Schwanger im Stich gelassen von depressivem Freund

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von indyanah 19.05.10 - 12:54 Uhr

Nachdem ich überhaupt nicht mehr weiß wohin und völlig verzweifelt bin, habe ich mich dazu entschieden hier etwas zu posten. Vielleicht habt ihr Erfahrungen gemacht, die der meinen ähnlich sind und habt etwas Trost für mich.

Ich bin mit meinem Freund sehr glücklich zusammen gewesen seit Sommer letzten Jahres (ich kannte ihn schon mehrere Jahre lang, bevor wir ein Paar wurden). Es schien so, als sein wir füreinander bestimmt, weil wir eine ganz besondere Verbindung zueinander hatten, und wir waren uns immer einig, dass wir zusammen eine Familie gründen möchten. Wir haben es auch lange versucht, aber es hat nicht geklappt, weil meine Zyklen gestört waren. Immer wieder kam von ihm der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind, und er konnte es kaum erwarten. Er hatte immer ganz leuchtende Augen, wenn er sagte: Ein Kind wäre so schön, und er hat mir immer deutlich gesagt, dass er unbedingt Kinder haben möchte und wenn, dann nur mit mir.

Ich muss erwähnen, dass er unter schweren Depressionen und Verhaltensstörungen leidet, aber trotz seiner extremen Stimmungsschwankungen hatte ich nie Anlass seinen Kinderwunsch in Frage zu stellen und war bereit trotz der Schwierigkeiten mein Leben mit ihm zu verbringen. Ich habe oft darüber gesprochen, wie ich mir eine Familie vorstelle und auch gesagt, was für mich undenkbar ist (z.B. ein Kind in zwei unterschiedlichen Haushalten aufzuziehen, obwohl man ein Paar ist), aber er versicherte mir immer, dass seine Vorstellungen den meinen entsprächen. Also vertraute ich ihm.

Die Kindersache ist für mich sehr heikel, da ich vor 14 Jahren schon einmal die Situation hatte, dass ich schwanger wurde - da war ich gerade 19 - und meinem damaligen Freund dann plötzlich einfiel, er wolle das Kind doch nicht, obwohl es ein Wunschkind war. Ich litt so unter der Situation, dass ich mein Kind damals verloren habe, und diesen Verlust habe ich viele Jahre lang nicht verkraftet. Mein jetziger Freund wusste von dieser Sache, er wusste, dass ich in dieser Hinsicht traumatisiert bin, und dass das mein wundester Punkt ist, sprich, dass eine neuerliche Verletzung erheblichen seelischen Schaden anrichten würde.

Vor ca. zwei Wochen erfuhr ich, dass ich schwanger bin und teilte es ihm voller Freude mit. Er stürzte angesichts dessen laut seiner Aussage in Despressionen und Psychosen aus Angst vor der bevorstehenden Veränderung, verließ tagelang seine Wohnung nicht (ich habe ihn schon seit über zwei Wochen nicht mehr gesehen). Und schließlich teilte er mir mit, dass er das Kind lieber nicht haben wolle und dass es der größte Fehler seines Lebens gewesen sei, dieses Kind mit mir zu zeugen, weil er sich selbst überschätzt habe. Und er führte all die Argumente gegen das Kind an, die zuvor kein Problem gewesen waren. Zudem teilte er mir mit, dass er nicht mit mir zusammen wohnen könne (obwohl er eine Woche vorher noch unbedingt mit mir zusammenziehen wollte).

Ich verstehe zwar sein Verhalten, seine Gründe, sein Unvermögen durch sein Krankheitsbild... alles... Aber dennoch bricht meine ganze Welt zusammen, weil ich fassungslos vor dem gleichen Ereignis stehe, wie damals und der Schmerz einfach unermesslich groß ist. Ich bin nach all den vorherigen Verletzungen einfach nicht stark genug, weil ich ohnehin schon so viel trage mit seinen ständigen Depressionen und allen Folgeerscheinungen, und jetzt auch noch alleine bin mit dieser Situation, die mich einfach überfordert.
Ich habe alles verloren - meine Hoffnungen, meine Träume, was eine Familie betrifft, mein Vertrauen, meinen Freund. Ich fühle mich so verraten und seelisch missbraucht. Es kommt euch vielleicht übertrieben vor, weil ich nicht die ganze Geschichte aufschreiben kann - der Text ist ohnehin schon so lang - aber ich übertreibe wirklich nicht. Ich bin einfach nur verzweifelt und weiß nicht, ob ich mein Kind behalten soll oder nicht, obwohl Abtreibung für mich eigentlich nicht in Frage kommt. Ich habe Angst, dass ich es alleine nicht packe, ich habe Angst, dass mein Kind Schaden nimmt durch meine emotionale Lage. Außerdem bin ich durch das ständige Gefühlschaos mittlerweile innerlich so tot, dass ich für mein Kind gar nichts mehr empfinde. Ich kann einfach nicht fühlen, was richtig und was falsch ist.

Was als Problematik noch erschwerend dazu kommt, sind mein Job und meine derzeitige Wohnsituation. Ich bin freiberuflich, habe eine ständig wackelige Jobsituation und verdiene nicht gerade die Welt. Da ich einen riesigen finanziellen Einbruch durch die Finanzkrise hatte, bin ich bei meinen Eltern untergekrochen, und wenn die (trotz meines Alters) von der Schwangerschaft erfahren, ist die nächste Katastrophe im Anmarsch, und es würde Vorwüfe ohne Ende hageln. Das wäre momentan für mich absolut untragbar.

