Wer hat Ahnung? Gesundheitsfragebogen von der Agentur für Arbeit

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kasia4 19.05.10 - 22:01 Uhr

hallo,
habe heute die Unterlagen vom Amt bekommen, und weil ich länger krankgeschrieben (5 Wochen) war, und voraussichtlich im September zur Reha fahre, haben die mir einen Gesundheitsfragebogen zugesendet. Jetzt habe ich mal durchgeblättert, die wollen grundsätzlich Schweigerechtsentbindungen für diverse Ärzte und Stellen. Muss ich das unterschreiben? Ich meine, mir kommt es komisch vor, das ich das scheinbar muss. Wieso reicht es nicht, wenn die ein Formular schicken, auf dem mein Arzt schreiben muss, ob ich vermittlungsfähig bin oder nicht. Habe ich keinen Schutz? Muss jeder wissen, wann und wie viel und weswegen Krank bin bzw. war? Weiß irgendwie nicht wie ich damit umgehen soll.
Mein Vertrag ist befristet und wird nicht verlängert. Gott sei dank, denn dort waren es wirklich sehr schwierige Arbeitsbedingungen.
kasia

Beitrag von goldtaube 19.05.10 - 22:30 Uhr

<<Jetzt habe ich mal durchgeblättert, die wollen grundsätzlich Schweigerechtsentbindungen für diverse Ärzte und Stellen. Muss ich das unterschreiben? Ich meine, mir kommt es komisch vor, das ich das scheinbar muss. <<

Erst einmal würde die Schweigepflichtentbindung nur für das gelten was der Grund für die Krankschreibung ist. Das dient dazu, dass der Arzt die Unterlagen an den Ärztlichen Dienst schicken darf. Im übrigen darf nur ärztliche Dienst diese Unterlagen einsehen.

Und nein, du musst die Ärzte etc. nicht von der Schweigepflicht entbinden. Du musst ansonsten aber wenigstens die entsprechenden Unterlagen (Befunde, Gutachten etc.) und alles was relevant ist selber besorgen und vorlegen und das kann sehr zeit- und kostenintensiv sein, wenn du ggf. bei mehreren Ärzten etc. bist und dir jeweils alles relevante dort besorgen musst.

Beitrag von goldtaube 19.05.10 - 22:38 Uhr

Es steht normalerweise auch drunter, das dir bekannt ist, dass wenn du die Schweigepflichtentbindung nicht unterschreibst, Untersuchungen durch den ärztlichen Dienst notwendig sein können. Sprich die machen dann quasi Untersuchungen die nicht notwendig sind, wenn sie die Unterlagen deines Arztes und die damit verbundene Schweigepflichtentbindung hätten.

Mit der Schweigepflichtentbindung können die sich die Unterlagen eben selber beim Arzt besorgen. Und wie gesagt nur die Sachen die eben die Krankheit betreffen, die in diesem Fall relevant ist.

<<Und nein, du musst die Ärzte etc. nicht von der Schweigepflicht entbinden. Du musst ansonsten aber wenigstens die entsprechenden Unterlagen (Befunde, Gutachten etc.) und alles was relevant ist selber besorgen und vorlegen und das kann sehr zeit- und kostenintensiv sein, wenn du ggf. bei mehreren Ärzten etc. bist und dir jeweils alles relevante dort besorgen musst. <<

Kurze Korrektur: Du solltest die entsprechenden Unterlagen selber besorgen. Es sind dann eben Doppeluntersuchungen durch den ärztlichen Dienst notwendig, die du aber damit vermeiden kannst.

Beitrag von kasia4 19.05.10 - 23:00 Uhr

hallo,
würde es nicht reichen, wenn ich den Bewilligungsbescheid für die Reha einreiche. Das sagt doch aus, das ich im Moment (jetzt noch in einem Beschäftigungsverhältnis stehend) nicht arbeitsfähig bin. Aber dafür macht man doch eine Reha, das man das wieder wird und die Hoffnung habe ich auch. Das es mir danach besser geht. Warum muss ich das jetzt schon machen, warum wird sowas nicht nach der Reha geprüft, falls die Beschwerden weiter anhalten (wovon ich jetzt nicht ausgehe, denn meine Beschwerden sind Arbeitgeberbedingt und fallen weg, wenn mein Vertrag ausläuft.)
gruss
kasia

Beitrag von windsbraut69 20.05.10 - 06:51 Uhr

Weil der ärztliche Dienst da mit im Boot ist.
Ein Attest deines Arztes genügt in dem Fall nicht.

Wenn die gesundheitlichen Probleme nach Auslaufen des Vertrages eh verschwinden, warum brauchst Du dann eine Reha?

Beitrag von snowy 20.05.10 - 07:36 Uhr

Vielleicht braucht die Themenstarterin auch Urlaub vom Kind?

"Ich hab schon überlegt, ob ich meinen Sohn für 6 Wochen in ein Kinderheim zur Betreuung gebe, aber wohl fühle ich mich mit diesem Gedanken nicht,......."

Quelle: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2629767&pid=16697660&bid=10

"....hi,
von abschieben ist gar nicht die Rede. Es ging um eine anständige Betreuung für einen absehbaren Zeitraum. Oder willst du etwa behaupten, das Kinderheime dies nicht gewährleisten können?..."

gleiche Quelle wie oben..

