Motte mit Terminproblemen

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von leseratte76 18.05.10 - 23:02 Uhr

24.4.2010

Guter Dinge stehe ich um 7 Uhr auf und beginne mich für die heute geplante Einleitung im Krankenhaus fertig zu machen. Um 8 Uhr soll ich mich im Kreißsaal melden, damit wir anfangen können. Also schnell die letzten Sachen in die Tasche geworfen, die Patentante geweckt, den werdenden großen Bruder gewickelt und dann im gemütlichen Tempo zum Krankenhaus marschiert. Eventuell stellen sich dadurch ja schon ein paar Wehen ein....

Pünktlich um 8 Uhr klingle ich an der Kreißsaaltür. Wir werden eingelassen, die Einweisung und ein Mutterpass wechseln den Besitzer und man schickt mich zur letzten US Untersuchung vor der Einleitung. Die war völlig ok. Lea wurde auf ca. 3400g und 50cm geschätzt. Also durchaus kein Brocken, wie man vorher immer gesagt hatte. Anscheinend war ich mit meiner Schwangerschaftsdiabetes so gut eingestellt, das sie nicht übermässig groß geworden ist.

Nach einem Kontroll CTG verabreicht man mir eine Testdosis der Einleitungstablette. Danach hänge ich noch eine weitere Stunde zur Beobachtung an dem Gerät. Ausser einem konstanten Ziehen, passiert nicht viel. Lea geht es prima und man schickt mich auf die Station. Dort soll ich es mir gemütlich machen. Gesagt getan. Ich beziehe ein leeres Zimmer und versuche mich so gut es geht häuslich einzurichten. Nach 4 Stunden werde ich wieder in den Kreißsaal zitiert. Man gibt mir die nächste Tablette, wieder die CTG Prozedur, danach zurück aufs Zimmer.

Dieses Spiel wiederholte sich dann insgesamt 4 mal an diesem Tag. Nach einen strammen Spaziergang nach der letzten Tablettengabe, bekomme ich auch tatsächlich Wehen. Die MUMuKontrolle ergibt jedoch nur 2 finger durchlässig und mein Töchterlein liegt nicht mehr unten im Becken. Man schickt mich zum Kraft sammeln auf mein Zimmer und kaum liege ich passiert es..... Die Wehen sind weg

Frustriert schicke ich meinen Mann nach Hause, vermelde unserem Babysitter das es wohl etwas länger dauert und lege mich entgültig schlafen.

25.4.2010

Früh um 7 Uhr geht es mit der Einleitung der Geburt weiter. Man wiederholt die Tablettenprozedur wieder, sagt mir das auch heute wieder 4 Dosen des Medikamentes gegeben werden und lässt mich am CTG zurück. Noch bin ich guter Dinge das ich meine Motte heute in die Arme schliessen kann.

Allerdings schwindet mein Optimismus langsam, als sich diesmal nichteinmal mehr das Ziehen zeigen will. Wehen schonmal gar nicht. Nachmittags um 4 Uhr eröffnet mir meine Lieblingshebi das man am nächsten Tag nichts machen will. Eventuell würde ich eigene Wehen produzieren.
Zuviel für mein angeschlagenes Nervenkostüm, denn ich breche am CTG verkabelt vor versammelter Mannschaft in Tränen aus und kann mich fast nicht mehr beruhigen

Immerhin habe ich noch einen knapp 2 Jahre alten Sohnemann daheim. Der kann doch nicht bis in alle Ewigkeit auf seine Mama verzichten...
Meine Argumente werden mit einer wegwerfenden Handbewegung abgetan.
Innerlich brodle ich vor Wut.

Zum Abend gehe ich wieder spazieren. Die Leute müssen echt gedacht haben ich bin verrückt geworden. Da unser Krankenhaus keinen großen Garten hat, sind mein Mann und ich Runde um Runde um den Cafeteriapavillion gekreist. Eine der Patientinnen fragt mich sogar ob ich schwanger sei. Nein ich habe ein Fass Bier verschluckt und versuche es so loszuwerden, sorgte bei den Zuhörern für einen Lachanfall. Ich hätte die gute Frau morden können ......

Nach der vierten erfolglosen Tablette, ziehen wir uns auf mein Zimmer zurück. Glücklicherweise konnten und durften wir uns die Zeit am CTG immer mit DVDs versüssen. Samstag und Sonntag hatten wir den Fluch der Karibik 2 & 3 + Avatar gesehen und langsam gingen uns die Filme zur Ablenkung aus. Also fasste ich den Entschluss Lea am Montag zum Auszug zu überreden.