Es kommen einfach so viele Ängste zusammen, und es ist keinerlei Rückhalt da, was mir gerade furchtbar zu schaffen macht..
Ich bin eine starke Persönlichkeit und ich halte viel aus, aber ich habe sehr viel Leid erfahren in meinem Leben, und ich schätze, ich bin gerade an meinem schwächsten Punkt angelangt.
Von meinem Freund habe ich mich wegen dieser Ereignisse getrennt. Das Ganze ist so immens verletzten, dass ich ihn nicht einmal sehen könnte. Ich kann kann im Augenblick seine Präsenz überhaupt in gar keiner Form ertragen - weder als Email in meinem Postfach, noch als SMS oder sonst irgendwie. Und ich bin nach wie vor fassungslos gegenüber dieser Ereignisse.

Ich hätte sehr gerne euren Rat, falls ihr mir einen geben wollt oder könnt, weil ich einfach nicht weiß, was ich tun soll - oder einfach nur etwas seelischen Beistand, das würde schon helfen.
Ich danke euch vielmals!

Beitrag von bibuba1977 19.05.10 - 13:01 Uhr

Hi,

erst mal will ich sagen, dass du mir wirklich leid tust... Die Situation ist fuer dich wirklich spuerbar belastend!

Aber...
Ich kann das ganze ueberhaupt nicht nachvollziehen. Du bist 33, richtig?
Warum zieht man nicht erst zusammen und redet dann ueber einen Kinderwunsch?
Und mal im Ernst... Du meinst, mit seinem Krankheitsbild waere er ein guter Vater?
Ich begreif das nicht ganz und fuer mich klingt das ganze auch ziemlich naiv.

Mein Tipp: Geh zu Beratungsstellen. Caritas z.B. Lass dich beraten, was dir finanziell zusteht und wie du dich schnellstens auf eigene Beine stellen kannst. Und dann nimm dein Leben in die Hand. Alleine und fuer dein Kind. Du wirst das schaffen.

LG
Barbara

Beitrag von carlos2010 19.05.10 - 13:13 Uhr

Nur weil man depressiv ist, heißt das nicht,dass man sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.
Mach´Dich bitte erst einmal schlau über diese Krankheit bevor Du solche Aussagen vom Stapel lässt!
Diese Krankheit kommt in allen Gesellschaftsschichten und Berufsbildern vor und kann wie jede andere Krankheit auch behandelt werden!!!

Beitrag von bibuba1977 19.05.10 - 13:22 Uhr

Es geht garnicht darum, dass ich nicht der Meinung bin, dass es nicht behandelbar ist. Ich denke einfach, es waere sinnvoller gewesen, eine Behandlung erst mal abzuwarten oder wenigstens mal das Zusammenleben mit einem Menschen, der unter Depressionen leidet, zu testen, bevor man einen Kinderwunsch angeht.
Weisst du, ob er in Behandlung ist? Wenn nicht, find ich das schon naiv. Zumal das Gefuehl der Ueberforderung zum Krankheitsbild gehoeren kann - wie du selbst schon schreibst.

LG
Barbara

Beitrag von bibuba1977 19.05.10 - 13:27 Uhr

"Wenn nicht, find ich das schon naiv."
Ich mein natuerlich, wenn er nicht ist... ;-)

Beitrag von carlos2010 19.05.10 - 13:29 Uhr

Ich weiß nicht, ob er in Behandlung ist aber ich finde es nicht gut zu schreiben: "...bei dem Krankheitsbild..."
Viele Menschen leiden an Depressionen und lassen sich behandeln und sind deshalb dennoch dazu in der Lage gute Familienväter und- mütter zu sein.
Das Krankheitsbild "Depression" macht keinen Menschen unfähig!!!

Ich hätte auch erst mit dem Menschen zusammen leben wollen aber darum ging es ihr ja hier gar nicht!

Beitrag von bibuba1977 19.05.10 - 13:38 Uhr

Fuer mich klingt es nicht so, dass er in Behandlung ist. Von daher bleibt es dabei, ich find es naiv, wenn dem so sein sollte. Ich kann es nicht nachvollziehen.
Sollte er in Behandlung sein, wuerde ich ihn nicht voellig aus dem Leben streichen. Er ist immerhin der Vater und vielleicht geht es ihm irgendwann so gut, dass er sich eines besseren besinnt.

Ich bin wahrscheinlich zu sicherheitsliebend. So eine Konstellation wuerde es in meinem Leben never ever geben. Und zum Glueck sind wir hier in einem Forum und jeder darf schreiben, was er denkt...

Wenn so eine Krankheit in einer bestehenden Familie auftritt, ist das fuer mich was anderes.

Beitrag von carlos2010 19.05.10 - 13:54 Uhr

Natürlich darf jeder seine Meinung haben aber man sollte auch ein wenig Taktgefühl haben wenn es um Krankheiten geht.
Hier sind bestimmt auch die Ein oder Anderen Schwangeren, die vielleicht genau mit dieser Krankheit leben und das dann so zu pauschalisieren ist meiner Meinung nach nicht richtig.

