Hab mich bei "ELTERN" beschwert - hier die Antwort (Baby Björn)

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Beitrag von lady.vampire 20.05.10 - 16:51 Uhr

Hi!

Ich bin platt. Sauer. platt. Sprachlos. Ach ja, und sauer.

Ich lese hier heraus "Alles halb so wild, hab dich nicht so." Sobald mein Abo ausgelaufen ist werde ich diese Zeitschrift nicht mehr kaufen.

Ach so - ihr wisst garnicht worum es geht ;-)
Ich habe mich bei der Redaktion beschwert, dass sie fröhlich ein riesen Bild von einem Baby im Baby Björn drucken - was schon schlimm genug ist - und das auch noch nach vorn gerichtet. Habe ein bisschen die möglichen Folgen aufgezählt und gemeint, dass sie ja eine gewissen Verantwortung haben etc.

Die Antwort möchte ich euch nicht vorenthalten:


Liebe Frau XXX,

Wir arbeiten seit vielen Jahren bei Artikeln über Tragehilfen mit ganz unterschiedlichen Experten zusammen (Kinderärzte, Orthopäden, Trageberatern), deshalb können wir die Kritik nicht nachvollziehen. Ich möchte Ihnen daher gerne eine Stellungnahme der Chefredaktion schicken:

“Die Kritik an den Tragehilfen von BabyBjörn und der Trageweise mit dem Gesicht nach vorn ist uns natürlich nicht neu. Wir nehmen sie sehr ernst – zumal wir uns der Verantwortung bewusst sind, die wir als Europas größte Familienzeitschrift haben. Deshalb stehen wir auch regelmäßig in Kontakt mit Kinderphysiotherapeuten und Orthopäden, Kinderärzten und Trageberaterinnen. Wir haben bis jetzt niemanden gefunden, der die fundamentale Kritik an BabyBjörn-Tragen in dieser Vehemenz teilen oder gar mit sachlichen Argumenten untermauern würde.

Was stimmt: Die optimale Haltung, um ein Baby zu tragen, ist die Hock-Spreiz-Haltung, wie sie zum Beispiel in einem korrekt gebundenen Tragetuch erreicht wird. Das schreiben wir seit Jahren in jedem Trage-Artikel und stellen entsprechend besonders geeignete Tragehilfen vor. Was auch stimmt: Insbesondere für kleine Babys ist es wichtig, mit dem Gesicht nach innen getragen zu werden. Und auch bei älteren Babys muss man aufpassen, dass sie nicht unter Reizüberflutung leiden, wenn sie nach vorne gucken – was aber im Übrigen genauso im Buggy passieren kann. Deshalb ist zum Beispiel das Baby auf dem Cover von Heft 6/2010 bereits deutlich älter als ein halbes Jahr, nämlich neun Monate alt – und guckt wach und fröhlich und nicht etwa müde oder überreizt in die Kamera.

Was nicht stimmt: Dass ein Baby stets in optimaler Hock-Spreiz-Haltung getragen werden muss, damit es keine Hüftschäden davonträgt. Diese optimale Haltung mag geboten sein, wenn man – wie in einigen Naturvölkern – sein Baby die meiste Zeit des Tages bei sich trägt und es dadurch relativ immobil hält. Bei uns, wo die überwiegende Mehrheit der Mütter und Väter das Baby durchschnittlich für eine halbe Stunde oder Stunde am Tag trägt, und wo es in der Regel viel Freiheit zum Rollen, Robben und Krabbeln hat, besteht die Gefahr von Hüftproblemen dagegen nicht. Wären BabyBjörn und ähnliche Tragehilfen tatsächlich so bedenklich, müssten in unserem Land hunderttausende Kinder mit Hüftschäden herumlaufen.

Als wir vor etwa einem Jahr für eine große Geschichte zum Thema Tragen recherchierten, führte die ELTERN-Autorin Nora Imlau ein langes Gespräch mit Ulrike Höwer, der Leiterin der Trageschule Dresden. Sie bildet Trageberaterinnen aus und ist eine fundierte Kennerin der Thematik.

Frau Höwer erklärte, man müsse zunächst einmal wertschätzend anerkennen, wie sehr die Firma BabyBjörn dazu beigetragen hat, dass in Deutschland heute überhaupt so viele Babys getragen werden. Das Tragetuch war vielen Eltern nämlich zu kompliziert und zu „öko“ – die schnell anlegbare Trage hingegen so schick und praktikabel, dass immer mehr Babys in den Genuss des Getragenwerdens kamen.

