Ich weiß nicht, was ich (nach dem Studium) machen will ;(

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von shiningstar 19.05.10 - 18:41 Uhr

Hallo,

ich habe vor drei Monaten mein Studium (BWL) beendet.
Seit Dezember (Beginn meiner Abschlussarbeit) habe ich Bewerbungen geschrieben, aber nur Absagen bekommen. Egal, für was ich mich beworben habe (Berufseinstieg, Ausbildung, Praktikum). Immer kommen andere Aussagen (z.B. zu überqualifiziert -Ausbildung, keine Berufserfahrung -Direkteinstieg, keine Studentin mehr -Praktikum).

Ich muss dazu sagen, dass wir seit über zwei Jahren am Kiwu basteln und es nur mit einer künstlichen Befruchtung geht. Eigentlich war mein Plan, nach dem Studium erst mal Mama sein und dann habe ich noch ein paar Jahre Zeit, um mir zu überlegen, was ich machen möchte.

Momentan bin ich "Hausfrau" und arbeite auf 400 € - Basis, zum Glück hat mein Mann ein gutes und sicheres Einkommen.

Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich keine Lust mehr habe, Bewerbungen zu schreiben, Stellenanzeigen zu lesen etc.
Ich habe mir nun eine Ausbildung ausgesucht, die ich nächstes Jahr gerne in Kombi mit einem Studium machen möchte.

Was mache ich jetzt nur ein Jahr lang?! Weiter jobben?! Mama werden -wenn es denn klappt?! Oder Ausbildung abhaken und lieber was richtiges suchen?!
Mein Mann sagt, ich kann mir ruhig Zeit lassen bei der Berufswahl.

Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt so lange studiert habe.
Dankt einem ja doch keiner.

Was würdet ihr denn machen?!

Danke...

Liebe Grüße

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 19:18 Uhr

Hallo,
man studiert ja auch nur für sich, nicht, damit es einem jemand dankt--und eigentlich ja auch in Hinsicht darauf, was man später arbeiten möchte.

;-)
Aber das Du gefrustet bist, kann ich gut nachvollziehen!
Kenne viele, die jahrelang nur Praktika machen konnten.
Was waren denn Deine Vorstellungen von dem, was und wo Du arbeiten wolltest?
Was für eine Vertiefung hast Du gewählt?
Hat die neue Ausbildung mit begleitendem Studium etwas mit Deinem BWL Studium zu tun oder ist es eine völlig neue Richtung?
Eine Möglichkeit wäre sonst auch, im Fernstudium oder direkt an der Uni noch den Master in Finance zu machen.
Oder bist Du mit der neu gewählten Ausbildung mit begleitendem Studium richtig glücklich (nicht, dass das nur so´n Notnagel ist)?

Entschuldige die vielen Fragen, aber ich finde das sehr interessant.
Gerade im BWL Bereich haben ja viele das Problem.
Wenigstens hat man heute viel mehr Möglichkeiten, sich beruflich noch umorientieren zu können#pro

Oh, noch was Allgemeines:
Persönlich fand ich es ganz sinnvoll, erst nach einigen Berufsjahren ein Kind zu bekommen (hab in die Richtung nämlich auch überlegt). Aber dann habe ich befürchtet, beruflich doch Schwierigkeiten zu haben, da der Lebenslauf dann ja nur das Studium und eine evtl Elternzeit ausweist.
Allerdings hätte ich mich vielleicht auch anders entschieden, wenn zu befürchten gewesen wäre, dass es mit der Schwangerschaft auch länger hätte dauern können.

Grüße, Jette

Beitrag von shiningstar 19.05.10 - 19:30 Uhr

Ich muss dazu sagen, dass mein Mann zehn Jahre älter als ich und meine Hormonwerte denen einer 40-jährigen gleichen. Mit 26 arbeiten meine Eierstöcke nicht mehr gut. Habe nicht mal mehr jeden Zyklus einen Eisprung. Also dürfen wir uns auch gar nicht mehr viel Zeit lassen. Mit 30 kann es bei mir schon zu spät sein.
Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, war da schon klar, dass wir schnell ICSI machen wollen. Arbeiten kann ich dann ja immer noch bis zur Rente.

Ich hatte Personal als Vertiefung. Aber gerade in diesem Bereich findet man so gut wie nichts. Leider bin ich auch ortsgebunden, da mein Mann (Beamter) an das Bundesland gebunden ist, wir ein Haus gekauft haben usw. Alles nicht so einfach...
Ja Du hast Recht, ich hatte schon vor dem Studium die Idee dass ich was im Bereich Personal machen will, aber nicht genau was (Personalauswahl, -entwicklung...)