So und das ist meine Meinung.

ich wünsche Dir alles Gute#klee

Beitrag von muire 19.05.10 - 14:46 Uhr

["Nur weil man depressiv ist, heißt das nicht,dass man sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.
Mach´Dich bitte erst einmal schlau über diese Krankheit bevor Du solche Aussagen vom Stapel lässt!
Diese Krankheit kommt in allen Gesellschaftsschichten und Berufsbildern vor und kann wie jede andere Krankheit auch behandelt werden!!!"]

Bitte bezieht doch nicht von euch auf andere, es gibt keinen Grund sich angegriffen zu fühlen oder sich und seinKrankheistbild verteidigen zu müssen.
Es geht um den einen Mann, und gemessen an dem was er getan hat, kriegt er sein Leben nicht in den Griff. Besserung gibts nur, wenn derjenige selbst den Bedraf sieht und in die Puschen kommt, was bei ihm nicht der Fall ist. In diesem Falle muss nicht das Krankheitsbild Depression als gesellschaftsfähig erkämpft werden, sondern dieser individuelle Mann aufgrund seiner Taten gemessen werden.
Damit erspart ihr euch und uns ne Menge Diskussionen die am Thema der Diskussionsgründerin vorbei gehen.

Beitrag von carlos2010 19.05.10 - 13:03 Uhr

Das ist ja nicht wirklich schön, was Du da gerade durchmachst!
Ist Dein Freund denn in Behandlung?
Bei schweren Depressionen können ja auch immer starke Überforderungen dahinter stecken, die man eigentlich am besten in einer Gesprächstherapie bespricht. Ich kann verstehen, dass Du Dich total einsam und verletzt fühlst.
Aber Du solltest Dich nicht verstecken sondern offen über Deine Gefühle mit Deinem Partner sprechen. Immerhin habt Ihr gemeinsam beschlossen ein Kind zu zeugen nun müsst Ihr auch gemeinsam die Situation besprechen.
Eine Depression ist zwar eine Krankheit aber man ist weiterhin handlungsfähig. (ich spreche aus eigener Erfahrung!!)
Also reißt Euch beide zusammen und handelt im Interesse Eures ungeborenen Kindes!!!

Alles Gute#klee#klee

Beitrag von mss.fatty 19.05.10 - 13:06 Uhr

moin,

1) weiterhin keinen kontakt zu deinem ex
2) geh zu profamilia oder einer ähnlichen einrichtung, die kennen sich mit so dramatischen situationen aus und unterstützen dich in allen hinsichten...auch so finanzielle fragen. Die sind echt gut, war selber da.
über die findest du eventuell auch eine
3) Gesprächsgruppe
4) hast du nicht eine freundin bei der du unterschlüpfen kannst?

wenn deine situation sich etwas klärt wirst du auch wieder zugang zu deinen gefühlen bekommen, jetzt gerade hast du eigendlich keine alternative als dich durchzukämpfen und das wirst du auch packen.
lg anna

Beitrag von cess 19.05.10 - 13:07 Uhr

Du Arme, lass dich mal #liebdrueck

Was du schreibst, berührt mich sehr stark. Ich kann dir natürlich nicht sagen, was du jetzt tun sollst, aber an deiner Stelle würde ich ganz tief in mich hinein horchen, was ich will und kann.
Ich denke, deine Eltern werden sich nach dem ersten Schock auch freuen. Es gibt immer eine Lösung. Und so ein kleines Leben gibt einem selbst doch auch wieder neuen Aufwind.

Auf den Kindesvater kannst du leider wenig bauen. Mein eigener Vater leidet auch unter Psychosen und ist immer schon für Überraschungen gut gewesen (es kommt ihm immer etwas anderes in den Kopf, wer ihm jetzt wieder etwas böses will). Aber es gibt auch viele liebe alleinerziehende Mütter!

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft.

Ganz liebe Grüße,

cess + #ei

Beitrag von misssonja 19.05.10 - 13:09 Uhr

Hallo Indyanah,

erst einmal herzlichen Glueckwunsch zur Schwangerschaft!
Es tut mir sehr leid fuer Dich was da alles in Deinem Leben momentan passiert.Und es ist sicher nicht leicht fuer Dich das alles zu ertragen.
Aber.......aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen das man vieles ertraegt und mehr Kraft besitzt als man selbst glaubt.Es kann sich so vieles ploetzlich zum Guten wenden auch wenn man vorher meint die ganze WElt ist gegen einen.
Ich war auch schwanger und allein,ohne Job(eigentlich hatte ich einen im Ausland)und Wohnung in Deutschland,ohne Geld und Perspektive.
Zum Glueck hatte ich eine Familie und auch Freunde die hinter mir standen und auch stehen.Auch ich war sehr,sehr oft furchtbar ungluecklich und hab mich einsam und allein gefuehlt.Bin wirklich in ein wahnsinnig tiefes Loch gefallen.Zum Glueck hab ich mich wieder derappelt und es hat sich vieles zum Positiven geaendert.
Also gleich wohl wie auch immer Du Dich entscheiden wirst,es kommen auch wieder bessere Zeiten.(Auch wenn DIr das grad nicht weiterhilft)
Kannst mich auch gerne per PN anschreiben.

LG Sonja

Beitrag von miststueck84 19.05.10 - 13:10 Uhr

erstmal #liebdrueck

Wenn du schon sagst, dass Abtreiben für dich nicht in Frage kommt, dann würd ich es auch nicht tun. du würdest dir wahrscheinlich dein lebenlang vorwürfe machen.