Da ich ja auch meine Baysitterin nicht ewig von ihrem Zuhause fernhalten konnte, nutze ich dies noch als zusätzlichen Ansporn.

26.4.2010

Wieder ein wehenloses CTG zum Tagesstart. Völlig entnervt schnappe ich mit die Tagschichtleitende Hebi und bitte um ein gespräch. Ich möchte untersucht werden und unbedingt an den Wehentropf, sofern der Befund dafür ausreichend ist.

Die Hebamme winkt ab. Erstens könnte sie sich nicht vorstellen, das die Geburt ausreichend fortgeschritten ist und niemand würde einen Wehentropf wollen. Man wäre damit praktisch ans Bett gefesselt und es wäre äusserst unangenehm.

Stur beharre ich darauf das man mich untersucht. Glücklicherweise habe ich einen ausgeprägten Dickkopf und einen sehr verständnissvollen Assistenzarzt der mir den Rücken stärkt. Kurz und gut ich werde untersucht.

Dann die Überraschung. Der Befund ist allen ernstes gut genug 3 cm ohne eine einzige wirklich spürbare Wehe. Um 11 Uhr will man mich an den Tropf hängen. Vorher darf ich nochmal auf mein Zimmer und bewundere das frisch geschlüpfte Baby meiner Zimmernachbarin.

Dann zitiere ich meinen Mann ins Krankenhaus und harre gespannt der Dinge die da kommen.

11 Uhr: Pünktlich finde ich mich unten im Kreißsaal ein. Man bittet mich in eins der Geburtszimmer. Dort mache ich es mir auf dem Bett bequem. Der Tropf und das unvermeidliche CTG werden angeschlossen, ich schnappe mir mein Buch und beginne zu lesen.

11.15 Uhr: Au was war das denn? Sollte das tatsächlich eine Wehe gewesen sein? Verwundert schaue ich auf die große Uhr an der Wand und werde keine 3 Minuten später mit der nächsten Wehe belohnt. Wahnsinn, anscheinend tut sich wirklich was. Als die Hebi kurz nach dem rechten sieht, erinnert mich mein Mann daran das ich einen Einlauf haben wollte. Ich hätte ihn küssen können. Das war mir wirklich extrem wichtig, um hinterher "entspannt" pressen zu können.
Man befreit mich für eine halbe Stunde von Kabeln und Tropf. So konnte ich in aller Ruhe Ballast abwerfen gehen

12 Uhr: Neu verkabelt, habe ich es mir wieder auf dem Bett gemütlich gemacht. Entspannt lese ich mein Buch, während mein Schatz sich seiner PSP widmet und ein wenig spielt. Die Wehen kommen weiterhin alle 3 Minuten. Zwar sind sie recht kräftig, aber längst nicht so wild das ich sie veratmen müsste. Meine Lektüre reicht völlig aus um mich abzulenken.

13 Uhr: Die Mittagsschicht ist da und stellt sich vor. Die neue Hebamme nutzt auch gleich die Gelegenheit um mich zu untersuchen. Wir sind bei 5 cm und ich strahle wie ein Honigkuchenpferd. Endlich geht es vorran. Wird ja auch zeit. Immerhin warte ich schon 2 Tage.

15 Uhr: Die nächste Kontrolle steht an. Mittlerweile haben wir 8 cm erreicht und noch immer liege ich entspannt auf dem Bett und widme mich meinem Buch. Die Hebi schlägt vor die Fruchtblase zu sprengen, damit es weiter geht. Ich stimme zu, möchte vorher aber nochmal ins Bad. Also wieder Kabel und Tropf ab, runter vom Bett und ab zur Pipi-Box
Herrlich wenn man sich ein wenig die Beine vertreten kann.
Wieder auf dem Bett angekommen geht es weiter. Ich entledige mich meiner Hose und Unterwäsche. Man präpariert das Bett wasserdicht und dann geht es los.
Neugierig warte ich darauf das man die Fruchtblase anpiekst. Ein kurzes knacken und ich merke wie mir das Wasser läuft. Schon ein seltsames Gefühl. Dabei kenne ich es schon von der Geburt meines "kleinen-großen"
Wenn man schon dabei ist, verpasst man meiner Motte gleich noch einen Sender der die Herztöne an Leas Kopf überwacht.

Damit ist immerhin eines der CTG Kabel an meinem Bauch unnötig und wird entfernt.

