Alles ist so traurig

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von zimtstern111 19.05.10 - 17:21 Uhr

Hallo,

mein Freund und ich waren jetzt 8 Jahre zusammen.
Haben total viel zusammen erlebt und überstanden.
Den Tod von seinem Vater, ich war 10 Monate im Ausland.
Im letzten Herbst kündigte sich dann unerwartet Nachwuchs an.Nach den ersten Schocks haben wir uns gefreut, wollten zusammen ziehen, Haus umbauen...
Dann war es bis zum 16.12 auch gut.Bei der Feindiagnostik stellte sich raus,dass unsere Maus nie leben wird und in den nächsten Tagen sterben wird.
Auch 4 weitere Ärzte waren der Meinung, Triploidie stellte sich dann raus.
Am 28.12 ist sie still zur Welt gekommen.
Mein Freund war stets da. Danach habe ich mich unbewusst in meine Welt zurück gezogen und er sich in seine. Habe viel für meine Karriere wieder getan und er sich wieder viel dem Sport und dem PC zugewandt.Dann kam Karneval, er hat eine andere getroffen ( ehemalige SChülerin von mir, sie weiss von uns).Naja die beiden fingen an zu chatten..
fand es nicht gut aber hab gedacht sie ist 10 Jahtre jünger, wir kennen uns gut,da wird nichts gehen.
Tja Sonntag nach dem 09.05 gab es die große Beichte. Es sind Gefühle im Spiel.
Aber es geht nichts, sie will nicht.Haben dann eine Woche zusammen noch gewohnt, viel geredet. Er hat das mit dem PC nicht abgestellt und mir gesagt dass sie ihm zur Zeit etwas gibt,dass ich nicht kann.
Tja und als Konsequenz bin ich am 14. ausgezogen.
Er sagt er weiss nicht was er will, sich nicht ganz trennen, uns eine Chance geben indem wir uns erstmal 14 Tage nicht sehen.
Ich weiss nicht wie das gehen soll?
Bin total fertig mit den Nerven.Melde mich nicht, er meldet sich nicht.
Alles richtig richtig doof.Wohnen im gleichen Ort ( also ich jetzt bei meinen Eltern) und sehen uns dauernd.
Das tut so weh, wenn er dann tut als kennen wir uns nicht, nur um den Abstand zu wahren.
Ich möchte ihn zurück. ich habe ihn doch lieb!!
Was meint ihr denn wie soll das jetzt gehen? Haben wir überhaupt noch eine Chance?

GLG Zimtstern mit Marie

Beitrag von tenea 19.05.10 - 23:30 Uhr

Liebe(r) zimtstern,

erst einmal mein tiefstes Mitgefühl für den Verlust deines Kindes. Ich habe vor einiger Zeit dasselbe erleben müssen, und kann gut verstehen, wie du dich momentan fühlen musst.

So ein einschneidendes Erlebnis muss erst einmal realisiert und verarbeitet werden, du und dein Freund seid noch ganz am Anfang der Trauerarbeit. Gut, wenn man auch zusammen trauern kann, aber letztendlich ist jeder in seiner Trauer für sich allein und auf sich gestellt, hat sein eigenes Tempo und seine ganz eigene Art und Weise mit dem Verlust fertig zu werden. Der eine schließt sich tagelang ein und weint sich die Augen aus, der andere stürzt sich in die Arbeit um sich abzulenken und wieder ein anderer hat Angst vor seiner eigenen und/oder der Trauer des Partners und flüchtet sich in Liebesabenteuer, Hauptsache weg aus der schmerzlichen Realität.

Gib euch Raum und vor allem Zeit zu trauern, jeder auf seine Weise, auch wenn es bitter ist, weil das Verhalten deines Freundes sicherlich wehtut und dich der Verlust ja gleich zweifach und damit doppelt hart trifft. Wenn sich die dicksten Nebelschwaden verzogen haben und jeder wieder klarer sieht, hat man auch wieder die Möglichkeit zueinander zu finden.

Und auch wenn es das ist, was man in so einer Situation absolut nicht hören möchte, weil es so verdammt schwerfällt: Versuche, dich um dich zu kümmern, sei nett zu dir selbst und tue dir so oft es geht Gutes.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.

Tenea

Beitrag von zimtstern111 20.05.10 - 12:33 Uhr

Hallo Tenea,

danke!! Deine Worten haben mir etwas Mut und Kraft gegeben und ich werde versuchen die Trennung auf Zeit zu akzeptieren und mir etwas Gutes zu tun..
er fehlt aber ich bekomm das irgendwie hin..und hoffe,dass wir noch eine Chance haben..

GLG Zimtstern mit Marie

Beitrag von thalissa 20.05.10 - 21:11 Uhr

Kann deine Traurigkeit gut verstehen, habe ähnliches mitmachen müssen, aber wir haben zusammen getrauert. Sind mittlerweile getrennt, doch aus ganz anderen Gründen.
Doch diese Zeit ist eine ganz schwere - es ist richtig, du solltest dich erstmal um dich kümmern, auch wenn es schwer ist und du ihn gerne an deiner Seite hättest. Aber du hattest dich zurückgezogen, er sich ebenso. Nun müsst ihr beide erstmal in euren Welten zurechtkommen und die Zeit wird zeigen, ob ihr wirklich noch etwas füreinander empfindet und zusammengehört oder ob dieses Ereignis euch tatsächlich getrennt hat.
Ich weiß auch, dass Männer Trauer ganz anders verarbeiten und in dieser Zeit für andere weibliche Reize durchaus empfänglich sind, wenn die eigene Frau in der Trauer eher zu einem asexuellen Wesen wird.

Beitrag von mamapapaleni 21.05.10 - 22:34 Uhr

Hallo Zimtstern,

ich schreibe hier eigentlich selten, aber von deinem Post habe ich mich gleich angesprochen gefühlt, weil ich alles vor 2Jahren sehr ähnlich erlebt habe.

Ich denke, Chancen gibt es schon noch. Falls die "neue Liebe" deines Mannes nur eine Flucht vor eurer traurigen Geschichte ist. Ich habe in der "Trennung auf Zeit"-Phase sehr liebe und einfühlsame und schlaue Briefe einer befreundeten Psychologin bekommen, die mir die möglichen Hintergründe ein bißchen verständlicher gemacht hat.

Meine Geschichte endete mit einer Trennung (nach 6Jahren Beziehung und einer lebenden gemeinsamen Tochter. 2Monate nach der stillen Geburt von Nala in der 22.SSW). Und trotzdem geht es mir besser als je zuvor. Mit einem wunderbaren Mann an meiner Seite und so ganz frisch wieder schwanger.....

Wenn du magst, kannst du mir gerne über die VK schreiben.
Ich wünsche dir jedenfalls alles, alles Gute und das deine Geschichte (so oder so) positiv endet.