Viele werdende Eltern plagen Zukunftsängste. Bei unserem Großen hatte ich auch hin und wieder zweifel, ob es so richtig war. Aber dann war das wieder vorbei und ich wusste, dass es richtig war. Wenn dein Freund sowieso psychisch vorbelastet ist, kann es sein, dass es bei ihm halt extrem ist. Vielleicht überlegt er es sich ja noch anders, wenn er weiß, dass du das Kind auch ohne ihn aufziehen wirst.

Wegen deiner Wohnsituation.... egal was deine Eltern sagen... es ist deine Entscheidung. Ansonsten such dir eine eigne Wohnung. Ich denke in deinem Fall kann jeder verstehen, wenn du hartz IV bekommen müsstest.

Leider kann ich an deiner Situation nichts ändern. Aber ich wünsche dir alles alles Gute #klee

Beitrag von indyanah 19.05.10 - 13:38 Uhr

@ Barbara

ja, ich verstehe, dass das für dich naiv wirkt - ich kann wie gesagt unmöglich die ganze Geschichte im Detail aufschreiben, die würde Seiten füllen.
Wir haben schon zusammen gewohnt, und über den Kinderwunsch haben wir auch mehrfach gesprochen. Genauso habe ich all meine Bedenken dazu geäußert, dass er fähig sei ein Kind zu erziehen und sämtliche Dinge ausführlich beleuchtet, die mich im Vorfeld beschäftigt haben.
Mein Ex-Freund hat mir alle Zweifel eindeutig genommen - sowohl bezüglich seines Kinderwunsches, als auch bezüglich seiner Fähigkeiten, ein guter Vater sein zu können.
Er hatte sich in den letzten Monaten stabilisiert und sehr positiv verändert. Es kam wirklich völlig überraschend, dass er einen Rückzieher macht, sonst hätte mich das auch nicht so aus der Bahn geworfen. Er hat mich schlicht belogen, sich selbst wohl auch - und das war nicht abzusehen.

Ich bin kein Mensch, der leichtfertig und unüberlegt ein Kind in die Welt setzt, auch trotz aller Liebe, wirklich nicht - schon gar nicht nach meiner Vergangenheit.
Danke für deine Ratschläge!

@ carlos2010

Nein, er ist leider nicht in Behandlung. Bisher hat er sich geweigert. Die meiste Zeit war ich diejenige, die sich um seine Psychoanalysen gekümmert und mit ihm gesprochen hat.
Ich habe ihm alles gesagt bis ins letzte Detail. Ich habe ihm so klar wie nur eben möglich erklärt, was in mir vorgeht und was sein Verhalten bei mir für katastrophale Auswirkungen hat. Aber er versteht es nicht oder will es nicht verstehen. Er lehnt sich nur wieder an mich an, belastet mich zusätzlich mit Selbstmorddrohungen. Ich kann das unmöglich alles tragen in meinem derzeitigen Zustand, denn ich bin nicht sein Therapeut.
Ich weiß, dass man trotz Depressionen handlungsfähig ist, aber ich denke, es ist hier nicht an mir zu handeln, ich kann nicht die ganze Verantwortung für mich, das Kind und ihn alleine tragen.
Und das mit dem Zusammenreißen ist von dir sicher nicht bös gemeint, hier momentan aber völlig fehl am Platz. Ich denke NUR an das Wohl meines Kindes, und ich kann keine gute Mutter sein, wenn ich ständig weiter traumatisiert werde.

@ Anna

An Profamilia habe ich auch schon gedacht. Und momentan unterbinde ich jeden Kontakt zum Ex, weil ich nicht belastbar genug bin, seine Probleme mitzutragen - wie schon weiter oben erwähnt. Schön, dass du das auch so siehst.
Nein, keine Freundin, wo ich unterschlüpfen kann oder möchte.
Danke fürs Mutmachen!

@ cess

Danke für deine aufrichtige Anteilnahme! Das mir keiner von euch sagen kann, was ich tun soll, ist mir schon klar. Ich versuche nur, mehr Klarheit zu bekommen, und für mich geht das im Gespräch meist am besten.
Dass meine Eltern sich freuen würden, glaube ich nicht. Ich kenne sie sehr gut... und möchte das lieber nicht riskieren, weil ich vermeiden will, noch weiter verletzt zu werden. Ich brauche jedes Quäntchen Kraft, das ich aufbringen kann.
Weil du deinen Vater erwähnst, der Psychosen hat: Ich mache mir auch sehr viele Gedanken darum, was es für mein Kind für Auswirkungen hätte, mit solch einem Vater konfrontiert zu werden.

@ Sonja

Danke für die Glückwünsche! Die kommen leider nur von ganz wenigen Seiten. Ja, ich gebe dir Recht, auch ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass man mehr aushält, als man denkt. Irgendwann erreicht man nur einen Punkt, an dem gar kein Lichtschimmer mehr vorhanden ist...
Bisher habe ich mich aus all meinen tiefen Löchern wieder befreit und mich wieder aufgerappelt, ich habe nur Angst, dass ich irgendwann doch verbittere und emotional verkümmere, weil ich mich frage, wie viel ich wohl noch ertragen kann...

@ miststueck84 (was für ein Username... das klingt ja furchtbar, wenn ich dich so anspreche...)

