Rentnerin mischt sich ein bei weinendem Kind

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Beitrag von jettekul 19.05.10 - 14:02 Uhr

Ich bin immer noch ganz durch den Wind:

Heute stand in der Zeitung, dass eine Rentnerin aufmerksam wurde, als sie einem weinenden Kleinkind (3) auf einem Laufrad begegnete, das von einem Mann begleitet wurde, der das Kind in eine Richtung steuern wollte, wo das Kind offenbar nicht hinwollte.
Sie mischte sich ein, fand den Mann alkoholisiert und verdächtig und ging dann mit dem Mädchen weiter, wenig später begenete sie den Eltern des Kindes, die dieses schon suchten.
Die Kleine war der älteren Schwester beim Spielen "abhanden" gekommen.
http://www.citybeat.de/news/index.html?tags=polizei

Es hat mich unheimlich erschüttert, das zu lesen, weil ich immer wieder daran denken muss, was es für ein unglaubliches Glück war, dass sie einer Frau begegnete, die sich aktiv eingemischt hat.
Und ich weiß nicht, ob ich mich da auch eingebracht und nachgefragt hätte (ich weiß ja nicht, wie offenkundig es war, dass der Mann betrunken war), oder ob ich gedacht hätte "Tja, in dem Alter sind sie manchmal schwierig"
Meine Tochter weint auch manchmal bei Spaziergängen, weil sie irgendwelche Wünsche hat, die ich nicht erfüllen kann/mag, oder sie plötzlich nicht mehr weiterwill etc.

Wie gesagt, ich finde es unglaublich toll, dass die Frau sich gekümmert hat und mir ist schlecht bei dem Gedanken, dass es auch hätte passieren können, dass sich niemand eingemischt hätte, weil man vielleicht nur gedacht hätte "Der Vater ist aber ungepflegt" und sonst gar nicht weiter nachgedacht hätte.
Sollte meine Tochter mal wieder in der Öffentlichkeit einen Wut- oder Weinanfall haben, werde ich jedem, der nachfragt sagen, dass ich mich um seine Sorge freue und es nicht als "Einmischung" empfinde, damit solche Leute nicht abgeschreckt werden, und sich dann vielleicht beim nächsten Kind nicht mehr trauen, nachzufragen.

Und ich will versuchen, mit offeneren Augen durch die Gegend zu gehen.
Ich bin nämlich sonst eher konfliktscheu, aber seit dem Bericht heute, kann ich nicht aufhören, an den Fall zu denken.

Eigentlich hat das Posting von mir keinen besonderen Wert, es ist nur, weil ich ständig daran denken muss und es jemandem erzählen wollte.
Und ich hatte hier schon öfter Sachen gelesen, wenn es ums Einmischen geht, dass es ganz unterschiedlich gesehen wird, viele sich eventuell auch angegriffen fühlen, wenn wildfremde Menschen plötzlich in einer Konfliktsituation sich einmischen.

Und so ein bißchen wollte ich noch mal allen, die das lesen, ans Herz legen, wirklich ruhig mal genauer hinzusehen.


Grüße, Jette


(Ist mein erstes Posting, bitte seid nicht so streng, falls ich was übersehen hab,ja?Hoffe, der Link ist ok)




Beitrag von jettekul 19.05.10 - 14:05 Uhr

Kann ich an dem Posting noch was ändern?
Ich wollte das "Tipp-Symbol" (den Stern) haben, aber jetzt hab ich das falsche Symbol. Finde nix zum Ändern.
Liebe Mods, sonst bitte ändern, danke#danke

Beitrag von nanja 19.05.10 - 14:49 Uhr

das Symbol is doch WURSCHT!!

Ich find den Beitrag klasse #danke #danke #danke und die alte Dame EINSAME SPITZE.

Leider wird man davon nicht viel hören - andersrum würde es in den Medien ordentlich ausgeschlachtet werden. Schade darum, aber ein RIIIEEESEEEN DAAAAAAAAAANKEEEEEEEE für den großartigen + beherzten Einsatz.

DAS ist auch mein schlimmster Alptraum - das sowas meiner Mausi mal passieren könnte. Dann hoff ich auf eine standhafte Dame im reifen Alter mit oder ohne Krücke - hauptsache SIE MISCHT SICH EIN!!!

LG nanja

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 15:53 Uhr

Oh ja, ich glaube, deswegen beschäftigt mich das auch so, weil man automatisch das eigene Kind vor Augen hat.
Und ich hätte mir auch gewünscht, dass sowas richtig groß in der Zeitung steht und nicht so als kleine Randnotiz.
Um vielleicht mehr Leute anzuregen, auch soviel Zivilcourage zu zeigen.

#blume

Beitrag von fruehchenomi 19.05.10 - 14:50 Uhr

Genau DAS denk ich mir auch oft, wenn ich hier bei urbia lese
"Hilfe, die Alte hat sich eingemischt" oder
"was haben die zu fragen, warum mein Kind brüllt" usw usw

Ich schau auch hin, wenn Kinder weinen und VERSUCHE, rauszukriegen, was los sein könnte. Ich sage zwar nichts, nur wenn mir eine Lage sehr suspekt wäre, würde ich auch nachfragen, auch wenn die Mutter gereizt reagiert. Aber - lieber einmal zuviel von einer angenervten/gestörten Mutter angeblafft werden als einmal zu wenig reagieren und dem Kind geschieht was.