16 Uhr: Langsam werden die Wehen wirklich unangenehm. Ich klappe das Buch zu und gebe es meinem Mann. Ein Blick auf den Wehenschreiber sagt mir das ich laut dem ...Teil keine Wehen habe. Beim nächsten Hebibesuch bitte ich darum mich davon zu befreien. Wozu die ganzen Gurte, wenn eh nichts aufgezeichnet wird?
Netterweise werde ich entkabelt und gleich darauf untersucht. 10cm Nur ein kleiner Saum vom Gebährmutterhals steht hartnäckig. Dagegen gibt es noch ein Medikament in den Tropf. Ich soll mich melden falls ich Presswehen bekomme.

16.30 Uhr: Ich klingle nach der Hebamme und bitte um eine Nierenschale. Mir ist hundeelend und stehe kurz davor mich zu übergeben. Kenne ich auch noch von der 1 Geburt. Kurz darauf bekam ich da Presswehen.
Diesmal ist es genauso. 2 mal würge ich kläglich, aber wo kein Essen drin ist kann nichts rauskommen. Glücklicherweise sage ich im nachhinein.

16.45 Uhr: Die ersten Presswehen kündigen sich an. Man zitiert mich auf die linke Seite und lässt mich mitarbeiten. Blöderweise habe ich keine Ahnung wohin ich drücken soll. Ich bekomme es einfach nicht fertig nach unten zu drücken.

Elegant wuchte ich auf Anweisung der Hebi meinen 130 kg Luxuskörper (Achtung Selbstironie) in den Vierfüssler. Wieder soll ich nach unten schieben. Wieder fehlt mir das Gefühl dafür. Wo war nochmal unten? Keine Chance auch der Vierfüssler ist nichts für mich.

Aller guten Dinge sind drei. Diesmal liege ich auf der rechten Seite. "Schieben sie nach unten", bekomme ich wieder zu hören. Langsam bin ich genervt. Wenn ich auf der linken Seite nicht merke wohin ich drücken muss, wird es auf der rechten kaum anders sein.

Gefrustet wende ich ein das ich es bitte auf dem Rücken liegen bzw. sitzend versuchen möchte. Endlich darf ich die Position wieder wechseln und kann loslegen.

Eine Wehe und die Hebi freut sich wie kräftig ich drücken kann. Die 2te Wehe und sie schreit schon fast das ich auf keinen Fall mehr drücken darf. Mit einer Hand zwischen meinen Beinen, angelt sie nach dem Telefon und ruft die Ärztin mit einem :" Wenn du jetzt nicht sofort kommst verpasst die die Geburt. SCHNELL!!!!"

Die nächste Wehe war die allerschlimmste. Ich durfte nicht drücken. Die Ärztin war ja noch nicht da. Die rannte nämlich schnurstracks an unserem Kreißsaal vorbei weil es darin ja so leise war

Schließlich hat sie und aber doch noch gefunden und mit der nächsten Wehe war Lea Cecilia dann endlich bei uns. Mit einem Gewicht von 3970g und 55cm Länge kann man sie wirklich Wonneproppen nennen.

Beim nähen der nicht allzu großen Risse, hatte ich dann schon wieder das Buch zur Hand und lenkte mich damit ab.Seither sind wir im KH als der leise Kreißsaal mit dem Buch bekannt Danke Daniela, du hast meinen Geschmack voll getroffen und mir die Geburt echt versüsst
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Jonah Fabrice
05.05.2008, 52cm, 3520g, 36.5cm Ku
Wir freuen uns wahnsinnig

Lea Cecilia
26.04.2010, 55cm, 3970g, 36cm Ku
Schön das du endlich da bist

Mit Mini ganz fest in meinem Herzen +16.2.2007 12SSW

Beitrag von yristow 18.05.10 - 23:31 Uhr

Ein wahnsinnig schöner Bericht, hab gedacht ich steh daneben.


Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter Lea.


LG Yristow mit meiner Lea an der Hand die kleine Nina auf dem Arm und mein #stern fest im Herzen.

Beitrag von stefannette 19.05.10 - 13:50 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Eurer Lea!! Sie hat sich ein richtig tolles Geburtsdatum ausgesucht;-)da hab ich auch Geburtstag!!!:-)

Beitrag von steba.79 19.05.10 - 09:08 Uhr

#herzlich Glückwunsch zur Tochter!!

Wieder ein super gelungener Bericht!!!

LG
Steff
+Antonia, Hendrik+#stern im Herzen

Beitrag von kris86 20.05.10 - 09:58 Uhr

#herzlich-lichen Glückwunsch zur Geburt der kleine Lea#ole

Wirklich ein toller Bericht!

Alles Liebe für euch#klee