Es ist die Verzweiflung, die mich zu diesem Gedanken bringt... und die extreme Abneigung, die ich gerade für alles empfinde, was mit meinem Ex-Freund zu tun hat. Ich weiß nicht, ob ihr das Gefühl kennt, wenn man so sehr verletzt ist, dass man überhaupt keine Berührung mehr mit der Ursache der Verletzung haben kann, da man andernfalls das Gefühl hat, wahnsinnig zu werden.
Eben diese Emotion zeigt mir ganz deutlich auf, dass irgendetwas gewaltig nicht stimmt, und ich muss auf meine Seele hören, wenn ich nicht vollends zerbrechen möchte.
Allerdings hast du Recht, wenn du sagt, dass ich mir lebenslang Vorwürfe machen würde... das würde ich... ich habe die Fehlgeburt damals schon kaum verkraftet.
Es ist nur erschreckend für mich, das mir gerade im Moment allein beim Anblick von Kindern schlecht wird... und dass, obwohl ich Kinder wahnsinnig liebe.

Auch bezüglich meiner Eltern hast du Recht, es ist meine Entscheidung, klar - ich versuche ja auch nur mich selbst zu schützen vor den Vorwürfen, die kommen würden, weil ich weiß, dass sie mich schwer treffen würden.
Und mein Ex-Freund hat es sich bereits anders überlegt, und will sich nun doch einmischen - so als sei nichts geschehen. Aber auch hier hängt eine längere Geschichte dran, und ich muss mich selbst und mein Kind vor weiteren Verletzungen schützen. Abgesehen davon muss ich mich erst einmal erholen - das Ganze ist sehr schwer zu verarbeiten. Nach dem, was passiert ist, werde ich ihm nicht mehr vertrauen können, und ich werde mein Kind nicht einer solchen emotionalen Belastung und Verletzungsgefahr aussetzen. Das kann ich nicht verantworten, so gerne ich einen Vater für mein Kind hätte.
Aber nachdem schon dieses Verhalten nicht abzusehen war, kann ich erst recht nicht abschätzen, zu was er sonst noch fähig wäre...

Ich danke dir für deine Wünsche! Danke noch mal an euch alle!

Beitrag von carlos2010 19.05.10 - 14:00 Uhr

Hallo indyanah,

ich wünsche Dir wirklich viel Kraft für Deine Zukunft!!!

Ich weiß, dass Du ihm nicht helfen kannst. Aber dennoch wolltest Du trotz aller Probleme ein Kind mit ihm und deswegen meine ich, dass Ihr zusammen die Situation lösen solltet.

Wie auch immer es bei dir weitergehen mag, ich wünsche Dir alles Gut#klee

Beitrag von sassi1612 19.05.10 - 13:41 Uhr

Hallo!!
Ersteinmal #herzlichen glückwunsch zu deiner schwangerschaft!
Du bist in einer situation wo dir eigentlich keiner einen richtigen rat geben kann! Ich selber bin Krankenschwester in einer psychatrie und weis wie es dir geht!
Ich vertsehe nicht wie hier manche schreiben können dass du naiv warst!
Wenn man einen menschen liebt wünscht man sich nunmal eine schöne zukunft und eine familie! Ich hoffe dass dein exfreund in bahandlung ist obwohl ich glaube dass er eher nicht in behandlung ist denn die medis die diese menschen heutzutage bekommen lassen sie ein normales leben füren!
Es tut mir sehr leid für dich dass du diese erfahrung erneut machen musst!
Aber vielleicht soll dass eine chance sein alles besser als damals zu machen! Du hast dich damals sehr hängen lassen und dadurch dein baby verloren wobei dir niemand dafür die schuld gibt! Aber versuche in dieser neuen selben situation alles besser zu machen!
Habe vorerst keinen kontakt mehr zu ihm und fange wieder an an dich zu glauben! Meine mama hat drei kinder gross gezogen alleine! Und wir frauen sind doch stark wir würden es und schaffen es auch ohne die männer! Ich weis nicht was man dir am besten für einen rat gibt, aber ich würde um mein kind kämpfen! Ich würde mit meiner mutter darüber reden zu verschiedenen stellen gehen die einem helfen können denn wenn du weist ja hier hilft man mir sieht alles schon ganz anders aus! Mein erstes baby habe ich auch verloren und meiner meinung nach wegen meinem freund der damals sehr starke alkohol probleme hatte und mich seelisch und psychisch fertig gemacht hat! Und jetzt bin ichr erneut schwanger und störe mich nicht mehr an anderen problemen! Ich lebe mein leben wie ich es für richtig halte und entweder es wird zu mir gehalten oder nicht, und wenn nicht dann schafft es jede frau auch alleine aber immer hält jemand zu dir! Geschwister, eltern oder freunde! Ganz alleine ist man nie und ich hoffe dass es dir bald wieder besser geht und du wieder glücklich sein kannst über dich und dein baby dass bei dir bleiben will!!!#huepf

ich wünsche dir alles liebe und ich weis dass alles gut wird!
Du bist eine starke frau und glaube auch an dich selbst!!!

Beitrag von nudelmaus27 19.05.10 - 13:49 Uhr

Hallo!