Auf die Frage, ob man ein Baby auch mit dem Gesicht nach vorne tragen dürfe, antwortete Frau Höwer, sie finde es falsch, jungen Eltern in dieser Hinsicht Vorschriften oder gar ein schlechtes Gewissen zu machen. Wichtig sei, dass Babys und Eltern das Tragen gemeinsam genießen könnten – und dass die Eltern auf die Signale ihrer Kinder achteten. Ein Baby, das nach einem Stadtbummel mit Gesicht nach vorn schlecht einschlafen kann und mehr schreit als sonst, zeigt deutlich: Das waren mir zu viele Reize, nächstes Mal bitte besser abschirmen.

Umgekehrt hat ein gesundes Baby, dessen Mutter mit ihm täglich eine halbe Stunde im BabyBjörn mit Blick nach vorn in den Garten geht, und danach zufrieden und ausgeglichen wirkt, davon ganz sicher keinen Schaden genommen – im Gegenteil.

Aus dem Gespräch mit Frau Höwer haben wir als Redaktion eine wichtige Botschaft mitgenommen: Wir freuen uns für jedes Kind, das getragen wird, und für alle Eltern, die das Tragen genießen. Es ist besser, nicht missionarisch die eine „richtige“ Trageweise zu propagieren, sondern anzuerkennen, dass jede Familie ihren eigenen, für sie richtigen Weg zu Tragen finden muss.

In diesem Sinne zeigen wir in ELTERN reinen Gewissens weiterhin Tragetücher und Ringslings, MeiTeis und Marsupis, Manducas, Ergo- und Beco-Carrier, BabyBjörns und viele andere Tragehilfen in der Hoffnung, damit vielen jungen Eltern Lust zum Tragen zu machen.”

Ein größerer Artikel über die verschiedenen Tragehilfen ist geplant.
Anzeigen von BabyBjörn haben wir übrigens schon länger nicht mehr im Heft.

Wir hoffen, dass Sie durch diese Erklärung mehr Verständnis für die Auswahl unseres Titel-Fotos haben und uns auch weiterhin als interessierte und kritische Leserin erhalten bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Himberger
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LG

Beitrag von perserkater 20.05.10 - 16:59 Uhr

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Und wenn der Werbepartner mit den dicken Scheinen wedelt reden wir natürlich nach deren Schnautze.

Einer der Gründe, diesen Mainstream-Schrott nie zu kaufen.

#danke für deine Mühe.

LG

Beitrag von supikee 20.05.10 - 21:22 Uhr

Zum Thema "Vermarktung" kam in meiner Antwort noch dieser Satz:

Anzeigen von BabyBjörn hatten wir übrigens schon lange nicht mehr im Heft. Und jede Unterstellung, wir würden hier Werbung für dieses Produkt machen, müssen wir zurückweisen."

Beitrag von nakiki 20.05.10 - 17:01 Uhr

Hallo!

Du bist ja zwar sprachlos, aber was erwartest du?
Im Prinzip haben sie ja auch Recht.
Kein Kind wird einen wirklich Schaden davon bekommen, wenn es ab und zu so mal getragen wird! Und als Dauertragezustand wird diese Weise ja auch nicht empfohlen.

Gruß nakiki

Beitrag von dragonmother 20.05.10 - 17:03 Uhr

Hodenquetschungen können schon von einmal falsch Tragen auftreten...so wärs also nicht.

Lg

Beitrag von nakiki 20.05.10 - 17:07 Uhr

Ja, das stimmt.
Ist aber auch möglich, wenn ich keine Tragehilfe verwende sondern mein Kind auf dem Unterarm leicht nach vornschauend trage.

Gruß nakiki

Beitrag von perserkater 20.05.10 - 17:08 Uhr

Aber dann habe ich nicht auch noch Geld dafür hingelegt.;-)

Beitrag von taewaka 20.05.10 - 20:50 Uhr

Hodenquetschungen können auch in anderen Zusammenhängen auftreten. Wäre es zu signifikant gehäuften Unfällen im Umgang mit dem BB gekommen, wäre dieses Produkt nicht 30 Jahre ohne Probleme auf dem Markt.