Und --- -ich hab auch schon mal ein Kind seinem stinkbesoffenen Vater weggenommen bei einem Fest - und bei der Polizei abgegeben. Der Bub war ca 5 Jahre alt und der Vater soff ohne Ende und kümmerte sich überhaupt nicht, der Kleine konnte machen, was er wollte.
Mutter war keine dabei, ansonsten auch niemand - nur "Saufkumpane". Der kleine Kerl war so eingeschüchtert und am Weinen, dass er mir nicht mal seinen Namen sagen konnte, ich könnte heut noch ........#wolke wenn ich dran denke.
Nee, wegschauen ist nicht meins.
LG Moni

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 16:07 Uhr

Ja, genau sowas meine ich.

Finde es toll, dass Du Dich in Deinem Beispiel auch gleich gekümmert hast!
Ach Mensch, ich bin eigentlich eher ein konfliktscheuer Mensch, aber ich hab mir auch vorgenommen, mit aufmerksameren Augen durch die Gegend zu laufen.
Wie oft hat man keine Chance, jemandem zu helfen, weil es sich nicht in der Öffentlichkeit abspielt.

Vermutlich wären ich oder mein Mann auch verblüfft, wenn unsere Tochter weint und einen jemand befragen würde, weil man immer von seinem eigenen Standpunkt ausgehe (ich bin natürlich das Elternteil, es ist nix vorgefallen), aber ich werde ab jetzt immer daran denken, dass es auch nicht der Fall sein könnte.
Was für ein unglaubliches Glück, dass es solche Leute gibt.
Ich vermute mal ins Blaue, dass die Dame nicht der einzige Mensch dort gewesen ist, und bestimmt mancher vorbeigelaufen ist, dem nix auffiel oder den Mann für den Vater hielt und keinen Ärger mit einem Betrunkenen wollte.

Ich glaube, ich schreibe noch mal nen Leserbrief, dass ich mir wünschen würde, solche Dinge würden mehr betont werden, Ratschläge, auf was man achten sollte, wie man sowas ansprechen kann.
Wenn diese Frau nicht gewesen wäre, wäre das nicht eine winzige Spalte sondern eine schreckliche Schlagzeile.

Beitrag von fruehchenomi 19.05.10 - 19:36 Uhr

"..Wenn diese Frau nicht gewesen wäre, wäre das nicht eine winzige Spalte sondern eine schreckliche Schlagzeile. .."

Stimmt - und dann hat wieder keiner was gesehen, keiner was gemerkt und niiiiiiiiemandem ist natürlich was aufgefallen.

Beitrag von pizza-hawaii 19.05.10 - 15:33 Uhr

Das einzige Problem das ich dabei sehen, Triebtäter sehen meist sehr gepflegt und unscheinbar aus!

Nur mal so zum nachdenken ...

pizza

Beitrag von sabeto21 19.05.10 - 15:43 Uhr

und kommen meist aus dem engeren Umfeld des Opfers,leider!

Beitrag von nightwitch 19.05.10 - 15:48 Uhr

Herrgott..

es müssen doch nicht immer gleich Triebtäter sein, die unseren Kindern (oder überhaupt Menschen) was böses wollen... #augen

Gruß
Sandra

Beitrag von pizza-hawaii 19.05.10 - 23:09 Uhr

Wer nimmt denn sonst ein Kind einfach mal so mit?

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 15:50 Uhr

Damit hast Du auf jeden Fall recht, die häufigsten Fälle sind ja auch nicht der "Fremde" der ein Kind mitnimmt sondern Täter im Familien- und Bekanntenkreis, im Sportverein etc.

Und selbst, wenn jemand Fremdes ein Kind mitnimmt, fällt einem ja nicht unbedingt was auf, wenn das Kind zB gar nicht weint sondern vertrauensvoll mitläuft.

Aber in diesem Fall hat mich eben auch der Gedanke bewegt, ob ich zB wenigstens nachgefragt hätte, da das Kind weinte und nicht mitkommen wollte.
Egal, wie gepflegt oder ungepflegt oder alkoholisiert oder nicht.

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 16:11 Uhr

"Egal, wie gepflegt oder ungepflegt oder alkoholisiert oder nicht"
Da fehlt ein Teil:
Egal, wie gepflegt oder ungepflegt oder alkoholisiert der andere Mensch ist oder nicht

Beitrag von weibchen80 20.05.10 - 07:49 Uhr

Ich sollte im Möbelhaus auf meine kleine Nichte aufpassen. Sie war mieß drauf und brüllte nur herzzerreißend *Mama, Mama* #schrei quer durchs ganze Möbelhaus!!!
Ich konnte sie nicht beruhigen und hoffte in der Kinderabteilung Beschäftigung für sie zu finden. So zog ich sie regelrecht dahin und sie schrie die ganze Zeit und wollte sich nicht von mir tragen lassen.

Alle Leute haben mich komisch angeguckt und eine alte Dame stellte sich mir in den Weg und fragte ob es mein Kind wäre. Ich erklärte ihr das es meine Nichte sei und ich Baby sitte. Ich hielt ihr mein Handy hin und bot an, die Mama der Kleinen anzurufen wenn sie mir nicht glaube.

Sie sah mir ganz streng in die Augen und fragte nochmals ob ich wirklich die Tante bin. Danach entschuldigte sie sich und ließ mich gehen. Ich habe ihr gesagt, das ich froh bin das es noch Leute wie sie gibt und ich ihre Aufmerksamkeit zu schätzen weiß#pro.

Wo sind solche guten Leute wenn wirklich einer ein Kind entführt#heul?????