Partnerschaft sieht doch irgendwie anders aus....

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von das kanns doch nicht sein 19.05.10 - 23:00 Uhr

Hallo zusammen,

muss mich hier mal bissl auswüten, sonst schlaf ich nachher schlecht!

Wir nennen uns Familie. Wir das sind mein Partner, unsere Tochter (2) und ich. An sich gehts uns gut. Wir haben ein Haus im Grünen, liebe Freunde, der Kühlschrank ist voll, gesundheitlich sind wir auch noch gut in Schuss. Eigentlich alles so wie es sein sollte!

ABER:

Mein Partner hat so einen dermaßen besch*** Beruf. Er ist projektbedingt immer für 5-6 Wochen in der Welt unterwegs. Dann ist er wieder mal für 3 Wochen zu Hause, bevor es wieder von neuem losgeht. Diese 3 Wochen sind vollgestopft mit persönlichen Terminen, Familienzeit, organisatorischen Sachen und ein bißl private Zeit braucht er ja auch mal.

Ich hab nur langsam immer mehr ein Problem damit, dass ich hier alles alleine zu managen habe. Aktuell geht es grad um unseren Sommerurlaub. Nachdem wegen SEINEM Dienstplan MEINE persönlichen Vorhaben für den Sommer nicht möglich sind, wollten wir nun wenigstens einen größeren Urlaub planen. Das dumme ist nur, dass er seinen Dienstplan erst vorgestern bekommen hat. Sprich, ich weiß seit gestern, dass wir von Mitte Juni bis Mitte Juli Urlaub haben. Ich wühl mich seit 2 Abenden durchs Internet auf der Suche nach nem schönen Plätzchen für unseren Urlaub und langsam aber sicher wächst mir die Sache über den Kopf. Ich hab das Gefühl, dass ich alles immer nur alleine managen soll. Wie eben z.b. diesen Urlaub... ich soll raussuchen, buchen und wenns am Ende doof ist, ist es meine Schuld oder wie? Von ihm kommen diesbezüglich nur grobe Andeutungen a la "such dir was schönes raus" :-[

Es kristallisiert sich auch immer mehr heraus, dass meine Selbstverwirklichung komplett den Bach runtergeht. Sachen, die ich früher gern gemacht habe, kann ich nun nicht mehr tun, weil mir seine Abwesenheiten immer und immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Bekomme langsam das Gefühl, dass es mich nur noch im Doppelpack mit meiner Tochter (die ich wirklich liebe) gibt, weil ich nie wirklich für mich alleine mal was machen kann und dabei bin ich aber jemand, der auch gern mal für sich ist.

Klar, ich hab ihn mit dem Job kennengelernt und klar, es gibt jede Menge Alleinerziehende, die mir den Finger zeigen und sagen, dass ich ja wohl einen an der Klatsche habe, daraus ein Problem zu machen... aber ich merke grad sehr deutlich, wie ich mit der Gesamtsituation immer unzufriedener werde. Zum Teil auch aus dem Grund, weil ich weiß, dass es keine wirkliche Alternative gibt. Das Bild, was ich irgendwann mal von einer Familie im Kopf hatte, gibt es in dieser Familie nicht. Wir sind irgendwas - aber eigentlich keine Familie....

Ich hab keine Ahnung, wo dies alles noch hinführen soll....


So...nun gehts mir schon was besser. Für diejenigen, die bis hierher gelesen hab - danke fürs Zuhören und schönen Abend euch noch!

Beitrag von thyme 19.05.10 - 23:22 Uhr

"Klar, ich hab ihn mit dem Job kennengelernt und klar, es gibt jede Menge Alleinerziehende, die mir den Finger zeigen und sagen, dass ich ja wohl einen an der Klatsche habe, daraus ein Problem zu machen..."

Ja, tut mir leid, so ist es. Denn wenn ich dich noch einmal zitieren darf;

"Wir haben ein Haus im Grünen, liebe Freunde, der Kühlschrank ist voll, gesundheitlich sind wir auch noch gut in Schuss. Eigentlich alles so wie es sein sollte!"