Ich möchte gerne die nachgewiesenen Hodenquetschungen sehen. Du kennst jemanden? Oder hast du es mal in einem Forum gelesen?

Beitrag von tragemama 20.05.10 - 17:12 Uhr

Ich finde die Antwort fundiert und höflich.

Beitrag von seidenbast 20.05.10 - 18:43 Uhr

Genau meine Meinung. Diese Antwort gehört so direkt in der nächsten Zeitschrift abgedruckt, damit es mal ein bisschen Gegenwind zu den Radikal-tragemamas gibt, die jeder Mama mit einem BB am liebsten das Jugendamt oder die Polizei ins Haus schicken würden. Als würde es nicht genug echte Probleme auf der Welt geben.
Auf alle Fälle vielen Dank für's Posten dieses fundierten und schlagkräftigen Artikels!

seidenbast, die alle ihre Kinder im TT bzw. im Ergo trägt/getragen hat;-)
und die der festen Überzeugung ist, dass man einem Kind durchs Tragen im BB schon deshalb nicht wirklich einen schlimmen Schaden zufügen könnte, weil man's gar nicht aushält, das Kind darin viel länger als ne halbe Stunde zu tragen. Und ne halbe Stunde trag ich durchaus auch mal meine Kleine durch die Wohnung mit Blick nach vorn, ohne Trage sondern mit meinen Armen. Schlimm, oder?#schein

Beitrag von marysa1705 20.05.10 - 17:14 Uhr

Hallo,

ich finde es toll, dass Du an "ELTERN" geschrieben hast.

Bzgl. der Antwort denke ich genauso wie "perserkater" und ich weiss von vielen (inkl. mir selbst), dass es ihnen beim Anblick des Titelbildes ähnlich ging wie Dir. #liebdrueck

LG Sabrina

Beitrag von zarah89 20.05.10 - 17:53 Uhr

Also ich finde diese Beschwerde sehr übertrieben, und schließe mich der Meinung einer Vorhergehenden Schreiberin an. Die Antwort war wirklich sehr fundiert und höfflich. Und sehe es genauso wie die Zeitschrift es geschrieben hat. Ob nun ein Kind im Buggy durch die Stadt gefahren wird oder im BabyBjörn rauskucken darf die Reize sind gleich. Ich finde sogar das es sich im Tragegurt viel geborgener fühlt als im Buggy.

Beitrag von littleblackangel 20.05.10 - 18:32 Uhr

Hallo!

Im Buggy werden aber weder die Hoden gequetscht, noch kann sich das Kind wie im Babybjörn garnicht abwenden. Im Buggy kann es den Kopf zur Seite machen und hat das Verdeck(je nach Buggy), welches als Schutz dient.

Die Hersteller bieten Buggys ab dem 6.Monat an...die meisten Kinder sind in dem Alter allerdings noch nicht soweit nur nach vorne zu schauen und da kann man dann individuell darauf reagieren und das Kind mit Blick zu sich selbst schieben!

Geborgen? Im Babybjörn mit Blick nach vorne?#kratz#gruebel

Beitrag von zarah89 20.05.10 - 18:58 Uhr

Ein Kind kann sich immer verletzen, und auch wenn eine Hodenquetschung schmerzhaft ist und niemanden wünscht sollte man nicht immer vom schlimsten ausgehen. Ich meine mit geborgener das es Mamas bzw Papas nähe spürt. Und sein Köpfchen kann es im BabyBjörn genauso wegdrehen. Vorteil wenn es im BabyBjörn zu viel wird kann man sein baby drehen im buggy geht das nicht.

Beitrag von nakiki 20.05.10 - 20:47 Uhr

Hallo!

Auch im BB kann man reagieren und das Kind umdrehen, so dass es mich anguckt! Das Baby ist da nicht festgetackert.

Und genau das steht doch auch in dem Schreiben. Das jeder individuell auch auf das Kind eingehen sollte.

Gruß nakiki

Beitrag von taewaka 20.05.10 - 20:52 Uhr

unterschreib

Beitrag von taewaka 20.05.10 - 20:54 Uhr

mensch, hier ist aber was mit den hoden los.
also auch du kennst eine nutzerin, deren kind nach dem gebrauch einer schmalstegigen tragehilfe eine hodenquetschung hatte, ja?

niemand wendet einen bb dauerhaft an, fast niemand trägt damit täglich mehrere stunden nach vorne gewendet. das ist etwas was bedauerlich ist, denn viele eltern reduzieren aufgrund der schmerzen den bb. wobei ich auch hier schon unterschiedliche erfahrungen gemacht habe, es gibt tatsächlich eltern, die beim bb keine schmerzen hatten und die sich nur durch die baumelnden beine beim treppensteigen gestört gefühlt haben.

klar, er ist keine optimale trage ... aber er ist kein teufelswerk und letztendlich sind es eltern, die ihrem baby nähe schenken.

interessant wie gewettert wird.