Also ich habe echt alles gelesen und ich muss sagen, du bist eine so starke Persönlichkeit du wirst es schaffen auch ohne den Mann! Ich bin mir da einfach sicher, auch wenn die Situation eine ähnliche ist wie vor vielen Jahren aber ein was ist anders, du bist reifer geworden und dieses Kind wird dir Kraft geben.

Klar wäre es schön, wenn deine Eltern nun nicht noch auf dir Rumhacken würden, sollte das sein, dann ziehe aus (1-Zimmer-Wohng. wird auch erstmal gehen). Was die geldliche Sache betrifft, das wird schon auch wenn du erstmal eventuell vom Amt leben müsstest.

Ich bin auch kein Abtreibungsgegner oder so, ich denke einfach nur, dass du es packen wirst, vertraue einfach auf dein Gefühl.

Gruß, Nudelmaus

Beitrag von muire 19.05.10 - 14:22 Uhr

Wow, man liest Dir an, dass Du eine starke Persönlichkeit hast!

Es tut mir so leid, dass Dir sowas wiederfahren ist!

Ich kann nachvollziehen, dass Du Dich innerlich tot fühlst, auch haderst mit den Gefühlen für Dein Kind.

Ich habe heraus gelesen, dass Abtreibung für Dich nicht in Frage kommt, ich bin der Meinung, dass Du noch monatelang genug Zeit hast, positive Gefühle für Dein Kind zu entwickeln. Ist nicht schlimm, wenns dauert! Dafür hast Du grad auch gar keine Kapazitäten frei, bei Deinem Kummer.

Ich traue Dir zu, es zu schaffen Dein Kind aufzuziehen, auch ohne die Unterstützung des Kindsvaters (zu der er aber aufgrund seiner psychischen Erkrankungen nicht verlässlich fähig gewesen wäre) und finde Du machst das richtig. Du musst Dich jetzt schützen und Du müsstest unterstützt und gestärkt werden, nicht ein erwachsener Mann wie er. Pass auf Dich und Dein Wohl auf und lass nicht zu, dass er Dich mit seiner Schwäche noch mal so treffen kann. Das hast Du nicht verdient!

Leider hat Familie manchmal das Talent einem nicht das zu geben was man braucht, aber da sie Dich zu Hause aufgenommen haben, geh ich davon aus, dass sie trotz ihrer Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs und der unsicheren Lebenssituation von Dir Dir Unterstützung anbieten, zumindest würde ich es erwarten. Dazu sind sie da!

Ich bin kein Gegener von Abtreibungen, aber in Deinem Fall würd ich herauslesen, dass es für Dein Seelenheil besser ist, das Kind zu behalten. Du hast schon einmal eines verloren, Du hast verdient, dass es diesmal gut geht! Es ist das Kind, was Du damals nicht behalten konntest! Und weil Du von Deinem Alter in Bezug auf bei Eltern wohnen schreibst, Du würdest Dich in den Arsch beißen, wenn Du dieses Kind bewusst abtreibst und es danach einfach nicht mehr klappt, da bin ich mir sicher.

Du musst es Deinen Eltern auch jetzt noch nicht sagen, Du hast im Grunde noch 1-2 Monate Zeit, bis sie es Dir ansehen. genug Zeit um selber psychisch stärker zu werden und einiges zu verarbeiten und ihnen die Stirn bieten zu können!!!

In Deinem schwächsten Punkt, werden sich Deine größten Stärken zeigen, ich trau Dir zu, für Dich und Dein Kind zu Sorgen! Und Hilfe annehmen ist auch eine Stärke, die nicht viele besitzen, wie von Vorrednern schon beschrieben, gibt es Hilfen. Kommunaler Sozialdienst (kann man auch Spenden beantragen etc) Caritas etc)

Leicht ist es wahrlich nicht für Dich und Du hast meinen größten Respekt! Lass Dir einfach Zeit, einen positiven Bezug zu Deinem Kindund eurer Zukunft herzustellen, Du hast dafür mehr als 9 Monate Zeit! Du bist grad verzweifelt und es ist echt ne richtige Wesensprüfung und ein Schicksalsschlag, dem Du unterliegst und Du wirst Dich bewähren!

Und bitte bei aller Liebe, Du kannst einen erwachsenen Mann nicht vor sich retten, er ist allein verantwortlich und hat Dich bitter im Stich gelassen, ist aufgrund seiner Erkrankung zu mehr nicht fähig und man kann es ihm nicht mal übel nehmen. Aber bitte, lass ihn nicht mehr in Dein Beziehungsleben, Du und Dein Kind ihr braucht jemanden verlässliches!

Ich wünsch Dir alles Gute und egal wofür Du Dich entscheidest, teil es uns doch bitte mit, wie es Dir ergeht! Alles Liebe

Beitrag von jessie27 19.05.10 - 15:01 Uhr

Hallo!

Ich möchte gerne auch noch meine Meinung schreiben.
Mein Mann hat auch seit mehreren Jahren unter Depressionen zu leiden und dazu kamen Angststörungen und etc.