Ich rekapituliere: Ein voller Kühlschrank, ein Sozialleben, ein Haus im Grünen und darin eine unzufriedene Mutti.
Nicht böse sein, aber wenn du dir so unnütz vorkommst, dann organisier dir eine Nanny oder einen Krippenplatz und such dir einen Job oder oranisier dir die Zeit für deine Selbstverwirklichung. Aber hör auf zu jammern, das ist ja unerträglich.

Und noch ein Tip: Das schönste Plätzchen ist mit einer Meckertante schnell einmal ein ziemlich ungemütlicher Ort.

LG thyme, die grad so gar keine Lust auf Samthandschuhe hat und deren Mann auch immer noch an der Arbeit ist.

Beitrag von gh1954 19.05.10 - 23:30 Uhr

Du jammerst auf hohem Niveau.

>>>Ich wühl mich seit 2 Abenden durchs Internet auf der Suche nach nem schönen Plätzchen für unseren Urlaub und langsam aber sicher wächst mir die Sache über den Kopf. <<<

Auf welche Weise willst du dich "selbst verwirklichen", wenn dich die Planung eines Urlaubs schon überfordert?

Beitrag von holy_cow 20.05.10 - 00:11 Uhr

Hola,

" Das Bild, was ich irgendwann mal von einer Familie im Kopf hatte,... "

Standest du unter Langzeitdrogen als du dich fuer deinen Mann entschieden und geheiratet hast?
( " Klar, ich hab ihn mit dem Job kennengelernt " )

Meine beste Freundin ist mit einem Kapitaen zur See verheiratet. Seit 30 Jahren und gluecklich.
Sie hat ihr eignes Leben wenn er unterwegs fuer Monate ist und kann sich sehr gut beschaeftigen.

Warum oder woran liegt es, dass du an dein Haus gefesselt bist und fuer dich selber nichts tun kannst, unzufrieden und unausgeglichen bist?
Du kannst dich arrangieren und das Beste daraus machen oder deine Ehe beenden. Ich sehe keine andere Alternative fuer dich.

Ihr habt keine Geldsorgen, also kannst du dir wirklich einen wunderschoenen Platz auf dieser Welt suchen, wo ihr chillen und Familie sein koennt. Such dir einen Cluburlaub mit Kinderbetreuung, so koennt ihr auch einiges alleine fuer euch unternehmen.

Saludes

Beitrag von hezna 20.05.10 - 07:26 Uhr

Du schreibst nichts darüber, wie dein Tag aussieht.

Ich nehme an, dein Mann verdient gut.

Was hindert dich, dir bspw. einen Halbtagsjob zu suchen?

Es gibt Tagesmütter, die für ein paar Stunden auf dein Kind aufpassen können. Du hättest die Möglichkeit, somit nur du zu sein.
Eine Arbeit hilft, rauszukommen und nicht "nur" Mutter zu sein.

Was hindert dich, Freundschaften zu pflegen, die du nach Hause einlädst, oder zu denen du gehst?

Ich war ein paar Jahre alleinerziehend und war eigentlich immer unterwegs nach der Arbeit. Mein Sohn war zuerst mit Tagesmutter, später in der Kita betreut. Ich kam nach Hause und bin zu Freundinnen gefahren, die auch Kinder hatten, habe Leute eingeladen und der Tag war mehr als ausgefüllt.

Ich verstehe deinen Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit, doch gibt das der Job deines Mannes eben nicht her.

Jetzt stehst du vor der großen Entscheidung: will ich das mittragen und suche mir Beschäftigung gegen meine Langeweile und die schlechte Laune, oder trenne ich mich lieber und suche mir einen Mann, der abends zu Hause ist?

Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen.

ABER: selbstverständlich seid ihr eine Familie, nur eben keine, die dauerhaft aufeinander hockt.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von miami36 20.05.10 - 09:46 Uhr

Geld und ein voller Kühlschrank ist eben auch nicht alles im Leben und macht nicht unbedingt glücklich. *Meine Meinung*

Ich weiss was Du meinst, ich kenne das Gefühl.

Und ich hatte auch mal eine Beziehung da haben wir uns nur alle paar Wochen gesehen, wegen seiner Arbeit.

Also mir war das nix, ich hab das 1 Jahr ausgehalten, dann hab ich schweren Herzens Schluss gemacht und mir einen Freund gesucht der jeden Tag da war.

Mit dem war ich dann 10 Jahre zusammen.

LG