Nee, die Ausbildung wäre was völlig Neues. Also auch was kaufmännisches, aber im öffentlichen Dienst und mit Personal als ein Fach. Aber jetzt nicht typisch BWL.

Beitrag von jettekul 19.05.10 - 21:00 Uhr

Oh, mit so einer Diagnose hätte ich mich dann aber auch anders entschieden.
Gerade, wenn man schon weiß, dass man ein Kind möchte und da nicht noch am Zweifeln ist.

Aber dann klingt das mit der Ausbildung ja richtig gut und passend, gerade auch mit Personalwesen.Öff. Dienst ist an sich ja schon mal gar nicht schlecht.:-D
Ich glaube, ich hätte dann jetzt übergangsweise bis zur Ausbildung nur noch gejobbt, es sei denn, es gäbe noch was, mit dem Du Dich für Deine spätere Stelle noch besser qualifizieren könntest, bzw Dir Vorteile vor anderen Mitkonkurrenten verschaffen könntest.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel, viel Erfolg nach der frustrierenden Zeit.
#sonne

Beitrag von tina_b84 19.05.10 - 21:26 Uhr

Hallo,

ich bin letztes Jahr mit meinem BWL-Studium fertig geworden. Abgabetermin der Diplomarbeit war im Juli, die ersten Bewerbungen hatte ich schon im Frühjahr verschickt. Im Oktober habe ich dann erstmal ein Praktikum angefangen, welches ich aber auch nur über gute Kontakte bekommen habe. Eine Festanstellung habe ich seit April dieses Jahres. Es hat also nach der Exmatrikulation genau ein halbes Jahr gedauert, bis ich endlich einen Job hatte.

Viele hatten mir diese lange Bewerbungsphase vorausgesagt, aber ich dachte auch, dass würde viiieeel schneller gehen. Ich war schon total verzweifelt und hatte Zukunftsängste #zitter Kann also gut verstehen, was da gerade in dir vorgeht.

Die Zeiten sind im Moment einfach verdammt hart. Es sind so viele qualifizierte Leute auf dem Arbeitsmarkt, die schon Berufserfahrung haben, dass kaum jemand Hochschulabsolventen einstellen will #aerger

Ich kann dir nur raten: versuche ruhig zu bleiben, lass dich nicht verunsichern. Du suchst erst seit 3 Monaten - das ist heutzutage ganz normal (leider). Bitte triff auch keine übereilten Entscheidungen (z.B. einen neuen Beruf erlernen), das bringt nichts. Du hast eine tolle Ausbildung abgeschlossen und die wird sich auch bald auszahlen.

Als was jobbst du denn jetzt? Bringt es dich deinem Traumjob wenigstens etwas näher oder machst du was total artfremdes (putzen, kellnern etc.)?

Den Kinderwunsch würde ich an deiner Stelle erstmal nicht forcieren, es aber auch nicht abwählen. Lasst es einfach drauf ankommen und konzentriere dich weiter auf die Jobsuche. Wenn du durch die Ablenkung unerwartet auf natürlichem Wege schwanger wirst, wäre es doch auch ein Gewinn ;-)

LG, Tina

Beitrag von manavgat 20.05.10 - 10:27 Uhr

Heißt das, Du hast den Bacholor?

Dann brauchst Du imho sowieso einen Masterabschluss, aber vielleicht gibt es andere hier, die den Abschluss haben und dir was dazu sagen können.

Dein Problem ist Dein Alter. Du bist verheiratet, 26, Studium fertig und die AGs gehen davon aus, dass die Eieruhr tickt. Noch kann man sich das leisten, BewerberInnen abzulehnen, weil man gefühlt davon ausgeht, dass sie schwanger werden und ausfallen.

Mein Rat: setz noch was auf deine Grundausbildung drauf und versuche, in den Semesterferien Praktika zu machen, damit Du irgendwo reinrutschen kannst.

Die Zeit arbeitet für Dich, in ein paar Jahren werden gerade im akademischen Bereich sehr viele Arbeitnehmer fehlen - da war gerade ein guter Artikel mit Statistik im letzten Focus. Wichtig ist jedoch, dass Dein Wissen nicht veraltet. Heißt: spielst Du jetzt Heimchen am Herd bzw. machst irgendwas völlig anderes, dann wirst Du auch später nicht gebraucht werden.

Was Deine Bewerbungen anbelangt: lass den Familienstand weg und bewirb dich gezielt auf Sachen, die Dich interessieren. Wer nicht weiß, wo er hin will, kommt nirgendwo an.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von shiningstar 20.05.10 - 11:11 Uhr

Ich habe mein Diplom in der Tasche ;o)