@Kasia
Wie man vorgeht hat dir ja schon die Verlinkung von Colle gezeigt.
Also als ich die oben aufgeführten Texte von dir gelesen habe, da verging einem ja alles. Deine Einstellung deinem Sohn gegenüber solltest du mal überdenken, allein schon auf der Grundlage dass nach deinen eigenen Aussagen die Reha wohl gar nicht nötig wäre, da sich ja deine Beschwerden voraussichtlich nach Arbeitsaufgabe in Luft auflösen.

Meine Güte, selbst bei einem Tier überlegt man ob man es wirklich zur Pflege ins Tierheim gibt. Ja ich weiss wie es ist / war alleinerziehend zu sein, aber solche Gedanken kamen mir selbst bei einem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt nicht.

Wenn es im Sept. / Okt. für euch beide eine Möglichkeit gibt dann nimm die wahr und wenn ich das richtig sehe wäre ja dann auch zu schauen ob die Beschwerden sich nicht in Luft aufgelöst haben.

#snowy

Beitrag von kasia4 20.05.10 - 12:43 Uhr

hi,
ich weiss gar nicht, was ihr habt? Was ist den so schlecht, daran, das man sein Kind in zeitweise in professionelle Betreuung gibt? Er ist kein Säugling (der meines Erachtens dringend die eigene Mutter braucht), ich hab wirklich sonst keinen anderen der ihn zu sich nehmen kann (hab schon rumgefragt). Es hat sich zwar erledigt, er soll jetzt nach Möglichkeit doch mitfahren. Ich hatte den sozialpädagogischen Dienst bei mir, weil ich mein Kind nicht mehr richtig versorgen konnte. Sie haben mich unterstützt und ich bin dankbar dafür. Es hatte doch nichts mit abschieben zu tun, das meinte die andere Schreiberin. Ich versuche nur das beste für mein Kind zu tun und ihn möglichst aus der Schußline zu bringen. Er hat oft gesehen, das seine Mutter immer mehr im Bett liegt und den Alltag nicht mehr schafft. Ich bin gesundheitlich einfach so stark geschwächt (auch durch Medikamente) mittlerweile, das ich das Gefühl habe ich kann im Moment schlecht für ihn Sorgen, und wie gesagt hinzu kommt der Druck von meiner Arbeit, welche auch sehr problematisch ist.
Meine Ärztin sagte mir, das es wichtig ist, das ich wieder auf die Beine komme, dann geht es auch meinem Sohn besser. Es ist hier immer schwierig, etwas zu schreiben, weil jeder irgendwas zwischen den Zeilen liest, oder sich selbst halt nicht in der Situation befindet. Da ist es oft oder besonders für mich schwierig mich richtig verständlich zu machen. Ich hab längst aufgegeben, eine Supermami zu sein - ich kann und schaff es nicht.
kasia

Beitrag von kasia4 20.05.10 - 12:31 Uhr

hi windsbraut69
danke für die Antwort. Ich habe einfach viel aufzuarbeiten aus dieser Zeit meiner beruflichen Tätigkeit und das hatte leider auch Auswirkungen auf meine Familie. Die Reha war schon lange angesetzt, seit 6 Monaten kämpfe ich darum, das ich eine Kostenzusage bekomme. Es ist wie bei den Mutter Kind Kuren, da wird erstmal abgelehnt, weil die Behörden hoffen, das man keinen Widerspruch einlegt und sie dadurch Kosten sparen.
Wenns nach mir ginge, hätte ich die Reha sofort, aber da mein Sohn aus Gründen wie auch immer nicht mit berücksichtig wurde, muss ich jetzt noch warten bis das jetzt auch noch durch ist. Und die Mutter Kind Plätze sind begrenzt verfügbar, so das ich leider erst sehr spät fahren werden können, halt erst nach meinem Vertragsablauf. Das die gesundheitlichen Probleme verschwinden, das ist meine große Hoffnung. Meine Ärztin dämpft mich aber und sagt ich muss nach vorne schauen. Irgendwie habe ich mich total darauf versteift, das diese Reha alle wieder richtet. Ist wahrscheinlich auch eine falsche Einstellung.
kasia

Beitrag von kasia4 19.05.10 - 22:56 Uhr

danke Colle,
da waren viele interessante Hinweise zu lesen. Vor allem das es wirklich nur ein Arzt einblick haben soll. Die haben nicht mal einen Umschlag mit Anschrift beigelegt, mit dem Hinweis. Genau das finde ich nicht gut, kann Hans und Kunz sich in der Mittagspause darüber amüsieren, was für Leiden ich habe?! Sorry, vielleicht habe ich zu viele Vorurteile. Ich möchte nur meine Rechte kennen. Danke für die Hilfe.
kasia

Beitrag von king.with.deckchair 20.05.10 - 08:28 Uhr

Auf dem Fragebogen steht SEHR WOHL der Hinweis, dass man die Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag zurücksenden soll. Außerdem kommuniziert der Ärztliche Dienst direkt mit deinen Ärzten und nicht über HINZ und Kunz.

Beitrag von manavgat 20.05.10 - 10:06 Uhr

Lass Dir nichts einreden.

Auch wer soziale Hilfen bezieht, hat seine Bürgerrechte nicht an der Tür abgegeben.

Wende Dich mit diesen Fragen an:

www.tacheles-sozialhilfe.de


Ich finde den mangelnden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre auch als Zumutung für die Betroffenen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kasia4 20.05.10 - 12:46 Uhr

danke für den Link, das ist mal was konkretes. Ich will nur meine Rechte kennen. Schön das du das so verstanden hast.
kasia