Die unerwartet schöne Geburt einer Angsthasen-Mama

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von margarita73 19.05.10 - 12:59 Uhr

Ich hatte panische Angst vor der Geburt - und das wurde immer schlimmer, je näher der ET kam. Die Geburt meines Großen war traumatisch und ich hatte damals einen Dammriss bis in den Schließmuskel erlitten. Die zweite Geburt war daher ein WKS. Ich hatte Angst, mit meinem Seelenstress mein Töchterchen schon im Bauch zu belasten und war nervlich ziemlich unten. Frühzeitig in der SS hatte ich mich um eine Beleghebamme gekümmert, die mich zur Geburt begleiten sollte. Aber auch ihre Vorsorgebesuche konnten mich immer nur kurz beruhigen, es war mir alles ganz schwer und belastend.

14.05.:
Am 10.05. sollte ET sein. Da war ich mittlerweile 4 endlos lange Tage drüber und hatte nun ein Gespräch mit der Hebi, in dem ich ihr gesagt habe, dass ich es nicht mehr aushalte und immer wieder über einen WKS nachdenke bzw mir auch eine Einleitung vorstellen könnte, wenn jetzt nur die Spannung nachlassen würde. Okay, dann komme ich morgen um die Herztöne abzuhören und wir treffen uns übermorgen zum CTG im KH und dann gebe ich Dir einen Rizinuscocktail mit nach Hause, so lautete ihr Vorschlag. Gut, wenigstens was in Aussicht. An diesem Abend bin ich ganz ruhig ins Bett gegangen, im zukünftigen Kinderzimmer, um meinen Mann nicht wieder wach zu sägen. Heute und morgen würde wohl nix passieren. Dachte ich.

Besagte Nacht vom 14. auf den 15.05.:
3Uhr irgendwas: Mann, wie oft war ich eigentlich schon Pippi machen? Und jetzt auch noch groß mitten in der Nacht? Komisch.
Dann wieder ins Bett mit Bauchschmerzen. Mal gucken, ob die wieder kommen. Wehen hatte ich ja immer mal, auch die Tage vorher schon. Halbe Stunde später wieder eine... Und dann immer öfter. Noch ging´s eigentlich vom Schmerzempfinden her und Angst hatte ich auch keine. #kratz Warum eigentlich nicht? Naja, gegen 6Uhr bin ich zu meinem Mann ins Bett gekrabbelt. "Schatz, ich hab Wehen" Er: "Hmm, komm nochwas kuscheln!" Okay, das hat er wohl nicht gerafft. Bin auch noch ein paar Minuten zu ihm unter die Decke, aber das war kein wirklich schönes Kuscheln mehr. Also raus aus´m Bett. Ich wollte baden, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich kein Fehlalarm ist. Mein Mann hatte es mittlerweile verstanden und kam mit ins Bad (mit einem Balisto morgens um kurz nach 6! #rofl). In der Wanne wurde eigentlich umgehend klar, dass das echte Wehen sind. Also wieder raus, mich angezogen, die Kinder geweckt, Tasche zu Ende gepackt und alles wie in Trance ohne Angst.
Um 7 hab ich meine Hebi angerufen, die noch ganz verschlafen war und sich erstmal anziehen wollte, um danach zurückzurufen.
7.45Uhr: ich ruf sie nochmal an und sage ihr, dass wir uns im KH treffen. Kinder vor die Flimmerkiste geparkt, ab ins Auto und die Schwiegereltern telefonisch zur Abholung der Kinder gescheucht.
Im Auto auf der Rückbank war das Wehen veratmen mittlerweile echt unangenehm und die 30 min Fahrtzeit zum KH waren nicht wirklich angenehm. Im KH angekommen sind wir direkt in den Kreißsaal, wo die liebe Hebi uns freundlich mit "Herzlich willkommen" und Umarmung empfing. Sie hat mir gezeigt, wie ich die Wehen gut veratmen und mit tönen begleiten kann und wie ich im Storchengang durch den Kreißsaal staksend mein Kind dazu bewegen kann, tiefer ins Becken zu rutschen. Muss zum Schreien ausgesehen haben. Mein Mann wollte mir zwischendruch den Rücken massieren, aber das war mir zuviel - von der Hebi komischerweise nicht. Vielleicht lag es an ihrer Ruhe oder ihren angenehm kalten Händen. Die Wehen kamen immer schneller und wurden immer schmerzhafter, so dass mein Tönen mittlerweile in Elchröhren überging und ich wanderte in den kurzen Pausen durch den Kreißsaal, in Unterhose und T-Shirt barfuß im Storchenstaksgang.
Irgendwann merkte ich starken Druck auf den Darm. Um meiner Kleinen den Weg nach unten weiter zu erleichtern, sollte ich mich auf´s Bett legen und mich schwunghaft von einer Seite auf die andere drehen. Das half schnell und dann kam auch schon stärkerer Druck. Wirklich den Drang zu pressen hatte ich trotzdem nicht, aber da ich durfte, hab ich einfach mal losgelegt. "Oioioi!" rief meine Hebi und sprang auf, denn fast hätte das Fruchtwasser sie erwischt, als die Blase plötzlich sprang.
Dann sollte ich mich in den Vierfüßlerstand begeben. Keine Ahnung warum, aber ich tat es. Da wurde der Druck nochmal stärker und ich presste mit. Meine Hebi wollte mich dazu bewegen, mich wieder in die Seitenlage zu legen, aber das hab ich gar nicht gehört, sagt mein Mann im Nachhinein. Jedenfalls blieb ich im Vierfüßlerstand und presste brüllend was das Zeug hielt, bis meine Hebi laut sagte: "Mach mal wie eine Lok, nicht mehr pressen!" Ich dachte vorher immer, dieser Punkt würde mir schwerfallen, aber es ging ganz gut. Es kam ein Punkt beim Pressen, an dem ich verzweifelte, weil ich fühlte, wie groß das Köpfchen ist und dachte, das passt doch nie! Aber natürlich passte es doch und als es endlich rausguckte, ging der Rest deutlich einfacher.
9.54 Uhr:
Flupsch war sie da, ich setzte mich auf meine Beine, nahm sie hoch (meine Hebi riss vorher in einem Affenzahn mein T-Shirt über meinen Kopf:-p) und drückte sie überwältigt an mich. Mein Mann stand weinend neben mir und beschmuste uns. Es war so ein wahnsinnig schöner Moment! #verliebtIch legte mich mit der Kleinen auf die Seite, die Hebi deckte uns zu und zog sich diskret zurück. Sie hat uns lange in Ruhe gelassen, kam aber immer mal zurückhaltend gucken, ob die Nachgeburt kommt und wie es mit der Blutung aussieht. Wir hatten gefühlt alle Zeit der Welt. Irgendwann kam dann die Nachgeburt und mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden. Dann haben mein Mann und die Hebi die Kleine zusammen gebadet und mir wieder gebracht. Erst dann kam der Arzt, um meinen Dammriss zu nähen. Das war wirklich unangenehm und da hatte ich auch Angst, aber die Angst, die ich vor der eigentlichen Geburt die ganze SS durch gehabt hatte, war bei der Geburt nicht vorhanden. Die Geburt verlief ganz ohne medizinische Hilfsmittel. Ich war nicht einmal am CTG, nur die Herztöne wurden zwischendurch mal abgehört. Wir hätten schon am gleichen Tag nach Hause fahren dürfen. Dummerweise hab ich mich entschieden, eine Nacht zu bleiben, weil ich dachte, ich brauch die Erholung. Zu Hause hätte ich mich besser erholt. Aber am nächsten Morgen hat mein Mann uns nach Hause geholt und wir genießen jetzt die gemeinsame erste Woche mit allen Turbulenzen und großen Gefühlen.

