Frage bezüglich Augen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sarahandrea 20.05.10 - 09:21 Uhr

Hallo, wir (meine Tochter - fast 5 Jahre und ich) waren am Montag beim Kinderarzt für die nächste U.

Bei einem Sehtest wurde beim rechten Auge 0,6 festgestellt, was bedeutet denn das?

#winke

Beitrag von lyss 20.05.10 - 09:23 Uhr

Soweit ich weiss, bedeutet das eine leichte Weitsichtigkeit.

LG,
Lyss

Beitrag von hase28 20.05.10 - 09:52 Uhr

Hallo Lyss,
so ein Quatsch!!
Die zahl besagt das ein visus von 60% vorliegt. Also keine 100% wie "normal".
Definition von visus:
Die Winkel-Sehschärfe ist das Auflösungsvermögen, bei dem zwei Sehobjekte noch als getrennt wahrgenommen werden (Minimum separabile). Die Auflösung von 1' (einer Bogenminute) entspricht einer Ortsauflösung von etwa 1,5 mm bei 5 m Abstand. Je kleiner die Winkel-Sehschärfe ist, desto besser ist die Sehschärfe.

Die dimensionslose Eigenschaft Visus wird definiert, indem die Bezugsgröße 1' in Beziehung zur individuellen Winkel-Sehschärfe gesetzt wird.

Visus = 1' / (individuelle angulare Sehschärfe)
Je größer der Visus ist, desto besser ist die Sehschärfe. Beispiel: wenn eine Person Punkte erst bei einem Winkelabstand von 2' trennen kann, hat sie einen Visus von 0,5.

Statt Winkel können auch Entfernungen bestimmt werden. Wenn man als Bezugsgröße den Abstand d wählt, bei dem man zwei Punkte unter einem Winkel von 1' sieht, dann ist:

Visus = individueller Abstand / d
Beispiel: wenn eine Person erst im Abstand von 6 m die Punkte getrennt sehen kann, die bei 12 m einen Winkelabstand von 1' haben, hat sie einen Visus von 6/12 = 0,5.

Visusangaben in Prozent [Bearbeiten]
Vielfach wird zur Beschreibung des Visus eine Prozentzahl angegeben.

Visus = 100 % * 1' / (individuelle angulare Sehschärfe)
Eine solche Angabe wird in der Regel leichter verstanden und dient deshalb scheinbar der schnelleren Verständigung. Bei genauer Betrachtung existieren dabei allerdings vier Probleme:

Der Prozentwert hat keinen Bezug (Prozent wovon?)
Es wird der Eindruck erweckt, die Stufen hätten gleiche subjektive und objektive Bedeutung (Gleichabständigkeit, Intervallskala); tatsächlich haben Verluste im unteren Bereich der Skala weit höhere Bedeutung
100 % scheint die höchste erreichbare Sehschärfe zu sein
Es scheint einen Nullpunkt zu geben.
Der Gebrauch dieser Prozentangabe wird auch nahegelegt durch die Tatsache, dass ein Auflösungsvermögen von 1 Bogenminute innerhalb des Normalbereichs jeder Altersgruppe liegt und deshalb ein Visus von „100 %“ regelmäßig als (noch) normal betrachtet werden kann. Im deutschen Sozialrecht ist dementsprechend unabhängig vom Alter ein Visus von 1,0 als nicht eingeschränkt definiert.

LG

Beitrag von sarahandrea 20.05.10 - 10:52 Uhr

Hallo Hase28,

danke für deine ausführliche Erklärung - geblickt habe ich leider fast nichts.

Heißt dass, das meine Tochter auf diesem Auge also nur 60 sieht???

Beitrag von hase28 25.05.10 - 09:55 Uhr

Hallo
ja genau das heißt es. das sagt aber nicht aus ob sie weit oder kurzsichtig ist. ich würde termin beim augenarzt machen.
wenn die schnecke dann eine brille bekommen sollte hat sie sicherlich mehr spaß am leben weil sie alles wieder sieht. ;-)
ist ja auch nichts schlimmes, so ne brille.
lg

Beitrag von schneutzerfrau 20.05.10 - 13:05 Uhr

ich denke wenn es sich um dioptrin handelt ist es nichts dramatisches

bei meiner großen

3 auf der einen seite , andere seite 0,75 . sie hat eine brille bekommen weil der unterschied einfach zu groß ist.

die kleine hat auf beiden ca 1 . bekam keine brille weil es gleichmäßig ist soll es vom körper selbst ausgeglichen werden

Lg sabrina

Beitrag von a79 20.05.10 - 13:56 Uhr

Das bedeutet, das deine Tochter auf dem rechten Auge 60 % (von hundert) Sehschärfe hat.
Wurde das rechte Auge zuerst geprüft? Mit welchen Sehzeichen wurde geprüft? E-Haken?
Wurde ein neuer Termin vereinbart?
Bei uns in der Praxis handhaben wir es so, dass, wenn ein Sehtest mit nicht hundert Prozent Sehkraft endet, wir die Kinder nochmal für eine Untersuchung mit Augentropfen einbestellen. Da bekommen die Lütten 2x oder je nach Tropfen 3x im Abstand von 10 Minuten Augentropfen, die die Pupillen erweitern und die Linse im Auge kurzfristig lahmlegen, damit beim Brillenwert messen die Entfernungsregulierung der Linse die Werte nicht mehr verfälschen kann. Deine Tochter wird einen Tag etwas unscharf sehen können und falls die Sonne scheint, solltest Du ihr eine Sonnenbrille mitnehmen wegen der Blendung mit den weiten Pupillen.
Die Untersuchung selber wird an einem Refraktometer durchgeführt, das ist ein Gerät, in das deine Tochter hineinschauen muss auf einen Stern, Baum oder was auch immer als Objekt erscheint und welches die aktuellen Brillenwerte mißt. Der Arzt überprüft im Normalfall diese Werte mit einem Skiaskop (=große Taschenlampe mit Lichtstrich, in den deine Tochter schauen muss und er hält Gläschen davor und mißt so die Brillenwerte) und aus diesen WErten kann er ersehen, ob Deine Tochter überhaupt eine Brille braucht oder nur, falls das rechte Auge zuerst geprüft wurde, keine Lust mehr hatte beim Sehtest des schlechteren Auges oder einfach so keinen guten Tag, was druchaus mal vorkommen kann. Ein Sehtest allein sagt oftmals noch nicht viel aus!

Die bein Sehtest festgestellten Werte sagen NICHTS darüber aus, ob Deine Tochter kurz- oder weitsichtig ist!

Sorry für das viele blabla aber ich fand es erschreckend, was für Mutmaßungen hier von den anderen Urbianerinnen kamen...und mußte das, da ich vom Fach bin, mal richtigstellen - nix gegen euch andere Urbianerinnen!

LG

Andrea