Erfolg auf Sonderzahlungen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von liahs-mutter 20.05.10 - 16:04 Uhr

Hi

Habe eine Frage an euch.
Meine Tochter benötigt eine Zahnspange. Habe den Vater meines Kindes gebeten, sich an die Kosten zu beteiligen, da ich in Internet gelesen habe, dass es zu den Sonderzahlungen gehört. Ich gehe arbeiten, bekomme Kindergeld und Unterhalt fürs Kind. Sozialhilfe bekomme ich nicht. Mit dem Geld was ich verdiene, bezahle ich alles.
Übermässig viel Geld kann ich am Ende des Monats nicht sparen, aber es reicht, um mit meiner Tochter mal Eis essen zu gehen, oder im Zoo zu gehen... ihr halt mal eine Freude zu machen.

Mein Ex ist völlig ausgerastet und hat mich als Geldgeil bezeichnet und gesagt, von ihm würde ich keinen Cent für die Zahnspabge erhalten.
Wie verhalte ich mich am besten, um es durchzusetzen? Einen Anwalt möchte ich des Friedens Willen nur als letzte Möglichkeit einschalten.
Gibt es noch andere Wege, an wen ich mich wenden kann? Würde mir das Jugendamt auch helfen und mit dem Vater mal reden???
Wer hat Erfahrungen damit gemacht.
Hoffe auf Antworten.

Danke

Beitrag von blonde.engel 20.05.10 - 17:18 Uhr

Hallo,

spar dir doch den ganzen Stress und frag erstmal bei deiner Krankenkasse nach, wie viel du überhaupt selbst bezahlen mußt...

Bei meiner KK ist es folgendermaßen:
Abdruck der Zähne machen lassen und herstellen der Spange:Eigenanteil 90€
Spange nachstellen und kontrollieren: Eigenanteil vierteljählich etwa 50€

So - das ist ja schon mal keine "unmögliche" Summe (bin auch AE mit 2 Kindern und finanziere das selber)

Und das Beste:
Bei erfolgreicher Beenidigung der "Therapie" (Spange) zahlt die KK den Eigenanteil an mich zurück! Dazu muß die Ärztin nur irgendwann den Erfolg bescheinigen!

Ich sehs also als kleines "Sparbuch" das wir irgendwann wieder bekommen... ;-)

LG
Jenny

Beitrag von krokolady 20.05.10 - 17:23 Uhr

Hm......Du musst lediglich 20 % Eigenanteil zuzahlen bei der Behandlung.
Und nach Beendigung der ganzen Behandlung bekommst Du das volle Geld von der KK zurück.
Du müsstest Deinem Ex dann das, was er zuzahlte, zurück geben.

So teuer ist die Behandlung aber echt nicht!
Selbst die feste Spange kostet Dich dann nur um die 100 Euro - ausser Du willst "Sondermodelle" die sind natüürlich teurer.

Beitrag von naddikiel79 20.05.10 - 17:35 Uhr

Meine Tochter hat ebenfalls eine herausnehmbare Zahnspange.
Die einzige "höhere" Rechnung betrug ca. 79 Euro, danach nur "Kleckerbeträge" (15 Euro).. Wir sind alle 3-6 Monate beim KFO.
Du zahlst 20% der Gesamtkosten und bekommst diese nach Beendigung der Behandlung (wenn sie seitens des Kieferorthopäden abgeschlossen wird) erstattet.
Würde dann auch heißen, dass Du den KV zur Hälfte auszahlen müsstest.
Möchtest Du dir diesen Streß ernsthaft machen???
Die Rechnung erhälst Du ohnehin "erst" zum Quartalsende.

LG

Beitrag von manavgat 20.05.10 - 17:54 Uhr

Jugendamt kannst Du vergessen. die haben ja auch keine Weisungsbefugnis Dir oder dem KV gegenüber.

Sonderbedarf sollte man nur geltend machen, wenn auch was zu holen ist und der KV nicht am Selbstbehalt entlang schrammt. Wenn schon der Regelunterhalt nicht fließt, dann macht es keinen Sinn.

Solche KVs kriegst Du nur mit Anwältin, notfalls Gericht, und immer auf die 12.

Gruß

Manavgat

Beitrag von kraxy 20.05.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

also bei uns ist eine ähnliche Situation - und ich werde dir von meinen Erfahrungen berichten:

Der Kieferorthopäde schreibt der Krankenkasse einen Bericht und die entscheidet, wie es mit der Kostenübernahme ist (es gibt da so ein bestimmtes Schema, nach dem entschieden wird) - wenn die Kostenübernahme von der Kasse erfolgt, gibt es diese (wie schon oben beschrieben) 80%-20% Regelung. Du bezahlst 20% der anfallenden Behandlungskosten, die du nach erfolgreicher Behandlung und Einreichen der Originalrechnungen wieder bekommst. Da das Geld nicht weg ist, weil du es ja wieder bekommst, muss der Vater sich nicht beteiligen. Man kann höchsten eines hälftige Beteiligung beider vorschlagen, das zum Schluss erstattete Geld geht dann genauso hälftig wieder an beide zurück.

Wenn die Krankenkasse jedoch sagt, dass sie die Kosten nicht übernimmt, wird es schwierig. Du kannst den Vater nett fragen, ob er sich an den Kosten beteiligt, aber er muss es nicht (lt Auskunft JA/neuere Urteile hierzu). Die Argumentationsgrundlage hierbei ist, dass der Vater argumentieren kann, dass es sich lediglich um eine kosmetische Regulierung handeln könne, die er nicht mitfinanzieren muss (wenn es nicht so wäre, hätte ja die KK die Kostenübernahme übernommen) - es käme also auf den Hintergrund an und auf den Richter, der entscheidet.

Man kann es versuchen, dann würden die Kosten gemäß der jeweiligen Einkünfte aufgeteilt.
Das Jugendamt kann den Vater sicherlich hierüber mal informieren - und vielleicht nochmal betonen, dass es nicht um Geldgeilheit deinerseits geht, sondern um die Zahngesundheit seiner Tochter.

Ich wünsche dir, dass der erste Fall bei deiner Tochter eintritt - dann haste du nämlich keine Diskussionen mit dem Vater.

alles #klee euch

gruß