Das war die Geburt unseres dritten Kindes Lotte. Sie wog 3400gr, war 51cm groß und hatte einen KU von 35,5cm. Mit uns freuen sich dir großen Brüder, die nun schon fast 10 und 6 Jahre alt sind.:-D

Alles Liebe für Euch#herzlich
Sabine

Beitrag von christina_franz 19.05.10 - 14:43 Uhr

#herzlich lichen glückwunsch und noch viele viele schöne momente mit euerer maus :-)

Beitrag von doreenchristian 19.05.10 - 19:24 Uhr

Bor toll geschrieben...
Herzlichen Glückwunsch und eine schöne Kennenlernzeit!
Liebe Grüße Doreen

Beitrag von kimben 20.05.10 - 08:53 Uhr

hallo sabine !!!

ein schöner bericht:-)

mir geht es ähnlich ,bin jetzt 2 tage drüber und warte auf unsere maus-die zwei großen brüder(5& fast 8)warten auch schon ungeduldig.ich hab auch angst vor der geburt-aber dein bericht hat mut gemacht:-)

euch noch ne schöne kennlernzeit!

lg

simone#winke

Beitrag von aleasmama 22.05.10 - 22:20 Uhr

Du hast den Bericht soooo toll geschrieben. Danke! Ich musste wirklich oft schmunzen.

LG und euch alles Gute!

Beitrag von nicky78 29.05.10 - 17:54 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! #klee

Mir ging's auch so.... hatte ständig das Gefühl lieber nen WKS machen zu lassen weil ich so Schiss hatte. Es war mein erstes Kind, und ich dacht' ich pack' das nicht... Dann, als fest stand, ich probier's natürlich, wollt' ich unbedingt ne PDA, wählte sogar das KK danach aus, also wo ich wusst', dass die einem schnell eine geben. ;-) Tja.. schlussendlich schaffte ich's ohne... und ich bin noch heut' total stolz drauf!!! Meinen Geburtsbericht kannst nachlesen, Link is' in meiner VK, falls Du Lust hast. :-D

Alles Gute Euch!

LG
Nicky

P.S. Beim zweiten Kind hätt' ich nimmer diese Panik, doch Respekt schon... Denn, weh tat's natürlich schon, und man weiss ja nie wie die Geburt wird. Ich hatt' das Glück keinen Dammriss/schnitt zu haben. Davor hatt' ich eben immer riesige Angst... #schwitz Und wie Du schreibst, is' das ja wirklich nicht angenehm... Also hoffen wir, dass wenn's ein zweites Kind gibt, ich wieder keinen haben werd'... #schein