen Weg finden, Grenzen zu setzen und diese auch zu verteidigen.
Mir bricht jedesmal das Herz wenn ich ihn so hilflos und verloren dastehen sehe...

Kennt das jemand? Bzw. hat irgend jemand eine Idee, wie ich ihm helfen kann?


lG,
Sandra

Beitrag von sami.flower 19.05.10 - 09:56 Uhr

Hallo Sandra,

mein Sohn Yannick war als er in der Krippe war genau wie dein kleiner Jan. Ich war auch oft traurig und hatte angst das es in der großen Gruppe noch schlimmer wird.

Seitdem er 3 ist ging er in den Kindergarten. Er war mit 2 weiteren Mädels die jüngsten. Alle anderen waren zwischen 4 und 6 Jahre jung. Komischerweise ging es seit dem Kindergarten sehr schnell das Yannick sich nicht mehr alles gefallen lies. Er fing an sich zubehaupten und nahm nicht mehr alles so hin. Ich glaube der Kindergarten wird auch bei deinen kleinen noch viel dazu beitragen das er es lernt sich zu wehren und auch mal nein zu sagen.

Unsere 2 werden wahrscheinlich nie die richtigen draufgänger aber das ist auch gut so. Ich glaube unsere beiden Jungs haben einen ganzen weichen Kern und mögen nicht viel ärger.

Aber du wirst sehen es wird besser. #liebdrueck Das alles ist halt ein ganz langer Lernprozess:-D

Lg Kathi

Beitrag von janchensmama 19.05.10 - 10:16 Uhr

Danke für deine Antwort...

Allerdings ist das Problem bei uns, dass er erst so ist, seit er im Kindergarten (große Gruppe) ist. In der Kinderkrippe war das nicht so...

lG,
Sandra

Beitrag von sami.flower 19.05.10 - 10:57 Uhr

Hallo Sandra,

sorry ich habe den Text wohl zu schnell gelesen;-)

Ist er denn sonst auch eher schüchtern und ruhig? Vielleicht wäre Sport für ihn dann das richtige. Viele Kinder bekommen über eine ausgewählte Sportart mehr Selbstbewusstsein und lassen sich dadurch weniger gefallen.

Hast du schon mal was von Kids Wing Tsun gehört? Eigentlich ist dies eine Art Kampfsportart. therapeuten haben sich dies aber etwas abgewandelt und es speziell für Kinder geändert. In diesen Kursen lernen sie durch Mimik und Gestik aber auch mit der Stimme sich durchzusetzen. Außerdem lernen sie etwas über Kampftechniken die sie im Notfall retten können. Ich finde das eigentlich eine klasse Sache. Vielleicht gibt es so etwas ja bei euch.

Vielleicht hat Jan einen kleinen Freund der sogar mit zum Sport gehen würde.

habe auch schon oft gehört das der Umgang mit Tieren wie z.B. reiten bei solchen dingen helfen kann. Ein Versuch ist es Wert.

Lg Kathi

Beitrag von bae 19.05.10 - 13:56 Uhr

mein sohn ist 3 und auch so. er ist verbal top fit...versucht"wie es sich gehört" alles verbal zu klären"das ist mein mann""lass mich in ruhe" usw. leider sind die wenigsten kinder so...so bekommt er immer was weggenommen, wird umgeschupst usw. wollen mit 4 jahren ins aikido gehen...wurde uns von der kg dame(bin mit meinem jüngsten dort) empfohlen. damit er sich verteideigen kann(nicht angreifen!!!-würde er eh nie machen) und bissel standfester wird. ist typsache. er tut mir auch immer leid:-(

Beitrag von janchensmama 19.05.10 - 19:32 Uhr

Danke euch beiden - an Sport - insbesondere "Kampfsport" - habe ich auch schon gedacht, allerdings gibt es bei uns in Graz keinen entsprechenden Verein / Schule, die Kinder unter 6 nimmt... Mal schauen...

lG,
Sandra

Beitrag von zauberfee69 19.05.10 - 15:21 Uhr

Hallo Sandra,

mein Sohn ist/war genauso.
Bei uns liegt es wohl daran, dass er ein Einzelkind ist und sich zuhause nie gegen andere Kinder behaupten muss.

Ich versuche ihm dadurch zu helfen, indem ich mit ihm Situationen durchspiele. Einfach damit er ein Gefühl bekommt, was man in solchen Situationen machen kann und wie es sich anfühlt.

Z.B. spiele ich seinen Freund, der ihm was wegnimmt. Jetzt ist mein Sohn gefordert; er muss versuchen, sein Spielzeug festzuhalten und bestimmt aufzutreten und zu sagen: "Das ist meins!"
Ich gebe natürlich nicht sofort nach und versuche mit sanfter Gewalt, ihm das Spielzeug wegzunehmen. Das ergibt natürlich ein Hin und Her. Und am Ende gewinnt meist mein Sohn ;-)

Meinem Sohn macht das richtig Spaß und er ist mit Feuereifer dabei. Und helfen tut es ihm ungemein.
Natürlich nicht immer und sofort, aber er weiß, was er zu tun hat bzw. tun könnte.

Mittlerweile ist mein Sohn älter und es gibt viele andere Sachen, bei denen er sich nicht durchsetzen kann oder sich nichts sagen traut.
Aber ich finde Rollenspiele einen guten Weg.

Vielleicht wäre das auch eine Idee für Euch.

Liebe Grüße
Lisa

Beitrag von janchensmama 19.05.10 - 19:30 Uhr

Danke - das ist eine gute Idee!!
Ich werde es auf jeden Fall versuchen...

Jan ist übrigens auch ein Einzelkind - sein Freund, der ihm immer alles wegnimmt, allerdings auch... :-(