Beitrag von marysa1705 20.05.10 - 21:42 Uhr

Und warum kann man dann nicht einfach eine Trage auf dem Foto abbilden, wo sich das Kind nicht nur geborgen, sondern auch in einer korrekten und gesunden Haltung befindet?

DARUM geht es!

Beitrag von carana 20.05.10 - 18:36 Uhr

Hi,
ich dachte, nach vorn tragen sei deshalb nicht gut, weil der Rücken des Babys ins Hohlkreuz gedrückt würde und es so zu Rückenproblemen kommt? Die haben doch am Anfang noch den Rundrücken...
Lg, carana

Beitrag von theda 20.05.10 - 19:25 Uhr

Ich weiß ja nicht wie Du Dich bei der "Eltern" beschwert hast, aber ich finde die Antwort passend und keineswegs unhöflich oder dergleichen.

Vielleicht solltest Du Dir vor solchen Aktionen einfach ein bisschen mehr Wissen über solche Dinge anlesen , damit Du Dich nicht lächerlich machst.

Nur weil Du den BB nicht optimal findest lehnt eine Zeitschrift wie dei Eltern ihn doch nicht kategorisch ab. Denn die werden sich sicherlich vorher ausreichend informiert haben...

#winke

Beitrag von susasummer 20.05.10 - 20:27 Uhr

Mal abgesehen davon,das ich nicht finde,das sie sich lächerlich gemacht hat,kann es gar nicht gesund und bequem für das Kind sein,so getragen zu werden.
Soweit ich weiss ist diese Antwort eher standartmäßig verschickt,denn es haben sich schon mehrere beschwert.
lg Julia

Beitrag von taewaka 20.05.10 - 20:58 Uhr

genau, mehrere mütter und trageberaterinnen, die nix zu tun haben sich standardmäßig beschwert, ohne fundiertes wissen über den ablauf der verknöcherung zu haben ... da wird mit begriffen wie hodenquetschung, halswirbelsäulenstauchung, hüftdysplasie, hüftnekrose, bandscheibenschäden, etc. rumgeworfen als wäre eine vergleichbare trage ein folterinstrument.

dem ist definitiv nicht zuzustimmen.
es gibt viele argumente mit denen man die geringe tauglichkeit des bbs und vergleichbaren tragehilfen belegen kann, eine ist gewiss auch, dass das baby nicht besonders in seiner "natürlichen haltung" unterstützt wird, aber das totschlagargument ist NICHT, dass der bb der gesundheit des babys schadet.

und ich finde immer wieder interessant wie alle auf diesen zug aufspringen und gewisse andere dinge nicht hinterfragen.

Beitrag von susasummer 20.05.10 - 21:12 Uhr

Mir ist das völlig egal,ich nutze das dämliche Ding nicht.
Alleine schon,das das Kind darin rum baumelt,hätte mich schon abgeschreckt.
Es muss jeder selber wissen,was er macht.
Dennoch finde ich trotzdem nicht,das man sich lächerlich macht,wenn man sich beschwert.
Standartmäßig meinte ich die Antwort von eltern.

Beitrag von theda 21.05.10 - 09:19 Uhr

Doch wenn man mit so einem gefährlichem Halbwissen irgendwas erreichen möchte, doch, da tut sich der Boden auf und man macht sich lächerlich.

Des Weitern denke ich allerdings, wenn man sonst keine Probleme hat sich deswegen bei eine Zeitschrift zu beschweren.. tja, bin sprachlos!

Diese Energie könnte man besser aktiv in den Kinderschutz, Tierschutz oder dergleichen einbringen.

Beitrag von browneyesgirl 20.05.10 - 20:36 Uhr

ich weiß nicht warum Du Dich aufregst.Jeder sollte sein Kind so tragen wie er es für richtig hält .. Es gibt viel wichtigere Themen über die man sich aufregen sollte...

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