Ich weiß, wie schwer das für Dich sein muss, dass er auf einmal seine Meinung ändert. Ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung sagen, dass er Zeit und Geduld braucht. Er ist nicht gegen das Kind. Er hat nur Angst davor, es nicht zu schaffen und kein guter Vater zu werden. Ich brauchte viel Überredungskunst, meinen Mann von einem Kind zu überzeugen. Aber dann war er einverstanden. Als ich dann schwanger wurde, kam bei ihm die Angst auf. Sich einfach zu überfordern und damit doch nicht klar zu kommen. Nun ist er wieder in ärztlicher Behandlung und bekommt Antidepressiva, aber ihm geht es schon deutlich besser.
Solche Menschen brauchen eben viel Verständis und Geduld. Aber ich denke, dass Du das wußtest, sonst wärst Du nicht mit ihm zusammen. Dass er jetzt so auf das Kind reagiert, ist natürlich nicht nett, aber wäre es nicht eine Möglichkeit, dass er sich mit Behandlung und schrittweise Gewöhnung an diesen Gedanken wieder fängt und Ihr eine glückliche Familie werden könntet?
Du kennst ihn ja und kannst einschätzen, ob das jemals funktionieren würde, aber ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass es funktioniert und ich glücklich bin! Ich weiß, dass es schwer ist, aber wenn Du mit "so einem" Menschen zusammen sein willst, dann muss Dir klar sein, dass es das ganze Leben lang so weiter geht, natürlich mit allen Hochs und Tiefs.
Ich hoffe, dass alles gut wird für Dich!

LG

Beitrag von zuckerpuppe82 19.05.10 - 15:31 Uhr

Hi!

Wow, was für eine Story...ich habe gebannt gelesen. Es tut mir sehr Leid für dich was dir passiert ist. #liebdrueck

Ich rate dir ebenfalls keinen Kontakt zu deinem Ex zu halten, das ist momentan einfach zu viel für dich und die ganze Situation.

Ich kann dir ebenfalls nur dazu raten, eine Beratungsstelle auf zu suchen. Sie können dir wirklich weiter helfen und dich unterstützen! Sie wissen was dir zusteht und was du wo beantragen kannst.

Warum suchst du dir denn nicht eine eigene Wohnung? Vom Finanziellen her, kann dir bestimmt die Wohngeldstelle oder das Amt weiter helfen. Beim Amt bekommst du ebenfalls Finanzielle Hilfe was die Ausstattung für das Baby betrifft.

Hast du denn niemanden, mit dem du über deine Probleme reden kannst? Freundin, oder Schwester/Bruder, oder auch Tanten etc. denen du Vertraust? Auch bez. des Schweigens wenn du noch nicht willst das deine Eltern davon erfahren. Wenn man darüber redet, hilft einem das weiter finde ich. Man kann sich die Seele frei reden.

Ich wünsche dir alles liebe und Gute für die Zukunft! Tief in deinem Herzen weißt du, was richtig ist für dich und dein Baby. Ich glaube ganz fest daran! #herzlich

Viele Grüße

Cindy #winke

Beitrag von indyanah 19.05.10 - 16:47 Uhr

@ sassi1612

Danke dir für die Glückwünsche! :-)
Nein, einen Rat geben kann man mir vermutlich nicht, aber es ist schön, nicht ganz allein zu sein. Was die angebliche Naivität angeht: Nun ja, ich halte es auch nicht für falsch, daran zu glauben, dass ein kranker Mensch gesund werden kann - denn wenn ich nicht an meinen Freund geglaubt hätte, wer dann? Es hatte ihn ohnehin schon jeder sonst aufgegeben, und es tut mir Leid, dass ich das nun auch tun muss um meiner selbst Willen, aber manchmal muss man von allen fallen gelassen werden, um überhaupt die Chance ergreifen zu können, auf eingene Beine zu kommen.
Es ist trotz allem Verständnis, das ich habe, für mich furchtbar schwer, weil ich eben auch ein Mensch bin mit verletzlichen Seiten, und ich habe mich in der Beziehung ohnehin immer zurückgestellt.

Was mich selbst angeht, weiß ich nicht, welche Chance sich durch diese Erfahrung bietet - das werde ich wohl erst rückblickend in einiger Zeit sehen können. Momentan zählt es nur, mit dieser Flut an Schmerzen umzugehen und irgendwie zu versuchen zu heilen.
Ja, kommt mir bekannt vor. Mein Ex-Freund ist nicht nur schwer depressiv, er ist zudem auch noch Alkoholiker. Aber das war für mich kein Grund, ihn nicht zu lieben - mal ganz abgesehen davon, dass man sich das gar nicht aussuchen kann - denn er war immer ein lieber Mensch mit dem Herzen am rechten Fleck, und ich habe fest daran geglaubt, dass er heilen kann. Ich glaube es noch immer... nur habe ich keine Kraft mehr, dafür einzustehen, weil ich selbst untergehe. Und ich denke, damit helfe ich ihm auf Dauer auch überhaupt nicht, weil er seine eigene Stärke finden muss.

Ich hoffe auch, dass ich bald glücklich sein werde darüber, dass ich ein Kind erwarte, und dass ich es alleine schaffe. Danke für deine lieben Worte!

@ nudelmaus

Danke auch dir für die lieben Worte. Es ist schön, dass ihr mir Mut macht, das hilft schon sehr. Ich bin damit beschäftigt, über eine Wohnung nachzudenken - ich muss nur mein Emotionschaos so weit ordnen, dass ich vernünftig nachdenken kann. Zudem stecke ich gerade in einem Haufen vorn Arbeit und komme kaum zu etwas anderem, was es natürlich schwierig macht, die Geschichte zu verarbeiten und nach vorn zu gehen. Ich gebe mir Mühe, das Gefühl wiederzufinden, auf das ich vertrauen kann.

@ muire

So, tut man das? Ich weiß nicht, ich bin gerade überhaupt nicht von meiner Stärke überzeugt... ich fühle mich schrecklich schwach...
Ich dank dir für deine Anteilnahme!

Was den Krümel angeht, hoffe ich nur, dass er keinen Schaden nimmt bei diesen extremen Berg- und Talfahrten im Moment. Das ist ja für mich schon nicht gesund... armes kleines Wesen...
Ja, unterstützt und gestärkt zu werden wäre mal wirklich schön zur Abwechslung... Es ist gar nicht gut, wenn man als Frau so stark ist, das wird zu schnell zur Selbstverständlichkeit, und die Menschen können nicht mehr damit umgehen, wenn man dann mal zusammenklappt.
Meine Familie wird mir keine Hilfe sein, ich muss mich schon um mich selbst kümmern...
Dennoch ist es aufmunternd, was du mir geschrieben hast, und dafür danke ich ganz herzlich.
Ich werde euch alle bestimmt auf dem Laufenden halten und hier posten, was aus mir werden wird... :-)

@ jessie27

Ich weiß, dass es viel Zeit und Geduld braucht, und die hatte ich auch die ganzen Monate unserer Beziehung - ich hatte wirklich endlos Geduld und habe mich oft sehr verletzen lassen. Aber jede Geduld hat ein Ende, und ich bedaure, dass ich nicht früher den Riegel vorgeschoben habe.
Ich bin stark, aber ich muss mich auch einmal anlehnen können... und wenn ich mich nicht einmal da anlehnen kann, wo ich meine größte Schwachstelle habe, dann ist das schon sehr bitter...
Ich möchte meinen Ex-Freund nicht überzeugen, sein Kind anzunehmen - einfach, weil ich mich nicht der Gefahr aussetzen möchte, wieder so verletzt zu werden. Ich weiß, es würde wieder passieren, schon allein, weil ich ihn zu sehr liebe und ihm verzeihen würde, und irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, wo ich es nicht mehr überlebe. Das Risiko kann ich jetzt sowieso nicht mehr eingehen.
Eine glückliche Familie zu sein ist ein schöner Traum - aber leider in diesem Fall eine Utopie, das kann ich genau spüren. Der Schaden hat tiefe Spuren bei mir hinterlassen, und manche Wunden heilen nicht oder sehr schlecht. Selbst wenn ich vergeben kann, ist das Vertrauen weg, und ohne geht es nicht. Ich glaube, ich bin es auch müde, ständig um alles zu kämpfen... ich würde mich gerne einmal ausruhen...
Danke auch an dich für die lieben Wünsche!

@ Cindy

Ich dank dir fürs Anteil nehmen! Weil du sagst, du hast gebannt gelesen: Ich dachte mir neulich schon, dass ich Bücher über mein Leben schreiben sollte... Was mir schon alles passiert ist... das wäre Stoff für zig Filme... nur leider fehlt mir die Zeit... hier steht ja auch nicht einmal die halbe Story - und es ist trotzdem schon so viel...

Ich werde mich gleich mal schlau machen, wohin ich mich wende, um mich beraten zu lassen, damit ich das nach dem Arbeitsstress schnellstmöglich in Angriff nehmen kann. Leider ist man ja als Freiberufler so gebunden an Abgabetermine - zu dumm in der jetzigen Situation.

Das mit der Wohnung ist nicht ganz so einfach... Zuerst muss ich meinen Kopf freischaufeln, um denken zu können, dann die finanziellen Mittel auftreiben, dann überlegen, wohin ich am besten ziehe und dann zusehen, wie ich den Umzug organisiere. Ich habe kein Auto, und ich darf zur Zeit nichts heben und mich nicht anstrengen, weil ich auch noch eine ziemlich große Zyste im Bauch habe, die fürchterliche Schmerzen verursacht. Tja, und die Möbel würde mir auch noch fehlen... Ansonsten steht dem nichts im Weg... reicht ja auch...

Ich dachte, ich wende mich zum Reden besser hier an das Forum, weil die Chance hier größer ist, dass jemand in einer ähnlichen Situation war/ist und versteht, ohne dass ich alles langwierig und umständlich erklären muss. Ich habe Freunde, aber zum einen sind die meisten auch mit meinem Ex-Freund befreundet, was die Sache kompliziert macht, denn ich möchte keinen dazu nötigen, Partei zu ergreifen - und zum anderen mangelt es an Verständnis, was mir im Augenblick mehr schadet als nutzt, weil es wieder noch mehr belastet, wenn man sich auch noch verteidigen muss für das, was man empfindet.

Ich gebe dir vollkommen Recht: Reden tut wirklich gut und hilf meist am besten - aber auch nur dann, wenn man jemanden hat, der wirklich zuhören kann, einen nicht ständig umkrempeln will oder das herunterspielt, was man durchmacht.
Vielen Dank für die lieben Wünsche! Ich weiß, dass tief in mir die Antwort liegt... ich muss nur erst wieder dahin finden...

Beitrag von indyanah 19.05.10 - 17:29 Uhr

Ach, bin ich ein Esel... ich hab das mit dem Posten hier nicht richtig gerafft, deshalb erscheinen meine Antworten an die jeweiligen Beiträge jetzt nicht in der "Hauptkategorie"... :-(
Nächstes Mal mach ich's richtig...